Rekonstruktion des 24.07.2010

Anhand von Videos, Fotos, Augenzeugenberichten sowie Auszügen aus Dokumenten und Medienberichten soll hier ein chronologischer Ablauf des Veranstaltungstages – nach Orten unterteilt – dargestellt werden.

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Stadtplan

Karte: Straßensperren

Dokument: Geplante polizeiliche Vorsperren

Dokument: Mitteilungsvorlage An- & Abreise

Dokument: Lopa-Masterplan

Excel Sheet: Auslastung der Veranstaltungsfläche & Wegstrecken vom 26.07.2010

Dokument: Einsatztagebuch Ordnungsamt Stadt Du

Wegeplan der Stadt Duisburg

Verkehrskonzept VRR

An- & Abreiseplan VRR

Umgebungsplan Hauptbahnhof VRR

Schaubild Vereinzelungsanlage West

Polizeifunk Rufnamen
Egon – Polizei Duisburg
Georg – Landesbereitschaftspolizei RP, 12. BPH Mainz (RS Ost)
Jupiter – Sonderkanal (meist Fußball Pol BO & GE)
Mars – Landesbereitschaftspolizei Bayern
Thomas – Landesbereitschaftspolizei Sachsen (RS West)
Wedau – Polizei Duisburg (2m)

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## PART I – die Westroute

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Wie der Weg zum Tunnel aussah, kann man unter anderem in diesen Videos gut sehen:

SabisMovies ab ca. 13:30 Uhr

KruessTV-Doku: Der Weg zur Loveparade 2010 Duisburg Teil I & Teil II
Westroute ab Friedrich-Wilhelm-/Düsseldorfer Str. von 14:33 Uhr bis ca. 16:00 Uhr

Spiegel-TV Magazin: Tod auf der Loveparade Teil I ab 08:01 & Teil II

Focus TV: Tod statt Liebe Teil I & Teil II
Leider entfernt, alternativ hier

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10:13 Uhr – „Am Kantpark Ecke Friedrich-Wilhelm-Straße/Düsseldorfer Straße kann bereits jetzt gefeiert werden. Von einer kleinen Bühne, die den ganzen Tag stehen bleiben wird, ertönt ohrenbetäubende Technomusik.“ schreibt tonight.de und meint den Ambulance/Warehouse-Truck, ..

10:30 Uhr – .. wo auch thepartyprinzessin sich schon warmfeiert.

10:55 Uhrebenso.

11:08 Uhr – 3ds erreicht die Kreuzung D’dorfer/Karl-Lehr-Str. und muss noch warten.

11:10 Uhr – 3ds vorm Eingang Karl-Lehr-Str., an der Absperrung zum Tunnel hat sich bereits eine Menschenmenge gebildet.

11:11 Uhrmariusvoss am Ambulance-Truck auf der Friedrich-Wilhelm-Str.

11:14 Uhr – Realduddy vertreibt sich die Zeit am Ambulance-Truck, der noch am Kaufhof steht. 3ds auf der Düsseldorfer Str. Die Polizei zeigt Präsenz. Aufgrund andauernder Planierarbeiten kann das Gelände nicht wie geplant geöffnet werden. Bei einer Begehung des Geländes am Vorabend wurden seitens des Bauamtes noch Restmängel festgestellt, die nun -zumindest teilweise- beseitigt werden, vgl hier. Youtuber BihJolokia meint dazu:

„Die Area sollte um 11 Uhr geöffnet werden, allerdings gab es auf dem Weg vom Bahnof zum Gelände Polizeidurchsagen, dass das Gelände nicht pünktlich bzw. nicht um 11 Uhr geöffnet werde könne (ohne Grund). Im nachhinein habe ich rausgehört, dass eben noch eine Genehmigung fehlte, das ganze stattfinden zu lassen und im letzten Moment am Samstag morgen wohl genehmigt wurde, dass die Loveparade überhaupt stattfinde kann… da hatte man wohl schon Bedenken…“

Bericht einer Ordnerin und eines Notarztes.

ca. 11:16 Uhr – „Noch zu“ von 3ds. Auch almgaudi1995 und Dummy warten.

11:18 Uhr – der Ambulance-Truck auf der Friedrich-Wilhelm-Str. wechselt seine Position, was auch von stefan keusemann beobachtet wird.

11:21 Uhr – auch Aggsweb wartet auf Einlass

11:31 Uhr – Funkmitschnitt Polizei:

„Hier ist der Wedau 11 an die eigenen Kräfte: Zugang zum Gelände verschiebt ..äh.. verzögert sich noch. 11 Uhr sollte Zugangszeit sein, offensichtlich gibt’s da noch Probleme auf dem Gelände, wann jetzt endlich Zugang sein wird, ist noch nicht bekannt.“

11:34 Uhr – Eintrag Einsatztagebuch des Ordnungsamtes:

„Mitteilung LoPa – Gelände noch nicht geöffnet, Öffnung wird mitgeteilt. Menge vor den Toren halten sich in Grenzen.“

11:40 Uhr – stefan keusemann auf der D’dorfer Str.

11:38 Uhr – Lupusmeldung:

„Laut Veranstalter wird das Gelände erst um 12:00Uhr geöffnet. Vor den beiden Vereinzelungsanlagen befinden im Ostbereich 1.000 bis 1.500, in Westbereich 600 Personen. Keine Personen im Karl-Lehr-Tunnel. In den nächsten 10 Minuten wird laut Verbindungsbeamten H. geöffnet (Stand 11:25).“

11:42 Uhr – „Mitteilung LOPA – Gelände soll um 12.00 Uhr geöffnet werden!“

11:48 UhrUwe G. an der Kreuzung zum Tunnel.

11:49 UhrFunkspruch Polizei:
Wedau 15 an Jupiter 14/07
„Ja, zur Kenntnis, die anvisierte Öffnung für ca. 11:40 Uhr hat bisher nicht stattgefunden. Die Tore sind weiterhin geschlossen. Der Veranstalter hat hier gerade wieder angerufen bzw. unser Verbindungsbeamter. Die haben wohl noch technische Probleme auf dem Gelände und da verzögert sich wieder alles.“
„Jo, verstanden.“
„Also so wie immer.“
„Ja, rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln, klar.“

ca. 11:50 Uhr almgaudi1995 steckt kurz vor der Vereinzelungsanlage in der vor Vorfreude grölenden Menge.

“ Da hat (..) jemand aus den Häusern nebenan Musik angemacht und deswegen wurde so gegröhlt.“

Stefan keusemann wandert noch.

ca. 11:52 Uhrd3vcon wartet vor dem Eingang.

11:53 Uhr – Eintrag Ordnungsamt:

„LOPA wurde aufgefordert, das Gelände zu öffnen, da es zu Randalen im Stadtgebiet kommt.“

11:54 Uhr – Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 14/10 an Wedau 15
„Ja nur zum Verständnis, wir stehen ja hier an diesen Eingängen, wenn der Druck zu groß wird, dass die Ordner die reinlassen, das werden wir also nicht verhindern. Ich sehe auch die Sinnhaftigkeit nicht. Ob die nun hier an den Vereinzelungsanlage stehen oder oben an den Floats, die Floats sind aufgebaut, also kann da nix schief gehen.“
„Ja, das sehen wir also genauso, das geht nur darum, dass ihr nicht davon überrascht werdet, wenn der Druck zu groß wird.“

Lupusmeldung:

„Nach Aussage des Veranstalters wird das Gelände noch immer nicht geöffnet, da sich noch Gegenstände auf der Float-Strecke befinden sollen. Warum der südliche Bereich noch nicht geöffnet ist, kann vom EA (Einsatzabschnitt) zur Zeit nicht gesagt werden. Nachfrage erfolgt.“

11:56 Uhr – Bruder Hesekaja auf der D’dorfer Str. mit Blick auf die Kreuzung zum Tunnel. chrisbalou vorm Eingang mit „Dixi-Truck“…

ca. 12:00 Uhr – 3ktherip an der Kreuzung zum Tunnel. Mächtig voll ist es und die Polizei bittet, nicht nach vorne zu drängen. Stefan keusemann beobachtet den „Dixi-Truck“.

wir waren um 12:00 uhr da und brauchten über ein stunde für die 30 meter bis zu der kontrolle (welche ein totaler witz war, hinter der kontrolle standen viele mit bier- und weinflaschen aus GLAS!!!). und schon da wurde wie wahnsinnig gerempelt, geschubst und gedrückt. diese katastrophe hätte verhindert werden können. und die parade hätte sofort abgebrochen werden müssen.Augenzeugin filmte Panik bei Loveparade | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/augenzeugin-filmte-panik-bei-loveparade-id3280002.html#plx2064672085

ca. 12:01 Uhrrealduddy ist jetzt an der Kreuzung vorm Tunnel angekommen. Allgemeiner Jubel, evtl. wird der Einlass vorbereitet.

12:02 Uhr – Funkspruch Polizei:

 Jupiter 14/07 an Wedau 15
„Einlassstelle Ost und Einlassstelle West. Beide geöffnet.“

Stefan Keusemann beobachtet den „Dixie-Truck“, ebenso halloele7. Die Polizei bittet um Geduld.

ca. 12:03 Uhr – die Tore sind offen, Aggsweb macht sich auf den Weg in den Tunnel, Dummy blickt zurück in die Menge. Chriztian ist am Hbf und beobachtet den Strom der Neuankömmlinge.

ca. 12:04 Uhr TonyausVoerde wartet.

12:05 Uhr – Eintrag: „LOPA teilt mit, dass die Eingänge geöffnet sind.“ Dazu Crowd-Manager Carsten Walter in Spiegel online:

„Ab 9.45 Uhr waren wir Stand-by. Ab elf Uhr haben wir gewartet, mehrfach mit unserer Security-Zentrale gesprochen, um die Erlaubnis zur Öffnung der Schleusen draußen vor den Tunneleingängen zu bekommen. Auf der Westseite gab es schon früh extremen Andrang, und einige Besucher wurden aggressiv. Da war schon richtig was los. Nach der Freigabe durch die Zentrale habe ich um 12.02 Uhr Order gegeben, alle Schleusen zu öffnen, an beiden Zugängen. Um den ersten Druck zu reduzieren, haben wir eine Stunde lang die Menschen aufs Gelände kommen lassen. Das war zu diesem Zeitpunkt problemlos möglich.“

Drei Damen mit Hut.

12:09 Uhrstefan keusemann auf dem Weg Richtung Schleuse.

12:10 UhrPeter Truhlar beobachtet Polizisten in der Menge.

12:11 Uhr Peter Truhlar hat genug Platz, um in Ruhe das bunte Treiben an der Kreuzung Düsseldorfer/Karl-Lehr-Str. zu fotografieren.

12:17 UhrUwe G. blickt Richtung Mercatorstr.

12:23 Uhr – Dixi-Klos auf der Brücke Königstr. nähe Hbf. Blick von oben auf die Sanistation („UHS – Unfallhilfsstelle“) an der Kreuzung Karl-Jarres/D’dorfer Str.

12:27 Uhr – Christoph Müller-Girod am Harry-Epstein-Platz am Hbf.

12:28 Uhr – Alf Igel auf der Düsseldorfer Str. mit „Dixi-Truck“. Alles ist gut. Maarten vor dem Eingang Karl-Lehr-Str.

ca. 12:30 Uhr – tequiila009 kommt am Hbf an; im Hintergrund ist der Herr mit der Sonnenblume zu sehen. Conny wartet an der Kreuzung zum Tunnel:

„Das Bild zeigt, wie eng es bereits um ca. 12.30 Uhr an der Kreuzung Karl-Lehr-Str./Düsseldorfer Str. war – und das Nadelöhr sollte erst noch kommen! Ordner waren kaum zu sehen und die Durchsagen aus dem einzigen Polizei-Auto konnte Niemand akustisch verstehen.!“

12:31 Uhrmuesli612 am Hbf. Die Bundespolizei wünscht einen schönen Tag. Chriztian auf der Friedich-Wilhelm-Str.

12:35 Uhr – auch Hasberger666 filmt am Hbf. Die gleiche Szene beobachtet von Tram3Duisburg. Die BP macht freundlich darauf aufmerksam, dass das Mitführen von Glasflaschen leider untersagt ist.

12:42 Uhr – Alf steht nun an der überfüllten Kreuzung zum Tunnel, ebenso Uwe G.

12:45 Uhrebenso RMBaloo13. Die Polizei fordert auf, sich ruhig zu verhalten.

12:49 Uhr – von Uwe G.

12:50 Uhr – Chriztian an der Kreuzung Kremer-/D’dorfer/Mercator-Str. mit Lautsprecherwagen, der evtl schon jetzt auf einen Besucherstau aufmerksam macht?

12:52 Uhr – Funkspruch Polizei:

Jupiter 14/07 an Wedau 15
„Zwei Sachen. Das Erste: Die Einlässe werden derzeit vom Ordnungsdienst geschlossen, weil der Andrang auf der Rampe zurzeit zu groß ist. Zum Zweiten haben wir eine NW2i (Ingewahrsamnahme-Anzeige) nach Beleidigung, die Person geht ins ZPG, stark alkoholisiert, und da wird ne NW1 (Strafanzeigenformular) gefertigt.“

Auswertung Kriminalhauptkommissar K.:

“(..) Ab 12:52 Uhr kommen die ersten Meldungen vom EA Schutz der Veranstaltung, dass der Tunnel-Karl-Lehr-Straße vollläuft.”

12:53 Uhr – Funkmitschnitt:

Wedau 15 an Jupiter 14/07
„Ihre Durchsage wegen der Schließung bezog sich nur auf den ..äh.. Einlass oder auch auf die Vereinzelungsanlagen?“
„Ja, das ist bei meiner Aussage identisch.“
„Also, ein, aus Vereinzelungsanlagen wird schon der Druck raus genommen? Richtig?“
„Richtig. Die werden zurzeit komplett geschlossen, um den Druck an der Rampe raus zu nehmen.“
Verstanden„.

12:55 UhrWDR-Liveticker:

„An der Ecke Düsseldorfer-/Karl-Lehr-Straße bildet sich gerade ein riesiger Stau. Die Leute strömen weiter vom Bahnhof Richtung Loveparade-Gelände, aber der Eingang scheint ein Nadelöhr zu sein.“

Der-bote berichtet dazu:

„Ich war selbst auf der Loveparde und bin um kurz von 13 Uhr an der Einlasskontrolle an der Düsseldorfer Str. angekommen. Die dortige Zugangsregelung zum Tunnel war schon mordsgefährlich! Sie war auf den zum Tunnel abbiegenden Str. kurz vor der Kreuzungsbereich Düsseldorfer Str. angelegt. Die Massen stauten sich bereits um diese Zeit weit in die Düsseldorfer Str. hinein. Durch die Zugangskontrolle kamen vielleicht 50 Menschen pro Minute, der Stau wurde daher immer größer. Der Weg zur Zugangskontrolle wurde in Trichterform geführt. Ich hatte hier bereits Angst und habe nur gedacht wenn ich eine halbe Std. später ankomme, wird hier alles ausser Kontrolle geraten, da die Stimmung schon sehr angespannt war, was ja kein Wunder war, da für die ca. 40m bis zur Kontrollstelle sage und schreibe 40 Minuten benötigt wurden. Dass es dann zu diesen schrecklichen Bildern im Tunnel kam, kann ich mir nur damit erklären dass der von mir beschriebene Kontrollpunkt aufgehoben wurde, damit es dort nicht zu Toten kommt.“

12:58 Uhr – Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 02 an Egon 10
„Ja, .. der Vereinzelungsanlage Karl-Lehr-Straße sind derzeit 8 von den Vereinzelungsplätzen nicht besetzt (…unverständlich). Veranstalter (…unverständlich) weil da ein relativ hohes Aufkommen ist.“
„Da ist der Funk überlagert. Sag mir doch, Karl-Lehr-Straße und was ist da für eine Anlage?“
„Ne Vereinzelungsanlage Karl-Lehr-Straße. Auf Ecke Düsseldorfer Straße.“

ca. 13:00 Uhr – ausgelassene Stimmung bei AggroHiedels auf der Friedrich-Wilhelm-Str. Quentar1982 steht 600m weiter südlich vor der Vereinzelungsanlage und filmt Menschen, Menschen, Menschen. Auch 7ock3 wartet. Kommentator JoHnY berichtet:

„Die Planung mit den Ein- und Ausgängen war für den Arsch. Wir waren gegen 13h an der Einlasskontrolle vorm Tunnel. Dort kamen schon an der Kreuzung die Menschenmassen aus 3 Richtungen, weil alle zum Gelände wollten. Dort wurde schon je weiter man noch vorne zur Kontrolle kam immer mehr geschoben und von hinten gedrückt. Irgendwann konnte man einfach nicht mehr dagegen halten und wurde in den Zaun geschoben, der dann von einigen sofort aus den Angeln gehoben wurde. Gott sei Dank war das der dumme Bauzaun. Die Polizei in ihrem Bus sagte darauf nur, dass man nicht drängeln solle und der Zaun wieder hingestellt werden solle. Da haben die schon nicht gecheckt, was an diesem Tag noch auf sie zukommen wird. Und das war gegen 14Uhr.“

Ähnlich äußert sich A.M.A.N:

„Wir haben selbst ab 13 Uhr an dem Eingang gestanden, und es bewegte sich bis 15 Uhr überhaupt nichts (Naja, nur nicht übertreiben!). Die Leute wurden natürlich immer nervöser und agressiver. Und unsere ach so tolle Polizei hat überhaupt nichts geregelt. An dem Eingang stand ein Polizeiwagen mit 3 Polizisten. Nachdem ich die Polizei auf eine Schlägerei aufmerksam gemacht habe, haben sich die Polizisten in ihr Auto zurückgezogen und von innen veriegelt. Für mich ist es unfassbar wie sich hier die Polizei verhalten hat. Zwei Kilometer weiter standen ungefähr 30 Polizeiwagen mit ca. 80 Mann Besatzung gelangweilt rum und wußten nicht was sie tun sollen.“

Zitat von „Crowd Manager“ Carsten Walter:

Es kamen viel mehr Besucher als erwartet. Um 13 Uhr habe ich die Sicherheitsleute angewiesen, die Schleusen wieder zu schließen… nur vereinzelt, um den Durchfluss zu regulieren. Auf jeder Seite hatten wir zu diesem Zeitpunkt 6 Schleusen geöffnet, 6 von insgesamt 16 (..) aber dann kam zu meiner Überraschung die Anweisung eines Polizeiführers, alle Schleusen auf der Westseite durch die Ordner öffnen zu lassen.“

Klar, weil der Druck auf die Westkreuzung zu groß wurde! Polizeifunk:

 Jupiter 14/07 an Wedau 15
„Darüber hinaus zur Kenntnis: Die Eingänge sind wieder geöffnet, die Einlassstelle Ost – normaler Zustrom, 200 Personen pro Minute. Einlassstelle West: reduziert. Man hat nur einige Vereinzelungsanlagen geöffnet, um den Zustrom weiter zu kanalisieren, nur 120 pro Minute und der Andrang der Personen nimmt weiter zu.“

RP-online berichtet am 11.07.11:

„Hinsichtlich des Geschehens am 24. Juli aus polizeilicher Sicht hat die Staatsanwaltschaft für ihren Bericht das Dokumentationssystem „Lupus“ ausgewertet. Es zeichnet die interne Kommunikation der Polizei auf. Die auf 20 Seiten aufgeführten Meldungen ergeben zusammengenommen eine Chronologie aus Hilflosigkeit, Überforderungen, Missverständnissen und (F)ehlentscheidungen. Schon um 13.01 Uhr drohte die Vereinzelungsanlage an der Karl-Lehr-Straße durch den massiven Andrang der Raver zum ersten Mal überrannt zu werden. In den folgenden Stunden gab es an fast allen Sperren fortlaufend Probleme. Zäune wurden eingerissen, Besucher gequetscht, Polizeibeamte gerieten in Notsituationen. Die Lupus-Meldungen dokumentieren eine kontinuierliche Eskalation der Lage, auf die seitens der Polizei mit teils wenig koordiniertem Öffnen und Schließen der Sperren reagiert wurde, bis die Leitstelle um 17.02 Uhr die ersten beiden Toten meldete.“

13:03 Uhr – kdher verlässt den Hauptbahnhof. Die Bundespolizei hat Kameras mitgebracht und passt auf.

13:05 UhrPhilipp verlässt den Hauptbahnhof.

13:06 Uhr – entspannte Lage bei RayTeGoed35 auf der Friedrich-Wilhelm-Str. Ivotoby hat die Kreuzung vor dem Westtunnel erreicht und wartet auf Einlass… ebenso etwa zur gleichen Zeit Marcel.

13:08 UhrZitat SZ.de:

„(..) Zwar hatten sich die Beteiligten auch Gedanken gemacht, wie denn auf eine Überfüllung des Geländes zu reagieren sei und am 8. Juli 2010 die Vereinbarung eines Frühwarnsystems (Szenarienworkshop) getroffen. Das hat nach den Ermittlungen der Polizei aber gründlich versagt. Polizei, Stadt und Veranstalter zählten am Tag der Katastrophe die Besucher (im jeweiligen Sektor), mit Hubschrauberbildern, Rasterbildern (lt Protokoll gab es seitens der Polizei keine Rasterkameras), per Hand. Jeder kam auf ein anderes Ergebnis, ein mathematischer Mittelwert wurde berechnet und dabei ein unglaublicher Fehler begangen: Meldete eine Kontrollstelle keine Daten, wurde sie mit Null in die Tabelle eingefügt, was den Mittelwert weiter senkte. Letztlich wusste niemand so genau, wie viele Menschen sich auf dem Gelände befanden. (..)“

Lupusmeldung aus dem Einsatztagebuch der Polizei:

„Anruf aus EA, die 7. BPH (Essen) meldet, dass acht Ordner an der Vereinzelungsanlage fehlen. Der Druck wird so groß, dass die Vereinzelungsanlage droht überrannt zu werden. Aufgrund des Rückstaus werden Menschen in die Zelte der FW gedrängt. Polizei probiert zu helfen, allerdings sollte die FW die Zelte verlegen, da nicht die ganze Zeit eine Zeltsicherung gewährleistet werden kann. ‚Tunnel läuft zu‘ wird gemeldet, dies sollte nicht so sein. EA RS W (Einsatzabschnitt Raumschutz West) kann dies jedoch nicht beeinflussen. Auslastung vorab: W1 55% W2 50% W3 50% W4 50% An der Karl-Lehr-Straße/Düsseldorfer Straße sind mehrere Beeinflussungsanlagen nicht besetzt und müssten dringend besetzt werden, es soll sich um 8 Anlagen handeln.“

13:10 Uhr – … ivotoby wartet… KD Hartwig kommentiert:

„Ich wollte am Samstag ebenfalls zur Loveparade und war um etwa 13:10 Uhr am Kreuzungsbereich Düsseldorfer Straße / Karl-Lehr-Straße. Es gab zu der Zeit einen erheblichen Stau auf der Kreuzung und anscheinend keine Möglichkeit in die Karl-Lehr-Straße in Richtung Veranstaltungsgelände vorwärts zu kommen.“

RayTeGoed beobachtet die Masse, die vom Bahnhof anrollt. Klar, schließlich beginnt um 14:00 Uhr die Parade.

13:13 Uhr – kdher in der Friedrich-Wilhelm-Str., Andreas Bohnen in der Karl-Jarres-Str. Richtung Kreuzung D’dorfer Str.

13:16 UhrSanistation Friedrich-Wilhelm-/Ecke Tonhallenstr.

ca. 13:18 UhrMarcel wartet.

13:19 Uhr – ganz schön blau

13:20 Uhr – MrLuelle verlässt den Hbf: „Wo gehts zum Gelände ??“ kdher auf der Friedrich-Wilhem-Str. Links hinterm grünen Container gehts in die D’dorfer Str. Richtung Loveparade.

13:22 UhrEventogr@ph auf der D’dorfer Str., Chriztian an der Kreuzung D’dorfer-/Karl-Lehr-Str.

ca. 13:24 Uhrbibbiherten wartet. Ivotoby hat sich zur Ecke Karl-Jarres-Str. zurückgezogen und wartet lieber dort… links steht ein Polizeiauto in der Menge.

13:25 Uhr – pdonkey auf der D’dorfer Str.

13:28 Uhr – WDR-Liveticker:

„Am Eingang aufs Gelände aus der Richtung Duisburg-Hochfeld haben sich inzwischen etwa 200 Meter Rückstau gebildet. Die Polizei informiert mit Durchsagen und bittet um Geduld, erntet aber nur Pfiffe. Die bisher eher entspannte Stimmung wird gelegentlich aggressiv, beruhigt sich aber immer wieder.“

ca. 13:30 Uhr – Sabi kommt am Hbf an und macht sich auf den Weg zum Gelände. Wuselfuzz kommt am Haupteingang des Bahnhofs vorbei. Bei kdher scheint die Lage an der Mercatorstr. zurzeit recht entspannt zu sein. Polizisten posen mit Ravern. Fotograph69 befindet sich direkt an der Sperre und berichtet:

„(..) Nach vielen 100 Meter aber, an einer Kreuzung, ging es dann, es war vielleicht 13.30 Uhr (eher später!), nicht mehr weiter. Die Menschen stauten sich, was auch schon ein Polizeiauto mittels Leuchtdiodenschrift angekündigt hatte. Dort, wo es sich staute, es war sicherlich mehr als 1 km vom Veranstaltungsort, gab es auch schon brenzlige Szenen zu beobachten. Junge Männer kletterten Ampeln und auch Masten nahe der Oberleitungen der Straßenbahn empor. Überall herrschte Unmut über die Fehlplanung, vernünftigere Menschen traten auch sogleich den Rückzug an. Nur war der Rückzug auch nicht so einfach möglich, denn im Rücken hatte die Polizei auch eine Sperre eingerichtet. Zeitweise war man gefangen, denn es gab nur einen schmalen durchlass, durch den Nachrückler durchdrängen wollten. Ein Polizist beschwerte sich lautstark über die Masse, ihm wurde mit einer Beschwerde über die verquere Organisation gekontert. An der Sperre fühlte man sich an das Ende der DDR erinnert. Junge Frauen skandierten: „Die Mauer, die Mauer muss weg“. Nach einer Weile gelang es mir, aus dem Kessel raus zu kommen. Die Nachrückenden drängten immer mehr. Ein Eisengitterzaun brach unter der Last. Obwohl noch ewig weit vom Güterbahnhof entfernt, wurde die Überwindung der Absperrung wie ein Sieg gefeiert. Andere kletterten auf ein kleines Häuschen, dessen Dach nicht gar so stabil aussah. Es gab schon Vermutungen, wann es einstürzen wird. Die Polizei kümmerte sich nicht darum, dass die Flanke brach. Die, die jetzt durchgebrochen waren, waren sicherlich so heiß darauf, jetzt auch zum Güterbahnhof zu gelangen, dass ich annehme, dass sie viel weiter vorne das Problem mit einheizten. (..)“

woerty123 im heftigen Gedrängel an der Kreuzung zum Tunnel, Andreas Bohnen blickt Richtung Karl-Lehr-Str. Auch JanniBo84 wartet. Sabrina meint:

„Ich selber war gegen 13:30 an der Ecke zur Karl-Lehr str. und es war überfüllt und die Leute haben gedrängelt.. Wie bereits erwähnt hätte man da schon reagieren müssen.“

Zitat aus einem Dokument des Innenministeriums:

„Nach Angaben des Polizeipräsidiums Duisburg wurde gegen 13:30 Uhr die im Bereich der Vereinzelungsanlage West wartende Besuchermenge auf 20.000 Personen geschätzt.“

13:31 Uhr – Situation an der Kreuzung D’dorfer/Mercatorstr.

13:32 Uhr – Funkmitschnitt Polizei:

 Wedau 15 an Jupiter 14/07
„Ja, ich hab mal nur ne Nachfrage, wie im Moment die Auslastung ist und wie es auf der Rampe aussieht, ob dort immer noch so viel Druck herrscht.“
„Also auf der Rampe herrscht nicht mehr dieser Druck. Auslastung liegt in dem Bereich bei 50-60%. Beide Eingänge sind wieder voll geöffnet. Ca. 200-250 Personen pro Minute, und es dürfen pro Einsatz, pro Eingang zurzeit insgesamt jeweils 18.000 Personen reingekommen sein.“
„Ja, verstanden.“

Lupusmeldung:

„Rückmeldung an EA/F (Einsatzabschnittsführer) und Verbinder EA RS W (Einsatzabschnitt Raumschutz West) : Der Veranstalter meldet wieder Vollbesetzung der Vereinzelungsanlage West. EA meldet nach wie vor großen Druck auf Sperrstelle. Auf Nachfrage: Die Oberleitungen auf D’dorfer Straße zw. Grunewald und Kremerstraße sind stromfrei.“

13:33 Uhr – Alf blickt auf die Schlange vor der Vereinzelungsanlage.

13:34 Uhr – kdher kommt am Polizeipräsidium auf der D’dorfer Str. vorbei. Bitte nicht füttern!😉

13:35 UhrSabisMovies auf der Mercatorstr. am Hauptbahnhof.

13:38 Uhr – kdher ist nun kurz vor der Kreuzung zum Tunnel.

13:40 Uhr – und ivotoby wartet…

13:41 Uhr kdher wartet jetzt auch… Lupusbeleg:

„EA Schutz der Veranstaltung, beide Vereinzelungsanlagen arbeiten mit 100% Leistung. V1 60 % Auslastung. EA Raumschutz West, der EA/F RS W regt dringend an, den Zugang im Westen zu lockern. Der Tunnel ist relativ frei, draußen stauen sich massiv die Zuschauer. Befürchtung, dass mit Beginn der Musikübertragung um 14 Uhr die Sperre überlaufen wird. Auf Nachfrage: Vorsperre D’dorfer/Mercator wird noch nicht eingerichtet.“

Wie soll der Zugang weiter gelockert werden, wenn die Anlage bereits mit „100% Leistung“ läuft..? Herr Walter hat den Container verlassen und bewegt sich in Begleitung einiger Ordner und eines Schutzpolizisten Richtung Vereinzelungsanlage, vgl hier.

13:42 Uhr – InfectedFay an der Kreuzung Mercator-/Friedrich-Wilhelm-Str. am Hbf. Links ist das Hoist-Gebäude zu sehen. Dutch-Image vor der Kreuzung D’dorfer/Mercatorstr. „Besucherstau vor dem Gelände!“ Chriztian im Besucherstau vor dem Gelände, ebenso kdher… Security bei der Arbeit und auch Alf ist jetzt an der Vereinzelungsanlage mit 16 Toren angekommen:

„the security still controls everybody. There where 16 controll stations, So it was impossible to get 350.000 people on the area with controlling them!!!“

13:43 Uhr – pdonkey knipst aus Richtung Karl-Jarres-Str. Menschen, soweit das Auge reicht…

13:44 Uhr – Blick Richtung Karl-Jarres-Str. Zitat bild.de:

Die Polizei warnt vor einem Massenansturm bei einsetzender Musik, regt deshalb an, die Schleusen weiter zu öffnen.“

13:45 UhrZitat von Martin S.:

„Wir waren dort und das makabere und perverse wir tanzten wären andere zertrampelt und zerquetscht wurden, weil wir es nicht wussten. Ich kann mich noch sehr gut an die Lautsprecherdurchsage erinnern: „Bleibt alle ruhig jeder kommt rein“ 13:45 Uhr“

13:47 Uhr – wuselfuzz auf der Friedrich-Wilhelm-Str.

13:49 Uhr – Zitat Ermittlungsbericht der Staatsanwaltschaft lt. Spiegel TV:

„Um 13:49 Uhr stimmte der Polizeiführer zu, eine möglichst große Anzahl von Menschen auf das Gelände zu lassen“

Lupusbeleg:

„Telefonat 13:49 mit Verbinderin (Verbindungsbeamtin): PF (Polizeiführer) stimmt dem zu, Voraussetzung, dass sich beide EA so abstimmen, dass durch die Öffnung keine Überfüllung des Tunnels erfolgt und dort erneute Probleme auftreten. Nach Rücksprache im FüST (Führungsstab) mit Betreuer EA SdV (Einsatzabschnitt Schutz der Veranstaltung), W. ruft W. (Walter&Wagner?) an. Danach über FÜST (Führungsstab).
Der EA/F RS W regt dringend an, den Zugang im Westen zu lockern. Der Tunnel ist relativ frei, draußen stauen sich massiv die Zuschauer. Befürchtung, dass mit Beginn der Musikübertragung um 14 Uhr die Sperre überlaufen wird. Vor, die Vereinzelung zu reduzieren und möglichts große Anzahl von Menschen auf das Veranstaltungsgelände zu lassen. Hintergrund ist enormer Druck auf die Einlassstelle, die bei Start der Floatparade droht, überlaufen zu werden. Der PF stimmt dem Vorschlag zu. Entscheidung FÜST/L (Leiter Führungsstab) nach Telefonat mit Herrn S. (Sattler?): Herr S. hat grundsätzlich keine Bedenken. Es muss eine Abstimmung zwischen den EA Raumschutz West und Schutz der Veranstaltung erfolgen. Eine Reduzierung der Vereinzelung darf nicht dazu führen, dass der Druck von der Einlassstelle in den Tunnel verlagert wird. EA Betreuer RS West und SdV (Schutz der Veranstaltung) haben Kenntnis.“

Funkmitschnitt:

Jupiter 02/10 an Jupiter 02
„Bitte noch mal über den Stab an den EA Veranstaltung. Die Einlasskontrollen (…unverständlich) wir haben hier erheblichen Druck Karl-Lehr-Straße, die sollen alle Schleusen öffnen und nicht mehr kontrollieren.“
„Ich hab nur aufnehmen können, dass wir uns noch einmal an den EA Veranstaltung wenden sollen. Mehr konnte ich nicht aufnehmen.“
„Ja, dass Kontrollen eingestellt werden und alle Schleusen (…unverständlich) werden. Dem ist noch nicht so (..unverständlich).“

Im Polizeibericht finden wir auf Seite 19 folgende Darstellung:

„Die insgesamt stärker belastete Vereinzelungsanlage West wurde nach dem Öffnen der Zugänge nur teilweise durch das vorgesehene Ordnerpersonal des Veranstalters besetzt. Der Veranstalter besetzte sie erst ab 14:00 Uhr mit ausreichend Ordnerpersonal, so dass sie unter Volllast betrieben werden konnte. Die Polizei hatte dieses wegen einer zunehmenden Verdichtung der Besuchermenge vor dem Einlass seit 12:58 Uhr vehement gefordert.“

13:51 Uhrkdher in der Menge.

13:52 Uhr – am Hbf interviewt WDR-Reporterin Jessica Westen Partygänger. Dutch-image auf der D’dorfer Str. mit Polizeiauto, kdher in der Menge vorm Tunnel, man sieht einen RTW.

13:53 Uhr – Ampeln und Häuschen werden beklettert.

13:54 Uhr – harald ist am Ambulance Truck und ivotoby wartet immer noch..

13:58 Uhrwuselfuzz läuft Richtung Kreuzung Mercatorstr., vor ihm der Lautsprecherwagen mit Besucherstau-Laufschrift. Blick zurück in die D’dorfer Str.

13:59 Uhr – kdher blickt in Richtung Karl-Lehr-Str.

ca. 14:00 Uhr – auch Sabi beobachtet am Hotel Conti den Polizeibus mit Laufschrift: „Besucherstau vor dem Gelände!“ Bei DarkZero1972 bahnt sich ein Polizeiauto mit lautem Trara mühsam den Weg durch die Menge. Björn Braun berichtet:

„Der Weg vom Hauptbahnhof bis ca. 200 Meter vor dem Tunnel verlief noch halbwegs ruhig, doch spätestens dann begann das Chaos. Auf der Düsseldorfer Straße Richtung Festgelände stauten sich die Massen und der Boden war Zentimeter hoch mit Müll bedeckt. Es war 14 Uhr und die Bauzäune vor der Kontrollzone waren verschlossen. Bereits hier herrschten Gedränge und Geschiebe. Zudem strömte eine riesige Menschenmenge heran.
Als die Sicherheitsleute die Zäune öffneten, liefen die Menschen durch den Kontrollpunkt und durch den Tunnel bis zur Einmündung des Festgeländes. Hier trafen die Raver von drei Seiten aufeinander, diejenigen die das Gelände wieder verlassen wollten und diejenigen, die von den zwei Seiten des Tunnels kamen. Es war rappelvoll und wir haben versucht, so schnell wie möglich recht weit in das Gelände zu gelangen. Je weiter wir auf das Gelände kamen, desto mehr Platz hatten wir.“

Bericht von Duisburger1979:

„Wir waren um ca. 12:45 vor der Einlasskontrolle am Tunnel. Bis wir hinter der Kontrolle waren war es dann ca. 14:10. Bis 14 Uhr ging gar nichts. Scheinbar waren die Kontrollen sehr intensiv. Erst ab 14:00 Uhr, also ab Beginn der Veranstaltung wurden die KOntrollen scheinbar bedeuten lascher und es ging voran. AUf einmal kamen wir zügig durch. Es wurde ein kurzer Blick in die Handtaschen geworfen (scheinbar wurde nur nach Glasflaschen geguckt) und das war´s. Wären die KOntrollen zu diesem Zeitpunkt nciht gelockert worden, hätte es wohl schon dort Probleme gegeben. (..)“

Kommentatorin Briddy meint:

„(..) Am Einlass standen keine Polizisten, sondern die extra vom Veranstalter organisierten Sicherheitskräfte. Als wir gegen 14 Uhr von der Düsseldorfer Straße aus zum Gelände gingen, war vor den Tunneln sehr viel los, dort kam man aber noch halbwegs gut an den Rand, wenn es zu eng wurde, weil die Leute sich gut über die Kreuzung verteilen konnten. Vor den Tunneln war der Einlass, bei dem wirklich darauf geachtet wurde, dass nicht zu viele Menschen auf einmal in den Tunnel gelangten. Als wir durch den Tunnel gingen war dort sehr viel Platz zum laufen, und das obwohl so viele Menschen auf die Veranstaltung wollten. Eng wurde es erst wieder auf dem Gelände selbst. (..)“

Lt. Polizeiabschlussbericht wird die Vereinzelungsanlage erst jetzt „unter Volllast“ (= 30.000 Personen/Std, was unrealistischen 31,25 Personen pro Vereinzelungstor und Minute entspräche!) betrieben,

die Polizei forderte mehrfach eine volle personelle Besetzung, um den Durchfluss zu erhöhen und den Druck auf die Vereinzelungsanlagen und die polizeilichen Vorsperren zu mindern.“

Lt. Lupusbelegen von 13:32 und 13:41 Uhr laufen die VA bereits früher mit 100% Auslastung?

Funkmitschnitt:

Jupiter 14/07 an Wedau 15:
Zur Kenntnis. Die an der Eingangsstelle ..ähm.. West da sind sämtliche Vereinzelungsanlagen geöffnet worden. Jetziger Durchlass 500 Personen pro Minute. Die Auslastung dort und an der Rampe steigt damit auf 80%.“
„Ja, ist verstanden.“

Statt der vorhandenen 16 Durchlass-Tore waren laut Carsten Walter im Vorfeld jedoch 32 Tore geplant (?); so schreibt DerWesten im Februar 2012:

„(..) Auch beim Personal berichtet der Crowdmanager von Problemen. So habe es nicht genügend Ordner gegeben, um die Einlass-Schleusen zum Loveparade-Gelände ernsthaft zu sperren. Er selbst habe gesagt, mit den eingeplanten Männern könnten die der Polizei angekündigten 32 Schleusen auf jeder Seite des Tunnels an der Karl-Lehr-Straße nicht besetzt werden. Doch anstatt mehr Leute zu schicken, habe die Loveparade-Führung die Anzahl der Schleusen kurzfristig noch reduziert. Auf nur 16 Einlass-Stellen an jeder Seite. Das bedeutet: Die geplanten Durchlasszahlen von bis zu 30.000 Menschen pro Stunde konnten nie erreicht werden. Im Gegenteil. Ein dramatischer Stau auf den Zugangswegen war programmiert. Und damit ein nicht zu dämmender Druck auf die Einlassstellen. Carsten W. sagt, ihm sei klar gewesen, dass er nur mit Hilfe der Polizei Sperren durchsetzen konnte. (..)“

Lothar Evers befasste sich etwas genauer mit den von Lopavent angegebenen Ordnerzahlen und rechnete nach. Sein Fazit im Februar 2011:

„(..) Von den ursprünglich eingeplanten 1301 Ordnern haben nur 774 gearbeitet. 527 Ordner, das sind über 40% aller Ordner, sind zur Loveparade in Duisburg wahrscheinlich nicht angetreten, jedenfalls in den internen Stundennachweisen von Lopavent mit null geleisteten Arbeitsstunden gelistet. (..)“

Hat ein Teil der Ordner den Dienst gar nicht erst angetreten oder evtl. nur nicht ordnungsgemäß eingecheckt? Zitat aus einem Forum:

„Mein Schwiegersohn sollte da heute Sicherheitsdienst machen und wir haben ihn gewarnt. Er hat dann abgesagt.“

Cat kommentiert auf wdr.de und meint zu wissen,

“(..) das etwa 1/3 der angemeldeteten und erforderlichen Securities am Donnerstag “abbestellt” wurden. Alleine von unserer Firma waren es 25 erfahrene Sicherheitsleute! (..)”

Claudia berichtet:

„Wir haben am Samstag einen Mitarbeiter vom Ordnungsdienst kennengelernt und uns sehr lange mit ihm unterhalten. Dieser Ordner aus Köln hat uns erzählt, dass er Mitglied bei Mc Fit ist und am Freitag erst gefragt wurde ob er helfen könnte da zu wenig Personal da wäre. (..)“

RA Härting erklärt am 02.09.2010 i. A. von Lopavent vor dem Innenausschuss:

„Laut dem Planungskonzept, das die Veranstaltung beschreibt, waren 100 Ordner für den Einlassbereich vorgesehen. 100 Ordner für den Eingangsbereich; das ist dort nachzulesen. Die Ordner, die es an dem Tag im Auftrag von Lopavent gegeben hat, waren nach Farben sortiert; so die Planung. Die grüne Gruppe, das waren die, die hauptsächlich für den Einlassbereich zuständig gewesen sind. Nur ein paar wenige haben noch andere Aufgaben gehabt. Wir wissen, dass wir mindestens 164 eingecheckte, also tatsächlich im Einsatz befindliche, grüne Ordner gehabt haben (13:00 – 17:00 Uhr). Und nach allem, was wir haben feststellen können, sind deutlich mehr als zwei Drittel von denen auch dortin dem Einlassbereich tätig gewesen. Sie sind natürlich nicht immer mit einem RFID-Chip versehen gewesen, so dass man immer den genauen Überblick gehabt hätte, wo sie sich jeweils tatsächlich bewegt haben. – Das ist das, was wir zu dem Punkt haben feststellen können.“

Nach Recherchen von stern.de soll es laut Aussage eines Security-Mitarbeiters (Name durch Redaktion geändert) auch Ordner geben, die ihren Dienst nun vorzeitig beenden:

„(..) kein Wort gibt es zum Einsatz des eigenen Security-Personals, das sich im Chaos angeblich irgendwann zum Teil „im Stich gelassen“ fühlte und auf „Eigensicherung“ verlegte. Schneider: „Alles war so unwirklich, und die Angst um die Kollegen war so schrecklich, dass man alles nur noch ausblendet und seiner Arbeit wie gewohnt nachging. Diejenigen von uns, die bereits um 14 Uhr das Weite suchten, sind nur dabei gewesen, weil wir das sonst nicht hätten leisten können. Die Anzahl kann kein Sicherheitsdienst alleine stemmen. Also wird alles dahin gebracht, was zwei Beine hat. (..)“

Zitat aus einem Forum:

„War damals als Einsatzleiter für meine damaligen Arbeitgeber vor Ort… habe nach 2 Std den Dienst eingestellt nachdem ich gesehen habe was abging… wollte die Verantwortung nicht länger tragen da da soviel im argen lag was die Organisation anging… habe Scenen und Bilder gesehen die mich mein Leben lang verfolgen werden…. (..)“

Kommentator Zeche schreibt am 30.07.10:

„In der heutigen Ausgabe der WAZ Berichtet ein Ordner einer Sicherheitsfirma, Am Ende Zirat. „Als wir am Ende der Veranstaltung zusammen standen, waren es höchsten 500 Ordner„.“

14:02 Uhr – Funkmitschnitt Polizei:

 Jupiter 14/07 an Wedau 15
„Der Raumschutz West gibt gerade durch: an der Vereinzelungsanlage West wird der Zaun eingerissen.“
„Ja, ist verstanden.“

14:04 Uhr – Funkmitschnitt:

Jupiter 14/07 an Jupiter 15/10
„Hatten Sie die Durchsage 2m mit?“
„Ja, hab ich mitgehört.“
„Wir haben ja, glaube ich, schon Spätdienstkräfte da, eine Hundertschaft. Die könnten wir doch schon mal zur Verstärkung in den Bereich schicken.“
„Verstanden. Kurz EB (warten).“
„Ja, ich hör grade vom Leiter. Zwei Züge haben wir schon herausgelöst. Die haben Bereithalteort Stadion. Frage ob wir die einsetzen sollen? Wenn die da die Zäune einreißen, würde ich vorschlagen, die in dem Bereich noch mal einzusetzen.
„Verstanden. Herausgelöste Kräfte verlagern zu den Zäunen.“

14:06 Uhr – Funkmitschnitt:

Jupiter 14/07 an Jupiter 15/10
„Die beiden Züge, die verlagert werden in der Karl-Lehr-Tunnel, sollten direkt dem 14/10 unterstellt werden.“
„Verstanden.“

14:08 UhrKarl-Lehr-Str.: Menschen auf dem Weg in den Tunnel. Funkspruch Polizei:

„Hier der Wedau 11 an die eigenen Kräfte. Der Stab meldet uns gerade, dass auf ..äh.. der Westseite im Bereich Düsseldorfer Straße/Karl-Lehr-Straße offensichtlich die ..äh.. ersten Zäune fallen, weil die Leute nicht durch den Tunnel aufs Gelände kommen. Das nur für euch zur Kenntnis, dass wir da nicht ins Getümmel geraten.“

ca. 14:09 UhrshinyLatios2008 auf der Mercatorstr. am Hbf.

14:10 Uhreriky1986 an der Kreuzung D’dorfer/Karl-Lehr-Str. Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 27/32 an Jupiter 14/07
„Wir haben eben Auftrag erhalten Karl-Lehr-Straße/Düsseldorfer Straße zu unterstützen, weil dort angeblich ..äh.. Zäune eingerissen werden. Und jetzt haben wir gehört, das hat sich erledigt. Ist das auch ihr Kenntnisstand?“
„Ja, das ist richtig. Die Meldung kam von uns. Hat sich erledigt.“
„Verstanden. Wir stehen jetzt oberhalb Karl-Lehr-Straße auf der A59. Also wenn da noch was ist, dann könnten Sie uns ansprechen auf 42 Ulli/Willi.“
(..)
„Verstanden, da steht ihr übrigens gut, weil das ist so die Stelle mit dem meisten Druck.“
„Ja, von hier kämen wir fußläufig also wohl runter und wären dann auch da.“

14:11 Uhr – auch wuselfuzz ist an der Kreuzung Karl-Lehr-Str. angekommen.

14:13 Uhr – kdher in der Menge mit Blick Richtung Karl-Jarres-Str., der Andrang ist heftig! muesli612 filmt von einem Zaun aus die wartende Menschenmasse:

„Der Zaun von dem aus das Video gefilmt wurde ist fast gefallen und konnte nur durch aggressive Polizisten gehalten werden.“

14:14 Uhr – lt. Einsatztagebuch des Ordnungsamtes wird die Sanitätsstation an der Karl-Jarres-/Ecke Düsseldorfer Str. dicht von Ravern bedrängt. Zauberfee1 ist im Einsatz bei der Feuerwehr und berichtet:

„Am späten Vormittag sind schon jede Menge Randalierer von der Polizei rausgepickt worden. Gegen Mittag hat eine Sanitätstsation schon Polizeischutz angefordert, es wurde jede Menge herumgepöbelt wobei Alkohol und Drogen wohl eher der Grund dafür waren als die unerträgliche Enge in den Massen. Im Gegränge schon vor den Kontrollen wurden volle Bierdosen in die Menge geschleudert, Limoflaschen geschüttelt und die Besucher damit geduscht etc etc
Schon Stunden vor Beginn torkelten total abgefüllte Teenies durch die Stadt/Menge oder lagen schon fertig am Rand, furchtbar. Stunden vor der schlecklichen Tragödie waren sämtliche RTWs schon im Einsatz, und es wurden jede Menge Einsatzkräfte nachgeordert. (..)“

Manfred:

„Wir waren auch gegen 14:14 h vor dem Tunnel auf der Düsseldorfer Str. , es war zu diesem Zeitpunkt auch schon bis zum Tunnel sehr voll, wir sind über die Johanniter Str../Menzelstr. wieder auf die Düsseldorfer Str. zurück und zum Float auf dem Firedrich-Wilhelm-Platz. Dort war es super. Über 2 stunden abgetanzt. (..)“

14:15 Uhr – Kommentator Christoph berichtet:

„Als ich mit einem Freund gegen ca. 14:15 am Hbf eintraf war es dort schon recht viele Leute unterwegs und wir haben uns auf den Weg über die Düsseldorfer Straße zum Gelände bewegt. Unmittelbar hinter dem Hbf wurden Flyer mit einer Skizze der Wegführung verteilt.“ (Anm. v. Daphne: offenbar von freiwilligen Helfern, den sog. „Volunteers“ der Ruhr2010)

Wuselfuzz wartet. Norddevil84 filmt von einem Haltestellen-Schild die Menge von oben: Besucher beginnen, Zäune zu demontieren.

„Hier sieht man wie die Polizei die Massen versucht zu beruhigen,doch die Kontrollen an der Karl-Lehr-Straße war für die Massen nur aufstauung.Weil Glasflaschen nicht mit aufs Gelände genommen werden durften.Die Bauzäune wurden auch versucht an der Stelle weg zu reißen.“

14:16 UhrFriedrich-Wilhelm-Str. Richtung Hbf. An der Kreuzung D’dorfer-/ Karl-Lehr-Str. fordert die Polizei über Lautsprecherwagen auf, nicht zu drängeln und erntet dafür Buh-Rufe. In der Menge sind ein Polizeiauto und vier Sanitäter zu sehen. Zitat von wuselfuzz, der einen Polizeihubschrauber beobachtet:

„Von den Lautsprecheransagen des Polizeibusses waren – trotz max. 30 Meter Abstand – nicht einmal Wortfetzen zu verstehen. Und: immer noch keine Musik.“

P.L. kommentiert:

„War selber heute in Duisburg auf der LP. Man kann ja schon fast von Glück reden, dass wir bereits um 13h am MSV Stadion waren und von dort zu Fuss zum Tunnel gingen. Gegen 15.30h waren wir dann bei den Floats auf dem Gelände des alten Güterbahnhofes.
Bereits vor dem Tunnel am Einlass bildete sich eine große Menschentraube, weil aus 3 Richtungen der Eingang zum Tunnel genommen werden musste. Dazu kam dann die angebliche Taschenkontrolle. Diese fand dann bei uns aber schon nicht mehr statt. Es war dort schon die Hölle und von der Polizei kam aus dem Bus nur öfters die Anmerkung, dass durch Gedrängel auch nichts schneller gehe. Dort wurde man teilweise schon fast erdrückt, weil alles in den Tunnel zum Gelände wollte. Da hätte man schon einschreiten müssen!!! Wieso muss man dort noch den Einlass verengen? (..)“

War selber heute in Duisburg auf der LP. Man kann ja schon fast von Glück reden, dass wir bereits um 13h am MSV Stadion waren und von dort zu Fuss zum Tunnel gingen. Gegen 15.30h waren wir dann bei den Floats auf dem Gelände des alten Güterbahnhofes.Bereits vor dem Tunnel am Einlass bildete sich eine große Menschentraube, weil aus 3 Richtungen der Eingang zum Tunnel genommen werden musste. Dazu kam dann die angebliche Taschenkontrolle. Diese fand dann bei uns aber schon nicht mehr statt. Es war dort schon die Hölle und von der Polizei kam aus dem Bus nur öfters die Anmerkung, dass durch Gedrängel auch nichts schneller gehe. Dort wurde man teilweise schon fast erdrückt, weil alles in den Tunnel zum Gelände wollte. Da hätte man schon einschreiten müssen!!! Wieso muss man dort noch den Einlass verengen?Augenzeugin filmte Panik bei Loveparade | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/augenzeugin-filmte-panik-bei-loveparade-id3280002.html#plx1343044409

14:17 Uhr – Eintrag:

„Sanistation musste bereits 2x versetzt werden. FEL (Feuerwehreinsatzleitung) bittet, die Stationen abzugittern.“

14:18 Uhrkdher nähert sich langsam der Vereinzelungsanlage. Blick zurück in die Menge. Eintrag:

„Truck D’dorfer Str. und Lounge Böninger Park sollen durch entsprechend laute Musik Publikum binden. Begleitend Lautsprecherdurchsagen.“

isstillnogud, der am Nachmittag dort unterwegs war, meint:

„(..) Hat mich hier schon überrascht, dass der Kantpark abgesperrt war. So wollte man also verhindern, dass der zugepisst wird. Als Ortskundige sind wir dann Kremerstrasse, Musfeldstrasse und durch den Böniger Park. Fest davon überzeugt, dass spätestens hier ne Bühne mit Musik ist, wo man abfeiern kann, warten bis man wieder auf das Hauptgelände darf. War aber nichts, das riesen Teil war gähnend leer. (..)“

Armin, der so gegen 15:00 Uhr im Böninger Park war, berichtet folgendes:

„Kurz darauf erreichen wir einen kleinen Park. Überall sitzen Leute auf dem Rasen und feiern zu lauter Technomusik die aus Lautsprechern dröhnt. Wir gehen weiter und nach ca. 300 Metern erreichen wir endlich die Düsseldorfer Str. die schon ziemlich voll ist.“

Mchrobok auf RPonline:

„Kurz hinter der Tiergartenstraße konnte man an den Toiletten in den Park kommen. Hier hörten wir die erste Musik aus einer kleinen Privatbox und blieben, das rette uns das Leben. Auf der Route durch die Stadt gab es keine Bühnen mit Musik (bis auf den Ambulance-Truck, Anm. v. Daphne) womit man die Leute wirklich vereinzelt hätte. Die triste vergitterte Strecke mit den immerwieder auftauchenden Polizeisperren sorgte dafür das die Masse immer nachdrücklicher versuchte zum Gelände zu kommen. Tausende sagten sinngemäß: “Ich will Party machen, ich will zur Musik“. Die Polizeisperren und die fehlen Alternativen auf der Route sorgten letztendlich für den enormen Druck der Leute auf das Gelände zu kommen.

Zum Thema alternative Bühnen behauptet Yena Kisla, Betreiber des Warehouse in Köln:

„(..) Zwischen der Stadt und der anwesenden Polizei kam es über den gesamten Tag immer wieder zu Streitigkeiten bezüglich der Organisation und den aufgestellten Barrieren. (..) Wie wir gegen Abend erfahren haben, wollte die Stadt mehr Bühnen um das Gelände aufbauen, um die Leute die sowieso nicht auf das Gelände gepasst hätten, zu animieren. Dies hat die Polizei nach Angaben der Stadt jedoch kompromisslos abgelehnt. (..)“

14:19 Uhr – kdher in der Menge.

14:20 Uhrkdher am Eingang Karl-Lehr-Str.

14:21 Uhrkdher rückt auf und beobachtet dann, wie Ordner an der Kontrolle ihrer Arbeit nachgehen, genau wie ein TV-Team. Klaus67 hat die Kreuzung erreicht und wartet …

„Wir kamen mit der U79 aus Richtung Düsseldorf, dann die letzten zwei Haltestellen zu Fuß, und erreichten um 14:20 den Westeingang an der Karl-Jarres-Str. Dort staute sich die Menge auf der Kreuzung und bewegte sich kaum, so daß wir erst einmal warteten, ob es irgendwann vorwärts geht.“

14:22 Uhrwuselfuzz beobachtet Besucher auf den Haltestellenhäuschen. In der Menge sind auch die Begleiter von partykrash zu sehen. kdher ist nach ca. 44 Minuten Warterei auf dem Weg in den Tunnel. Mac_Moltie kommt am überfüllten Westteil des Hbf an.

14:23 Uhr – der Blick zurück zeigt, wieviele Besucher noch nachkommen.

14:24 Uhr – P!ng0 verlässt den Hbf.

14:25 UhrP!ng0 hat den Hbf verlassen; in einem Forum berichtet er:

„(..) nach 8 stunden unterwegssein kam man an. die route zur parade war lang und ohne einkaufsläden, dafür aber mit „kartell-getränkeverkäufern“ und illegalen getränkeshops. 3 euro für nen halben liter wasser von edeka (der grade mal 19 cent kosten denke ich) ist extrem. kaufen musste ich trotzdem. (..)“

14:28 Uhr – Anstehen an den Dixis. Aus dem Bahnhof strömen die Massen.

ca. 14:29 Uhr – etwa zu dieser Zeit filmt CologneTina im heftigen Gedrängel um einen durch die Menge fahrenden Polizeiwagen, auch ein Beamter ist zu sehen.

ca. 14:30 Uhr – DJV92 an der Vorsperre an der Düsseldorfer Str. nördlich der Kreuzung Mercatorstr. Zwei weitere Sperren sollen noch folgen:

„Bis wir an der Loveparade ankamen mussten wir noch zwei mal warten (die Polizei hatte Blockaden errichtet) bis uns die Polizei durch den Tunnel gelassen hatte.“

Auch Muckteneenergie filmt an dieser Vorsperre. Die Polizei bittet darum, nicht zu drängeln. Honke berichtet:

„(..) schon hier kam es nach wenigen Minuten zu einer kurzen aber heftigen Prügelei. Sicherlich nicht beispielhaft für die Gesamtstimmung, aber doch ein Zeichen dafür, wie schnell die Atmosphäre kippen kann. Ich kehrte erst mal um. Später wollte ich dann noch einmal versuchen, das Gelände zu erreichen, doch dazu kam es nicht mehr. (..)“

Kreuzung Karl-Lehr-Str.: eine Polizistin steht im Baum & filmt das Geschehen. Tobias berichtet:

„Wir waren gegen halb drei dort und sind da schon nur bis zur Ecke vor dem Tunnel gekommen. Es ging nicht mehr voran und die Massen drückten schon da in Richtung Tunnel. Nachdem die Polizei eine Durchsage machte, dass es nicht weiter geht drückten immer mehr Leute von hinten, während andere dabei waren die U-Bahn Station auseinander zunehmen. Gefühlt waren an dieser Ecke schon 100.000 die in den Tunnel wollten.“

Maso berichtet:

„Wir waren um 14:30 h 100 m vor dem Tunnel, es war kein Weiterkommen möglich, wir sind dann über Nebenstraßen in die City, haben dort am Freidrich-Wilhelm-Platz beim DJ gestanden, mit tausend anderen gefeiert, alles ruhig geblieben. ZUm 18:00 hzu Hause vom Desaster gehört. Gut dass wir uns nicht auf den Platz durchgewühlt haben.“

Carsten Walter will Unterstützung von der Polizei anfordern, erreicht den Polizeiführer wegen angeblicher Netzüberlastung jedoch erst ca. 45 Minuten später:

„(..) es wurde immer voller. Wir mussten nun handeln. Ich brauchte, den Absprachen gemäß, nun die Unterstützung der Polizei. Ich brauchte den zuständigen Polizeiführer, und zwar ganz schnell. Nur der hätte entscheiden können, das Gelände endgültig abzuriegeln. Das war gegen 14.30 Uhr. Wir haben beide versucht, den Polizeiführer irgendwie zu erreichen. Ich über die Leitstelle der Security, der Verbindungsbeamte übers Handy.“

Den Absprachen gemäß hätte Herr Walter bzw der Veranstalter eine Telefonkonferenz einberufen müssen, doch lt Spiegel online weiß er wohl nichts von dieser Möglichkeit? Rponline berichtet im Mai 2011:

„(..) Der Mitarbeiter soll schon im Vorfeld im Unklaren darüber gelassen worden sein, unter welchen Voraussetzungen er überhaupt entscheiden durfte, zum Beispiel die Eingänge dicht zu machen. Es könnte auch sein, dass er niemals etwas von einem Sicherheitskonzept erfahren hat. Angeblich soll sein Versuch, kurz vor dem Unglück die Leitstelle für die Situation zu sensibilisieren, abgewiesen worden sein. (..) Der (..) Sicherheitskoordinator war aber angeblich vorab nie etwa in Notfallszenarien involviert. (..)“

Auch die Frage, warum Herr Walter scheinbar keinen Kontakt zu Lutz Wagner, dem Leiter des Ordnerdienstes, sucht, bleibt offen. Und – warum wird nach Kenntnisnahme von Walters Hilfeersuchen gegen 15:16 Uhr seitens der Polizei keine TK einberufen?

14:31 Uhrmiguel18786 freut sich, dass er 20 cm aufrücken konnte…

14:32 Uhr – Bettina beobachtet Besucher auf dem Haltestellenhäuschen und der WDR Liveticker meldet:

„Durchsage der Polizei am Nordausgang des Duisburger Hauptbahnhofs: „Da der Einlass am Veranstaltungsgelände etwas schleppend ist, bitten wir Sie, sich in diesem Bereich etwas länger aufzuhalten, vielleicht die Veranstaltungsbühnen zu besuchen, und sich erst in einer halben Stunde zum Gelände zu begeben.“

14:33 UhrKruessTV filmt an der Friedrich-Wilhelm-/Ecke Düsseldorfer Str. ebenfalls enorme Besucherzuströme. Polizeifunk:

Thomas 220 an Jupiter 02
„Anfrage, wann machen wir die Sperre wieder auf?“
„Ich kann dich nicht aufnehmen. Wer macht wieder auf?“
„Thomas 220 mit Anfrage, wann sollen wir die Sperre wieder öffnen?“
„Ja, das ist gut (…unverständlich) werden für circa 5000 Teilnehmer.“
„Ich habe sie empfangen, wir öffnen für 5000.“
„Ja, ist verstanden.“

Foto von Bettina an der Haltestelle Karl-Jarres-Str. Globalplayer123 steckt in der Menge fest… „Voll war es!!“

„Wir haben an dieser kreuzung schon ne halbe stunde fürs abbiegen gebraucht-noch 10 minuten länger in der menge und ich hätte auch raus gewollt. hinter der vereinzelung gings wieder besser bis zum ende der rampe – das gelände war voll- keine orientierungshilfen nix- man sah nur menschen-wie gross das gelände wirklich war habe ich erst um 19:00 gesehen nachdem man endlich rauskam durch die notausgänge.“

ca. 14:35 UhrNiksDaarVan wartet.

14:36 Uhr – Bettina beobachtet einen RTW des DRK an der Haltestelle Karl-Jarres-Str., ebenso etwa zu dieser Zeit Blogger MeinKöln.

14:37 UhrDerWesten tickert:

Der Pressestab im Hoist-Hochhaus meldet eine Wartezeit von 45 Minuten vor dem Eingang des Festivalgeländes. Das Gelände könne aber noch „jede Menge Besucher aufnehmen“.“

Kurz vor der Kreuzung suchen Besucher einen Ausgang entlang der -von genervt wirkenden Polizisten der 10. BPH Wuppertal- bewachten Zäune.

ca. 14:38 Uhr – Polizeifunk:

Thomas 220 an Jupiter 02
„Thomas 220 hat die Sperre wieder errichten können.“
„Ich konnte nur das Wort Sperre verstehen, kommen.“
„Sperre wieder errichtet, kommen.“
„Sperre wieder errichtet. Ist verstanden.“

Bettina in der Menge. daweedms hat die Schleuse passiert und läuft an zwei Polizeibullis vorbei.

14:39 Uhr – Blick Richtung Haltestelle mit RTW. Bettina an der Sanistation Ecke Karl-Jarres-Str. Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 14/07 an Jupiter 01
„Die Einlassstelle West soll laut ..äh.. Ordnern gleich zugemacht werden, weil das Veranstaltungsgelände zu voll ist. Ist das korrekt? Können Sie da mal über Hubschrauber hier aufklären, ob das so passt?“
„Fragen nach“.
(..)

ca. 14:40 Uhr Einsatztagebuch, Meldung an die Leitstelle:

„Der Westteil des HBF ist total überfüllt. Ankommende Gäste werden vorläufig über den Ostteil aus dem Hbf geführt.“

Foto von Marcus.

14:41 Uhrborisengin an einem Haltestellenhäuschen. Die Polizei macht darauf aufmerksam, dass die Dächer nur eine begrenzte Tragkraft haben und bittet, hinunterzukommen. Ein (vermutlich Essener) Funkstreifenwagen schiebt sich von Norden durch das Gewühl. Etwa zur gleichen Zeit beobachtet auch Fastlane019 das Geschehen.

14:42 UhrAlan am Westteil des Hbf. Bei Uwe G. auf der D’dorfer Str. hat sich ein Rückstau gebildet. Die Menschenmasse an der Kreuzung zum Tunnel. Die Wartenden stehen immer enger zusammen.

14:43 Uhr – BuerTristan beobachtet die im Westteil des Bahnhofes ankommenden Besucherströme.

„Am Hauptbahnhof, man kann sehen, das viele Leute gekommen sind und das die Schlange kein Ende nimmt.“

Party in der Friedrich-Wilhelm-Str. am Ambulance-Truck, der nun auf Höhe der Wallstr. steht. Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 17/07 an Jupiter 02
„Und gleichzeitg brauchen wir direkt nochn Sani zu dieser Vereinzelungsanlage Karl-Lehr-Straße, ebenfalls dringend. Unser 10 (HuFÜ) regt an, dass sich Sanis jetzt mal hier auf der Strecke verteilen. Wir finden hier keinen einzigen.“
„Ja, ist verstanden.“
„02 noch mal für 17/07 und zur Kenntnis, die Vorsperre ist jetzt aktiviert.“
„Ja, ist auch verstanden.“

14:44 Uhr – Polizeifunk

Jupiter 01 an Jupiter 01/10:
„Ne Info aus dem EA Raumschutz West, soeben durch telefonischen Kontakt mitgeteilt. Im westlichen Bereich ..äh.. im Moment großer Druck ..äh.. Zäune, Vorsperren werden versucht einzureißen. Im Moment ..äh.. beginnt oder wird nur aus dem Bahnhof über die östliche Route auf das Veranstaltungsgelände zugeführt. Die Westroute ist im Moment durch Kräfte Abteilungsführung Wuppertal komplett gesperrt.“

Lt Protokoll Szenarienworkshop soll bei einer Überfüllung der Westroute jedoch keine Ableitung in den Osten erfolgen, sondern in die Innenstadt..!

14:45 Uhr – ausgelassene Stimmung auf der D’dorfer Str. nördlich der Mercatorstr. Situation an der Kreuzung Düsseldorfer/Mercatorstr. ZULUrapKING2010 filmt an der Kreuzung Karl-Lehr-Str.

14:46 Uhr ebenso 1853toni. Peter Truhlar ist nun zurück in der Karl-Lehr-Str. Im Hintergrund der DRK-RTW, der um 14:39 Uhr den Tunnel verließ. Funkmitschnitt Polizei, Beamte an der Sperre D’dorfer/Mercatorstr. beklagen das Durchfahren von RTW:

Jupiter 17/07 an Jupiter 02
„Ich weiß, ich bin nervig aber mahnt bitte noch mal beim DRK und der Feuerwehr an. Die schicken hier ständig Kräfte durch den hinteren Bereich von uns durch, die mit Blaulicht versuchen durchzufahren, dat ist unmöglich.“
„Zuletzt das „unmöglich“ kam wieder klar und deutlich an, aber was schicken die DRK und Rettungskräfte woher?“
„EB, der DRK und Feuerwehr RTW’s über die Düsseldorfer Straße durch die Menschenmengen zu verletzten Personen, dat ist unmöglich, die durchfahren zu lassen, also Längsrichtung Düsseldorfer/Mercatorstraße, die fahren ständig rein, wir können, wir können da nicht gewährleisten, die da vernünftig durchzuschleusen“
„Ja, ist verstanden.“

14:47 Uhr – Funkmitschnitt:

Jupiter 17/41 an Jupiter 17/07
„Vom Veranstaltungsgelände sollen durch die Kreuzung Karl-Lehr-Straße/Düsseldorfer Straße Rettungsfahrzeuge fahren. Gib bitte der Feuerwehr Kenntnis, das ist eigentlich unmöglich. Die müssen sich einen anderen Rettungsweg ausdenken.“
„Ja 17/41, ich kann das von hier aus nicht abstellen. Wir haben das ungefähr 10mal angemahnt über unsere Befehlsstelle. Die Pläne sind bekannt. Es ist vorbesprochen. Wenn sich da irgendein Einzelner nicht dran hält, ich kann das von hier aus nicht abstellen.“
„Ja hier läuft jetzt ein Krankenwagen auf, der mit Sonderrechten durch die Menge will. Das ist unmöglich, den krieg ich da nicht durch.“

14:48 Uhr – Bettina am Rande des Böninger Parks an der D’dorfer Str.

14:50 Uhr – Meldung:

„Düsseldorfer-/Ecke Karl-Jarres-Str. große Menschenansammlungen (Stau, stehend) z.Z. kein Zulauf zum Veranstaltungsgelände möglich.“

14:51 Uhr – M. Moreen an der Ecke Karl-Jarres-/D’dorfer Str.: „Ab hier ging nix mehr…“ Etwa zur gleichen Zeit filmt auch 1Thore1973 die Menge auf der Kreuzung.

14:52 Uhr – wuselfuzz beobachtet einen Polizisten mit Kamera. Auf xtranews berichtet er:

„Die Stimmung in der Masse heizte sich weiter auf, weil von hinten immer noch Leute nachströmten und teilweise versuchten, mit massivem Druck den unsinnigen künstlichen Engpass zu sprengen. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits versucht, die 110 anzuwählen und vor einer Massenpanik zu warnen. Aber es standen ja zahlreiche Beamte herum und gafften und fotografierten über die Zäune – Wie Besucher im Zoo….“

Gedc wartet in der Menge.

14:53 Uhrebenso. Sanis vom DRK an der UHS. klaus67 mit Polizeiauto:

„Eine halbe Stunde später war keine wesentliche Veränderung erkennbar. Wir hielten uns am Rand der Menge auf und sahen über die Köpfe hinweg, daß scheinbar die gesamten Länge der Düsseldorfer Str nördlich der Karl-Lehr-Str von einer Menschenmenge gefüllt war.“

Funkspruch Polizei, EA/RS W an SB11 EA/RS W:

EA/F regt an, keine weiteren Züge nach DU rein zu lassen. Wird im FÜST erörtert, allerdings ist Gelände noch nicht ausgelastet.“
Sperre Mercatorstraße ist eingerichtet. Kein weiterer Kräftebedarf. Zu bayerischen Kräften steht der Kontakt, diese sind bereits verpflegt und so motiviert, dass sie schon jetzt einsatzklar wären. Kräfte werden verlagert und kümmern sich um BAB (Bundesautobahn).

14:54 Uhr – harald beobachtet, wie eine Reiterstaffel angetrabt kommt.

14:55 UhrPferd am Bratwurst-Grill

14:56 Uhr – noch mehr Polizei

14:57 UhrTristan wartet an der Kreuzung vor dem Tunnel. Polizeifunk:

Jupiter 17/10 an Jupiter 17/31
„Wie ist jetzt die Situation an den Einlasskontrollen?“
„Ich stehe hier persönlich, das geht zügiger aber ist immer noch komplett voll hier.“
„Also ein bisschen abnehmende Tendenz?“
„Also da würde ich mal nein sagen. Das geht zwar hier vorne flüssig durch, aber der Stau, der steht. Und nach vorne wird es natürlich auch immer voller.“

14:58 Uhr – Choke1972 filmt an der abgesperrten Kreuzung D’dorfer/Mercatorstr.. Hier im Blog berichtet er:

„So habe ich es wahrgenommen:
Die Sperre an der Kreuzung Düsseldorfer-Str/Mercator-Str. wurde erst aufgemacht, als es nicht mehr anders ging. Die Sperre wurde komplett aufgemacht und es sind alle auf ganzer Strassenbreite entsprechend losgelaufen. Mein Bekannter und ich standen recht weit vorne an der Sperre und haben uns etwas von der Menge schnellen Schrittes abgesetzt. Das erwies sich als nutzlos, denn vor der Karl-Lehr-Strasse stiessen wir auf die nächste und auch (für mich) letzte Sperre. Wir waren nicht die ersten dort. Hier war es ebenfalls recht voll und es dauerte nicht lange bis schliesslich die Masse hinter uns aufschloss. Auch hier das gleiche Spiel. Es wurde so lange gewartet, bis auch hier ein gewisser Schwellenwert erreicht war. So nahm ich dies zumindest wahr. Letztendlich wurde auch diese Sperre geöffnet und wir setzten uns schnellen Schrittes so gut es ging ein weiteres Mal von der Masse ab. Die Stimmung war bis hierhin zwar immer noch gut; es gab aber einige, die sichtlich genervt waren, immer wieder auf Sperren zu stossen. Diese wirklich große Menge Menschen erreichte nun die Vereinzelungsanlagen.“

Lt. Einsatztagebuch wurde von der Polizei eine Vorsperre an der Karl-Jarres-/Düsseldorfer Str. eingerichtet. shufflefee88 beobachtet, wie ein Polizeibulli mit Sirene durch die Menge vorm Tunnel fährt. Tristan beobachtet die Polizistin im Baum und zoomt dann in die Menge, in der etwa zur selben Zeit auch patrick s und seine Freunde ausharren. Nachdem harald ca. 1 Std geduldig gewartet hat, beschließt er zu gehen.
RA Berstermann berichtet im Auftrag der Stadt Duisburg am 02.09.2010 vor dem Innenausschuss:

„Die erste Telefonkonferenz (..) hat kurz vor 15 Uhr begonnen. Dort wurde von dem leitenden Polizeibeamten um 14:58 Uhr ausgeführt, der Hubschrauber habe eine Auslastung des Geländes von einem Drittel gemeldet. Ansonsten hat man hier erkannt, dass es einen gewissen Druck auf den Westeingang gibt. Die Polizei hat erklärt, sie habe eine Vorsperre auf der Mercatorstr. eingerichtet. Im Übrigen klingt die Telefonkonferenz dann nicht weiter dramatisch.“

Einen gewissen Druck..? Um 15:00 Uhr liegt die Auslastung von Sektor W-3 laut diesem Dokument bereits bei 90% (Polizei meldet 80%, Stadt 100%)! Aus diesem Grund wurde ja wohl überhaupt eine TK einberufen!? Zu den konkreten Modalitäten siehe Ergebnisprotokoll des Szenarienworkshops vom 20.07.2010.

14:59 Uhr – Situation an der Kreuzung zum Tunnel. Links steht ein RTW.

ca. 15:00 Uhr – der WDR berichtet live vom Bahnhof; die Zuwege zum Gelände sind verstopft, Besucher sollen sich nicht direkt dorthin bewegen. Die Sperre D’dorfer/Mercatorstr. wird etwa zu diesem Zeitpunkt wieder geöffnet. Jolie (nicht „unsere“ Jolie! ) meint:

„Als wir noch nicht auf dem Gelände waren, so gegen 15 Uhr, hat zu uns eine Polizistin gesagt, dass der Platz eigentlich viel zu gering ist und dass man nicht mehr reingehen sollte. Aber wenn man extra nach Duisburg fährt, will man natürlich nicht gleich wieder zurückfahren.“

PartyBouncer in der Menge vorm Tunnel. Eine Sirene ist zu hören, die Polizei macht Durchsagen. TekHouzer vor dem Einlass. Norbert ist etwa um diese Zeit kurz vor der Vereinzelung. Andreas Pape berichtet:

„Bereits ab 15 Uhr wurden die nach wie vor zuströmenden Gäste nur noch „schwungweise“ auf das Gelände gelassen, weswegen es zumindest auf dem westlichen Zuweg einen Rückstau bis zur Mercatorstraße gab. Viele Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt bereits die Hoffnung aufgegeben, auf das Gelände zu gelangen und füllten alle Nebenstraßen im Dellviertel, dabei waren häufig lautstarke Unmutsäußerungen zu hören wie „Sch*** Veranstalter“ oder „Ich hab‘ nich‘ mal einen float gesehen …““

Funkmitschnitte Polizei:

Jupiter 17/31 an Jupiter 17/10
„Also ich bin den Bereich jetzt noch mal zurückgelaufen. Von vorne, von der Sperre, bis jetzt an unsere Sperre. Äh, ich sag mal, das hat sich nicht wirklich entspannt.“
„Ja richtig. Es wird jetzt auch langsam darüber nachgedacht, keine Züge mehr nach Duisburg fahren zu lassen, weil der Veranstaltungsbereich ist wohl 70% gefüllt.“
„Ich will ja nichts sagen, aber ich glaube, das war absehbar.“

Jupiter 17/41 an Jupiter 17/07
„Wir kriegen gerade von der Security mitgeteilt, dass hinter den Vereinzelungsanlagen da wohl irgendwelche Leute versuchen, parallel zur A59 irgendwelche Absperrungen versuchen zu überwinden. Die kriegen das nicht gebacken.“
„Ich schick dann den 45 hin. Das heißt, hinter den Vereinzelungsanlagen, also schon im Bereich des Inneren richtig?“
„Die versuchen aus dem äußeren Bereich über den Zaun in den inneren zu kommen.“
„Dann bleib du hier, wir geben das weiter nach Bielefeld, innerer Bereich.“

15:01 Uhr – P!ng0 ist am Ambulance-Truck angekommen. Ufftatabummbumm filmt die Massen vor dem Tunnel von einem Schild aus: „Oh mein Gott…“. Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 14/07 an Jupiter 01
„Zur Kenntnis. Am Eingang West Durchlass zur Zeit 500 bis 600 Personen pro Minute. Befüllungsgrad 80%. (..)“

15:02 Uhr – Bettina auf der D’dorfer Str.

15:03 Uhr – gedc wartet… Eintrag Ordnungsamt:

“Mitteilung, dass TK (Telefonkonferenz, siehe 14:58 Uhr) stattgefunden hat und inzwischen die Anreisenden aus dem Bereich Essen/Oberhausen auch über Oststrecke geführt werden.”

ca. 15:04 Uhr – Lea beobachtet einen Ampelkletterer.

15:05 Uhr – Sabi ist an der Vereinzelungsanlage angekommen und Michal weilt in der Karl-Jarres-Str. Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 17/41 an Jupiter 17/07
„(…unverständlich) Richtung LauKw (Lautsprecherkraftwagen) und in Richtung unserer Kräfte.“
„17/41 du bist unterbrochen worden. Wiederhol mal.“
Die ersten vereinzelten Flaschen- und Dosenwürfe in Richtung LauKw und in Richtung unserer Kräfte.“
„Ja, habe ich soweit verstanden. Ich denke nicht zuordbar, richtig?“
„Da kann man beim besten Willen überhaupt keinen rausnehmen oder erkennen.“
„Gibt es einen besonderen Grund dafür?“
„Ja, ich denke mal, so langsam wird die Laune so ein bisschen umschlagen.“
„Ja, hab ich.“

Auswertung Kriminalhauptkommissar K.:
„Erste Flaschenwürfe auf Einsatzkräfte und Fahrzeuge, weil es an der Vereinzelungsanlage West nicht weitergeht.“

ca. 15:06 Uhr – kusnf filmt, wie RTW langsam durch die Menge fahren. Die Polizei fordert auf, Platz zu machen. Einige Besucher sind schon leicht angetrunken… auch sp00n79 filmt die RTW.

15:07 Uhr – RTW und Sanitäter auf der Kreuzung.

15:08 Uhr – Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 14/07 an Jupiter 01
„Und als Ergänzung: Die Einlassstelle West wurde soeben geschlossen wegen zu großem Andrang oder zu großem Befüllungsgrad.“
„Ja, verstanden.“

15:09 UhrSanis auf der D’dorfer Str. In der Karl-Lehr-Str. bewegt sich ein Polizist mit Kamera Richtung Tunnel.

15:10 Uhr – Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 17/31 an Jupiter 17/07
„Ich habe hier gerade Rücksprache gehalten mit so’nem Sicherheitstyp. Die können jetzt teilweise (…unverständlich) 15 Minuten (…unverständlich) wollen wir 5 Minuten mal zumachen, um das hier besser abzulassen. Ich habe ihm gesagt, dass das nicht positiv, weil das natürlich weiterhin verstopft. (…unverständlich) Die werden jetzt erstmal warten.“
„Wo bist du? Wir müssen uns mal treffen. Dein Funk ist grauenhaft.“

Bettina kurz vor der abgesperrten Kreuzung D’dorfer/Mercatorstr

15:11 Uhr – … mit Kamerateam. Ein Posten des Ordnungsamts meldet zur Lage an der Karl-Jarres-/Ecke Düsseldorfer Str.: „Menschenstaus, erhöhtes Aufkommen an Notarztwagen und Polizei im Einsatz.“ Blue89 wartet an der Kreuzung zum Tunnel. Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 17/31 an Jupiter 17/07
„Irgendwelche, ich sag mal, Mitarbeiter der Lopavent, die werden hier die Zaunanlage bzw. die Vereinzelung noch mal sperren und zumachen. Wir haben jetzt aber erzählt, dass das so nicht sein kann. Wir müssen hier den Druck raus nehmen, damit wieder der Kreuzungsbereich leer laufen kann. Die scheinen sich daran zu halten.“
„Angeblich müssen die zu machen, weil im vorderen Bereich zu viel Leute waren.“
„Jetzt bleibt es auf, richtig?“
„Ja (…unverständlich) bleibt auf und ich habe ein Auge darauf.“

15:12 Uhr – harald wird auf dem Rückweg an der Polizeisperre Düsseldorfer Str./Mercatorstr. aufgehalten und beobachtet das Geschehen:

Alle 20 Minuten ließ man die nächsten Zehntausend durch„.

Auch ein TV-Team filmt etwa zur gleichen Zeit. Bettina meint, dass die Sperre überrannt wird:

„Auf einmal schrien die Raver hinter der Absperrung „Endlich, jetzt geht’s los…“, sie haben die Absperrung überwunden.“

Klaus67, der noch immer an der Kreuzung zum Tunnel wartet, berichtet:

„Vor dem Eingang stand rechts ein Lautsprecherwagen der Polizei. Es gab einige Durchsagen mit der Bitte zu warten, bis es weiter geht, und nicht zu drängeln weil am Zaun (am Eingang) zuviel Druck sei. Rechts vom Lautsprecherwagen hinter dem Zaun, war eine Polizistin in einer Baumgabel, ca. 1-2 m über dem Boden, und filmte von dort aus mit einer Handkamera die Menge.“

15:13 Uhr – Bettina beobachtet die Öffnung der Sperre:

„Polizei konnte die aufgebrachte Raver nicht aufhalten. Dieser netter Polizist nahm uns in Schutz als die Absperrung brach.“

Auch Kommentator(in) Paradeengel meint, dass die Sperre an der Kreuzung überrannt wird, was dann so oder ähnlich wie bei BATathMAN ausgesehen hat – „human flood„:

„Ich hatte das Gelände bereits gegen 15h verlassen und dabei mit Schrecken festgestellt, dass der Zugang auch der Ausgang ist. An der Straßensperre Düsseldorfer Str. Ecke Kremerstr. (& Mercatorstr.) standen einzelne Polizeibeamte hinter einer Absperrung. Tausende wollten dort durch und drückten von hinten alle Menschen vor die Absperrung. Dann durchbrach die Masse die Absperrung. Die Polizei, etliche andere Teilnehmer und ich konnten sich nur durch einen Sprung zur Seite vor der Menge in Sicherheit bringen. Das war der Anfang vom Ende. Die Massen drückten weiter auf die Menschenmenge die bereits am Eingang zur Karl Lehr Str. eingepfercht zwischen Gittern standen.“

Bericht auf DerWesten:

„Mit welchem Andrang die Polizei schon auf den beiden Strecken, die zum Veranstaltungsgelände führten, zu kämpfen hatte, schilderte Dirk Rosenberger von Red Rose Records am Sonnenwall, der auf dem Gelände der Tankstelle an der Düsseldorfer Straße einen Stand hatte und CD’s verkaufte: „Vormittags lief das alles ganz geregelt ab. Eine Stunde lang kamen Leute und wurden durchgelassen, dann wurde von der Polizei erst einmal wieder gesperrt. Irgendwann wurden dann die Sperren niedergetrampelt. Die Polizei versuchte zunächst, mit Hilfe eines großen Busses den Strom der Menschen aufzuhalten.“ Das habe aber auch nicht lange funktioniert. „Dann wurde die Reiterstaffel geholt.“ Die Polizeibeamten hätten sich mit den Pferden in die Menschenmasse gestellt, um damit zu erreichen, dass sich hinter ihnen die Situation wieder etwas entspannten. „Das klappte aber auch nur für eine halbe Stunde.“ Seinen Beobachtungen an der Strecke nach waren die Menschen, die zur Loveparade wollten, zum Teil an dieser Stelle schon „fix und fertig“.“

Nadine & Björn berichten (Uhrzeit nicht bekannt):

„(..) Was wir einfach nicht verstehen warum man uns so eingesperrt hat, das fing ja schon ca. 1km vor dem Tunnel an einer Kreuzung an, weil man dort die Leute nacheinander durchlassen wollte, wir waren dort mittendrin und dort ist irgendwann die Stimmung gekippt und die Leute haben versucht die Absperrung nieder zu machen. Irgendwann haben die Polizei und Security die Absperrung aufgehoben und alles ist nur noch reingestürmt. (..)“

Michal T schiebt sich weiter Richtung Karl-Lehr-Str. Lt. Polizeiinspekteur Dieter Wehe gibt es Probleme mit der Funkverbindung:

„Um 15:13 Uhr fiel der 4-Meter-Kanal wegen eines defekten Relais aus. Um 15:45 Uhr war die Störung durch Austausch eines Relais behoben.“

Zitat Polizeibericht:

„Der (..) dargestellte Relaisausfall war das gravierendste Funkproblem am Einsatztag. Von dem Relaisausfall war nur der Einsatzabschnitt Raumschutz West betroffen. Er hatte keine Auswirkungen auf die anderen Einsatzabschnitte. Dem betroffenen Einsatzabschnitt stand während der gesamten Zeit des Ausfalles – und zusätzlich zur ebenfalls genutzten Kommunikationsmöglichkeit via Handy – ein 2-Meter-Relaiskanal zur Verfügung. Mit Beginn der Umsetzung der Maßnahmen zur Unterstützung des Ordnerdienstes waren diese Probleme behoben. Hinweise über weitere Ausfälle im Funkbereich des 4-Meter-Bands liegen nicht vor.“

Die im Juli 2013 auf DerWesten veröffentlichten Funksprüche dokumentieren jedoch einen Ausfall um 16:06 Uhr – also zur kritischen Zeit!

15:14 Uhr – Bettina beobachtet den Menschenstrom Richtung Karl-Lehr-Str.:

„Das ist die Lücke an Sicherheitskonzept denn die Absperrung hätte gar nicht aufgebrochen werden dürfen. Ich vermute deshalb dass der Zulauf in die Karl-Lehr-Str. zu Massenpanik führte“

ca. 15:15 Uhr – InfectedFay berichtet:

„(..) Leider kamen wir nur bis zur Kreuzung Düsseldorfer/Kremer/Mercatorstraße, wo unser Weg dann endete. Die Polizei hatte eine erste Vollsperrung eingerichtet, ca. 1,2 km (sic > 600m!) Weg hätte noch vor uns gelegen, um in den Tunnel zu gelangen. Hier hatten wir uns bei einigen Polizisten erkundigt, wie die Aussichten seien, einen Float zu sehen oder gar zu hören, wie die Aktien auf die Öffnung der Sperre stünden. Allerdings mussten wir uns recht schnell damit abfinden, dass wir keine Chancen hätten, näher an das Festivalgelände heran zu kommen. Auch die Einsatzkräfte des THWs auf der Kremerstraße teilten uns mit, wir müssten in jedem Fall mindestens 4 (???) weiteren Sperren passieren, um zum Güterbahnhof zu gelangen. Es sei übrigens an dieser Stelle löblich zu erwähnen, jede Einsatzkraft, mit der ich sprach war geduldig, freundlich, hilfsbereit. In einem solchen Tumult auskunftsfordernder Menschen eine bemerkenswerte Leistung *Daumen hoch* Mittlerweile sagte uns ein Blick auf die Uhr 15:30 Uhr und wir gaben es auf, zu unserem eigentlichen Ziel gelangen zu wollen. (..)“

Schranzmann83 steht 600m weiter unten in der Menschenmenge mit Sirene im Hintergrund. Alle warten geduldig. Patrick s in der Menge; ebenso Michal T. & ZULUrapKING2010, der eine Dame auf dem U-bahnschild beobachtet. Auch kusnf filmt die Frau am Mast… Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 17/31 an Jupiter 17/10
„Also ich bin noch mal abgegangen jetzt. Die Situation hat sich etwas entschärft. Ich habe jetzt nur noch Rückstau, ich sag mal, im eigentlichen Kreuzungsbereich. Steht auch alles massiv. In dem Trichter natürlich auch. Und dann, ich sag mal, die 100 Meter bis zur Sperre sind relativ locker befüllt – vielleicht 30%“
„Also alles in allem leichte Entspannung?“
„Ja, das ist richtig. Aber ich würde trotzdem an den Vorsperren festhalten, damit sich die Lage im Trichter, in der Vereinzelungsanlage weiter entspannen kann.“
„Ja, wird im Augenblick auch noch nicht dran gedacht, die abzubauen.“

15:16 Uhr – etwa zu dieser Zeit filmt Shufflefee88, wie eine kollabierte Person von Sanitätern abtransportiert wird. Lt. Polizeiinspekteur Dieter Wehe erreicht der Verbindungsbeamte, der sich mit Carsten Walter im Container befindet, endlich den Abschnittsführer, welcher sich wohl gerade im Bereich der Floatstrecke befindet, vgl. hier.

15:17 Uhr – pernosco beobachtet die am Westteil des Hbf (Harry-Epstein-Platz) ankommenden Besucher. Polizeifunk:

Mars 42 (Bayern) an Jupiter 02
„Im Bereich Friedrich-Wilhelm-Straße/Portsmouthplatz – Mitteilung von der Bundespolizei, dass der Personenstrom jetzt in den östlichen Bereich weitergeleitet wird, also Durchgang zur Friedrich-Wilhelm-Straße ist jetzt gesperrt. Das Veranstaltungsgelände selbst ist jetzt mit Personen gefüllt.“
„Ja, ich habe nur den Rest mitbekommen. Friedrich- (…unverständlich) ist gesperrt und Veranstaltungsgelände ist auch zu, weil’s voll ist?“
„Richtig. Bundespolizei hat jetzt Friedrich-Wilhelm-Straße gesperrt.“
„Ablauf über östlichen Bereich Hauptbahnhof ins Veranstaltunsgelände?“
Veranstaltungsgelände selbst ist jetzt gefüllt, voll.“
„Das ist aufgenommen.“

15:18 Uhr – Thorsten J. auf der D’dorfer Str. Höhe Kantpark mit Polizei (Sachsen). PartyBouncer beobachtet in der D’dorfer Str., wie eine Menschenmasse von der Kreuzung auf ihn zugerollt kommt: „Wie ne Flut.“ Michal T rückt weiter Richtung Schleuse. Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 17/07 an Jupiter 17/41
„LauKw hat Kenntnis.“
„Ja richtig.“
„Sag mal, kannst du mir mal sagen, in eurem Bereich waren ja vorhin einige Zaunzusammenbrüche, ich sage mal Wegschiebereien, mit Verletzten. Hast du da irgendwie eine Anzahl oder war da gar keiner verletzt?“
Hier sind ein paar Leute zusammengebrochen, die wurden aber kreuz und quer raustransportiert, wo gerade Platz war. Ne genaue Anzahl kann ich dir nicht sagen, mindestens 5.“
„Stehts das im direkten Zusammenhang mit dem Zaunumwerfen?
„Wir haben hier teilweise den Zaun aufgemacht nachher, damit die Leute raus kamen.
„Frage: Habt ihr den aufgemacht, weil drinnen Verletzte waren oder hat es Verletzte gegeben, als der Zaun, sag ich mal, niedergewalzt wurde?
Nein, wir haben aufgemacht, weil drinnen Verletzte waren. Die waren kurz vor’m Zusammenklappen.“
„Ja ok. Ca. 5 Personen sind dann weggebracht worden?“
„Richtig.“

Jupiter 17/07 an Jupiter 17/31
„Hattest du irgendwelche Vorfälle im Zusammenhang, ich sag mal mit Zaun umwerfen etc.?“
„Ja, ich hatte nur gemeldet, dass wir vielfach den Zaun öffnen mussten, um die, ich sag mal, Kollabierten oder Umgefallenen da bergen zu können, und das setzt sich auch weiter fort. Das machen wir immer noch.“
„Ja hier soweit verstanden.“

Lupusbeleg:

Mehrfache Schließung der Vereinzelungsanlage West durch den Veranstalter. Die Kräfte teilen mit, dass die Vereinzelungsanlage West durch der Veranstalter geschlossen worden sei. Der EA hat nach Weisung des PF auf den Veranstalter einzuwirken, dass eine Schließung nur in Absprache mit der Polizei zu erfolgen hat.“

15:19 UhrDerWesten tickert:

„Der Raver-Strom reißt nicht ab. Die Zugangsstraßen zum Loveparade-Gelände füllten sich sehr stark, meldet Klaus-Peter Tomberg von der Stadt Duisburg, sie seien voller als noch vor ein paar Stunden: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Bude voll kriegen.““

3ds – die Stimmung an der Kreuzung zum Tunnel ist gereizt.

15:20 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 02 an Jupiter 17/07
„Ist es aus ihrer Sicht sinnvoll, von der Vorsperre Mercatorstraße weitere Leute zu euch kommen zu lassen?“
„Ja, es macht auf jeden Fall Sinn, weil die hier nervös werden, zu ihrer Veranstaltung zur (…unverständlich) Ja, ist verstanden. (…unverständlich)“

Menschen strömen weiter in Richtung Karl-Lehr-Str.. ShortTimeLover filmt südlich der Karl-Lehr-Str., jede Menge Polizei & Sanis sind vor Ort:

„Nicht nur vom Hbf kommen die Leute die Düsseldorfer Str. entlang. Auch von der entgegengesetzten Richtung kommen jede Menge. Daran hatten offensichtlich die Veranstalter nicht wirklich gedacht, obwohl die Parkplätze der MSV-Arena ausdrücklich erwähnt wurden. Auf dieser Seite der Düsseldorfer Str. stehen keine Dixi-Klos oder Zäune. Auch hier rückt nach und nahe mehr und mehr Polizei an. Noch ist die Lage einigermaßen ruhig, auch wenn die Leute schon genervt und gereizt sind. Leute laufen in die angrenzenden Wohnsiedlung (Akazienhof/Eichenhof) und Schiffen überall hin. Suchen nach einer Möglichkeit auf das Loveparade Gelände zu gelangen. Einige trampeln durch die Gärten, zerstören Zäune, doch landen sie dann auch nur vor der hohen Schallmauer der A59. Warum wurde auch dieser Bereich nicht abgesperrt? (..) Später kamen Polizisten und haben die Leute zurück gehalten, doch das haben sie nach einigerzeit wieder gelassen. Anscheinend gab es wichtigeres zu tun.“

Poff, der gegen 15:00 Uhr im Tunnel war, schildert ähnliche Eindrücke:

„(..) Die umliegenden Wohnviertel, besonders am Polizeipräsidium, waren abgesperrt, allerdings gab es immer wieder Spackos, die meinten, durch die Gärten irgendwas abkürzen zu müssen. Einige haben eine Tür an der Schallschutzwand zur A59 aufgebrochen und sind dann quer rübergelaufen, was den dort wartenden Rettungskräften kaum gepasst haben dürfte. (..)“

OSUS berichtet:

„Ich war gestern dabei bei der Loveparade, nicht aber im Tunnel zum Zeitpunkt des Unglücks, und bin – wie tausende andere – erstmal stundenlang durch Duisburg geirrt um irgendwie zum Veranstaltungsgelände zu kommen. Dabei wurden wir von (d)er Polizei hin- und hergeschickt: „Probieren Sie es doch mal da drüben, hier ist alles dicht“. Auf unsere Antwort, dass wir dort schon gewesen seinen, kam dann: „Wie wissen auch nicht, vielleicht ist dort wieder offen.“ Kein Wunder, wenn Menschenmassen aufeinander stießen und sich gegenseitig blockierten. Das alles war unübersichtlich und ich kann nichts Genaues zum Unglückshergang sagen, aber scheinbar gab es nur wenige Zugänge zum Veranstaltungsgelände, an denen sich die Leute stauten. Außerdem war immer Unklarheit, wo man noch rein konnte. An vermeintliche Eingänge Eilende stießen mit Massen zusammen, die es woanders probieren wollten. Wir sind dann durch ein Tür in der Autobahn-Lärmschutzwand reingekommen, die einige verärgerte Besucher aufgebrochen hatten. Die ganze Situation war extrem frustrierend, kein Wunder wenn Leute aggressiv wurden und sich der Frust auch in Rücksichtslosigkeit und einer „Sich durchkämpfen-Mentalität“ Bahn brach. Viele waren in überfüllten und stickigen Zügen von weit her angereist und wurden nun von einer Ecke Duisburgs in die andere geschickt. (..)“

15:21 Uhr – an der Haltestelle Karl-Jarres-Str. steht ein Polizeibulli mit Sanitätern. Anscheinend wurde jemand verletzt oder kollabierte.

15:23 Uhr – Michal T in der Karl-Lehr-Str. auf dem Weg in den Tunnel.

15:25 Uhr – TobiL beobachtet einen dunklen PKW (am Steuer ein Lopavent-Mitarbeiter?) an der Kreuzung.

15:27 Uhr – die Kreuzung D’dorfer/Mercatorstr. ist wieder abgeriegelt und es hat sich bereits wieder eine enorme Menschenmenge vor den Gittern angesammelt. Zitat Duisburger:

„(..) In den Wartezonen war genau gar nichts. keine Videoleinwand, keine Beschallung, keine Information. Nur Bier. (..)“

In einem Planungsgespäch am 12.07.2010 macht Prof. Schreckenberg deutlich, (vgl hier und hier):

„(..) Unerlässlich sei ein ständiger Informations?uss an die Besucher über Lautsprecher. Dies würde das Nachrücken von hinten weitgehend verhindern. Ferner müsse dem Besucher ein „Rahmenprogramm“ (Musik, Catering…) während der Stausituation angeboten werden.

Polizeifunk:

Jupiter 17/07 an Jupiter 02
„Wir regen noch mal dringend an, dass der Veranstalter den Zulauf zum Veranstaltungsraum schneller befüllt.“
„Ja, ist verstanden.“
„Durch diesen Stau ist einmal mittlerweile auch vermehrt Personen, die sich alle überall durchschleichen und sich so den Weg zum Veranstaltungsort suchen. Mit der Kräftelage ist es nicht möglich jedes Zaunelement zu sichern. Die Schrauben werden teilweise entfernt.“
„Ja, ist verstanden.“

15:28 Uhr – Eintrag Einsatztagebuch Ordnungsamt:

„die Sanistelle an der Karl-Jarres-Str. benötigt zehn Absperrgitter mit Fuß und Befestigung zur Absicherung.“

Bei klaus67 tut sich endlich etwas:

„Um kurz vor 15:30 schien es am Einlass etwas vorwärts zu gehen. In der Mitte der Kreuzung war die Menge weniger dicht, und wir gingen ganz links durch die Vereinzelungsanlage.“

15:29 Uhr – Grzegorz kommt am Westeil des Hbf an. Zitat bild.de:

„Aus dem Polizeihubschrauber werden 350.000 bis 500.000 Raver in der ganzen Stadt gezählt (vgl auch hier).“

ca. 15:30 Uhr – MissBeautyfullONE am Ambulance-Truck. Jens Müller legt auf. PartyBouncer beobachtet weiterhin die Lage an der noch abgesperrtenKreuzung D’dorfer/Mercatorstr.:

Keiner weiß, warum es nicht weitergeht.“

Zitat von Shredder72:

„Ich habe um ca 15:30 Uhr die Vereinzelungsanlage passiert. Eine Kontrolle fand zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht statt. Ich konnte ungehindert durch. Ordner habe ich keine gesehen. Ich vermute, dass dies etwas mit der Sperr-Strategie auf der Düsseldorfer-Strasse zu tun gehabt hat. Zu diesem Zeitpunkt habe ich nicht gewusst, dass es geplant war, hier Kontrollen durchzuführen. Ich hätte dies wahrscheinlich amüsant gefunden, da dieser Plan nie funktioniert hätte. Hätte man dies getan, wäre es wahrscheinlich bereits dort zu gefährlichen Situationen gekommen. Vermutlich wären die Vereinzelungsanlagen durch steigenden Druck einfach überrant worden und ich glaube, dass man aus diesem Grund das Kontrollieren sein liess. „

Der Polizeiabschnittsführer trifft im Container ein und Carsten Walter regt an, dass Polizeibeamte dabei helfen sollen, die Einlassschleusen zu sichern. Im Polizeibericht heißt es dazu auf Seite 20:

„(..) Außerdem vereinbarten beide, für einen Zeitraum von 10 Minuten beide Vereinzelungsanlagen (..) durch den Veranstalter zu schließen und eine Sperrkette aus Ordnern des Veranstalters unterstützt durch Polizeikräfte in der Mitte der östlichen Rampe (Hauptzugangsrampe) einzurichten, um durch diese begleitenden Maßnahmen den Druck durch nachströmende Menschen abzufangen und die Auflösung des Staus zu unterstützen. Zu dem Einrichten dieser Sperrkette mit diesem Auftrag kam es zunächst nicht (weil…?). Zu dem mit dem „Crowd-Manager“ vereinbarten Maßnahmekonzept zur Beseitigung des Zuschauerstaus vor dem Rampenkopf wurde keine Telefonschaltkonferenz durchgeführt (weil…?). Allerdings erfolgte eine Abstimmung mit der Feuerwehr.“

Laut diesem Dokument hat die Feuerwehr aber nur unter der Bedingung zugestimmt, dass „der Nachlauf in den Karl-Lehr-Tunnel durch die Polizei verhindert wird.“ Polizeirat H. in einer Zeugenvernehmung, vgl hier:

„Der Crowd-Manager schlug vor, dass seitens des Veranstalters die Vereinzelungsanlagen geschlossen werden sollten. Anschließend wollte er in der Mitte der Rampe eine Sperre aus Ordnern, unterstützt durch die Polizei, einziehen. Anschließend sollte durch Ordner die Personengruppe angesprochen und zum Verlagern in den südlichen Veranstaltungsbereich veranlasst werden.“

15:31 UhrMichael Kneffel ist auf dem Weg zum Gelände:

„(..) Vor dem Duisburger Hauptbahnhof fielen mir zuerst die vielen leeren Bier- und Schnapsflaschen auf, die überall herumlagen, danach die riesige Zahl von Polizisten, Ordnern, Feuerwehrmännern, Helfern, Sanitätern usw. Trotzdem drängte sich nicht gerade der Eindruck guter Organisation auf. Wegweiser zum Gelände der Loveparade waren schon kurz hinter dem Bahnhof nicht mehr zu finden, an diversen Absperrungen wurden zwar die Taschen nach Glasflaschen untersucht, aber so, dass sofort hinter jeder Absperrung wieder massenhaft Flaschen mit Hochprozentigem zu sehen waren. (..)“

Polizeifunk:

Jupiter 17/07 an Jupiter 17/31
„Wie sieht’s denn bei dir jetzt aus vor diesen Vereinzelungsanlagen?“
„Ja, ich sag mal das läuft jetzt hier flüssiger, und aufgrund der Tatsache, dass die Düsseldorfer hier immer noch die Sperren stehen haben, ist der Druck auch mehr und mehr genommen.“
„Aber das ist auch wichtig. Das soll so bleiben, wenn das irgendwie zu machen ist. Da wird natürlich der Druck auf diese Einfachvorsperre natürlich unheimlich groß.“
„Ich gehe jetzt noch einmal entlang bis auf diese Sperre zu und dann komme ich noch mal neu, wie die Situation aktuell jetzt ist.“
„Noch mal wiederholen.“
„Ich komme noch mal in eure Richtung zurück und komme dann aktuell. Ich weiß natürlich nicht, wie das im hinteren Teil aussieht.“

ca. 15:33 Uhr – Funkspruch Polizei:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Wir haben das Problem, dass im Bereich der Rampe sich jetzt Personen stauen.Vorschlag des Veranstalters, der sich für vernünftig anhört, ist, an den beiden Zulaufstellen Ost und West für maximal 10 Minuten zu sperren. Wenn diese Sperre eingezogen ist, würden wir mit der 15. (Polizeihundertschaft) auf halber Höhe der Rampe sperren und dann zusammen mit Kräften der 15. und dem Veranstalter die Leute Rampe rauf und dann in den Südbereich des Veranstaltungsgelände bringen. Können wir aber nur dann machen, wenn die Abschnitte Ost und West diese Sperrung mit verpacken. Bitte einmal abklären, ob wir das machen können.“
„Ja, so verstanden.“

Jupiter 20/11 an Jupiter 20/07
„Wieder Fahrzeug DRK durch unsere Sperrstelle durch die Massen. Das geht nicht. Das muss dringend nachgebessert werden.“
„Ich denke mal, in den nächsten zwei Minuten telefonieren wir eh mal wieder mit der Abteilungsführung, wir geben’s noch mal weiter.“

Jupiter 20/15 an Jupiter 20/07
„Wenn jetzt noch ein RTW hier durchfährt und wir müssen die Sperrung aufmachen, dann müssen wir, entweder lassen wir dann auf oder wir müssen mit EMS (Einsatzmehrzweckstock = Schlagstock)-Einsatz das Dingen wieder zuknüppeln. Wir kriegen’s sonst nicht hin.“
„Verstanden“.

KeEpHeAdSdOwN am Ambulance-Truck, der beginnt, seine Position Richtung Friedrich-Wilhelm-Platz zu verlagern.

15:34 Uhr – Dokumentation Polizei:

2. Bereitschaftspolizeihundertschaft (BPH Bochum)
„Zugang zum Veranstaltungsgelände stark frequentiert. Gedränge unter den Besuchern nimmt an den Vereinzelungsanlagen stark zu.“

15:35 Uhr – ungenutzte Freifläche am Dellplatz, wo lt Stadtdirektor Greulich eigentlich gefeiert werden soll..? Zitat:

„Es hat mobile Floats gegeben, es hat Ersatzbühnen gegeben, es hat, wie am Dellplatz – vielleicht kennen einige von Ihnen diesen schönen Platz in Duisburg –, Stadtteilparties gegeben – und das in einer durchaus weitsichtigen Planung und nicht, weil die Veranstalter und die ganzen Arbeitsgruppen Langeweile gehabt hätten. Das ist sehr früh mit eingeplant worden.“

Die Stimmung bei PartyBouncer wird angespannter, ein aufgebrachter Herr mit Riesen-Sonnenblume versteht nicht, warum er noch immer warten muss und wirft den Polizisten eine Glasflasche vor die Füße. Die Beamten bleiben cool. Kommentar von Nicole R.:

„Also ich stand an der Düsseldorfer Straße und habe gesehen, dass die Polizei versucht hat die Leute auf der Düsseldorfer Straße zurückzuhalten. Die Polizisten wurden von den Besucher mit Flaschen beworfen. Immer wieder hörte man auch die Durchsagen der Polizei, dass der Tunnel und das Gelände gesperrt seien. (..) Die Männer (Security) die ich gesehen habe, hatten allesamt kein Funkgerät.“

15:36 Uhr – bundphotography auf der Friedrich-Wilhelm-Str.

15:37 Uhr – witzvid filmt, wie sich der Ambulance-Truck nun auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz positioniert:

„Der Truck in der Innenstadt hat sich gerichtet, dahinter kann man eine verdammt riesige Menschenmasse erkennen, ABsoluter Wahnsinn.“

Die Sperre an der D’dorfer/Mercatorstr. wird soeben geöffnet, die Menge jubelt. Klaus67 ist nach ca. 76 Minuten Warterei endlich auf dem Weg in den Tunnel:

„Ich hatte schon bei Ankunft bemerkt, daß das mit dem Weg auf das Gelände eine ganz schwierige Sache wird, habe eine Stunde lang die Bewegungen der Menschenmenge vor dem Westeingang beobachtet bevor ich mich überhaupt reingetraut habe… Auf der Karl-Lehr-Straße kam man dann problemlos vorwärts bis zum Tunnel. Uns kamen einige Leute entgegen.“

15:38 Uhr – Blick auf die Friedrich-Wilhelm-Str. Richtung Hbf. P!ng0 auf der D’dorfer Str. Richtung Karl-Lehr-Str. Es ist sehr voll, da von der Kreuzung noch immer Besucher nachströmen. 1Thore1973 auf dem Weg in den Tunnel.

15:39 UhrKevin LIVR auf dem Rückweg Richtung D’dorfer Str.

15:40 Uhr – Peter Truhlar auf der Friedrich-Wilhelm-Str., Nähe Ambulance-Truck. Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
Vorschlag: Sperren der Vorsperren im westlichen und östlichen Bereich jetzt. Weitergabe an PF.“

Partybouncer beobachtet an der Sperre D’dorfer/Mercatorstr. das Überwinden einiger Absperrgitter:

„Die Menschen wollen unbedingt auf das LP Gelände“

Polizeifunk:

Jupiter 17/41 an Jupiter 17/07
„Ich brauche ein Saniteam Karl-Lehr Straße/Düsseldorfer Straße, innerhalb der Absperrung eine verletzte Person. Fuß durchstochen beim Überklettern des Zaunes. Konntest du mich aufnehmen?“
„Ja.“

Zitat Der Spiegel:

„Spätestens zu diesem Zeitpunkt, gegen 15.40 Uhr, so die Staatsanwälte, hätte Kuno S. als oberster Polizist der Love Parade handeln müssen: mit Verstärkungen, die er ins T-Stück (Rampe) schickt und an die Eingänge. Er hätte die Schleusen demnach sperren lassen müssen, notfalls mit aller Gewalt.“

15:41 Uhr – pernosco ist nun an der Friedrich-Wilhelm/Ecke D’dorfer Str.. Voll ist es. Dutch-Images in der D’dorfer Str. vor einer Sperre? Kevin ist auf Höhe der Vereinzelungsanlage angekommen. Der Lautsprecherwagen hat seine Position verändert. Dazu Zetto:

„Wir warteten gegen 16 Uhr an der Düsseldorfer Str. und uns war klar, dass es nicht gut gehen konnte. Besonders „genial“ ; war die Aktion der Polizei den Lautsprecherwagen gegen kurz nach (vor!) 4 hinter das leere abgesperrte Stück zu stellen, damit mehr Platz zum warten ist – nach 3 Stunden wo schon Leute da standen!!!“

Die Beamten haben wohl eher Angst um ihren schönen Lautsprecherwagen..?

15:42 Uhr – Funkmitschnitt:

Jupiter 17/41 an Jupiter 17/43
„Ja, wir haben ne Nachfrage vom Ordnungsamt. Ist das Gelände jetzt gerade abgeriegelt, also kein Zulauf mehr oder wird noch reingelassen?“
„Hör mal, ich war gerade am Fahrzeug, um unseren Sanikoffer zu holen. Kann ich dir nicht sagen, aktuell gerade noch Einlass ist. Ja, hat da irgendein Fahrzeug ’nen Überblick?“
„Der 47 sieht noch Bewegung im Eingangsbereich.“
„Ja, reicht mir.“

ca. 15:43 Uhr – Ash G steht im Gedränge vor der Karl-Lehr-Str.

15:44 Uhr DerWesten tickert:

„Der Besucherstrom von der Innenstadt Richtung Güterbahnhof reißt nicht ab. Mittlerweile sind aber rund um den Hauptbahnhof deutlich weniger Menschen unterwegs. Dafür meldet Malteser-Sprecher Kai Vogelmann einen „heftigen Rückstau auf der Düsseldorfer Straße„, die aus der City Richtung Festivalgelände führt. Der Einlass verlaufe aber „sehr kontrolliert. Die Sanitäter haben jetzt trotzdem schon mehr zu tun.““

15:45 Uhr – lt Polizeiinspekteur Wehe steht die Funkverbindung wieder.

15:46 Uhr – Lupusmeldung:

„Auskünfte an Zuschauer bezüglich Erreichen Gelände. Die Zuschauer fragen an den Sperren, ob Zulauf/Zugang überhaupt noch möglich ist. Antwort FÜST (Führungsstab): Grundsätzlich ja, es dauert jedoch sehr lange aufgrund der engen Eingangssituation.“

Bei gedc in der Menge wird es luftiger. Lt. Polizeiinspekteur Wehe am 02.09.10 vor dem Innenausschuss ordnet Carsten Walter per Funk den Security-Mitarbeitern an den Schleusen an, diese zu schließen. Funkspruch Polizei:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Wir müssen jetzt an den Zulaufstellen Ost und West an der Karl-Lehr-Straße sperren. Es ist dringend erforderlich, damit …(unverständlich) entspannen könnnen. Info jetzt an Köln und Wuppertal. Wir müssen das jetzt machen.“
„Sie waren nur abgehackt aufzunehmen, der Zulauf Ost und West muss geschlossen werden?“
„Richtig, wir wollen das jetzt so machen, Ost und West für ca. 10 Minuten schließen und dann hier auf dem Gelände … und danach geht’s weiter.“

Herr Wehe betont zusätzlich:

„(..) eine Anordnung, eine Sperre zu öffnen, hat es polizeilicherseits nicht gegeben. Im Gegenteil: Es gibt einen Funkspruch aus dem Einsatz, ob es nicht möglich ist, die Sperren zu öffnen, damit wir den Druck von der Düsseldorfer Straße kriegen. Die definitive Antwort: Nein, das ist aufgrund der Situation im Tunnel nicht möglich.“

Im Bericht des Innenministeriums heißt es lt. rp-online am 02.09.10:

„(..) Beamte hätten sich „zu den relevanten Zeiten an den Vereinzelungsanlagen“ befunden, (..) hätten aber nicht darauf hingewirkt, „dass diese von den Ordnern – wie vom Veranstalter verbindlich zugesagt – durchgehend geschlossen“ wurden. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Kommunikationsprobleme hierfür ursächlich waren“ (..)“

Kommentator Frank dagegen behauptet:

„Das was hier gesagt wird kann ich nur dementiern. Ich war als BEREICHSLEITER FÜR den Westeingang zuständig. Wir konnten nach öffenung der Schleusen gut drei Stunden die Einlässe kontrollieren. Spätestens um 15:45 bekam ich die Ansage des Einsatzleiters (Polizei) der Kreuzung Düsseldorfer Str. alle Schleusen zu öffnen. Dies hatte ich erst einmal wiedersprochen, da ich von meinem Einsatzleiter die Info bekam das die Rampe zu voll läuft und ich alle Schleusen schließen sollte. Ich war in diesem Moment befangen. Da man mir am frühen Morgen sagte das die Polizei weisungsbefugt ist. Ich kann nur sagen das es mir extrem leid tut was an diesem Tag passiert ist.“

und:

„Leider gehöre ich zu denen die ganz nah dabei waren, Ich sagte einem Poilisten das man die Westschleuse schließen muß!!! Er sagte nur – die Düsseldorfer Str, müßte frei werden und man sollte die Leute ohne Kontrolle in die Veranstaltung rein lassen. Das sind Momente die mich seit diesem Tage sehr belasten. (..)“

sowie: „Ein (anderer) betroffener Ordner schrieb am 28.07.2010 21:25

Ich finde es schade das Innenminister und Polizeiinspektor solche Aussagen tätigen.Waren sie vor Ort? Nein!!!! Am Westeingang gab es Polizisten aus der Hundertschaft Bielefeld und zirka 50 Ordner des veranstalters. das hat auch alles funktioniert. Bis zirka 15:45 Dann kam eine Anweisung eines Einsatzleiter der Polizei der für die Kreuzung Düsseldorfer Str. verantwortlich war ( Vor dem Veranstaltungsgelände ) Satz: Alle Schleusen öffnen und keine Kontrollen mehr durchführen, damit die Kreuzung wieder frei wird. Es gab einen Bereichsleiter der Ordner der dies zuerst abgelehnt hat!!! Dann wurde diesem BL ganz klar die Weisung der Polizei klar gemacht so das dieser alle Schleusen öffnen sollte. Polizei öffnete dann mit einem 19 er Schlüssel sogar die Bauzäune. !! Hauptsache Kreuzung frei und kein Druck mehr auf dem West eingang. Das ist hart, und ich werde lange brauchen, dies zu verarbeiten. Mein Beileid allen Angehörigen.“

Demnach scheint man um 15:55 Uhr die Schleuse auf Anweisung von Carsten Walter zunächst zu schließen, um sie dann um 16:01 Uhr aufgrund eines Polizeibefehls wieder zu öffnen? Oder verwechselt der BL da etwas und erinnert die Situation gegen 14:00 Uhr? Unter Berufung auf den bisher unveröffentlichten Einleitungsvermerk der Duisburger Staatsanwaltschaft vom 17. Januar 2011 zitiert Innenminister Jäger am 19.05.11 anlässlich einer Aktuellen Stunde des Landtags:

„Um 15.55 Uhr erfolgte die Schließung der Vereinzelungsanlage West aufgrund einer Anordnung des durch den Veranstalter eingesetzten Crowd-Managers, die dieser in Anwesenheit von zwei Polizeibeamten um 15.50 Uhr getroffen hatte. Die Sperrung der Vereinzelungsanlage West wurde jedoch um 16.02 Uhr durch die Ordner des Veranstalters kurzfristig wieder aufgehoben. Nach Auskunft des für die Vereinzelungsanlage Verantwortlichen des Veranstalters soll dies aufgrund einer Anordnung eines bislang nicht ermittelten Polizeibeamten zur Verringerung der Drucksituation auf der Düsseldorfer Straße geschehen sein.
Der vorerwähnte Zeuge hat den fraglichen Polizeibeamten indes nur sehr vage beschrieben. Trotz größter Anstrengungen konnte dieser Polizeibeamte bislang nicht ermittelt werden. Durch Vernehmungen der vor Ort eingesetzten Polizeibeamten und Ordner des Veranstalters konnten die Angaben zu dem vermeintlichen Polizeibeamten ebenfalls in keiner Weise belegt werden.“ Zitatende.“

15:48 Uhr – Stefan M. sichtet die Feuerwehreinsatzleitung auf der Mercatorstr. 172. An der Kreuzung Karl-Lehr-Str. beobachtet Erik fünf Polizeifahrzeuge in der Menge, ebenso Qrazy. Es scheint, als hätten die Wartenden in diesem Bereich ausreichend Platz. Funkmitschnitt:

Jupiter 01 an Jupiter 01/10
„Ja soeben von Lopavent: Beide Vereinzelungsanlagen werden sofort geschlossen.“
„Verstanden. Wichtig ist, dass das die Kollegen von der BPA2 und 3 (Wuppertal & Köln) wissen.“
„Verstanden.“

15:50 Uhr – Grzegorz auf der oberen Friedrich-Wilhelm-Str. P!ng0 wartet an einer Polizeiblockade auf der D’dorfer Str. zwischen Mercator- & Karl-Lehr-Str. (Höhe Welkerstr.).

ca. 15:51 Uhr – Funkmitschnitt:

Thomas 220 an Jupiter 02
„Unser Bereich zu 90 Prozent gefüllt, Düsseldorfer Straße, Friedrich-Wilhelm-Straße. An der Absperrung ( D’dorfer-/Mercatorstr.?) wird’s jetzt eng, wir würden gerne wieder 3000 durchlassen wollen. Kommen.“
„90 Prozent insgesamt ist verstanden.“
„Ja noch mal die Anfrage, an der Absperrung würden wir gern noch mal wieder 3000…(unverständlich) wollen. Ist das möglich?“
„Ja, ist verstanden.“

Jupiter 02 an Jupiter 17/07
„Thomas 220 würde gern noch mal die Schleusen öffnen, ist das aus Ihrer Sicht möglich?“
„Nee, auf gar keinen Fall!“
„Ja ist verstanden.“

Jupiter 02 an Thomas 220
„Thomas mit?“
„Auf gar keinen Fall?“
„Ja, ist richtig.“
„Ja, mitgehört.“

Kreuzung Karl-Lehr-Str.: Erik blickt Richtung D’dorfer Str. Es ist zwar voll, doch Gedränge scheint es nicht zu geben. Eine Absperrbake wird über die Menge hinweg gereicht, was auch von kalyciok beobachtet wird. Im Hintergrund ist das Martinshorn eines Polizeibullis zu hören. Zwischen den Haltestellenhäuschen ist ein RTW zu sehen. Zwei Besucher erklettern einen Ampelmast. Polizeifunk:

Jupiter 14/07 an Jupiter 01
„Wir benötigen einmal einen RTW oder einen Sani am Eingang West, ohne Musik und zwar 30 Meter vom Eingang eine verletzten Person, die hat die (…unverständlich) Kollegen sind noch dran und ermitteln genau erstmal den Tathergang. Leicht verletzt.“
„Ja verstanden.“
„Der hat nen Cut überm Auge.“

Lupusbeleg – Kenntnisnahme
Karl-Lehr-Straße werden beide Vereinzelungsanlagen geschlossen.“

ca. 15:53 Uhr – rsluijs filmt von oben. In der Menge bewegen sich zwei der Polizeibullis in Richtung Karl-Lehr-Str. Soll dort evtl ein Schichtwechsel stattfinden oder wurde Verstärkung angefordert? Die Polizei fordert mal wieder auf, den Weg für Einsatzfahrzeuge freizumachen. Lupusbeleg:

kein Betreff/Priorität 3
„In Absprache mit Lopavent werden beide Vereinzelungsanlagen kurzfristig geschlossen. Unter zeitweiliger Nutzung der 2. Rampe werden die Zuschauer auf das Veranstaltungsgelände geführt. Info an EA West und Ost weitergeleitet.“

Jupiter 13/07 an Jupiter 01
„Kurze Nachfrage, wir kriegen gerade ne Info von mehreren Leuten. Die wollten das Gelände verlassen, denen wurde der Ausgang verwehrt. Angeblich heißt es, der Haupteingang ist dicht, stimmt das?“
„Zurzeit ist der Hauptzugang geschlossen, das stimmt.“
„Ist das ne dauer – langfristige Maßnahme?“
„Negativ.“

ca. 15:54 Uhr Eintrag:

„Karl-Jarres-/Ecke Johanniterstr., Zugang zum Veranstaltungsgelände durch Gitter verengt.“

Einer der Kletterer sitzt noch auf der Ampel.

15:55 UhrKamera 14 zeigt, dass der Besucherzustrom in den Westtunnel plötzlich stark abnimmt und gegen 16:00 Uhr beinahe zum Erliegen kommt. Scheinbar werden Besucher nun vor der Vereinzelung aufgehalten. Lt. Polizeibericht vom 31.10.10 wird die Vereinzelungsanlage West um 15:55 Uhr geschlossen. Funkspruch:

Jupiter 20/07
„Lageinfo an die eigenen Kräfte: Beide Vereinzelungsanlagen sind soeben geschlossen worden.“

Grzegorz ist kurz vor der Kreuzung Fr.-Wilhelm/D’dorfer Str.. P!ng0 ist nun vor der Kreuzung zum Tunnel.

15:56 Uhr – Grzegorz hat die D’dorfer Str. erreicht.

15:57 Uhr – ein RTW der Feuerwehr bewegt sich von der Düsseldorfer Str. Richtung Westtunnel, bleibt aber hinter der Vereinzelungsanlage stehen, vergl. ÜK15. Evtl. kam es dadurch zur Überrennung der Schleuse, da Kamera 14 ab 16:02 Uhr zunehmende Menschenströme in den Westtunnel zeigt. Dazu ein angeblicher Augenzeuge auf Bild.de:

„Da war die Katastrophe noch vermeidbar. Doch die Absperrungen vor dem Tunnel wurden nicht gehalten, weil dort ein Rettungswagen durchfuhr und mit ihm viele Raver unkontrolliert in den Tunnel strömten.(..)”

Eine andere Möglichkeit ist die bewusste Freigabe des Zugangs durch die Polizei, denn die Lopavent-Doku behauptet, dass laut Zeugenaussagen diese zu diesem Zeitpunkt angeordnet habe, die Schleuse West zu öffnen. Dies macht Sinn, wenn man berücksichtigt, dass bereits gegen 15:30 Uhr von Herrn Walter oder der Polizei oder der Feuerwehr empfohlen wurde, die Nebenrampe nun auch als Eingang freizugeben, was dann auch ab 16:02 Uhr umgesetzt wird. Zitat Der Spiegel:

„Besucherin Amalia M(..) passierte die Schleuse am westlichen Eingang gegen 16 Uhr. Die junge Frau (..) erinnert sich, wie ein Polizist ruft: Macht die Schleusen auf und lasst die Leute durch. „Der wollte wohl, dass der Krankenwagen, der vor der Schleuse stand, Platz bekommt, um durchzufahren“, sagt sie. (..)“

Alf meint dazu:

At 16:00 they remove the gates and stop controlling.“

Und auch Besucher Tom wird auf DerWesten wiefolgt zitiert:

Um 16 Uhr hat die Polizei aus unersichtlichen Gründen die Sperre aufgelöst. Dadurch sind die Leute ungehindert in den Tunnel geströmt.“

Ähnlich äußert sich lordus:

“ (..) als die polizei dann den ersten eingang komplett öffnete und die massen durch ließ war ich verwundert. doch dann gings im tunnel los, wir kamen dort rein, die pure hitze, gedrängel von vorne und von hinten! (..)“

KoerpiRecords meint:

„Ich war dort und stand direkt bei einigen securitys. Die securitys bekamen die anweisung das gelände zu schließen was sie auch taten, jedoch hat die Polizei diese Absperrung wieder aufgerissen um noch mehr leute reinzulassen. Und ich denke viele dachten dann: moment, erst wird eine absperrung aufgestellt und dann wieder geöffnet, es können wohl nicht mehr viele rein. und darauf stürmten dann auch einige rein. Und erst dann wurde es chaotisch. (..)“

Polizeiinspekteur Wehe behauptet am 02.09.10 vor dem Innenausschuss:

„(..) eine Anordnung, eine Sperre zu öffnen, hat es polizeilicherseits nicht gegeben. Im Gegenteil: Es gibt einen Funkspruch aus dem Einsatz, ob es nicht möglich ist, die Sperren zu öffnen, damit wir den Druck von der Düsseldorfer Straße kriegen. Die definitive Antwort: Nein, das ist aufgrund der Situation im Tunnel nicht möglich.“

15:58 UhrPolizeifunk:

Jupiter 20/10 an Jupiter 20/07
7. BPH (Essen) meldet Durchbruch der Vereinzelungsanlage. Wird jetzt wieder zurück erkämpft.“
„Das machen die tapferen Bielefelder?“

Jupiter 20/07 an Jupiter 20/11
„Inoffizielle Meldung über Essen. Die Absperrung Vereinzelungsanlage sei durchbrochen worden.“
„Ja, ich höre das auch so hier.“

Jupiter 20/11 an Jupiter 20/07
„Ja, da wird der RTW, der jetzt durch die Vereinzelungsanlage fährt und die Leute quasi an den Zaun drückt, auch maßgeblich dran beteiligt sein, dass das zu dieser Eskalation führt.“
„Ja verstanden, geb ich noch mal wieder weiter.“
„Das kannst du dir jetzt sparen. Ich glaub die hören nicht drauf.“

Laut Bild.de fallen angeblich zwei Lautsprecherwagen der Polizei aus – „technischer Defekt und Vandalismus eines Betrunkenen.“

15:59 Uhr – die Polizei hoch zu Ross… Die Kreuzung D’dorfer/Mercatorstr. ist wieder abgeriegelt, M. Moreen muss warten. 01796782782 an der Kreuzung zum Tunnel, rechts des Eingangsbereiches an der Zaunabsperrung und filmt, wie Polizisten versuchen, niedergedrückte Zäune wieder aufzurichten. Einer der Polizeibullis, der sich kurz zuvor noch vor der Absperrung befand, scheint nun dahinter zu stehen – d.h. genau an dieser Stelle muss zuvor der Zaun geöffnet worden sein, um den Wagen durchzulassen. Ein zweiter Wagen wartet noch in der Menge. Das Gedrängel ist heftig, einige überklettern den Bauzaun. Im Hintergrund ist der RTW zu sehen, der sich langsam bis hinter die Vereinzelungsanlage schiebt. Die Polizei macht Durchsagen, der Lautsprecherwagen hat seine Position verändert. Etwa zu dieser Zeit ist auch dieses Foto entstanden. Auch bartundlisa1 befinden sich im ärgsten Gedrängel an der Zaunabsperrung nahe der Vereinzelungsanlage. Ordner versuchen mit allen Kräften, die Zäune zu halten. Alex berichtet in einem Forum:

„(..) Alle Leute wurden in einen Eingang „getrichtert“, so dass sich nach und nach Druck auf die Absperrung aufbaute. Die Polizei musste mit Pfefferspray verhindern, dass die Zäune eingerissen weden (bevor alle schreien: es gab keine andere Möglichkeit – wären die Zäune gefallen zu diesem Zeitpunkt hätte es sicher ein weiteres Unglück gegeben.) Unglücklicher Weise wurden auch „unbeteiligte“ von dem Spray erwischt. (..)“

Zitat Polizeiinspekteur Wehe vom 02.09.2010, vgl hier:

„(..) Es hat viele Einsätze gegeben, auch durchaus aggressive Situationen, sodass auch Pfefferspray eingesetzt werden musste. Das war auch auf der Strecke entsprechend kritisch.“

ca. 16:00 Uhr Zitat Spon:

„Die Polizei übernimmt nach Aussagen des Crowd Managers und zweier Sicherheitsfirmen die Befehlsgewalt. „Im Fall der Katastrophe hat die Polizei mehr zu sagen als die Ordner“, sagt Peter Nasse, Chef der SMS GmbH, SPIEGEL ONLINE. „Wenn die Polizei die Federführung übernimmt, haben unsere Mitarbeiter den Anweisungen der Beamten zu folgen.“ Die Polizei sagt, sie habe nur auf Bitte des Veranstalters in die Situation eingegriffen.“

Am Ambulance-Truck auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz ist die Stimmung auf dem Siedepunkt! Tausende tanzen ausgelassen in den Straßen, während sich an der Kreuzung D’dorfer/Mercatorstr. weiterhin Frust aufgrund des Wartens breitmacht. Auch xEngelszunge kommt an der Sperre erstmal nicht weiter und beobachtet das Geschehen. Polizeifunk:

Jupiter 17/41 an Jupiter 17/10
„Hier ist 17/41, die Mauer, die Absperrung wird durchbrochen! Wir haben massive Durchbrüche an den Absperrungen.“
„Wenn die da durchgehen, dann gehen se da durch. Wir kloppen da keine Leute weg. Das ist die Sache nicht wert, ne? Die haben ja nichts gemacht.“

Jupiter 17/41 an Jupiter 17/07
„Wir haben den Zaun (…unverständlich) Absperrung (…unverständlich) wieder clean, teilweise Richtung LauKw (Lautsprecherkraftwagen) durchbrochen. Wir haben die Lage wieder im Griff.“
„Kannste sagen, wieviel Leute ungefähr durchgebrochen sind?“
„Alles wieder zurückgedrängt.“
„Also ihr habt alles wieder zurückgedrängt. Wir (haben?) nur noch ein Loch im Zaun, was wir jetzt mit Personal halten müssen.“
„Ja richtig.“

Jupiter 01 an Jupiter 01/10 und Jupiter 25/07
„Ja soeben fragt der PF (Polizeiführer) nach, ob es möglich ist die Zugänge wieder zu öffnen, weil natürlich draußen entsprechender Druck entsteht.“
„Wir haben den Druck im Moment hier drinnen, die Leute laufen uns an der Seite die Brüstung rauf und wir haben keine Bewegung im Bereich der Float-Strecke oben. 10 Minuten lang ungefähr nicht.“
„Jupiter 01/10 wir kommen über Telefon, Sie sind absolut nicht aufzunehmen.“

Detlef, der vorm Tunnel wartet, berichtet:

„Gegen 16 Uhr waren wir an der Ecke Düsseldorfer Str / Karl-Lehr-St. Das Gedränge war dann schon so groß, das meine Tochter nicht mehr wollte. An der Ecke am Bauzaun hat ein Polizist da den Zaun aufgemacht, um die Leute, die nicht mehr im Gedränge stehen wollten, rauszulassen. Ich kann mich an dieser Stelle nur bei dem Polizisten bedanken, der die Menschen alle rausgelassen hat, die wieder zurück wollten. (..)“

Andreas meint:

„(..) Ab 16 Uhr machte dann das Gerücht die Runde, die Polizei habe das Gelände wegen Überfüllung geschlossen, es würden keine weiteren Gäste mehr auf das Glände gelassen. (..)“

Bettina:

„Ich war erst gegen 16 Uhr in Duisburg und als wir auf dem Weg durch die Innenstadt Richtung Loveparade waren wurde bereits mehrfach eine Durchsage der Polizei gemacht, dass man nicht mehr auf das Gelände kommt. Wir sind daraufhin nur durch die Straßen von Duisburg in die Richtung gelaufen und immer wieder wollten Leute trotz dieser Aufrufe durch die Polizei zur Loverparade.“

ca. 16:01 Uhr – die Sperre D’dorfer/Mercatorstr. wird geöffnet, bzw lt. Spiegel-TV überrannt. Ein unbekannter Kommentator berichtet:

„Ich war im Tunnel dabei und kann berichten das es vorher 2 absperrungen gab. Die erste wurde aber von der Menschen Masse gestürmt. An der 2 standen wir wieder. Es waren weniger leute als zuvor bei der ersten. So kam es einen jedefalls vor. Als wir bei der 2 absperrung durch kamen,dachten wir, wir hätten es geschafft. Dann Kam der Tunnel. (..)“

Im Polizeibericht ist zu lesen, dass nun auch die Vereinzelungsanlage wieder geöffnet wird – von wem genau, bleibt allerdings offen. Da ein polizeilicher Befehl dort nicht ausdrücklich dementiert wird, stellt er die Behauptungen von Polizeiispekteur Wehe am 02.09.10 vor dem Innenausschuss jedoch zumindest in Frage:

„(..) eine Anordnung, eine Sperre zu öffnen, hat es polizeilicherseits nicht gegeben. Im Gegenteil: Es gibt einen Funkspruch aus dem Einsatz, ob es nicht möglich ist, die Sperren zu öffnen, damit wir den Druck von der Düsseldorfer Straße kriegen. Die definitive Antwort: Nein, das ist aufgrund der Situation im Tunnel nicht möglich.“

Es mutet an, dass die Schleuse wegen des enormen Drucks auf Anweisung der Polizei geöffnet und dann bis 16:55 Uhr offen bleibt, zumal es einen Funkspruch gibt, der fordert, durch Öffnung den Druck aus dem Trichter zu nehmen:

Jupiter 17/31 an Jupiter 17/07
„Also hier ist noch mal ’n RTW durchgefahren. Wir haben auch massiv Druck auf der linken Seite in Richtung Sperre. Wir brauchen hier jetzt unbedingt Sanitäter. Wir brauchen hier Sanitäter für einige verletzte Personen auf Grund dieser Drucksituation. Und zwar in der Karl-Lehr-Straße in Blickrichtung der Sperre auf der linken Seite, also auf der nördlichen Seite. (…unverständlich) Und noch mal vielleicht schönen Gruß an die (…unverständlich). Im vorderen Bereich muss unbedingt jetzt geöffnet werden, dass der Druck aus dem Kessel, aus dem Trichter abfließen kann.“

Funkmitschnitt:

Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Zu der Nachfrage gerade (siehe 16:00 Uhr), da im inneren Bereich, da ist im Moment kein Ablauf, deswegen könnem die äußeren Sperren nicht wieder geöffnet werden.“
„Habe ich verstanden, wir rufen gerade den Jupiter 01/10 an, der wird uns wahrscheinlich Ähnliches mitteilen.“

Jupiter 17/41 an Jupiter 17/07
„So lang(sam?) kommt der eine oder andere Verletzte bei uns an. Ein Kollege auch verletzt.“
„Ja brauchen se für den Kollegen auch’n Sani? Brauchen se für den Kollegen auch‘ n Sani? (…unverständlich) durchkommt“

ca. 16:02 Uhr – Kreuzung D’dorfer/Mercatorstr., die bereits wieder abgeriegelt ist. Dunjaslappen, der nicht an der Polizeisperre im Tunnel warten wollte, geht zurück Richtung Vereinzelungsschleuse, wo ihm hunderte jubelnde Besucher entgegen kommen. Er ist sich unsicher, ob er überhaupt wieder raus kommt und erstaunt über den Andrang. Im Hintergrund steht der RTW mit Blaulicht. Zitat aus dem Polizeibericht:

„… um 16.02 Uhr wurde von dort eingesetzten Polizeikräften ein Zaundurchbruch von 50 bis 60 Personen im Kreuzungsbereich Düsseldorfer-/Karl-Lehr-Str. gemeldet, der nur durch massiven Zwangsmitteleinsatz (der da wäre..? Evtl. Schlagstockeinsatz, wie es Bart_Simpson beschreibt? Oder Pfefferspray wie Alex?) unterbunden werden konnte. Mindestens ein Polizeibeamter (mindestens einer..? Das sollte doch wohl exakt benannt werden können…!) war unter ein Zaunelement geraten, das nun von einer Vielzahl von Personen überlaufen wurde.“

Polizeifunk:

Jupiter 17/07 an Jupiter 02
„Der 17/07, wir brauchen Düsseldorfer/Ecke Karl-Lehr-Straße an dem LauKw, da sind erstmal ein verletzter Kollege nach Pfeffersprayeinsatz. Wat da genau war, müssen noch ermitteln, diverse geschwächte Personen, die sich da jetzt nach und nach melden, da nicht genug Sanitäter vor Ort.“
„Ja, ist verstanden.“

Bart_Simpson, der gegen 15:00 Uhr die Kreuzung erreicht hatte, berichtet:

„(..) Chaos pur, man wurd nur geschoben und gedrückt, ab und zu fuhren da Polizei und Krankenwagen durch, nur wo sollte man Platz schaffen wenn man schon ohne die Wagen kein Platz hatte. Also wurde man immer mehr gedrängt. Die Wagen wurden dann durch die Zäune gelassen, das dann immer ein Chaos ausbrach, weil die Leute durch die offenen Zäune wollten, war vorprogrammiert. Ab und zu sah man dann auch mal Schlagstöcke aufblitzen, um die Massen vom offenen Zaun wegzubekommen. Nach gut einer Stunde an der Kreuzung, war ich dann endlich durch die Wellenbrecher. (..)“

Polizeifunk:

Jupiter 20/11 an Jupiter 20/07
„07, dann erstmal nur für dich, Bereich Vereinzelungsanlage Karl-Lehr-Straße. Nicht nur der RTW, sondern auch GruKw’s (Gruppenkraftwagen = Bullis) Polizei sind in den Bereich reingefahren. Haben Heraszäune geöffnet, um dann durchfahren zu können, die aber nicht wieder schnell genug zu bekommen und die Zuschauer haben die Gelegenheit genutzt, diesen offenen Eingang zu nutzen. Im Moment scheint es wieder ruhig zu sein.“

Ein Polizist berichtet auf ravercount:

„Beim Versuch die nachströmenden Massen zurück zu halten, wurden Absperrgitter niedergewalzt und und Parolen wie „Die Mauer muß weg“ zum anheizen der Massen gegrölt. Und vor dem Tunnel wurde nicht, beim Anblick der vielen Menschen gewartet sondern ohne Rücksicht auf die Mitmenschen weiter in die Engstelle gedrängt.“

16:03 UhrAbsperrung an der D’dorfer/Mercatorstr. Auch xEngelszunge filmt noch, während er überlegt, wie er den Bereich verlassen kann. Zitat Der Spiegel:

„Lupus (Polizei-Meldesystem) verzeichnet um 16.03 Uhr Tumulte vor den Schleusen, Panikgefahr:“

„E(gon?) 51/22 teilt mit das angeblich seit ca. einer Stunde keine Person mehr das Veranstaltungsgelände an der Karl-Lehr-Straße verlassen kann. Die Vereinzelungsanlagen sind geschlossen und vor diesen Anlagen kommt es zu Tumulten. Es kann nicht ausgeschlossen werden lt. EA-Verkehr, dass es dort zu einer Panik kommt. EA-Verkehr hätte gerne den Grund für diese Maßnahmen. Angeblich klettern Personen auch bereits über die Absperrgitter.“

Funkmitschnitte:

Jupiter 17/10 an Jupiter 17/31
„Braucht ihr da Sanitäter?“
„Ja, auf jeden Fall. Hier sitzen mindestens 10 Personen. Ich kann aber im Moment nicht sagen, was die haben. Die Situation ist deshalb entstanden, weil irgend so ein bescheuerter Rettungswagen mitten durch die Sperren durchgefahren ist. Das kann und darf nicht sein.“

Jupiter 17/47 an Jupiter 17/07
„Wir brauchen sofort ’nen Sani hier zum BefKw (Befehlskraftwagen), ’nen verletzten Kollegen nach Pfeffersprayeinsatz.“
„Zu was für ’nem KW?“
„Zum LauKw (Lautsprecherkraftwagen), am Eingang.“
„Ja, es ist ein Team unterwegs.“

16:04 Uhr – berittene Polizei auf der D’dorfer Str. Tobi L beschreibt die Situation am Eingang zum Tunnel wiefolgt:

„also um 16:04 passierte ich den westeingang zum tunnel hin und ich kann mich dran erinnern dass kurz vorher ein polizeimannschaftswagen (ich meine sprinter) in den tunnel wollte. der aber nicht vorangekommen ist und nur ordentlich durchgeschüttelt worden ist. es lagen vor dem eingang zum tunnel hin ein großer haufen glasflaschen/scherben auf dem boden, bevor es dann rechts einen kleinen knick machte und mach einzeln durch die gitter gehen musste, an denen es KEINE ich wiederhole KEINE glasflaschen kontrollen mehr um 16:04 gab. aufgrund der zerbrochenen glasflaschen und scherben die auf dem boden lagen gab es auch vereinzelt verletzte, die dann am rtw, der 50 m weiter auf der linken Seite stand, behandelt wurden.
Einige zeit bevor ich den eingang passiert habe, wurde bereits der bauzaun am westeingang zum tunnel hin runtergedrückt (allerdings nur für 1-2 minunten und die ordner konnten den bauzaun relativ schnell wieder hochdrücken… dass muss aber weitaus früher passiert sein (15:40-15.50)).
Was ich ausserdem gesehen habe das VIEL zu wenig securtiy da waren. an den stellen wo die leute einzeln durchgehen mussten war GAR KEINE security und in dem von bauzaun abgesperrten bereich war vll eine hand voll security leute da mehr nicht.“

16:05 Uhr – Grzegorz ist nun kurz vor der Kreuzung Mercatorstr., während Dutch-Image noch an der abgesperrten Kreuzung steht. P!ng0 wartet eingepfercht in der Menge vor dem Tunnel. Polizeifunk:

Jupiter 17/07 an Jupiter 02
„Wir hatten vorhin kurzzeitig einen Zaundurchbruch Karl-Lehr-Straße Ecke Düsseldorfer. Lücke wurde wieder geschlossen, einige Personen sind durchgekommen, die Lücke ist wieder zu. Da ist dat auch mit dem verletzten Kollegen und Pfefferspray zustande gekommen.“
„Ja, ist verstanden.“
„Konntest du mich aufnehmen, Jupiter 02?“
„Ja, ist verstanden.“

16:06 UhrBlick auf die Haltestellen-Häuschen. Funkspruch Polizei:

Jupiter 02 an alle
„Wir haben Funkprobleme auf’m 4-Meter-Kanal, da scheint das Relais ausgefallen zu sein.“

16:07 UhrSanis an der D’dorfer/Mercatorstr. Funk Polizei:

Jupiter 17/44 an Jupiter 17/07
„Hier im Eingangsbereich, aufgrund weiteren Drängens auf die Tore, haben wir hier mehrere verletzte Personen. Wir bräuchten mal‘ ne Besatzung RTW bzw. vielleicht auch n‘ Arzt hier. Wir haben hier auch Geschädigte durch Pfefferspray.“
„Kannst du mir mal eben wieder (…unverständlich) mit dem Zusammenhang mit dem Zaun. Versuchten Zaundurchbruch?“
„Ja richtig, und mittlerweile habe ich auch noch einen hier mit ’ner offenen blutenden Nase, wahrscheinlich gebrochen.“
„Ich brauche mal ne genaue Anzahl oder ne ungefähre Anzahl.“

Jupiter 17/07 an Jupiter 02
„Kannst du noch mal drei Saniteams zur Karl-Lehr/Düsseldorfer Straße schicken. Da haben sich jetzt Personen gemeldet nach dem Pfeffersprayeinsatz, die auch was abgekriegt haben. Weiter melden sich immer wieder Personen da an dieser Ecke und wollen Sanitäter weil se bald zusammenbrechen.“
„Wer hat denn Pfefferspray eingesetzt?“
„Das war unser Alarmzug. Wat da jetzt im einzelnen war nach dem Zaundurchbruch, wo die Leute damit zurückgehalten.“
„Ja, ist verstanden.“

16:08 Uhr – Kreuzung D’dorfer Str./Mercatorstr. Thenipperwasgone an der Kreuzung zur Karl-Lehr-Str. Polizeifunk:

Jupiter 17/43 an Jupiter 17/41
„Hier bei den Maltesern ist gerade einer offensichtlich mit Pfefferspray eingeliefert worden.“
„Besteht da irgendwie noch Bedarf, irgendjemand noch in Gewahrsam zu nehmen?“
„Nee, Gewahrsam nehmen, da können wir sowieso gar nichts mehr zuordnen. Wir mussten hier viel Pfefferspray einsetzen, weil wir sonst hier kaputt getreten worden wären.“
„Ja ich verstehe.“

Jupiter 02 für Egon 10
„Benötigen (RTW? Sanis?) Düsseldorfer Straße / Karl-Lehr-Straße, mindestens kollabierende Teilnehmer. Da ist ein Versorgungszelt eigentlich aufgebaut. Die sind aber völlig überlastet.“

16:09 Uhr – pernosco an der Sperre D’dorfer Str, die weiterhin ziemlich voll ist. Auch novenlocry filmt an der Kreuzung:

„Hier stauten sich schon die Massen – Der Zugang war gesperrt – Die Stimmung war schon ungeduldig bis leicht aggressiv – Es waren schon einige enttäuscht auf dem Heimweg – Organisation war überfordert“

Polizeifunk:

Jupiter 17/41 an Jupiter 17/07
Wir müssen jetzt massiv Leute über den Zaun rausholen. Also es stehen hier reichlich Leute kurz vor’m Kollaps.“
„Ja, noch mal die Frage: Hat das jetzt Zusammenhang mit dieser Aktion Zaundurchbruch oder ist das unabhängig davon?“
„Das ist jetzt unabhängig davon. Das sind eher Panikreaktionen.“
„Gut, kannst du mir sagen, wieviele Personen ungefähr bei dem Zaundurchbruch beteiligt sind und wer sich da jetzt als Verletzter meldet?“
„Bei dem Zaundurchbruch, ich weiß es nicht, 50-60 Personen, den Zaun komplett umgeworfen haben, inklusive der Kollegen, die da drunter lagen. Von den Personen konnten wir gar keinen festnehmen, obwohl noch zu bezweifeln ist, dass die alleine daran beteiligt waren. Wenn von irgendwo gedrückt wird, können die auch nichts mehr machen.“

Auswertung Kriminalhauptkommissar K.:
„Durch Kräfte der 7. BPH (Essen) (wurden) kurz vor dem Kollaps stehende und andere verletzte Personen aus dem Trichterbeich der Vereinzelungsanlage in den vergitterten Bereich hinter der Vereinzelungsanlage gebracht und medizinischer Hilfe zugeführt. (..)“

16:10 Uhr – Patrick beobachtet Laternenkletterer und swingmaster ist endlich auf dem Weg in den Tunnel, im Hintergrund ein Martinshorn:

„after three corridors we finaly went walking through a series of tunnels. We hear music and really wanted to finaly be at the loveparade…….“

Polizeifunk:

Jupiter 17/07 an Jupiter 02
„Jetzt hab ich noch mal den genauen Sachverhalt bezüglich des Zaundurchbruchs. Da ist wohl Druck auf den Zaun entstanden, dadurch ist der umgekippt. Die Kollegen, die davor standen vor … Zaun, sind darunter geraten, und damit nicht die Leute über die Kollegen und den Zaun trampeln, wurde Pfefferspray eingesetzt, damit die Kollegen unter dem Zaun weggeholt werden können. Dabei sind ca. 60 Personen durch den Zaun durchgekommen, konnte keiner von festgehalten werden.“
„Ja, verstanden“
(Wie)viele Personen jetzt insgesamt Pfeffer abgekriegt haben, dat wissen wir auch nicht.“

Jupiter 17/45 an Jupiter 17/41
„Hör mal, ich brauch n 19er Schlüssel hier oben. Wir müssen n‘ Zaunstück auf machen, damit wir die Leute, die jetzt raus wollen von der Querabsperrung (…unverständlich)“
„Verstanden.“

ca. 16:11 Uhr – etwa zwei Std. nach Ankunft in Duisburg erreicht Inflames den Westtunnel.

16:12 Uhr – auch roman ist kurz vor dem Tunnel. Pernosco steht noch oben am Hotel Conti. Der Bereich ist ziemlich leer.

16:13 Uhr – raar feiert am Friedrich-Wilhelm-Platz.

16:15 Uhr – Sandra meint:

„(..) als wir gegen 16:15 auf dem Weg zu diesem „Platz“ waren, war es schon viel zu voll auf den Strassen. Die Polizei hat da schon alles dicht gemacht, kamen allerdings nicht gegen diese Menschenmassen an. (..)“

Kommentator stephan berichtet:

„Ich war an der Karl Lehr Straße – Düsseldorfer Strasse irgendwann zwischen 16.15 und 16:45. Dort gab es direkt am Eingang eine Sperre, ob für Glaskontrolle oder eher um die Leute tröpfchenweise aufs Gelände zu lassen ist und war mir nicht bekannt. Hier gab es schon zu diesem Zeitpunkt mindestens 3 Verletzte die auf Tragen herausgebracht wurden, eine Polizistin auf einen Baum postiert filmte dabei die Menge, machte Ihre Kollegen auf „Widerstand“ aufmerksam. Es war eine sehr agressive Stimmung unter den Besuchern und es brodelt regelrecht. Mit einem Mal wurde diese Sperre durchbrochen, sie wurde nicht geöffnet sondern unter lautem Gröhlen der Besucher überrannt. Erst wollten die Polizisten noch dies verhindern, kamen aber wieder zu ihrem Standpunkt zurück, da es wohl unmöglich war diesen Mob aufzuhalten. So sind zu diesem Zeitpunkt mehrere hundert Leute in den besagten Bereich gegangen. Da mir die Strasse durch die Gitter rechts und links nicht sicher schien und die Stimmung nicht ausgelassen sondern agressiv war, sind wir Richtung Hauptbahnhof weitergegangen.“

Gegenüber Stern.de erklärte ein Polizist,

„..dass die Beamten im Tunnelbereich gegen 16.15 Uhr die Meldung bekamen, dass die Schleuse, polizeideutsch „Vereinzelungsanlage“ genannt, an der Westseite überrannt worden sei. Etwa 20 Minuten später hätten Einsatzkräfte den Auftrag erhalten, als „Wellenbrecher“ im Tunnelbereich zu arbeiten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss also klar gewesen sein, dass die Situation im Tunnel eskalierte.“

ca. 16:16 UhrBettina am Friedr.-Wilh-Platz. Situation vorm Westtunnel von gaudeviehful. Die Masse bewegt sich zügig in Richtung Tunnel, was darauf hindeutet, dass der Kontrollpunkt zuvor überrannt, aufgehoben oder zumindest durchlässiger wurde. Auch MeinKoeln wartet in der Menge. Funkspruch:

Jupiter 14/07 an Jupiter 01
„Wir bräuchten noch ein Sani-Team zum Eingang West, eine junge Frau ist an den Zaun gedrückt worden, hat Prellungen, leichte Quetschungen, bräuchte Kühlung.“
„Verstanden.“

16:17 Uhr – D’dorfer Str. Nähe Hotel Conti mit Betreuungs-LKW des DRK Essen (Verpflegungstrupp), der sich der Vorsperre nähert. Patrick befindet sich direkt hinter der Vereinzelungsanlage. Links der Feuerwehr-RTW, vor ihm jemand, der humpelnd gestützt wird.

16:18 UhrPatrick in der Karl-Lehr-Str.

ca. 16:19 Uhr – auch P!ng0 ist nun auf dem Weg in den Tunnel, an Kontrollen an der Schleuse kann er sich nicht erinnern, aber

„ein Freund sagt, es gab 2 barrikaden: bei der ersten (es war wohl bei der düsseldorfer) wurden wir kontrolliert, bei der zweiten (kreuzung karl-lehr) wurden wir aufgrund des andrangs einfach durchgelassen.“

ÜK 15 zeigt im Hintergrund ein Wendemanöver des an der Vereinzelungsanlage angeblich steckengebliebenen RTW (inzwischen liegt die Vermutung nahe, dass er gar nicht weiter fahren wollte). Carsten Walter dazu in Spiegel online:

„In dieser Phase fuhr ein Rettungswagen von der Westseite her in den Tunnel. Der Fahrer sah nach ein paar Metern, dass es nicht weiterging, er wendete.“

Reden wir hier vom selben RTW? Der RTW der Feuerwehr fuhr gegen 15:57 Uhr ein, blieb auf der Karl-Lehr-Str. vor dem Tunnel stehen, wendete um 16:19 Uhr, um dann gegen 16:31 Uhr wieder hinauszufahren! Polizeifunk:

 Jupiter 01 an Egon 10
Anforderung einer weiteren Bereitschaftspolizeihundertschaft zwecks Verstärkung der Sperren im westlichen Bereich.“

Zitat Polizeibericht:

„Um 16.19 Uhr wurde durch den Einsatzabschnitt Schutz der Veranstaltung eine weitere BPH angefordert. Aufgrund der Lageerkenntnisse über erheblichen Druck auf die Einlassstelle West sollten diese Polizeikräfte im Bereich der Karl-Lehr-Str. zwischen Vereinzelungsanlage und Tunnel erforderlichenfalls polizeiliche Maßnahmen der Zulaufverhinderung treffen, um den Veranstalter zu unterstützen.“

16:20 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 17/07 an Jupiter 17/41
„Ist der Pol-Sani, Pol-Arzt eingetroffen für den verletzten Kollegen?“
Hier ist überhaupt noch gar kein Sani eingetroffen. Wir müssen uns permanent mit dem behelfen, was wir haben.“
„Hab ich verstanden.“
„Noch mal die dringende Bitte an DRK, Malteser oder weiß sonst wen, fußläufig müssen die Trupps hier dislozieren. Dat mit den Krankenwagen ist alles Irrsinn hier oben.“

Jupiter 14/07 an Jupiter 01
„Mein 21, auch rausgelöst, teilt mir mit: An dem Eingang West unterhalb (Bereich Südwest/Einsatzzentrale Malteser?) ist die Umfahrung für die Rettungsfahrzeuge (…unverständlich) Befinden sich (…unverständlich) Personen, da müssten mal Kräfte hin“.

16:21 Uhr – nördliche D’dorfer Str.: RTW mit Trittbrettfahrern. Polizeifunk:

Jupiter 01 an Jupiter 12/07
„Info vom Stab: westlich Karl-Lehr-Straße werden Unterstützungskräfte herangeführt.“
„Zu eurer Info: Zaun in unserer Höhe hier der Wache 92-4 (westl. Gelände) ist gebrochen. Wir versuchen mit Kräften jetzt die weiter hinzuhalten.“

16:22 Uhr – Grzegorz hat die Kreuzung passiert und beobachtet die Leute, die aufgrund der Absperrung noch immer warten müssen. Polizeifunk:

Egon 10 an Jupiter 01
„Wir bräuchten einmal Eingang West Karl-Lehr-Straße einen Sani. Der hat eine Person mit Prellungen.“
„Das war Eingang Karl-Lehr-Straße, richtig?“
„Ja, der westliche Eingang. Sind ja auch die Zaunanlagen überrannt worden.“
„Sag mal lieber welche Seitenstraße das ist.“
„(…unverständlich) Anlagen. Eingang Karl-Lehr-Straße, westlich. Müsste Düsseldorfer Straße/Karl-Lehr-Straße sein.“

Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Du weißt, dass ich erstmal bei den Wuppertalern bleibe? Ich mache nach wie vor die linke Seite der Vereinzelungsanlage. Ich bliebe da erstmal stehen und bin den Wuppertalern unterstellt.“
„Dann würde ich auch vorschlagen, du wechselst auf deren Kanal.“
„Ich habe meine Leute auf dem Kanal und wir arbeiten mit dem zweiten Funkgerät auf deren Kanal.“
„Auch gut.“

16:23 UhrEintrag Einsatztagebuch:

Der Bereich Friedrich-Wilhelm-Str. zwischen Wallstr. und Friedr.-Wilh.-Platz (Ambulance-Truck) ist überfüllt, wurde so AG 4 weitergegeben.“

Die Absperrung an der Kreuzung D’dorfer/Mercatorstr. hält noch an. Missi2602 steht unter der Autobahnbrücke im Tunnel und beobachtet den Besucherzustrom, der ungehindert anhält. Der RTW, der soeben gewendet hatte, steht noch vor/an der Vereinzelungsanlage. Funkspruch der Polizei:

Jupiter 17/33 an Jupiter 17/31
„Es wird gleich wieder viel Druck aufkommen. Der RTW, der große, kommt nämlich jetzt zurück auf dem gleichen Weg.“
„Nein, den halten wir an! Der muss auf jeden Fall abgebremst werden, der kann da nicht durchfahren.“

Jupiter 17/31 an Jupiter 17/33
„Zieht den nach vorne. Mit den Bielefeldern oder mit wem auch immer Kontakt aufnehmen. Der darf da nicht durchfahren!“
Dann muss ich ihm aber auch das Alternative nennen können.“
„Du bist da jetzt auch rausgelöst, ne?“
„Ja, ich weiß Bescheid.“
„Ja dann komm hinter mir her, dann fahren wir zusammen.“
„Wo bist du denn?“
„Die Alternative seitlich an dem ganzen Einlass vorbeizukommen für den RTW. Dann müssen (…unverständlich) wir laufen.“

16:24 Uhr – Besucher haben an der Kreuzung D’dorfer/Mercator ein Häuschen erklettert. Im Hintergrund passiert der DRK-LKW die Sperrstelle. Funkspruch Polizei:

Jupiter 17/41 an Jupiter 17/43
„Pass auf. Wir prügeln dir jetzt zwei Teams vom Rettungswagen plus Notarzt einmal durch. Wir kommen zum Haupteingang.“
„Hör mal, vorm Haupteingang?“
„Ja, zur Durchlassstelle. Könnt ihr (…unverständlich) Hör mal, DRK-RTW ist gerade hier eingetroffen.“
„Ja, jetzt sind wir auf dem Weg.“

Jupiter 02 an Jupiter 17/07
„Wie sieht die Auslastung an Ihrer Vorsperre aus? Thomas‘ Kräfte würden gerne noch mal ihre Vorsperre öffnen, kurzfristig.“
Also wir haben an der Vorsperre 100 Prozent.“
„Vorne an der Sperre 100 Prozent, ist klar und gesamt wie viele?“
„Ja, also das, was wir von hier überblicken können mindestens 4000.“

16:25 Uhr – Polizeifunk:
 Jupiter 17/31 an Jupiter 17/33
„Versuch da einzuwirken, dass hier kein Rettungswagen oder sonst wer mehr durchfährt! Nur mit Glück hatten wir gerade keine Schwerverletzten.“
„Ich muss mal gucken, dann muss ich eben einen anderen Weg suchen. Wir halten den jetzt erst mal auf!“
„Ja und bitte sofort auch mit den Kollegen da vor der Sperre. Also bei den Bielefeldern oder wo auch immer das klären. Das geht nicht, da darf keiner durchfahren!
„Wie gesagt, wir suchen einen Ausweg.“

Jupiter 17/31 an Jupiter 17/07
„07, solltest du das noch mitgehört haben?“
„Ich habe das soweit mitgehört.“

16:26 UhrInfo vom Hoist-Haus:

„die Situation auf den Zuwegen, u.a. im Bereich Friedrich-Wilhem-/D’dorfer Str. entzerrt sich wieder!“

DerWesten tickert:

„Für Björn Köllen, Sprecher der Loveparade, sieht alles gut aus. „Es wird immer voller“, aber konkrete Zahlen werden vor 17.30 Uhr nicht rausgerückt, „das ist immer so bei der Loveparade“. Wie’s mit dem Einlass funktioniert? „Bestimmt versuchen die Leute, überall reinzukommen“ – aber Genaueres weiß Köllen nicht.“

16:27 Uhr – Funkspruch Polizei:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Wir kriegen (…unverständlich) Verbindungsbeamten bei der Lopavent die Information, dass angeblich eine Weisung des Polizeiführers ergangen sein soll, die Eingangsbereiche im Westbereich wieder zu öffnen, weil der Druck auf der Düsseldorfer Straße zu groß wird. Wir möchten dagegen remonstrieren (offiziell gegen den Befehl protestieren, die Red.). Das Gelände ist so voll, die Karl-Lehr-Straße steht komplett voll bis aufs Veranstaltungsgelände mit extremen Druck. Wenn die Außensperren aufgehoben werden, wird der Druck hier noch größer. Ist eigentlich nicht zu verantworten aus unserer Sicht.“

Zitat Zeugenvernehmung Polizeirat H.:

„Ich habe dann zeitnah von meinem Führungsassistenten PHK B. erfahren, dass er von dem Crowd-Manager die Information hätte, dass seitens des Polizeiführers angewiesen worden sei, die Vereinzelungsanlage West zu öffnen. PHK B. remonstierte sofort über Funk in Richtung unserer Befehlsstelle. Ich rief den Polizeiführer an. Nach mehreren Anwahlversuchen hatte ich Kontakt zu LPD S. und schilderte ihm unsere Situation. Das müsste so 16:27 Uhr gewesen sein. In diesem Gespräch trat zutage, dass es sich offensichtlich um ein Missverständnis handelte. LPD Simon ging davon aus, ich würde gegen eine Öffnung der westlichen Rampe remonstrieren. Stattdessen meinte ich die Vereinzelungsanlagen. Wir räumten das Missverständnis aus. Ich machte deutlich, dass die Vereinzelungsanlagen aufgrund der Situation im Bereich Tunnel und Rampe auf jeden Fall geschlossen bleiben müssen.“

Das sind sie aber gar nicht, vgl ÜK 14 & 16. Polizeifunk:

Jupiter 17/07 an Jupiter 17/41
„Hast du mitgehört? Also für uns kommt keine Ablösung?“
„Doch, es kommt ein Wuppertaler Alarmzug.“
„Ok.“
„Zur Kenntnis: Ich weiß jetzt gar nicht woher, ich nehme an, aus dem Veranstaltungsraum sind die Sanis hier angekommen. Wir haben 3 verletzte Personen, die auch liegen (…unverständlich) irgendwie dann zum DRK-Zelt verbracht werden. Wir rätseln noch wie.“

ca. 16:30 Uhrgedc nähert sich der Vereinzelungsanlage. Der Polizist an der Ecke filmt noch. Kommentatorin anni2010 behauptet:

„(..) Die Polizisten an den westlichen Einlassschleusen haben ALLE Ordner um 16.30 Uhr eine Viertelstunde wegeschickt, vermutlich in die Pause. Ein Polizeibulli mit zwei Sanitätern fuhr herein, die Schleusen blieben offen, die Massen strömten hinein. (..)“

Dies ist zumindest zeitlich anzuzweifeln, da Bildmaterial aus diesem Zeitraum jede Menge Ordner zeigt.

KD Hartwig meint:

„(..) Dieses Gedränge hielt sich über Stunden. Wie aus dem Kommentar von sich-Fragender hervorgeht, gab es hier eine Sperre für den kontrollierten Durchgang. Ca. 16:30 Uhr gab es diese Sperre offensichtlich nicht mehr, denn die Menge konnte sich jetzt ungehindert in Richtung Tunnel bewegen. (..)“

Zitat von dienadja:

„(..) So gegen 16:30 Uhr auf einmal (zumindest in diesem Augenblick und für uns) das Wunder. Alle Absperrungen werden geöffnet, wir kommen endlich in die Tunnel und bekommen evtl. sogar den Start der Abschlusskundgebung mit. Alle stürmten rein, es war ein Gedrängel, mein Freund lief vor mir, alle stolperte, der Boden überseht mit PET Flaschen (..)“

Polizeifunk:

Egon 10 an Jupiter 01
„Die 18. Bereitschaftspolizeihundertschaft (Recklinghausen) wird unterstellt und bekommt den Auftrag der Sperrung Karl-Lehr-Straße in Höhe Düsseldorfer Straße.“

16:31 Uhr – auf der Pressekonferenz am 28.07.10 berichtet Polizeiinspekteur Dieter Wehe, dass Ordner am westlichen Zugang um 16:31 Uhr die Absperrungen öffnen, um dem RTW die Ausfahrt zu ermöglichen. Diese Zäune werden jedoch nicht sofort wieder geschlossen, im Gegenteil – um 16:36 Uhr wird sogar noch ein weiteres Zaunteil entfernt, wodurch sich der Zulauf gen Tunnel noch weiter erhöht. Angeblich erst nach Hinweis der Polizei werden die entfernten Zaunelemente gegen 16:40 Uhr von Ordnern wieder eingesetzt. Wie es zu dem deutlichen Zustrom ab 16:02 Uhr – also lange vorher – kam, ließ der Herr Polizeiinspekteur jedoch offen… Der Spiegel dagegen berichtet im Mai 2011:

„(..) Um 16.31 Uhr will ein Sanitäterteam aus dem Tunnel (Tunnel? Dieser Wagen stand nie im Tunnel!) herausfahren, im Krankenwagen ein Mann mit einem lebensgefährlichen Zuckerschock. Doch an der Schleuse drängen sich Tausende Menschen. Es ist ein Polizeioberkommissar, der nun entscheidet, ein Zaunelement auszuhängen, um Platz für den Sani-Wagen zu schaffen. Tatsächlich kann sich das Fahrzeug durch den Pulk quetschen, der zum Partygelände drängt, aber nur um den Preis, dass für Minuten Hunderte Raver ungebremst in den Tunnel laufen. Von all dem erfährt Polizeirat H. auf der Rampe nichts. (..)“

Carsten Walter:

„Als die Sperre für den Wagen ein zweites Mal aufgemacht wurde, war die Masse nicht mehr zu halten. Das führte dazu, dass von der Westseite der Tunnel geflutet wurde. Es kam ein großer Schwung Menschen auf die Rampe. Und jetzt sind die Ereignisse in Bewegung geraten.“

Ja was denn nun??? Eine Überrennung der Schleusen, zwei Überrennungen, nachlässige Ordner, Anordnung der Polizei oder alles zusammen??? Falls jemand diesbezüglich zur Aufklärung beitragen kann, bitte kommentieren!!!

16:33 Uhr – die Kreuzung D’dorfer/Mercatorstr. ist noch immer oder schon wieder abgeriegelt. Einige Jugendliche haben es sich auf einem Haltestellenhäuschen bequem gemacht.

16:34 Uhr – Aufnahme der Polizeikamera mit Blick auf den Einlassbereich vor der V-Anlage. Um den ausfahrenden RTW drängen sich die Besucher, Zäune sind verschoben. Polizei und Security sind anwesend.

16:35 UhrKamera 15 zeigt, dass der RTW an der Schleuse Richtung Düsseldorfer Str. verschwindet und laut Youtuber partykrash werden die Kontrollen an der Vereinzelungsanlage erst jetzt komplett eingestellt:

„After the glass control post in the Karl Lehr Strasse stopt controlling at about 16.35 hrs, a lot of people entered the tunnel from the west side.“

16:37 Uhr – Uwe G. am Eingang Karl-Lehr-Str.; es scheint, als seien zuvor Zäune entfernt/umgebaut worden, was von Profiler13 bestätigt wird:

„Es wurden nicht nur die Schleusen geöffnet……..sondern auch die Absperrgitter entfernt!!!!! als die Absperrgitter entfernt wurden ….geöffnet wurden…….oder die Massen sie beiseite geschoben haben…..wie auch immer… ….war es ca 16.20H-16.25H.“

16:38 UhrFunkspruch Polizei:

Hier ist der Wedau 11 an die eigenen Kräfte: Wir haben gerade vom Stab die Info gekriegt, dass das Veranstaltungsgelände jetzt gesperrt ist. Es geht nichts mehr. Busse, die auf dem Weg in Richtung Duisburg sind, sollen von Duisburg weggehalten werden. Kommt da nicht unter die Räder.“

16:39 Uhr – lt Polizeibericht meldet die Feuerwehr an den Führungsstab „panikartige Bewegegungen am Aufgang zum Gelände“ mit „teilweise überrannten Menschen.“ Der Polizeiführer entscheidet daher, den Zugang zum Gelände durch Fahrzeugsperren zu unterbrechen.

ca. 16:40 Uhr – laut Innenminister Jäger werden die fehlenden Zaunelemente an der Eingangsschleuse von Ordnern wieder eingesetzt. Autorin Andrea H. Hünniger berichtet auf Zeit.de:

„Es ist jetzt 16.40 Uhr. Die Stimmung wird aggressiv. Die Sonne scheint auf unsere Köpfe und macht müde. Als die Polizei an einer Stelle einen Bauzaun öffnet, drücken die Menschen in Richtung des kleinen Lochs. Ein Nadelöhr. Viele bekommen Angst, zu ersticken. Der Druck von hinten ist so stark, dass ich in der Menge schwimme. Die Polizei räumt erst nach langem Geschrei und ersten panischen Hilferufen alle Zäune an die Seite.“

Laut RA Berstermann findet die zweite Telefonkonferenz statt:

„Diese Telefonkonferenz ist vom Veranstalter einberufen worden, eine TK2 – also mit Veranstalter; die erste war ohne Veranstalter. Der Veranstalter – Herr Sasse – hat mitgeteilt, dass ein starker Druck auf der Rampe entstanden ist. Die Feuerwehr hat dazu berichtet, Teile des Tunnels seien durch die Polizei gesperrt worden (? dazu gibt es derzeit keinerlei Bildmaterial! Oder ist hier etwa noch von den Polizeiketten 1 & 2 die Rede?). Man war sich darüber einig, dass eine Druckentlastung sofort geschaffen werden muss, und man hat verschiedene Maßnahmen diskutiert, wie das zu erfolgen hat. Die Polizei erklärte um 16:42 Uhr wörtlich: Beide Eingänge schließen wir jetzt.„“

Dazu berichtet Spon am 04.09.2010:

„Die erste Konferenz, in der die Behörden mit dem Veranstalter (sog. TK2, lt RA Berstermann auch vom Veranstalter einberufen) über die fatale Überfüllung des Tunnels und der Eingangsrampe berieten, kam erst um 16.39 Uhr zustande. Noch während des Krisengesprächs (Dauer: zehn Minuten und elf Sekunden) gab es offenbar bereits Schwerverletzte. „Da war das Unglück höchstwahrscheinlich nicht mehr zu verhindern“, sagte ein Ermittler dem SPIEGEL. Die Schaltkonferenz sei „chaotisch und undiszipliniert“ verlaufen; man habe Maßnahmen diskutiert, die kaum noch hilfreich gewesen wären – etwa die Öffnung eines weiteren Ausgangs auf der Nordseite. Der Stabsleiter der Polizei (Jörg Schalk) habe schließlich verkündet, dass Beamte gerade dabei seien, die Eingangsschleusen in den Tunnel zu sperren – was um 16.55 Uhr auf der Westseite auch geschah. (..)“

Borisengin auf dem Weg in den Tunnel.

16:41 UhrDer Spiegel berichtet:

„Um 17 Uhr sollen sich zwei Polizisten aus Bochum auf dem Love-Parade-Gelände melden. Die Beamten waren als Besatzung für einen Gefangenentransporter eingeteilt, mussten die Kollegen der Frühschicht ablösen. Mit ihrem (grünen) VW-Bulli (vgl hier) erreichten sie um 16.41 Uhr den Westeingang und wurden zum Tunnel durchgelassen. Sie hätten überhaupt nichts von der Lage weiter vorn gewusst, sagte der Fahrer später aus. Der Polizeifunk sei ausgeschaltet gewesen. Das lag daran, dass sie die Pläne mit den Funkkanälen erst später, am Einsatzort, erhalten sollen. (..)“

Selbst wenn sie keinen Funk hatten, es gab doch Beamte an der Schleuse, die haben den Bulli nicht aufhalten können?

16:42 Uhr – Polizeifunk:

 Jupiter 17/31 an Jupiter 20/07
„Leute, die uns entgegenkommen, die führen massiv Beschwerde darüber, dass im weiteren Bereich Veranstaltung, ich sag mal, die Leute reihenweise umkippen und es keine Möglichkeit gibt, da wieder raus zu kommen, weil immer noch Zufluss in Richtung der Veranstaltung möglich ist.“
„So wie ich gerade hörte, ist Veranstaltungsgelände kein Zufluss mehr. Es wird keiner mehr hingelassen.“
Das wär mir jetzt aber neu.“
„Das wurd hier gerade so gesagt.“
Ja dann müsste man das hier an der Sperre noch mal umsetzen. Die Sperre. Also, von der Düsseldorfer Straße aus kommend, da laufen immer noch Leute rein.“
„Ich geb das weiter. Soll auch über LauKw kommuniziert werden.“

16:43 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 20/07 an Jupiter 17/31
„Um jetzt irgendwelche Befehlswege zu beschleunigen, würde ich jetzt versuchen, sofort an die Kräfte ranzugehen und denen mitzuteilen, dass die Zuflussregelung aus Richtung der Düsseldorfer Straße/ Karl-Lehr-Straße jetzt ab sofort unterbunden wird.“
„Kurz EB, komm sofort neu.“

Reiterstaffel auf der D’dorfer Str.

16:44 Uhr DerWesten tickert:

„“Wir haben ein kontrolliertes Massenproblem„, erklärt Jürgen Karlisch, Sprecher der Bundespolizei. Die Polizei halte die Besucher schon vor dem Eingang zum Loveparade-Gelände zurück, damit dort nicht der Druck zu groß wird.“

Derweil Leere in der Innenstadt. Etwa zur selben Zeit ist planetacetaterecs kurz vor der Vereinzelungsanlage. Der Bereich ist nun erstaunlich leer, was darauf hindeutet, dass zuvor Zäune geöffnet, bzw Zaunelemente entfernt wurden, was sich im konkreten Bildervergleich bestätigt. Ordner sind anwesend, scheinen aber allenfalls stichprobenartige Kontrollen durchzuführen. Fotograf Uwe G. in einem xtranews-Interview:

Frage: „Gegen 16.45 Uhr jubelte plötzlich die Masse. Was war da los? Sie kommentierten: „…die Kreuzung leerte sich zügig. Die Menschen strömten in den Tunnel. Das spricht dafür, dass die Schleusen vor dem Tunnel geöffnet wurden.“
Uwe G: „Ja, das war seltsam. Die Kreuzung, die den ganzen Tag mit Menschen übervoll war, leerte sich fast schlagartig. Irgendwas hatte sich getan. Auf meinem Foto sieht man noch die Absperrgitter, wahrscheinlich hatte man „grünes Licht“ für den Durchgang gegeben. Ist aber nur eine Vermutung. Der Blick in den Tunnel war wirklich beängstigend. Ich habe solche Menschenmassen auf so kleinem Raum noch nie gesehen. Auf der Kreuzung herrschte danach entspanntes Treiben.“

Polizeifunk:

Jupiter 20/23 an Jupiter 20/07
„Also wir stehen jetzt hier in der Düsseldorfer Straße an der Durchlassstelle. Die wird jetzt geschlossen aufgrund der Überfüllung des Veranstaltungsgeländes. Das heißt, der Druck könnte unter Umständen hier wieder zunehmen, aber erstmal ist hier alles noch entspannt. Der Verantwortliche von der Security bittet darum, Kontakt mit der Stadt aufzunehmen, ob die hier ein paar Besen hinzaubern können, wegen der Verminderung der Schnittverletzungen.“
„Ja, das ist ja ein doller Wunsch.“
„Bibi Blocksberg. Dann mal los.“

Jupiter 17/31
„Hier ist nochmal der Jupiter 17/31. Also ich geh davon aus, dass die Sperre jetzt aufgehoben bzw. die Sperre jetzt greift und der Zufluss jetzt absolut erledigt ist, also unterbunden wird, richtig?“
Ich kann dir leider noch keine Antwort geben. Hier ist gerade ’ne große Konferenz mit dem Abteilungsführer. Deswegen warte ich da drauf.“

ca. 16:45 UhrJennyGilli2009 auf dem Weg in den Tunnel. Es sind einige Sanitäter zu sehen, jedoch keine Polizei oder Security.

16:47 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 24 (?) an Jupiter 20/23
„Folgendes: Security sagt mir, die machen noch nicht ganz zu. Die lassen jetzt nur noch teilweise Leute wieder rein und wollen das dann irgendwann ganz zu machen. Aber das kann noch dauern.“
Grundsätzlich ist ja auch der Veranstalter dafür verantwortlich.
„Ja, war auch nur zur Kenntnis.“
In einem Lupusbeleg von 15:18 Uhr heißt es jedoch: „Der EA hat nach Weisung des PF (Polizeiführers) auf den Veranstalter einzuwirken, dass eine Schließung nur in Absprache mit der Polizei zu erfolgen hat.”

16:48 UhrZitat Der Spiegel:

„(..) Erst um 16.48 Uhr kommt aus dem Führungsstab der Polizei endlich der Notstopp-Befehl, beide Eingänge und die Vorsperren auf dem Weg dorthin zu schließen. Sofort, total, rigoros, mit der 18. Hundertschaft (Recklinghausen), die – endlich – als Verstärkung an die Westschleuse geschickt wird. Es dauert am Ende nur ein paar Minuten. Dann ist geschafft, was schon viel früher hätte passieren müssen: den Ansturm der Raver komplett zu stoppen. (..)“

Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Frage an den Veranstalter am dem PF, die Stellen Ost und West Karl-Lehr-Straße sind für Sie zu öffnen, dass wir die Leute hier raus kriegen (Rampe) und dann auch noch Fluchttore an 59 öffnen (…unverständlich) in dem Bereich hier (…unverständlich) wir haben ein Gedränge vom allerfinstersten.“

16:51 Uhr – raar in der gut gefüllten Friedrich-Wilhelm-Str und Grzegorz ist kurz vor dem Westtunnel, wo Besucher noch immer Einlass finden.

16:52 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/07 an Jupiter 12/10
„Stehst du schon Karl-Lehr-Straße/Ecke Düsseldorfer?“
„Mit einer Gruppe.“
„Mit nem kompletten Zug dahin, die Sperre sofort zuziehen.“
„Was ist mit Sperre gemeint?“
Den kompletten Zugang zum Tunnel unterbinden.“
„Im Bereich der Vereinzelungsanlage?“
„Richtig.“

Jupiter 20/11 an Jupiter 20/15, Jupiter 20/17
„In Richtung Vereinzelungsanlage und zügig.“
„Zügig zur Vereinzelungsanlage, verstanden.“
„17 auch mit?“
„17 mit und wir sind unterwegs.“

Jupiter 20/07 an Jupiter 20/11
„Also, wir werden jetzt mit unseren Gruppen die Vereinzelungsanlage zur Hilfe nehmen und da komplett sperren.“
„Jawoll.“

16:55 Uhr – lt. Rechtsanwalt Berstermann findet die dritte Telefonkonferenz statt:

„Dort wurde auch weiter intensiv über Maßnahmen diskutiert. Zu diesem Zeitpunkt – die ging bis 17:12 Uhr – war den Beteiligten noch gar nicht bekannt, dass überhaupt etwas passiert war.“

Lt. Polizei-Abschlussbericht wird der westliche Zugang nun abgeriegelt. Zitat Polizeiinspekteur Wehe am 04.08.10 vor dem Innenausschuss (Seite 60):

„(..) Die Polizei hat, nachdem sie festgestellt hatte, dass der Veranstalter eben nicht durch die Ordner die Einlassstelle an der Düsseldorfer Straße gesperrt hatte, zunächst veranlasst, dass das herausgenommene Gitter wieder eingesetzt wurde, was um 16:40 Uhr umgesetzt wurde. Jetzt waren zwar alle Gitter zu, aber die Menschen liefen immer noch durch die Schleusen. Als das nicht unterbunden wurde, hat die Polizei nach dem uns vorliegenden Bericht selbst durch eine Polizeikette um 16:55 Uhr den Zugang final gesperrt. Bis dahin sind weiterhin Menschen in den Tunnel geströmt. Der Druck war entsprechend groß. (..)

Polizeifunk:

Jupiter 20/07 an Jupiter 02
„Wir haben hier gerade den Auftrag bekommen, den Tunnel zum Veranstaltungsgelände Karl-Lehr-Straße zu sperren. Wir bräuchten dort mal den LauKw hin, damit der dat auch kommuniziert.“
„LauKw – da haben wir einen Ausfall, da müsste die Karaoke Box genutzt werden.“

Jupiter 17/07 an Jupiter 02
„Wir bräuchten mal n Sani Düsseldorfer Straße, Star Tankstelle (…unverständlich) jemand kollabiert.“

16:56 Uhr – kaum Publikum in der Innenstadt (Fußgängerzone Königstr.)

16:59 Uhr DerWesten tickert:

„Der Stau vor dem Eingang zum Festival-Gelände beschäftigt mittlerweile die 2000 Einsatzkräfte der Landespolizei. Und aus der Innenstadt strömen weiter Menschenmassen Richtung alter Güterbahnhof. „Um den Druck Richtung Loveparade-Areal rauszunehmen, stoppen wir von Zeit zu Zeit den Zufluss über die Karl-Lehr-Straße“, erklärt Polizei-Sprecher Jürgen Kieskemper. Er beobachtet das Geschehen vom Hoist-Hochhaus aus und glaubt, „dass noch genug Platz auf dem Gelände ist“. Dennoch: Der Rückstau am Eingang reicht mittlerweile bis in den „gelben Bogen“, die Unterführung der Karl-Lehr-Straße. Von dort berichten Besucher von Panik. Davon sei ihm nichts bekannt, so Kieskemper.“

17:00 Uhr Kommentator Steffen Eisermann erreicht die Düsseldorfer Str. südlich der Karl-Lehr-Str.:

„Ich kam um 17.00 uhr mit der völlig überfüllten U79 aus düsseldorf in duisburg grunewald an. dort endete die fahrt. ordner sagten uns wo wir langlaufen sollten. da uns bereits leute entgegen kamen, die sagten es sei alles verstopft und man komme am eingang nicht rein, sind wir richtung autobahn abgebogen und wollten versuchen von hinten auf das gelände zu kommen. an der autobahnauffahrt standen überall polizisten, unter der brücke sanitätsfahrzeuge und feuerwehr, wir haben die polizisten gefragt wie man auf das gelände kommen kann, schulterzucken und der hinweis man solle zurückgehen und den ausgeschilderten eingang nehmen. wir sind dann in einem großen trupp quer über die schotterfläche gelaufen, an einem mit EXIT gekennzeichneten Tor verwehrte man uns den eingang „wir dürfen hier keinen raus und rein lassen, das ist nur für notfälle, geht zurück zum eingang“. Es war nichts los an diesem EXIT-Tor! wir kletterten schließlich über den bauzaun und waren 17.45 uhr auf dem veranstaltungsgelände.“

Wissenschaftler Dr. Dirk Oberhagemann geht in seiner Analyse davon aus, dass sich zum jetzigen Zeitpunkt etwa 350 000 Loveparade-Besucher in der Stadt befinden.

17:05 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 20/32 an Jupiter 20/07
„Schick uns mal ’nen Sanitäter zum Eingangsbereich der LZB (Landeszentralbank D’dorfer Str.), wo ihr auch steht. Wir haben zwei Frauen. Mehr oder weniger Nervenzusammenbruch. Die kommen aus dem Bereich Tunnel. Um die muss man sich einmal kümmern und (…unverständlich) die Info, dass da wohl regelmäßig Leute niedergetrampelt wird, werden und man auf denen rumtrampelt.“
„Der Lü kommt zu dir, weiß Bescheid.“

17:07 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 28/07
Die Gitter im Bereich Düsseldorfer Straße/Karl-Lehr-Straße werden von der Seite durchbrochen. Personen laufen in Richtung Veranstaltungsbereich.“

17:09 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 28/07
„Starker Personenandrang auf Sperrkette. Jupiter 28/41 steht an durchbrochener Stelle im Zaun, kann sie aber halten.“

17:10 Uhr – erst jetzt erhält die UHS an der Kreuzung D’dorfer / Karl-Jarres Str. lt DRK-Pressesprecher R. Mrosek eine Meldung, vgl hier:

„(..) Insgesamt 40 Rotkreuzler aus dem Kreisgebiet verrichteten ihren Dienst dort, wo die Katastrophe ihren Lauf nahm: am Tunnel, der für so viele Raver zur Todesfalle wurde. „Wir hatten dort unsere Unfallhilfsstelle eingerichtet. Zunächst sah es nach normalem Tagesgeschäft aus. Zu tun hatten wir bereits vorher, aber dann kam um 17.10 Uhr die Meldung, das irgendetwas nicht stimmt„, sagt Mrosek. (..)“

17:11 Uhr – vier Sanitäter des DRK bewegen sich Richtung Vereinzelungsanlage.

17:13 Uhr – Adam auf dem Rückweg in der Karl-Lehr-Str.

17:14 UhrKarl-Lehr-Str: bedrückte Gesichter, Menschen schauen auf ihre Handys.

ca. 17:15 Uhr – Kevin Voigt steht am mittlerweile abgeriegelten Zugang zum Tunnel und beobachtet zahlreiche Besucher, die trotzdem noch versuchen, aufs Gelände zu kommen, indem sie die Absperrung überwinden. Andreas Pape meint:

„(..) Ab 16 Uhr machte dann das Gerücht die Runde, die Polizei habe das Gelände wegen Überfüllung geschlossen, es würden keine weiteren Gäste mehr auf das Glände gelassen. Zu diesem Zeitpunkt wurde aus Unmut offener Zorn, der sich darin auswirkte, dass mehrere hundert wütende Gäste die Absperrungen rund um die Sicherheitsschleuse durchbrachen und durch abgesperrte Vorgärten und über Hinterhöfe zum Tunnel und in diesen hineindrängten! Ein Polizist der Bereitschaftspolizei sagte zu mir ratlos, was sie denn hätten machen sollen, um die Leute davon abzuhalten, die Sicherheitmaßnahmen zu umgehen. Sich in Zweierreihe mit Schlagstöcken aufbauen? Dann hätte am Montag in der Zeitung gestanden: „Polizei geht mit Schlagstöcken gegen friedliche Raver vor …“ (..) Da passt das Zitat eines Polizisten der Verkehrspolizei, der im Gespräch mit mir meinte: „Ich habe noch nie so viele Hirnamputierte auf einem Haufen gesehen …„“

Andreas Pape ist nun in der Karl-Jarres-Str. und fotografiert unzählige Einsatzwagen der Polizei.

17:18 Uhr – Adam beobachtet, wie einige RTW versuchen, zum Unglücksort vorzudringen. Etwa zu dieser Zeit wurde auch dieses Video aufgenommen.

17:20 Uhr – ebenfalls Andreas Pape:

Rettungskräfte versuchen verzweifelt, durch die überrannte Sicherheitsschleuse zu den Verletzten zu kommen.“

Dazu heißt es bei rettungsdienst.de:

„(..) das Problem war weniger der Mangel an Einsatzkräften, sondern in der Akutphase sicherlich die Zuführung der Einheiten in das immer noch überfüllte Unglücksareal. Erst viel später, als sich der Tunnelbereich geleert hatte, konnte die Einsatzlage strukturiert abgearbeitet werden. Wie lange die Einsatzkräfte benötigten, um die 342 Verletztenfälle zu behandeln, dokumentiert die Tatsache, dass sogar noch um 21 Uhr weitere Kräfte herangezogen wurden. (..)“

Der Bereich ist nun deutlich leerer…

17:23 UhrEintrag:

„Lopa: VIP-Eingang wird überrollt, Mercatorkreisel überfüllt mit Menschen – Hoisthochhaus kann das nicht bestätigen. 43/11: Menschenmassen steigen über Autos, Sperrung A59 ab B288 in beide Richtungen.“

Quad0202 meint:

„der Eingang am Presse Haus der nicht auf gemacht wurde aber alles leer war. aber etwas später wurde der Zaun erfolgreich gestürmt! das hätte es alles verhindern können war Platz ohne Ende. Den zweiten Zaun haben sie dann freiwillig für uns geöffnet! wir waren aber ca. nur 100 Leute (..)“

17:25 Uhr – Adam auf der Düsseldorfer Str.

17:27 Uhr – nofel72 auf der Saarstr. am Hbf, wo er auf Neuankömmlinge trifft.

17:28 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 02 an Jupiter 09
„Der NAF (Notarzteinsatzfahrzeug) ist verständigt.“
„Immer noch auf unseren RTW Königstraße/Friedrich (sic! König!)-Heinrich-Platz. Die Sache mit dem Blinddarm.“
„Wird schon verständigt sein. Ich kümmer mich.“

ca. 17:30 Uhr – Eintrag:

„Bundespolizei wurde zur Verstärkung zum Eingang Mercatorstr. gerufen“ (VIP-Eingang im Norden des Geländes).

Ach… bei diesen paar Leutchen am VIP (!)-Eingang wird gleich die BP zur Verstärkung gerufen? Die hätte man mal früher zur Westschleuse geschickt, das wäre wichtiger gewesen und hätte evtl Leben gerettet!
Etwa zur gleichen Zeit (?) beobachtet energizerNo1 wie weitere Rettungsfahrzeuge in die Karl-Lehr-Str. einfahren. Die Polizei fordert die Wartenden eindringlich auf, die Kreuzung zu verlassen. (die Zeitangabe stammt vom Einsteller des Videos, mein Eindruck ist, dass es einige Zeit später entstanden sein könnte, wenn man es mit gigapartyraver von 17:35 Uhr vergleicht) Von Süden strömen noch immer Besucher in Richtung Kreuzung, wobei es sich auch um Heimgänger handeln könnte, wie z.B. BiJenny, die vom Südwest-Ausgang kommend zum Bahnhof möchte.

17:32 Uhr – Adam auf der D’dorfer Richtung Mercatorstr. Polizeifunk:

Jupiter 28/07
„Ich bräuchte dringend zwei RTW. Einen zur Düsseldorfer-Straße/Karl-Lehr-Straße nach Widerstand Festnahme. Festgenommen eine Person mit Schnittverletzungen aufgrund der Scherben auf der Straße an allen Extremitäten. Den zweiten RTW dringend Düsseldorfer Straße/Eichenstraße, nach Quetschungen in der Menschenmenge braucht da eine Person dringend einen RTW.“
„Wir geben das weiter ohne Gewähr, weil momentan werden alle Rettungskräfte im Bereich der Rampe gebraucht. Aber es wird weitergegeben.“
„Ja, ist schon klar. Nur zur Kenntnis.“

17:33 Uhr – Adam an der Star-Tankstelle.

17:34 Uhr – Adam ist nun an der Absperrung Düsseldorfer/Mercatorstr. angekommen, wo noch viele Menschen auf Einlass hoffend warten. Auch ein Kamerateam ist unterwegs. BiJenny auf Höhe des Präsidiums mit Lautsprecherwagen:

Die Loveparade ist auf unbestimmte Zeit wegen Überfüllung geschlossen. Bitte gehen Sie nicht weiter Richtung Veranstaltungsort.“

Eintrag Einsatztagebuch: „Durchsage an Alle! Eigensicherung steht über Allem!

ca. 17:35 Uhr – ELeMeNT22 filmt, wie zwei Rettungswagen durch die Absperrung D’dorfer Str. Richtung Karl-Lehr-Str. eilen. Auch gigapartyraver beobachet an der Kreuzung vor dem Tunnel, wie Tausende noch versuchen, zum Gelände zu gelangen. Die Polizei fordert auf, nicht weiter gegen die Sperren zu drängen, da sie nicht mehr zur LP durchgelassen werden, der Veranstalter habe die Party beendet. Ein RTW versucht durchzukommen. LuceVegas filmt zeitgleich eine Festnahme. Polizeifunk:

Unbekannt an Jupiter 01 (?)
„Ich brauch zwei mal ein RTW. Einmal für den Bereich Düsseldorfer Straße/Karl-Lehr-Straße, das ist eine Person nach Widerstand und einmal im Bereich Düsseldorfer/Eichenstraße, das ist wohl eine Person, die hat Quetschungen erlitten aufgrund der Tummeligkeiten im Tunnel.“
„Örtlichkeit hab ich nicht verstanden.“
„Düsseldorfer/Eichenstraße.“
„Ich hab verstanden, beides Mal nen RTW, ich hab verstanden.“

17:38 Uhrnofel72 in der Nähe des Hbf., berittene Polizei auf der D’dorfer Str.

17:39 UhrEinsatzwagen an der Düsseldorfer Str. südlich der Karl-Lehr-Str. DerWesten tickert:

„Wir müssen draußen bleiben: Jetzt ist das Loveparade-Gelände tatsächlich gesperrt, bestätigt Jürgen Kiskemper, Sprecher der Landespolizei. Die Polizei macht auf den Zugangswegen weiter entsprechende Ansagen. Außerdem sind die so genannten „Entfluchtungstore“ des Geländes geöffnet worden, damit die Besucher an den ehemaligen Güterbahnhof verlassen können. Der Druck nehme ab, so Kiskemper.“

ca. 17:40 UhrSperre Düsseldorfer-/Mercatorstr. Ein Polizist fordert per Megaphon dazu auf, die Straße für die RTW freizumachen und woanders feiern zu gehen, die Loveparade sei vom Veranstalter beendet worden – warum, bleibt aber scheinbar unklar. Heftig, wieviele Besucher zu der Zeit noch auf Einlass hoffen!

17:43 Uhr – ronydzcp filmt von der Karl-Jarres-Str. und CrispyRythm auf der D’dorfer Str. einen Polizeiwagen mit Lautsprecherdurchsage & Laufschrift:

„Loveparade beendet! Bitte verlassen sie die Veranstaltung!“

ca. 17:45 Uhr – kitillmann filmt aus Richtung Kremerstr. die Düsseldorfer/Mercatorstr. RTW kommen aus allen Richtungen und behindern sich fast gegenseitig. Dieselbe Szene von thedentist84, elliot1964 und peppelepee aus Richtung D’dorfer Str.

17:50 UhrD’dorfer Str. mit Polizei & THW.

18:00 UhrBericht von Nicolas:

„Wir sind vom Gelände runter. An einer Kreuzung der Straße, die durch die Tunnel führt, haben Polizei, Rettungsdienst, THW und Feuerwehr ein Lager aufgebaut, an der Straße stehen unzählige Autos von Einsatzkräften aus dem gesamten Ruhrgebiet. Immer mehr Rettungskräfte kommen uns auf dem Weg zum Auto entgegen.“

Adam ist am Friedrich-Wilhelm-Platz angekommen.

18:04 Uhr – Bruder Hesekaja hat soeben den Tunnel verlassen und läuft Richtung D’dorfer Str. Auf der Karl-Lehr-Str. bilden Ordner eine Kette, es sind jede Menge Polizisten vor Ort, einige bewegen sich Richtung Tunnel, es wurde ja inzwischen Verstärkung angefordert.

18:09 UhrD’dorfer Str., Haltestelle Karl-Jarres-Str.

18:11 Uhr – ostehr steht an der Kreuzung D’dorfer/Mercatorstr. Die Besucher werden weiterhin von der Polizei per Lautsprecherdurchsage aufgefordert, den Weg für die Rettungsfahrzeuge frei zu machen.

18:16 Uhr – Adam am Ambulance-Truck. ronydzcp filmt auf der Düsseldorfer Str. einen Polizeibulli mit Laufschrift: „Loveparade wegen Überfüllung geschlossen“:

„Wir waren zum Glück nicht im Tunnel drin, und kamen kurz nach der Sperrung an. Zu diesem Zeitpunkt wurde uns gesagt, dass in zwei Stunden wieder Leute auf das Gelände gelassen werden würden.(..) Auch die Polizei war von den Organisatoren – der Stadt Duisburg – schwer enttäuscht.“

18:20 Uhr – Rettungswagen auf der D’dorfer Str. südlich der AS DU-Hochfeld.

18:35 Uhr – entspannte Stimmung am Friedrich-Wilhelm-Patz.

ca. 18:40 Uhr – ein Trupp THWler oder Feuerwehrmänner auf der Karl-Lehr-Str.

18:45 Uhr – achimh an der abgesperrten Kreuzung Mercator/Düsseldorfer Str.

18:47 Uhr – der Bereich scheint nun recht leer. B4llistic auf der Friedrich-Wilhelm-Str.. Viele Heimgänger strömen Richtung Hbf.

ca. 19:00 Uhr – Situation auf der D’dorfer Str. auf Höhe der Autobahnabfahrt DU-Hochfeld.

19:04 Uhr – RonnieDuisburg2010 auf der Friedrich-Wilhelm-Str. südlich des Ambulance-Trucks, der scheinbar zurzeit nicht bespielt wird.

19:15 Uhr – weitere Funkprobleme im 2-Meter-Band.

ca. 19:35 Uhr – lt. Diözesanreferent Notfallvorsorge Thorsten Heß wird landesweiter Katastrophenschutzalarm ausgelöst.

ca. 19:44 UhrStraßenparty am Ambulance-Truck.

19:45 Uhr – Eintrag Einsatztagebuch:

„Keiner mehr aufs Gelände, nur noch runter.“

ca. 20:00 UhrZitat aus einem Augenzeugenbericht:

„(..) irgendwann gegen 20 uhr machten wir uns dann auf den weg zum u.bahnhof am könig-heinrich-platz und was da in der innenstadt und auf den straßen los war, war unfassbar. keine glücklichen güppchen mehr die grölend durch die straßen ziehen, sondern verstörte jugendliche die teilweise alleine am strassenrand sassen, telefonierten. massenandrang vor der Polizeistation.(..)“

20:31 Uhr – Eintrag Ordnungsamt:

„Im PP (Polizeipräsidium) sind 9 Seelsorger. Sollten unsere Mitarbeiter entsprechend um Hilfe gebeten werden, kann diese dort gewährleistet werden.“

ca. 20:56 Uhr – TheKlexMusic vor dem VIP-Eingang am Mercatorkreisel, wo aber niemand hineingelassen wird.

ca. 20:57 Uhrebenso.

21:23 Uhr – obere Friedrich-Wilhelm-Str. am Hauptbahnhof.

21:26 Uhr – achimh in der Karl-Jarres-Str. mit Polizei.

21:35 Uhr – achimh an der Kreuzung Karl-Lehr-Str. mit Polizei.

21:38 Uhr – Sanitäter des DRK Euskirchen im Einsatz am Hbf.

ca. 22:00 Uhr – illegal1200 feiert am Friedrich-Wilhelm-Platz.

22:29 Uhr – Eintrag:

„Float am Friedrich-Wilhelm-Platz gestürmt. Polizei zur Unterstützung angefordert.“

Youtuber GabberBehle meint dazu:

„Also ich stand direkt vor der Sparkasse und habe davon gar nichts mitbekommen… Polizei war zwar anwesend, aber mehr auch nicht!“

ca. 22:39 Uhr – 19CSM91 filmt die Party am Ambulance Truck… noch mit Beleuchtung.

22:56 Uhr – Eintrag:

„Float auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz wird aufgegeben. Nach massiver Bedrängnis & ohne fehlende (?) Unterstützung der Polizei muss der Float aufgegeben werden. Polizei hat keine Möglichkeit, die Außendienstkräfte zu unterstützen.“

23:07 Uhr – die Party geht weiter… auch ohne Beleuchtung…

23:32 Uhr – Eintrag:

„Bühne am Fr-Wilhelm-Platz soll von vier Ordnungskräften unterstützt werden bis die Einsatzhundertschaft eintrifft.“

23:56 UhrEintrag:

„15 Ordnungskräfte zur Bühne Friedrich-Wilhelm-Platz beordert.“

00:40 Uhr – Dajopa87 beobachtet die Abfahrt der Einsatzkräfte an der UHS 91/1 am Nebeneingang des Hbf (Saarstr.)

00:49 Uhr – Eintrag:

„Float auf Friedrich-Wilhelm-Platz ist aus.“

03:22 UhrBlick vom Friedrich-Wilhelm-Platz in die leere Friedrich-Wilhelm-Str.

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## PART II – der Westtunnel

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Überwachungskameras 14 & 15

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09:54 Uhr – Polizeibeamte stellen fest, dass es im Tunnel Probleme mit der Funkverständigung gibt. Funkmitschnitt:

001 an Wedau 15
„Außerhalb des Tunnels, klar und deutlich.“
„Ja, jetzt bist du auch gut zu verstehen, ohne Rauschen ohne abgehacktes Gestummel.“
„Ja, das ist interessant für den Notfallplan, also innerhalb des Tunnels ist keine Verbindung möglich.“

Auswertung Kriminalhauptkommissar K.:

Konsequenzen aus dieser Verständigungsprobe werden offensichtlich nicht gezogen! (…) Verständigungsprobleme im polizeilichen Funkverkehr führen in der „heißen Phase“ des Einsatzes zu entscheidenden Zeitverzögerungen! Dass es in diesem Bereich offensichtlich um bekannte Funkprobleme handelt, wird durch die Aussage des POK P. vom 09.08.2010 bestätigt!“

Aus einer Zeugenvernehmung:

Frage der Staatsanwaltschaft: „Wurde Ihnen ein Funkgerät für den Einsatz zugeteilt?“
Antwort POK P.: „Mir wurde kein Funkgerät für den Einsatz zugeteilt. Es war im Vorhinein bereits bekannt, dass im Tunnelbereich sowie auch in Teilabschnitten des Einsatzbereichs die Funkverbindung nicht funktioniert. Aus diesem Grund war für mich das vorrangig geschaltete (sicher?) Handy als Kommunikationsmittel vorgesehen.“

Im Polizeibericht dagegen heißt es:

„Durch das Polizeipräsidium Duisburg wurden schon inder Planungsphase umfangreiche Vorbereitungen zur Gewährleistung einer reibungslosen Funkkommunikation für den Veranstaltungstag durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden mit weiteren Sicherheitsbehörden – u. a. der Feuerwehr – erfolgreiche Funktests durchgeführt. (..)“

Die Rheinische Post berichtet im September 2010:

„In einem Gespräch mit unserer Zeitung schilderten jetzt drei Polizeibeamte, die am 24. Juli bei der Loveparade im Einsatz waren, ihre Eindrücke. Sie wollten ihren Namen nicht nennen. Öffentliche Kritik am Dienstherrn habe berufliche Konsequenzen, sagen sie. Die Loveparade band … das komplette Duisburger Polizeipersonal. Keiner der drei war am Unglücksort eingesetzt. (..) Sie sind alle auch sicher, „dass unsere oberste Heeresleitung eklatante Fehler bei der Vorbereitung und Durchführung gemacht hat.“ Welche Fehler? „Jeder Polizist in Duisburg kennt die Funkstörungen, die auftreten, wenn man in den Karl-Lehr-Tunnel fährt„, sagte einer der drei. (..) Während des gesamten Tages bekamen alle drei Beamten immer wieder mit, wenn auf der Strecke Polizeikräfte benötigt, ein Abschleppwagen oder ein Rettungsfahrzeug geordert wurden. „Nur aus dem Tunnel hörten wir nichts, auch nicht, als dort die Situation eskalierte.“ Dass die Einsatzkräfte auf der Rampe und die an den Tunneleingängen keinen Funkkontakt gehabt haben könnten, „da sind wir sicher.“ Anders ließe sich nicht erklären, warum der Zugang zum Gelände gesperrt wurde, ohne gleichzeitig die Sperren an den Tunneleingängen zu schließen. Von der Katastrophe hätten sie erst nur durch die Rettungskräfte erfahren, die über ein digitales Funknetz verfügen. Das funktioniere im Tunnel.“

Gonzo50 fragt:

Warum ist dann die zentrale Stelle im Tunnel, der Container des crowd-managers, nicht mit kabelgebundener Nachrichtentechnik , alternativ Richtfunkstrecke, versorgt worden?
Ein simpler Telefonanschluß wäre hier ausreichend gewesen, ist kein Hexenwerk, auch nicht teuer und auch temporär realisierbar (gibts an jeder größeren Baustelle).Loveparade – Staatsanwaltschaft entlastet Polizei | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/nachrichten/loveparade-staatsanwaltschaft-entlastet-polizei-id4668300.html#plx355421896

„(..) Warum ist dann die zentrale Stelle im Tunnel, der Container des crowd-managers, nicht mit kabelgebundener Nachrichtentechnik, alternativ Richtfunkstrecke, versorgt worden? Ein simpler Telefonanschluß wäre hier ausreichend gewesen, ist kein Hexenwerk, auch nicht teuer und auch temporär realisierbar (gibts an jeder größeren Baustelle).“

ca. 12:15 Uhr – focuslimiter im Tunnel. Rechts und links beobachten mehrere Polizeibeamte die Lage.

12:30 Uhr – Bruder Hesekaja hat den Westtunnel erreicht. Es ist ziemlich voll und auch von Osten strömen die Massen Richtung Rampe.

12:52 Uhr – Auswertung Kriminalhauptkommissar K.:

„(..) Ab 12:52 Uhr kommen die ersten Meldungen vom EA Schutz der Veranstaltung, dass der Tunnel-Karl-Lehr-Straße vollläuft.“

13:00 Uhr Ulrich Strauch: „Alles war so friedlich und fröhlich.“

13:35 UhrPeter Truhlar im Tunnel.

13:41 Uhr – „Crowd Manager“ Carsten Walter hat den Container verlassen, an der Nebenrampe ein kurzes Gespräch mit Polizisten und Ordnern geführt, um nun in Begleitung eines Schutzpolizisten (vermutlich der Verbindungsbeamte) und einigen Ordnern Richtung Westschleuse zu laufen, vgl hier.

13:47 Uhr – vom Osttunnel kommend fährt ein Johanniter-RTW Richtung Schleuse.

13:49 Uhr – nach mindestens 67 Minuten Warterei hat Alf den Tunnel erreicht…

13:58 UhrCarsten Walter auf dem Rückweg zum Container.

14:00 Uhreminemd12333 erreicht den Tunnel, den er in etwa 1Min 40Sek passiert hat.

„Boah kumma, die ganzen Leute, ey“

14:06 Uhr – Funkspruch:

Jupiter 14/07 an Jupiter 15/10
„Die beiden Züge, die verlagert werden in der Karl-Lehr-Tunnel, sollten direkt dem 14/10 unterstellt werden.“
„Verstanden.“

14:13 UhrAndreas Bohnen im Tunnel.

14:14 Uhr ivotoby ist nach mindestens 68 Minuten Warterei endlich kurz vorm Tunnel.

14:17 Uhr – von der Nebenrampe fährt ein von fünf Beamten begleiteter (Bielefelder?) Polizeibulli in Richtung Westen und kommt zunächst auf der Karl-Lehr-Str. neben einem anderen dort abgestellten Polizeibulli zum Stehen, vgl ÜK15.

14:25 Uhr – kdher im Tunnel.

ca. 14:30 UhrCarsten Walter will Unterstützung von der Polizei anfordern, erreicht den Polizeiführer wegen angeblicher Netzüberlastung jedoch erst ca. 45 Minuten später:

„(..) es wurde immer voller. Wir mussten nun handeln. Ich brauchte, den Absprachen gemäß, nun die Unterstützung der Polizei. Ich brauchte den zuständigen Polizeiführer, und zwar ganz schnell. Nur der hätte entscheiden können, das Gelände endgültig abzuriegeln. Das war gegen 14.30 Uhr. Wir haben beide versucht, den Polizeiführer irgendwie zu erreichen. Ich über die Leitstelle der Security, der Verbindungsbeamte übers Handy.“

Den Absprachen gemäß hätte Herr Walter bzw. der Veranstalter eine Telefonkonferenz einberufen müssen, doch lt Spiegel online weiß er wohl nichts von dieser Möglichkeit? Rponline berichtet im Mai 2011:

„(..) Der Mitarbeiter soll schon im Vorfeld im Unklaren darüber gelassen worden sein, unter welchen Voraussetzungen er überhaupt entscheiden durfte, zum Beispiel die Eingänge dicht zu machen. Es könnte auch sein, dass er niemals etwas von einem Sicherheitskonzept erfahren hat. Angeblich soll sein Versuch, kurz vor dem Unglück die Leitstelle für die Situation zu sensibilisieren, abgewiesen worden sein. (..) Der (..) Sicherheitskoordinator war aber angeblich vorab nie etwa in Notfallszenarien involviert. (..)“

Auch die Frage, warum Herr Walter scheinbar keinen Kontakt zu Lutz Wagner, dem Leiter des Ordnerdienstes, sucht, bleibt offen.

14:39 Uhr – ein RTW des DRK verlässt den Tunnel Richtung Westen, vgl. ÜK14. und kommt bis 14:44 Uhr zwischen Tunnel und VA zum Stehen, vgl ÜK15.

14:41 Uhrdaweedms im Tunnel.

14:44 Uhr – redlucky101 im Tunnel.

ca. 14:45 UhrBericht von Nicolas:

„Wir sind durch. Vor uns liegt der Tunnel. Über hundert Meter lang, mit Unterbrechungen. Rund 60 Meter das längste Stück. Es ist viel los, aber ohne Gedrängel gelangen wir zur Rampe, dem Zugang zum Festivalgelände. Darüber, wo denn eigentlich der Ausgang sei, machen wir uns keine Gedanken.“

14:46 Uhr – der Polizeibulli, der um 14:17 Uhr von der Nebenrampe kam, fährt auf selbige zurück, vgl. ÜK15.

14:50 Uhr – ein Trüppchen junger Polizeianwärter (?) läuft von der Nebenrampe kommend Richtung Rampe, vgl ÜK15.

14:55 Uhr – auch TheModi2010 erreicht endlich den Tunnel. Auf Youtube berichtet er von der Sitution vor dem Eingang West:

„Nach ewig langem warten wurde mann nun durchgelassen es wurde gedängelt und selbst wenn mann zurück wollte mann hatte keine chance mann musste einfach nur warten bis es weiter ging ich wurde von 2 Mädchen mit wasser versorgt ich hatte nur gedacht kippst du jetzt um es findet dich keine sau. Am Ende sind wir durch die Absperrung gekommen und dann ging es durch den „Todes Tunnel“ wo es da noch alles recht fröhlich aussah knapp 1 Stunde vor dem Drama.“

14:57 UhrRaaVeeOL im Tunnel.

15:05 UhrCologneTina im Tunnel, wo sie auf zwei Polizeibullis trifft, die vor der Nebenrampe stoppen.

15:06 Uhrwuselfuzz hat nach ca. 55 Minuten Warterei den Tunnel fast erreicht.

15:07 Uhr – wuzelfuzz beobachet 3 Polizeibullis, wovon 2 auf die Nebenrampe fahren, der dritte bleibt auf der unteren Hauptrampe, vgl ÜK14. Sabi kurz vor der Autobahnbrücke, wo sie von einem RTW des DRK überholt wird, der dann den kompletten Tunnel im Eiltempo durchquert.

15:08 UhrFoto von wuselfuzz.

15:09 Uhr – wuselfuzz beobachtet einen Trupp von mindestens sieben Polizisten unter der Autobahnbrücke.

15:14 Uhrwuselfuzz auf Höhe der Nebenrampe.

15:15 Uhr – im Tunnel ist es nicht zu voll. Norbert unter der Autobahnbrücke.

15:18 Uhr MacCurse marschiert fröhlich durch den Tunnel.

15:20 Uhr – Situation unter der Autobahnbrücke.

15:23 UhrTheTerrorTerry trifft auf Höhe der Nebenrampe auf Ordner.

„da war noch alles ok und IM tunnel noch sehr leer, doch am ende staute es sich schon“

Drei Polizisten patroullieren durch den Tunnel in Richtung Rampe, vgl. ÜK15.

15:25 UhrMichal T hat die Autobahnbrücke erreicht. Drei Polizeibeamte sind zu sehen.

15:27 Uhr – es gibt noch keine Sperre.

15:30 UhrPavol hat die Autobahnbrücke erreicht. MrLuelle im Westtunnel, während auf der Hauptrampe der Schichtwechsel der Polizei stattfindet. Der zuständige Abschnittsführer der Polizei trifft bei Herrn Walter im Container ein, vgl hier. Auch jetzt wird keine Telefonkonferenz einberufen. DerWesten berichtet am 31.08.2010:

„(..) Hier habe sich der Abschnittsführer der Polizei direkt mit dem Crowdmanager des Veranstalters Lopavent am Fuß der Rampe gegen 15.30 Uhr in einem persönlichen Gespräch über die zu ergreifenden Maßnahmen verständigt. Die verschiedenen Stäbe seien nicht wie vorgesehen über eine telefonische Schaltkonferenz eingebunden worden. Diese Konferenzen sollten über den zentralen Landespolizeidienst organisiert werden. Dort hätten sie auch technisch aufgezeichnet werden können. (..) Das Ministerium sagte, der Veranstalter hätte für diese Absprache eine Telefonkonferenz einberufen müssen. Weiter sagte das Ministerium, über die entscheidende Konferenz gebe es keine unmittelbaren Aufzeichnungen, nur ein Gedächtnisprotokoll der beteiligten Beamten. (..)“

Laut Polizei-Hunderschaftsführer Thorsten M. gibt es ab jetzt massive Verständigungsprobleme, vgl. spiegel.de:

„Wie M. berichtete, war die Kommunikation über Handy zumindest nach seinen Feststellungen in der Zeit „von etwa 15.30 Uhr bis 18 Uhr nicht möglich, weil sich beim Wählen keine Verbindung aufgebaut habe. Auch sein Versuch, mit dem Telefon eines Untergebenen durchzukommen, sei gescheitert. Die gleichen Probleme habe er bei seinem eigenen Vorgesetzten an diesem Tag beobachtet, dem Abschnittsleiter für Rampe und Tunnel, Polizeirat Dirk H. Etwa ab 16 Uhr will Thorsten M. schließlich auch über Funk nur noch in Einzelfällen Kontakt bekommen haben, später für einen längeren Zeitraum dann gar nicht mehr.“

Laut Spiegel TV stellt die StA in ihrem Bericht fest, „dass eine Bevorrechtigung der Mobilfunkanschlüsse der Einsatzkräfte weder beantragt noch geschaltet war.“ DerWesten berichtet im Februar 2012:

Der zuständige Polizeiplaner Jörg S. hatte sich falsch informieren lassen.Konkret hatte ein Mitarbeiter des Einsatzstabes im Auftrag des Planers Jörg S . den Telefonanbieter Vodafone angerufen und um eine „Priorisierung“ der Polizeihandys gebeten. Ein Vodafone-Vertragsberater habe dann am Telefon gesagt, im Diensthandyvertrag der Polizei sei bereits eine „Priorisierung“ vorgesehen. Weiter wollte Vodafone zwei zusätzliche Sendemasten auf dem Loveparade-Gelände aufbauen. Damit sei die „ständige Erreichbarkeit“ der Polizei sichergestellt, sagte der Mitarbeiter des Einsatzstabes.
Einsatzwagen fehlten im entscheidenden MomentDass die angesprochene „Priorisierung“ nichts mit einer Vorrangschaltung zu tun hat, wussten die Planer nicht. Auch dass Vodafone keine schriftliche Bestätigung für die „Priorisierung“ geben wollte, machte sie nicht stutzig. Dabei hätte dann herauskommen können, dass nur eine förmlich beantragte Vorrangschaltung für die gewünschte Priorisierung gesorgt hätte. Der Kontakt per Handy war als zentraler Baustein der Polizei-Kommunikation auf der Loveparade gedacht.Loveparade-Planungsfehler bei Polizei massiver als bekannt | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/region/loveparade-planungsfehler-bei-polizei-massiver-als-bekannt-id6331130.html#plx1758340609

„(..) Der zuständige Polizeiplaner Jörg S. hatte sich falsch informieren lassen. Konkret hatte ein Mitarbeiter des Einsatzstabes im Auftrag des Planers Jörg S . den Telefonanbieter Vodafone angerufen und um eine „Priorisierung“ der Polizeihandys gebeten. Ein Vodafone-Vertragsberater habe dann am Telefon gesagt, im Diensthandyvertrag der Polizei sei bereits eine „Priorisierung“ vorgesehen. Weiter wollte Vodafone zwei zusätzliche Sendemasten auf dem Loveparade-Gelände aufbauen. Damit sei die „ständige Erreichbarkeit“ der Polizei sichergestellt, sagte der Mitarbeiter des Einsatzstabes. Dass die angesprochene „Priorisierung“ nichts mit einer Vorrangschaltung zu tun hat, wussten die Planer nicht. Auch dass Vodafone keine schriftliche Bestätigung für die „Priorisierung“ geben wollte, machte sie nicht stutzig. Dabei hätte dann herauskommen können, dass nur eine förmlich beantragte Vorrangschaltung für die gewünschte Priorisierung gesorgt hätte. Der Kontakt per Handy war als zentraler Baustein der Polizei-Kommunikation auf der Loveparade gedacht.“

Zur Erinnerung das Statement von Polizeiinspekteur Wehe am 02.09.2010 vor dem Innenausschuss, vgl hier Seite 95:

„(..) Nach dem, was uns berichtet worden ist, ist eine Vorrangschaltung komplett für den gesamten Einsatzzeitraum eingerichtet worden. Bis zu dem kritischen Ereignis und während des kritischen Ereignisses hat es keine Probleme damit gegeben. Lediglich ab 19:25 Uhr kam es zu Störungen. (..) Also: Es gab weder Kosten- noch Technikprobleme im Zusammenhang mit einer Vorrangschaltung.“

15:31 Uhrxbnz auf dem Weg in den Tunnel

15:32 UhrGiBlaAa im Tunnel, ebenso Pavol.

15:38 UhrKevinLIVR hat das Gelände bereits verlassen, klaus67 hat den Westtunnel erreicht:

„Im Tunnel unter der Autobahn war der Fluß der Menschen etwas dichter, aber flüssig ohne Stockungen. Direkt nach der Autobahn waren die Böschungen links und rechts abgezäunt.“

15:39 Uhrpoxx1908 im Tunnel. Vor der Nebenrampe stehen einige neugierige Besucher, die dort aber keinen Einlass finden.

15:40 Uhr – klaus berichtet:

Im Tunnel vor der kleinen Rampe ging es ebenfalls flüssig vorwärts. Der Zaun links zur kleinen Rampe war geschlossen und von Polizei bewacht.“

ÜK15 zeigt jedoch, dass der Zaun geöffnet ist & Heimgänger dort durchgelassen werden. Der ursprüngliche Plan, in der Mitte der Hauptrampe eine Kette zu errichten, wird verworfen. Bericht Polizeihauptkommissar M.:

„Die 15. Bereitschaftspolizeihundertschaft (Köln) erhält den Auftrag durch Jupiter 01/10 im Bereich der östlichen Rampe Sperrmaßnahmen durchzuführen um einen weiteren Zufluss auf das Veranstaltungsgelände zu verhindern, da im oberen Bereich östliche Rampe kein Abfluss auf das Veranstaltungsgelände stattfand und das „Stauende“ sich in Richtung Karl-Lehr-Tunnel entwickelte. Nach Besprechung wurden diese Sperrmaßnahmenanders als zunächst angedachtdurchgeführt, nämlich im Karl-Lehr-Tunnel / östliche Rampe:
– Ostseite mittig im ersten Tunnelabschnitt hinter der Einlassstelle Ost
– Westseite aus Richtung Westen gesehen unmittelbar vor der Rampe West.

Eine Abstimmung mit dem Einsatz- /Führungsstab findet offenbar nicht statt. Dazu der Stabsleiter der Polizei Jörg Schalk in einer Zeugenvernehmung, vgl hier:

„Von den im Zugangsbereich postierten Polizeiketten, die möglicherweise zur Katastrophe beigetragen haben, habe er als Stabsleiter erst im Nachhinein erfahren.“

Bei rponline heißt es gar:

„(..) Von den überrannten Polizeiketten in den Tunneln soll der Beamte (Schalk) überhaupt erst am Tag nach der Loveparade erfahren zu haben. Es soll zudem keinen Hinweis darauf geben, dass die Existenz der beiden fraglichen Polizeiketten überhaupt irgendeinem Beamten des Führungsstabes während der Loveparade bekannt gewesen ist – auch nicht dem beschuldigten Polizeiführer (Simon).“

Wie kann das sein..? Fraglich ist, inwieweit die im Polizeistab Verantwortlichen überhaupt konzentiert bei der Arbeit bzw. für Untergebene erreichbar sind; so berichtet DerWesten am 09.03.2012:

„(..) dass es nach Aussagen von Zeugen in den entscheidenden Augenblicken in der Stabsstelle der Polizei zuging wie in einem Taubenschlag. Mindestens drei Besuchergruppen samt Ministerbesuch sind in den Akten bezeugt.“

15:43 Uhr – auch diese Luftaufnahme zeigt Menschen auf der Nebenrampe. erwinsnl knipst von Float Nr. 7.

15:45 Uhr – Dokumentation Polizei, 1. BPA (Bereitschaftspolizeiabteilung):

Freigabe der westlichen Rampe zur Entlastung im Tunnel wird von PF vorgeschlagen. Ein Zug der 15. Bereitschaftspolizeihundertschaft (Köln) soll das übernehmen und die Personen vom oberen Rampenende in den Südbereich geleiten. Antwort Jupiter 01/10: Einverstanden, dazu sollte ein Zug der 15. Bereitschaftspolizeihundertschaft freigemacht werden.“

15:47 UhrÜK14 zeigt ca sechs Beamte, die Richtung Nebenrampe laufen. Kamera 15 zeigt, dass nach und nach Polizisten über die Nebenrampe in den Tunnel kommen.

15:48 Uhr – weitere sieben Beamte erreichen den Westtunnel und laufen Richtung Nebenrampe, vgl ÜK14. ZULUrapKING2010 kommt noch durch, hinter ihm wird die Polizeikette vorbereitet.

15:50 Uhr Mitteilung des Veranstalters an die Ordnungsbehörde:

„Nach wie vor große Probleme am Eingang Karl-Lehr-Tunnel; es wird überlegt, den Ausgangsgang auch für Eingänger zu öffnen.“

Ein Notarzteinsatzfahrzeug passiert mit hoher Geschwindigkeit, danach wird die Polizeikette westlich der Nebenrampe formiert.

15:51 Uhr – die Polizeikette ist nun eingerichtet und der Ausgang über die Nebenrampe wird ebenfalls abgeriegelt, siehe Kamera 15. Dunjaslappen ist genervt, weil er an der Sperre nicht weiterkommt. Cybermaus1986 wartet auf einen Begleiter, der ebenfalls durch die Sperre aufgehalten wird.

15:53 UhrCybermaus1986 wartet noch…

15:54 Uhr – und MrLunk reiht sich am Stauende ein.

15:55 Uhr der Besucherzustrom in den Tunnel lässt plötzlich stark nach, siehe Kamera 14. Besucher werden scheinbar vor der Vereinzelungsanlage aufgehalten. Lt. Polizeibericht wurde die Vereinzelungsanlage West um 15:55 Uhr geschlossen. Tehhhcoolest befindet sich auf der nun abgesperrten Nebenrampe mit Blick auf die Polizeisperre. Gegenüber unter dem gelben McFit Plakat sitzt eine Frau mit Hut, Cybermaus1986, die ebenfalls die Polizeikette filmt. Hinter dem Zaun der Nebenrampe warten Heimgänger darauf, hinausgelassen zu werden. Gesänge im Stau.

16:00 Uhr – der Zustrom in den Tunnel kommt fast zum Erliegen, siehe ÜK14. Situation im Tunnel an der Polizeikette, siehe Kamera 15.

16:01 Uhrkrefled im Stau. Die Vereinzelungsanlage West wird geöffnet, die Polizeikette 3 auf der unteren Rampe formiert.

16:02 UhrKamera 14 zeigt, dass plötzlich jede Menge Menschen in den Tunnel strömen. Lopavent behauptet, dass laut Zeugenaussagen die Polizei angeordnet habe, die Eingangsschleusen im Westen zu öffnen. Da ja bereits gegen 15:30 Uhr überlegt wurde, die Nebenrampe als Eingang zu öffnen, wäre dies durchaus denkbar. Möglich wäre auch, dass die Schleusen gegen 15:57 Uhr beim Einfahren des RTW überrannt und aufgegeben wurden. Mydnyte87 steht auf der abgesperrten Nebenrampe. Die Polizeikette ist jetzt weiter östlich aufgestellt. Kurz danach wird die Nebenrampe sowohl als Aus- & Eingang freigegeben. Bericht Polizeihauptkommissar M.:

„Bemerkung: Aufgrund der Dynamik der Lage konnte dies (was ?) so nicht umgesetzt werden, stattdessen hat die 15. Bereitschaftspolizeihundertschaft im westlichen Bereich des Tunnels hinter die östliche Rampe (hinter die westliche!!!) verlegt, so dass der Weg auf die westliche Rampe für Besucher freigegeben worden ist. Ein deutlicher Abfluss über die westliche Rampe war allerdings nicht festzustellen.“

Ein Augenzeuge berichtet in einem WDR-Interview:

„‚Ich stand direkt am Eingang… oder dort, wo die Polizei alles abgesperrt hat, und dann standen wir ungefähr so 20 Minuten drin und dann haben die links den Eingang aufgemacht. Da standen zwar Zäune vor aber die haben sie dann weggezogen, und dann durften die alle durchgehen.‘
WDR: ‚Fanden Sie das gut organisiert?‘
‚Also ich fand das richtig übel, weil man nicht nach links und nach rechts ausweichen konnte, das war ganz schlimm.'“

Heimgänger & Hinwoller drängeln nun gegenläufig durch den Stau, siehe Kamera 15. Mööke kommentiert:

„(..) als wir bei dem tunnel waren neben dem ausgang (zu der zeit noch zu) konnte man sich gar nicht mehr bewegen. die menschen standen sich im wahrsten sinne wirklich gegenseitig auf den füßen. als sie den ausgang seitlich von mir plötzlich öffneten zog natürlich die masse nach da aber ich war immernoch eingeklemmt und wäre fast gefallen hätten mich nicht 2 leute noch schhnell aufgefangen. (..)“

Polizeiinspekteur Dieter Wehe berichtet am 02.09.10 vor dem Innenausschuss:

Begleitend wurden durch die Polizei mit eigener Technik Lautsprecherdurchsagen durchgeführt. Dazu haben mir die Beamtinnen und Beamten folgendes mitgeteilt: ‚Wir haben die Menschen angesprochen und sogar angeschrien. Daneben haben wir Lautsprecher genutzt und sogar auf eine große Pappe das Wort „Eingang“ geschrieben. Dies alles, weil im Tunnel keine Beschilderung des Veranstalters vorhanden war und keine Lautsprecherdurchsagen vom Veranstalter erfolgten. Die wenigen Ordner waren offensichtlich überfordert. Nur wenige Menschen kamen unseren Aufforderungen nach. Die meisten glaubten an eine Finte („Ihr wollt uns nur zum Bahnhof zurückschicken!“) oder pochten auf ihr Freiheitsrecht („Ich darf das!“, „Ihr könnt mir gar nichts verbieten!“) weiter in Richtung Hauptrampe zu kommen.‘ (Ende der Zitate)“

Auch im Polizeibericht heißt es dazu:

„Diese Maßnahme wurde durch polizeiliche Lautsprecherdurchsagen unterstützt.“

Dazu gibt es bisher jedoch keinerlei Bildmaterial! Falls jemand zur Aufklärung beitragen kann, bitte kommentieren. Lediglich Piroschka berichtet in einem Forum, dass sie auf die Nebenrampe hingewiesen wurde – ob durch Polizei, Security oder Besucher bleibt allerdings unklar:

„wir sind genau eine stunde vorher durch diese brücke gegangen, hinter der ersten brücke sagte man (wer..?) uns, die zweite brücke bitte nicht durchqueren, es ist dort alles schon gesperrt, ihr könnt jetzt links abbiegen, dann kommt ihr auch hin. warum hat man uns da nicht schon gesagt, es ist überfüllt, kehrt bitte um, warum hat man da nicht auch schon die erste brücke gesperrt, warum-warum“

Im Zuge der Veröffentlichung der Überwachungsvideos interviewt stern.de im August 2010 einen Security-Mitarbeiter und berichtet:

„(..) Im Lopavent-„Briefing der Security im Eingang West/Ost“ vom 10. Juli ist zu lesen, dass eine „Tunnelpatrouille“ das Publikum ständig zu beobachten hat. „Bei Stau im Tunnel ist sofort der Bereichsleiter zu verständigen, Gäste sollen im Tunnel NICHT lange STEHEN BLEIBEN o. sich SETZEN“. Verstöße dagegen seien schriftlich zu dokumentieren. Dass diese Forderung ab 16 Uhr zum blanken Zynismus wird, habe, so suggeriert es das Dokumaterial, ganz entscheidend etwas mit der strategisch grob falschen Organisation der Polizeisperren zu tun. Schneider (Name geändert): „Den Verdacht hatten wir schon am Tag selbst. Ich habe mit Beamten gesprochen, die wütend auf ihre Einsatzleitung geschimpft haben, weil die nicht kapierten, was auf dem Gelände los war.“ Das bestätigt auch ein Beamter, der an dem Tag bei der Loveparade im Einsatz war stern.de. Der ganze Einsatz sei fragwürdig organisiert gewesen. Es habe keine wirklich einheitliche Einsatzleitung gegeben, lediglich Telefonkonferenzen zwischen Polizei, Rettungsdiensten und Stadt. (..)“

16:03 Uhraggrostar69 geht in den Tunnel und muss aufgrund der Polizeikette warten.

16:04 Uhr – nochmals dreamshockerPro im Stau. Ebenso Ash G .

16:05 UhrSapphire1337. SuperSoldierDaniel steht vor der Nebenrampe im Stau. Polizeifunk:

 Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Noch mal an die Zweite übermitteln, die mögen versuchen, den Ablauf vom Veranstaltungsgelände in (…unverständlich) auf der westlichen Seite unterbinden, damit wir auf diese Weise auch mal ein bisschen Druck aus dem Tunnel nehmen können. Wir werden dann den Tunnel entfluchten über diesen Weg, aber das geht nicht weil (…unverständlich) Zulauf ist.“

16:06 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/07 an den Jupiter 12/11
„So, dann noch mal für den 01. Den Tunnel über die westliche Rampe, das ist die schmalere, entfluchten, die Leute aus dem Tunnel ab (…unverständlich) ins Gelände bringen.“
„Das geht im Moment nicht, weil von oben… (anscheinend Heimgänger) in diese Rampe gehen. Die Zweite möge diese Abwanderungen unterbinden und mir dann Vollzug melden und dann (…unverständlich)“

16:07 Uhrm.vogt auf dem Weg in den Tunnel. Brummiboy knipst von oberhalb der Nebenrampe, djna71 steht unten im Gedränge.

16:08 UhrDarky0058 beobachtet den Menschenstrom.

16:09 UhrDarky0058 filmt in den Tunnel.

16:11 UhrAnnoyinSwam wartet in der Menge vor der Polizeikette, die Stimmung wirkt friedlich. Zwischenzeitlich hatte sich die Polizei wieder eine neue Maßnahme überlegt, die jedoch nicht mehr umgesetzt werden konnte. Dazu ein Bericht, vgl hier:

„Neue Aufstellung der Kräfte 15. BPH (Köln). Beibehaltung der Sperre östl. Rampe zur Verhinderung des Zulaufs in Richtung Karl-Lehr-Tunnel. Gleichzeitig langsames Vorrücken der Polizeiketten Karl-Lehr-Tunnel West und Ost in Richtung der Rampe, dort Versuch des Einrichtens einer opt. Führung in Form einer zweiten Polizeikette, um so den unkontrollierten Zulauf auf die Rampe zu unterbinden, diese opt. Führung kommt jedoch aufgrund des Druckes aus den Tunneln nicht zustande. Weiterhin Sperrung der Rampe 10 m nördlich Karl-Lehr-Tunnel, um Zufluss von oben zu verhindern.“

Bericht PHK M.:

„Der Druck auf die Sperren (Polizeiketten) im Karl-Lehr-Tunnel (Ost und West) wird so groß, dass die Sperren nicht gehalten werden können. Verlagerung der restlichen Kräfte Jupiter 25/21 aus der Umfahrung in den Bereich der Rampe.“

16:12 UhrKamera 14 dokumentiert, wie jemand den Zaun an der nördlichen Böschung bei der Autobahn verschiebt, um sich Zugang zu verschaffen. Zahlreiche Nachahmer folgen ihm, man sieht Menschen auf das „Tunneldach“ laufen. Auch 1853toni filmt erste Personen auf der Böschung. Funkspruch der Polizei:

Jupiter 12/07 an 10 (?)
„Ich höre gerade, am Punkt 190 zwischen Eingang West und Rampe ist der Zaun niedergerissen. Die Leute strömen da übers Gelände. (…unverständlich) Jupiter 01 zur Kenntnis, das wurde mir nur zur Kenntnis gegeben, wir sind rausgelöst, da müsstest du an weitere Kräfte weiterreichen.“

Bericht 4. BPH (Bielefeld) / PHK K.:

„Feststellung des Jupiter 14/21, dass im Bereich Karl-Lehr-Str., Punkt 190 des Masterplanes, die Zäune beiseite geschoben wurden und die Leute die Böschungen erklimmen, um auf das Veranstaltungsgelände zu gelangen.“

16:13 UhrVideo von 14NameNo: „Voll warm!“ swingmaster ist im Tunnel auf Höhe der Nebenrampe angekommen. Die PK2 im Osttunnel bricht und wird aufgegeben.

16:14 Uhr – Erik Wiffers unter der Autobahnbrücke.

16:15 Uhr Foto von m.vogt. Die Zäune an der Böschung stehen noch. Die Polizei filmt mit. Erik Wiffers dokumentiert den Stau an der Böschung, CarstenK88 den im Tunnel. Augenzeuge Nils H. berichtet:

„(..) „Die Luft war so dünn, wir konnten kaum atmen. Außerdem war es unglaublich laut.“ Dann drückten immer mehr Menschen nach, vorne ging’s nicht weiter. „Es dauerte keine halbe Stunde bis unsere Feier-Laune von 100 Prozent auf null runter war“, sagt der sportliche junge Mann, der es langsam mit der Angst zu tun bekam. Das einzige Mädchen der Clique hatten sie da schon in die Mitte genommen: „Die Stimmung wurde immer aggressiver.“ Es war gegen 16, 16.30 Uhr, so genau weiß er es nicht mehr.
Einer der Dortmunder sagte schließlich: „Wir müssen zurück.“ Die Neun bildeten, wie schon beim Hineingehen, eine Art Polonaise. Jeder fasste den Rucksack des Vordermannes. Ganz vorne ging der kräftige Lukas …, der der Truppe einen Weg aus der Falle bahnen sollte. „Wir haben ihn ‚Holzwurm‘ genannt, weil er sich so durchgefressen hat“, erzählt H. Schließlich erreichten sie den Tunnelausgang. Nils H: „Ich quetschte mich zwischen Tunnel und Zaun durch und lief die Böschung hoch. Oben war noch ein Zaun, den man einfach aushängen konnte, dahinter war die Autobahn. Ich winkte meinen Leute, sie sollten auch hochkommen.“ Dem Beispiel der Dortmunder folgten viele andere Besucher, die später einen Teil des Zauns niederrissen. Nur raus aus der Falle. Die neun Dortmunder gelangten von der Autobahn aufs Festivalgelände. (..)“

16:16 UhrVideo von trampelklette. Aus Richtung Osten kommen mehr und mehr Menschen an die Polizeikette, siehe Kamera 15. Patrick zoomt in den Tunnel, es ist einfach nur voll!

16:17 Uhr – Darky0058 filmt von oben, wie die Menschen am Tunnelrand die Böschung erklimmen. Auf der Autobahn sind mindestens sechs Polizeibullis zu sehen, Beamte mit Megaphonen sieht man jedoch nicht. Alice berichtet:

„Als ein guter Freund und ich endlich und nach langem Gedränge und Warten durch die 2. oder 3. Absperrung in Richtung Tunnel laufen konnten, schien erstmal nichts darauf hinzuweisen, in was wir dann reingerieten. den ersten Tunnel konnte man problemlos durchqueren, danach kamen eine steile Böschung und der nächste Tunnel… Hier sah man vereinzelt Leute, die versuchten, die Böschung hinaufzuklettern (wir machten uns noch lustig darüber, ob es denen nicht schnell genug gehe..)
Nun gut, ab in den 2. Tunnel, es wurde schon enger und drängeliger, Leute liefen zurück. wir fragten diese, warum sie umkehrten und man sagte uns, das es vorne sehr voll sei, keiner auf das Gelände gelassen wird und einige hatten keine Lust mehr hatten, rumzustehen. Naja, wir gingen trotzdem weiter, da wir nicht umsonst die Wegstrapazen auf uns genommen sehen wollten…“

16:18 Uhr – der Erfassungsbereich von Kamera 14 ist nun komplett mit Menschen gefüllt. Bei WolleMinusFoto sieht man, dass auch an der südlichen Tunnelböschung hochgekraxelt wird. Er beschreibt seine Situation wiefolgt:

„Wir standen aufgrund der Polizeisperre! Das war genau der Tumult kurz bevor das alles passiert ist, da war noch ein wenig mehr Platz – Stückchen weiter und später war es dann soweit. Das war bereits die zweite Sperre in der ich festhing! In der ersten hatte eine Omi geweint… Arm..“

Mr20vQUATTRO filmt unter der Autobahnbrücke:

„Tunnel ca.16°°Uhr nichts ahnend, gehe ich mit der menge, unter der hochen Brücke wurde es mir mulmig, doch als ich den Tunnel gesehen habe, war mir sofort klar was passieren könnte und leider auch passiert ist. bin zu den grünen und forderte mich da raus zu lassen, als ich mit einen dollen schub nach vorn mit ihm Richtung Boden an die mauer. Zum glück erkannte er die Lage und Half uns hoch, was mir kleinen schürf wunden zu fügte, Gäbe es die Absperrzäune nicht, wär alles gut……“

16:19 Uhrgstamp76 im Tunnel. Auch Randolf Jorberg steckt in der Masse fest:

„Alle drücken vorwärts, kein Hinweis auf die Abbiegung nach links (Nebenrampe), die direkt auf das Gelände führt!

Er und seine Freunde wollen der Enge des Tunnels entgehen und wählen den Weg über die westliche Rampe, wobei sie befürchten, dass sie sie wieder nach draußen führen wird, vgl hier. Jörg O. auf der nördlichen Böschung, auch Erik Wiffers beobachtet, wie Polizisten das Besteigen der Diensttreppe an der Südböschung unterbinden. Foto von Erik Wiffers. Foto von Philip B und von oben knipst zeitgleich Erik Wiffers. Nach nur etwa 44 Minuten hat jetzt auch unser Flaschenwerfer (links im Bild mit Sonnenblume) von der Kreuzung Mercatorstr. den Westtunnel erreicht, was darauf hindeuten könnte, dass an der Vereinzelungsanlage nun keine Kontrollen mehr durchgeführt werden. Patrick erreicht den Tunnel. Polizeifunk:

Jupiter 12/07
„Auf unseren Punkt 5 kommt jetzt langsam erheblicher Druck auf, weil die ..äh, weil sich die Personen immer weiter stauen auch im Tunnel und immer mehr versuchen, hier die Schräge (Böschung zur Autobahn) rauf zu kommen. Es muss entweder mal die Vereinzelungsanlage geschlossen werden oder wieder geöffnet werden (???). Der Druck wird langsam zu hoch.“

Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„In Höhe der Anlaufstelle 92-4 (im Funk wurde irrtümlich von 92-5 gesprochen) gelangen Personen aus dem Bereich der Böschung A59 auf das Veranstaltungsgelände, weil sich die Personen im Tunnel stauen.“

16:20 Uhr – MultiKratz steht zwischen den Böschungen, wo weiter fleißig geklettert wird. Sein Blick zurück zeigt, dass der RTW in der Karl-Lehr-Str. bereits gewendet hat. Patrick beobachtet, wie sieben Polizisten die Situation oberhalb der Brücke beobachten. Roman im Tunnel. Laut Lopavent wird die Polizeikette im Tunnel „kontrolliert aufgelöst„, laut Polizeidoku von Juli 2010 soll dies bereits um 16:14 Uhr geschehen sein. ÜK15 bestätigt jedoch die Lopavent-Version und zeigt, dass Menschen nun in Richtung Hauptrampe strömen, wie auch das Video von MrHarborman. Zitat Polizeibericht:

„Die Polizeikette 1 im westlichen Tunnelabschnitt musste wegen zu hohen Drucks der davor aufgestauten Menschenmenge aufgegeben werden. Die westliche Rampe wurde trotz kommunikativem und körperlichem Einsatzes der Polizeikräfte (???) sowie polizeilichen Lautsprecherdurchsagen (welche Lautsprecher..???) nicht ausreichend als Zugang zu dem Veranstaltungsgelände angenommen.“

Polizeifunk:

 Jupiter 11/10 an unbekannt
„Sprich den 11/31 an, sofort mit einer Gruppe bzw. zwei Gruppen hier auf die A59 und die Leute hier zurücktreiben. Es kann doch nicht wahr sein, dass die hier die A59 hoch gehen.“
„Ist schon nach oben gemeldet, Matu.“
„Nach oben gemeldet ist gut, aber (…unverständlich) 31 (…unverständlich) loseisen.“

16:21 Uhr – P!ng0 filmt & knipst unter der Autobahnbrücke. Situation an den Böschungen. Am linken Zaun wird weiter herumgezerrt, so dass die Öffnung größer wird. Weder Polizei noch Ordner sind in Sichtweite, um dies zu unterbinden, siehe ÜK14. Technoter85 beobachtet den Menschenstrom, der sich nach Auflösung der Polizeikette in Richtung Rampe bewegt. Links stehen einige Beamte, die sich unterhalten.

16:22 Uhr – Patrick beobachtet, wie ein Besucher eine Polizistin auf etwas aufmerksam zu machen scheint und blickt dann auf die Böschung. Der Tunnel ist von vorn bis hinten voll. Video von mrbifi82:

„Schon im ersten der abgerundeten Tunnel staute es sich. Wir konnte zum Glück einen später geöffneten zweiten Eingang nutzen, als wir uns auf den Rückweg machen wollten.“

Funkspruch:

Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Wir bräuchten mal fußläufig mehrere Sanitäter in den Tunnel. Da sind schon mehrere Leute, die da schon zusammengebrochen sind.“

Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Mit ca. 150 Personen auf der A59, gehen in Richtung Norden auf der westlichen Seite. Ich versuche (…unverständlich) 11/31 (…unverständlich) zwei Gruppen auf die Bahn zu kriegen, die zurück zu drängen.“
„Verstanden“.

16:23 UhrMissi2602 steht unter der Autobahnbrücke und kommt nicht weiter. An der Nordböschung überklettert jemand den Absperrzaun, rechts wacht nun ein Polizeibeamter. Im Hintergrund ist zu erkennen, dass auch von der Ostseite ein RTW in den Tunnel will. Von Westen hält der Besucherstrom ungehindert an. Der RTW, der soeben gewendet hatte, steht noch vor der Vereinzelungsanlage. Blick auf die Böschung. Patrick im Tunnel, die Besucher stehen dicht gedrängt. gaudeviehful beobachtet einzelne Leute auf der Böschung. Auch Jithukoll beobachtet, wie Menschen die Böschung hochklettern. Polizeifunk:

Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„Vier Elemente des Zaunes sind gebrochen. Der Zaun liegt und zwar direkt hier Karl-Lehr-Straße nördlich hier unseres Tunnels, und die Personen strömen teilweise auf die Autobahn.“

16:24 Uhr – die Bauzäune an der nördlichen Böschung werden nun komplett niedergetrampelt und überrannt, wie in mehreren Videos dokumentiert ist:
von probassline:

„Das Video zeigt wie Gitterzäune umgestoßen werden um schneller auf das Gelände zu kommen. Es herrschte zu diesem Zeitpunkt (16:24Uhr) an diesem Standpunkt keine Panik. Es ging langsam, aber stets voran. Einzelne versuchten über den Hang schneller zum Gelände zu gelangen, weil sich rumsprach, dass das Gelände bereits voll sei. Der Hang befand sich zwischen der ersten und zweiten Unterführung aus Richtung Düsseldorfer Strasse. Fakt ist, dass das Gelände zu diesem Zeitpunkt noch geöffnet war. Es brauchte lediglich seine Zeit um bis dorthin zu gelangen.“

von AndreundSvenni
von N1ckaa
von Feierschweine-luebeck
von surrayn24
Foto von Erik Wiffers. Auch Boppos zeigt das Durchbrechen der Abzäunung am Westtunnel nochmal von oben. Bei 0:38 laufen Menschen auf die A59. Polizeifunk:

Jupiter 11/07 an Jupiter 01
„Ja, als Zusatz zu der Meldung von 12/07, also die Personenanzahl sind mehrere hundert jetzt schon auf der Fahrbahn Richtung Duisburg-Zentrum.“

P!ng0 schiebt sich weiter Richtung Nebenrampe. Video von trampelklette, der Tunnel ist proppevoll, die Menschen singen „Super Deutschland“. Aus der Menge ragt die Mütze eines Polizeibeamten und an beiden Tunneleingängen sind die RTW zu sehen. Yousey am Tunnelende, der erste Kletterer hat den Container erklommen.

16:25 Uhr – Erik beobachtet den Sturm auf die Nord-Böschung mit Bielefelder Beamten, die eigentlich schon Feierabend hätten. Blick auf die inzwischen leere Süd-Böschung, Polizisten haben für Ordnung gesorgt. KimIsAGirl erreicht den Tunnel. BlindGuardian1982 ist nun auf dem Heimweg:

„Ich stand, während ich dieses Video drehte, im ersten Tunnel und war in diesem Moment auf dem Rückweg, denn vorher stand ich noch viel weiter vorne und bekam dort immer mehr die Befürchtung dass das ganze nicht gut enden wird. Daher der Entschluss wieder zurück zu gehen und lieber in der Innenstadt zu feiern. Interessant finde ich vor allem, das oben auf der Brücke ja die Hundertschaften bereit stehen und doch auch sehen müssen das es einfach zu viele Menschen sind, es nicht wirklich vorwärts geht und trotzdem immer mehr Menschen nachrücken. Mehr als am Festivaleingang ablaufen können.“

Youtuber gaudeviehful meint:

Die Zäune sind nicht gefallen, weil Leute Panik hatten, sondern schnell aufs Gelände wollten. Das ist mein Eindruck.“

was von Bolle2010 bestätigt wird:

„Ja das stimmt. ich bin auch mit meiner Freundin diesen Hang hoch. Wir hatten keine Lust, uns da vorne am richtigen Eingang anzustellen (war auch die richtige Entscheidung). Hatte von hier aus nur Köpfe gesehen und wusste, dass es entweder ewig dauernd wird oder gar nicht klappen könnte, auf’s Gelände zu kommen. Man kam dann über die Autobahn zu einen „Nebeneingang“ wo die Securtiy die Leute dann auch reingelassen haben.“

16:26 Uhr – Blick von der Autobahnböschung, unten sind zwei Malteser zu sehen. Erik Wiffers beobachtet Menschen auf der Autobahn, ebenso evochill. Augenzeuge Jörg O. beschreibt die Situation wie folgt:

„Da der tunneleingang in einer senke lag, waren vor dem tunneleingang rechts und links steile böschungen. Einige personen versuchten, diese sehr steilen böschungen ca. 5 bis 6 m hoch zu erklimmen. Einige schafften es, einige gaben aufgrund schlechten schuhwerks auf oder rutschten ab zur straße. Wir entschieden uns, die böschungen zu besteigen.
Oben angekommen, waren wir ca. 50 bis 60 leute, es wurden aber schnell mehr. Wir bemerkten, dass wir neben der gesperrten autobahn standen, sämtliche wege von der dort weg waren aber durch aneinandergeschraubte bauzäune versperrt. Aber zurück zum tunneleingang wollte auch keiner mehr, man fühlte sich hier oben sicherer. Schnell wuchs die menschenmaße auf ca. 100 leute – und der bauzaun wurde niedergetrampelt. Die anwesenden sicherheitskräfte waren machtlos und riefen verstärkung, die auch sehr schnell eintraf, aber aufgrund der menschenmassen nichts ausrichten konnte.
Man hatte in diesem moment nicht das gefühl, dass man etwas unrechtes tut, vielmehr wollte man nur schnell vor den zuständen vor dem tunnel fliehen bzw. sich nicht in den tunnel hineinbegeben. Wir gingen dann innerhalb dieser gruppe auf der gesperrten autobahn, parallel zu der umzäunung des festgeländes. Nach ca. 100 m staute sich die menschenmenge am zaum zum festgelände, auf der anderen seite des zaunes positionierten sich polizisten, durch nachfolgende personen wurde die menschentraube immer größer. Die ersten fingen an, an den bauzäunen zu rütteln, unter dem schlachtruf die mauer muß weg. Einige polizisten drückten von der anderen seite des zaunes dagegen und versuchten, ein überrennen des zaunes zu verhindern. Dies war aber aufgrund der menschenmengen nicht möglich und die zäune worden niedergetreten und wir konnten das festgelände betreten ohne den tunnel passiert zu haben. Dies war ca. um 16.30 Uhr.“

Ebenso i6666:

„Dies ist einer der Notausgänge. Plötzlich tauchte diese Gruppe auf und wollte über diesen AUF das Gelände. Polizei und Ordner hielten diesen geschlossen, was ja auch deren Anweisung war. Allerdings entschlossen sich die Polizisten diesen nach einigen Minuten zu öffnen, um die Situation zu entspannen. Dies passierte gegen 16,30 Uhr. der Zaum wird geöffnet und knickt wegen des weiteren Zustromes ein. Die Leute kommen zum feiern und ahnen nicht, was hinter ihnen passierte.“

Auch 0502karol beobachtet die Situation vom westlichen Gelände aus: „Die Mauer muss weg!“ Ebenso Sabrina:

„bei nr 215 kurz nach 16 uhr… leute auf der a59..polizei reagiert mit reizgas oder ähnliches“

Vier Minuten später dokumentiert sie, wie die Zäune an der Autobahn fallen. Hier ihr Bericht:

„So gegen 17 Uhr kamen von der Autobahn auf einmal Massen an Menschen. 200-400Leute… Wir dachten das wäre der neue Zugang, bis wir sahen das die Polizei versuchte sie dran zu hindern aufs Gelände (Was nur EINEN Eingang hatte und ÜBERALL eingezäunt!!!) 100 Polizisten gegen die Masse… Ein Chor rief: Die Mauer muss weg, Die Mauer muss weg… und schon stürmten sie auf uns zu oO Aber die Polizei reagierte sehr schnell… ein Zaun weiter von uns wurde niedergerissen, Treibgas oder so wurde gesprüht… ich Hustete und sah dann das sie die Menge schon verteilte. Der Spuk war vorbei, die LKW´s rollten wieder. (..)“

ca. 16:27 Uhr – Alice berichtet:

„(..) inmitten des Tunnels wurde es immer enger und einige Meter vor dem Tunnelende kam es dann zu einem totalen Stillstand, man kam jetzt schon weder vor, zurück geschweige denn seitlich in irgendeine Richtung. Ein Umdrehen war schlichtweg nicht möglich, auch die Richtung, in die man gehen wollte, konnte man nicht mehr eigenwillig bestimmen, da von hinten stetig leute nachrückten, man wurde schubweise vorangedrückt!
Ab diesem Zeitpunkt stellte ich mir schon die Frage, was wohl wäre wenn man hinfällt, ob man eine Chance hätte oder ob es gut sei, mittig im Tunnel zu stehen oder man besser versuchen sollte, zur Tunnelwand zu kommen. Es war warm und stickig. Bevor ich zuende überlegen konnte waren wir schon aus dem Tunnel gedrückt worden und die Enge wurde unerträglich, aber wir bekamen luft! (..)“

Polizeifunk:

 Jupiter 01 an Egon 10
(..)
„Ich hab dann noch eine Anforderung eines Sanis und zwar Karl-Lehr-Tunnel. Da ist auch ne Person oder mehrere Personen zusammengebrochen. Am besten schicken die da ein ganzes Team hin.“
„Dann sag mir doch mal den Ort, wo das war.“
„Karl-Lehr-Tunnel.“
„Wiederholen Sie noch mal den Einsatzort von der letzten Durchsage.“
„Ja, das ist der Karl-Lehr-Tunnel. Der Tunnelbereich Karl-Lehr-Straße.“

Nur wo genau..? West oder Ost…?

Und wieder Autobahn:

Jupiter 12/41 an Jupiter 12/32
„Auf Anweisung von Jupiter 12/10: Ihr verlegt mit dem ganzen Zug zum Zug zur Westseite des Zaunes.“
„Ja, welche Höhe?“

16:28 UhrPolizeifunk:

 Jupiter 01 an Egon 10
„Ich hatte also zwei Anforderungen. Einmal zu 1: Das war auf dem Veranstaltungsgelände in Höhe der Halle 1, Punkt 223. Eine zusammengebrochene Frau, 1 Sani. Zu 2: Karl-Lehr-Tunnel, mehrere Personen, die zusammengebrochen sind. Dort müsste ein Sani-Team kommen.“
„Ja, der erste ist schon bestellt. Den zweiten brauchen wir noch mal.“
„Das ist der Karl-Lehr-Tunnel. Höhe kann ich nicht sagen.“
„Wie viele Rettungswagen sollen da genau hin?“
„Also uns ist gesagt worden, da sind so Leute mit Kreislaufproblemen. Sani-Teams würden erstmal reichen.“

Jupiter 11/10 an Jupiter 11/? und Jupiter 12/41
„Ca. 200 Personen (…unverständlich) auf der Westseite…“
„12/41 hat verstanden aber welche Höhe?“
„(…unverständlich) durchgekommen (…unverständlich) Punkt 92/4 zum Wachbereich 92/4 (…unverständlich) Seite beginnt ab Ziffer 212 (…unverständlich) ca. 200-300 Personen von der A59 (…unverständlich) zu kommen (…unverständlich) weil der Druck aus der Düsseldorfer Straße zu groß wird. Wir müssen dagegen remonstieren. Das Gelände Brücke und Karl-Lehr-Straße steht (…unverständlich) das ist unverantwortlich aus unserer Sicht. Wir müssen das noch mal abstimmen mit dem Polizeiführer (…unverständlich)“

16:29 UhrKamera 14 zeigt, wie weitere Polizisten herbeieilen, um die Kletterei an der Böschung zu unterbinden – mit nur mäßigem Erfolg. Es kommen aber zunehmend Leute von dort zurück in den Tunnel, der (zumindest in diesem Bereich) inzwischen deutlich leerer geworden ist. Zitat Spon:

„(..) Ein dramatischer Eintrag in behördlichem Stakkato: „Druck auf Veranstaltungsgelände wird zu groß, Zäune an A59 wurden von ca. 1000 Menschen niedergerissen. Zugverkehr wurde komplett eingestellt, nur noch Busverkehr! Druck auf Veranstalter wg. erforderlicher Durchsagen soll erhöht werden.“ (..)“

Polizeifunk:

Jupiter 14/07 an Jupiter 01
„Wir brauchen einen RTW zum Punkt 190, erhebliche Kreislaufprobleme.“

16:30 Uhr – Stau bei Cenobite1988. Die Sperre auf der unteren Rampe wurde vor wenigen Minuten aufgelöst, Heimgänger drängen nun den Hinwollern entgegen. Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„An der westlichen Zugangsseite Karl-Lehr-Straße hat man die Böschung an der A59 erreicht, dort sind keine Hindernisse mehr. Mehrere hundert, tausend Personen sind jetzt westlich des Heras-Zaunes. Das heißt, über die ganze Seite auch der ebenerdig verteilten A59. Da kann man nichts mehr zurückdrängen oder freimachen. Mein Vorschlag wäre, Teilelemente des Heras-Zaunes zu öffnen, damit die aufs Gelände kommen. Das ist dieser Bereich, wo ohnehin keine Umfahrungsstrecke gibt.“

16:31 Uhr – Eintrag Einsatztagebuch:

„Aus dem Tunnel heraus wird das Gelände unkontrolliert gestürmt! Fußgänger auf der A59!“

Todesparade2010 kämpft sich weiter Richtung Tunnelausgang, einige Mädels bekommen Panik, einige ganz Hartgesottene können noch lachen (und rauchen…). Gabi auf einslive.de (zitiert auf Spon):

„Wir sind etwa eine halbe Stunde vor der Panik durch diesen Tunnel gelaufen. Es war tierisch voll. Die einen wollten rein, die anderen raus. Also Gegenverkehr und großes Geschubse. Das war das große Problem. Die Polizei stand dabei und hat nur geschaut. (…)“

Zitat von Kathrin:

„(..) dem polizisten neben uns stand die angst und panik ins gesicht geschrieben,der war hilflos.“

Gewitter berichtet am 25.07.10 in einem Forum:

„Ich war selber in dem Tunnel und hatte richtige Angst, nicht nur um mich sondern auch um meine Freunde. Um mich herum haben Leute gestanden, denen man die Panik und Todesangst in den Augen angesehen hat. Selbst gestandene Polizisten wußten nicht mehr, was sie machen sollten und sagten, die wären auch nur noch einfache Passanten„. Heute habe ich erst einmal gesehen, wo der Eingang gewesen wäre und mich hierbei gefragt, wie diese ganzen Menschen auf das Gelände kommen sollen. Es war richtig schlimm und bin froh, daß mir und meinen Freuden nichts passiert ist und ich bin tief traurig und mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Todesopfer. Außerdem bin ich sehr entäuscht über die Aussagen der Verantwortlichen und das sie sogar sagen, dass die Leute sich nicht richtig verhalten hätten und ungeduldig waren, was absolut nicht stimmt, die Menschen hatten einfach nur Angst und wollten da raus.“

So auch pianovember:

„nein! die menschen von hinten haben nicht gedraengelt. als ich in den tunnel gegangen bin, da war es halt voll und wir wussten alle, dass es voll werden wuerde. wir sind halt immer weiter in den tunnel reingegangen und irgendwann war es einfach viel zu voll, da ging das dann alles los. da hat niemand gedraengelt, es wusste einfach keiner wohin und die menschen vor dem tunnel, konnten ja nicht ahnen, was sich da abspielt!“

16:32 UhrTodesparade2010 schiebt sich weiter tapfer durch die Massen. Es scheint etwas luftiger zu werden. Polizeifunk:

 Jupiter 11/07 an Jupiter 11/10
„Im Bereich jetzt hier bei uns Karl-Lehr-Straße/Tunnel kriegen wir das Ding nicht mehr gehändelt, die 15. (Polizeihundertschaft, die Red.) muss jetzt irgendwelche Maßnahmen da unten ergreifen.“

16:33 UhrMeinKoeln am Tunnelende mit Blick auf den Container. Funkmitschnitt bzgl Autobahn:

 Jupiter 11/07 an Jupiter 11/10
„(…unverständlich) wir haben kontrolliert geöffnet bevor (…unverständlich ) hat keinen Sinn mehr, wir haben jetzt 200 Leute raus gelassen auf der Westseite (...unverständlich)“

„Jupiter 01/10 für Jupiter 11/10, kommen.“
„01/10, ich kann sie sehr schlecht aufnehmen. Wenn Sie mich verstehen können: Wir haben jetzt hier kontrolliert den Zugang geöffnet, hat keinen Sinn mehr gemacht, bevor es hier zu Verletzten kommt oder panikartige Unfälle, haben wir jetzt aufgemacht. 200 Leute (…unverständlich) Westschleife, wo noch Platz war, eingedrungen.“
„(…unverständlich) nur rauschend verstanden. Ich brauche jetzt einmal den Jupiter 01.“

16:34 UhrMeinKoeln steht noch am Tunnelende, Specialspike knipst und filmt vorn an der Autobahnbrücke, ebenso Bundphotography. Ordner versuchen, die niedergerissenen Zäune wieder aufzurichten.

16:35 Uhr – Funkspruch Polizei:

Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„Kräfte melden: Karl-Lehr-Straße – im Tunnel zur Rampe kommt es zu lebensbedrohlichen Situationen aufgrund des Drucks, der von hinten kommt. Die Menschen werden da an die Mauer gepresst.“
„Wiederholen Sie noch mal ihre Durchsage nach der Durchsage Karl-Lehr-Straße.“
„Da kommt es zu lebensbedrohlichen Situationen. Die Menschen werden an die Mauer vom Tunnel gedrückt.“

Blick von oben auf das Tunnelende.

16:36 UhrElvis im Tunnel. Polizeifunk:

 Jupiter 01 an Egon 10
„Brauchen mehrfach Sanitäter, RTW. Bereich Karl-Lehr-Tunnel, da immer wieder Personen kollabieren. Is dringend notwendig, dass diverse Sanitätsteams von dem Veranstaltungsgelände runterkommen in den Karl-Lehr-Tunnel.“
„Ja, ist bereits angefordert. Aber ich mach das noch mal dringlich
.“
„Ja, die können auch direkt mehrere schicken, weil es wird immer mehr kommen.“
„Kannst du mir ne ungefähre Zahl jetzt schon geben?“
„Negativ. Nicht zu durchschauen. Wir haben mittlerweile schon 4 angefordert. Ich denke es wird sich auch noch weiter steigern.“

16:37 Uhr – vier Sanitäter mit weißen Helmen (die wahrscheinlich kurz darauf vom grünen Bulli eingesammelt werden) gehen ohne Eile in den Tunnel und versorgen dann auf der rechten Tunnelseite einen Patienten, siehe ÜK14. tonipro1 im Stau. Und noch immer wird sich über die paar hundert Eindringlinge auf der A59 ereifert.. als ob es derzeit nichts wichtigeres gäbe…:

Jupiter 11/07 an Jupiter 11/10
„(…unverständlich) A59, da laufen nun noch welche weiter Richtung Norden (…unverständlich) Polizei dran. Ich hoffe, dass die sich (…unverständlich) zurückdrängen. Wir hatten dann hier kurzfristig Pfeffersprayeinsatz, nachdem der Zaun eingedrückt wurde, haben wir dann auch auf weitere Zwangsmittel verzichtet. Die sind dann hier rein gestürmt. 200 Personen konnten wir nicht mehr aufhalten. Jetzt hat sich alles wieder beruhigt. Die Zäune stehen wieder. (…unverständlich)“
„Ja sag mir die Kilometrierung noch mal genau.“
(Pause)
„212.“
„Ja verstanden.“

16:38 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 12/41
„Auftrag: Zug sammeln, vom Zaun abziehen, zur nördlichen Spitze der Rampe verlegen, dort bereithalten für Unterstützungsmaßnahmen.“
„Ja, verstanden.“

An der Böschung. Von rechts kommen Polizisten an den Zaun und rücken ihn wieder gerade. Anscheinend wird der Zaun nun komplett dicht gemacht, was man nur ahnen kann, da die Aufzeichnung von Lopavent um 16:40 Uhr endet. TheAproxx im Tunnel, Cenobite1988 und klabauter0815 stecken am Tunnelende im Gedränge fest.

16:39 Uhr – der Zustrom dauert ungehindert an, vgl. ÜK 14. Funkspruch Polizei:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
Tunnel ist vollgelaufen und ich kriege auf dem Gelände keine Entfluchtung hin. Die Leute hören im Bereich der Rampe (…unverständlich) Vorschlag über die Ein- und Ausgänge auf der Karl-Lehr-Straße die Leute wieder raus zu bringen, bevor sie uns hier kollabieren.“

Autobahn:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Zur Kenntnis: Am Zaun habe ich nur noch schwache Kräfte. Einen Zug maximal bestehen aus (…unverständlich) eine Gruppe, das ist der 12/31. Ich bin mit zwei Zügen an der Rampe, der 12/41 verlegt zur Rampe, der entwickelt sich vom Zaun aus (…unverständlich) ist auf dem Weg zur Rampe.“
„12/10 ist verstanden, momentan ist das alles mehr Lagebereinigung, was da bewerkstelligt werden kann. Versuchen erstmal neu zu ordnen.“

Egon 10 für Egon 13
„Ja, da muss ne Kräfte (…unverständlich) Pol-Kräfte und Sanitätskräfte gegeben werden. Die sollen die Geschwindigkeit auf der A59 unbedingt zurücknehmen. Da ist also starker Fußgängerverkehr und unsere Kräfte werden durch die herannahenden Einsatzkräfte und Notarztwagen auch gefährdet. Frage verstanden?“
„Hab ich verstanden.“
„Hier ist der Egon 10 mit ner Durchsage an alle Kräfte innerhalb der BAO (Besondere Aufbauorganisation in Großlagen): Die Geschwindigkeit auf der A59 ist drastisch zu reduzieren. Es ist (…unverständlich) Fußgänger auf der Fahrbahn, die eigenen Ordnungskräfte, sprich die Kollegen, werden auch gefährdet. Hier ist noch mal der Egon 10 an die Einsatzkräfte BAO: Die Geschwindigkeit auf der A59 ist zu reduzieren und achten auf Fußgänger auf der Fahrbahn A59.“

16:40 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„…zur Kenntnis ich selber verlege jetzt auch zur Rampe, mein Schwerpunkt ist da, wo die gefahren für die Gesundheit sind.“
„Das ist die Rampe.“
„Ja richtig.“

TheAproxx steht nun an der Autobahnbrücke und beobachtet ca. sechs Sanitäter auf dem Weg in den Tunnel. Dieselbe Szene von DJmasahito. RippkomNox erreicht den Tunnel und beobachtet einen Polizisten, der eine Sanitäterin auf ein kollabiertes Mädchen aufmerksam macht. Auch partykrash geht durch den Tunnel und nimmt „versehentlich“ die Nebenrampe:

„As you can see we enter the festival accidentally via the emergency exit Am Güterbahnhof. Fortunately for us, we escaped from the disaster without having knowledge of the drama that took place.“

16:41 Uhrgedc blickt Richtung Rampe. Links sind zwei Polizisten sowie Ordner zu sehen. Pablo Mora, der gegen 16:30 Uhr die Rampe vom Osttunnel aus erreicht hatte, flüchtet sich orientierungslos zum Westtunnel, der aber leider auch verstopft ist:

„So we realized that trying to go back in the tunnel was a bad idea.“

16:42 Uhrgedc im Tunnel.

ca. 16:43 Uhrpreif befindet sich kurz vor dem Tunnel, peterlind an der Böschung. Polizisten passen jetzt auf. LorenzAndre filmt den Stau vor dem Eingang zur Nebenrampe. Die Menschen singen.

16:44 Uhrpeterlind ist nun auf Höhe der Nebenrampe angekommen, die Stimmung scheint noch gut zu sein. gedc blickt Richtung Lichtmast. Die Toilettenhäuschen wurden inzwischen erklommen.

16:45 Uhr – BlaiddDrwgProject kommt am grünen Polizeibulli vorbei und steht dann im Stau. Man sieht nun niemanden mehr die Böschung hochlaufen, wohl weil die Polizei gegen 16:40 Uhr den Zaun wieder dicht gemacht hat. peterlind blickt auf die Nebenrampe. Bundphotography am Tunnelende – jemand hält ein Paar Sportschuhe in die Luft.

16:46 Uhrgedc im Gedränge, die Menschen schwitzen. Gegenüber am Lichtmast geben Polizisten Handzeichen in Richtung Gelände. klabauter0815 steht am Tunnelende und beobachtet die Rampe.

16:47 UhrJennyGilli2009 hat die Autobahnbrücke erreicht. Der Bulli (mit Martinshorn!) rückt nach und überholt Hardbass12. Einige Jugendliche verlassen fluchtartig den Tunnel Richtung Ausgang. Andere können noch immer lachen. Auch Ufftatabummbumm ist jetzt im Tunnel. Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Anlage funktioniert nicht. Haben wir einen LauKw auf dieser Ebene im Bereich der Rampe?“
Da laufen bereits Durchsagen im Bereich des Tunnels (Anm v Daphne: Welche Durchsagen???).“
„Ich steh im Bereich Tunnel, auf der Rampe. Hier ist keine Durchsage zu hören.
„Anscheinend ist die Kapazität zu leise.“
„Höre stattdessen sehr laute Musik von den Veranstaltungsbühnen. Können wir den Veranstalter dazu bringen, dass kurzfristig zu unterbrechen und über die Lautsprecheranlagen Durchsagen zu veranlassen?“
„Ja ist verstanden.“

16:48 UhrMeinKoeln beschließt, sich -vorbei an schwitzenden Körpern- zurück zur Nebenrampe durchzuschlagen. makkus811 am Tunnelende. Auch planetace‘ hat den Tunnel erreicht, im Hintergrund ist das Martinshorn des Bullis zu hören. Zitat Der Spiegel:

„(..) Erst um 16.48 Uhr kommt aus dem Führungsstab der Polizei endlich der Notstopp-Befehl, beide Eingänge und die Vorsperren auf dem Weg dorthin zu schließen. Sofort, total, rigoros, mit der 18. Hundertschaft, die – endlich – als Verstärkung an die Westschleuse geschickt wird. Es dauert am Ende nur ein paar Minuten. Dann ist geschafft, was schon viel früher hätte passieren müssen: den Ansturm der Raver komplett zu stoppen. (..)“

16:49 Uhr – am Tunnelende angekommen, steht peterlind jetzt im Superstau. bundphotography beobachtet, wie zwei Besucher aufs Bullidach klettern und von der Menge bejubelt werden, ebenso gedc. Das Gedränge ist heftig. Bericht eines unbekannten Kommentators:

„(..) Am Anfang ging es noch und man hatte ein wenig platz. Aber bald merkten wir das es immer schlimmer wurde. Wir sahen, wie die Polizisten versucht haben, die Menschen durch Räuberleiter hochzuziehen. Wir haben versucht zur Treppe zu gelangen, doch dies klappte nicht. Als dannn auch noch ein Poilizei Auto durch den Tunnel fuhr wurde es noch enger. 2-3 Menschen sind auf das Fhzg. geklettert, wurden aber schnell von den Polizisten runter geholt. Doch die Menschen Masse schrie und die Luft wurde schlimmer. Man konnte sich garnicht mehr bewegen, vorwärts, rückwärts zur Seite alles dicht. Man wurde zwischen den Menschen Massen eingeklemmt, so kann man es beschreiben. (..)“

Zitat Spiegel online:

„Die Besatzung des Fahrzeugs (Polizei-Bulli) hatte den Auftrag, einen Gefangenentransporter auf dem Gelände zu übernehmen, und wusste offenbar nichts von der dramatischen Situation auf der Rampe. Zum Zeitpunkt ihrer Durchfahrt, so sagten die Beamten später aus, sei der Polizeifunk ausgeschaltet gewesen, da sie die entsprechenden Funkkanal-Pläne erst an ihrem Einsatzort erhalten sollten. Bei der Besatzung des grünen VW-Bullis handelte es sich nach SPIEGEL-Informationen um einen Oberkommissar und einen Hauptkommissar von der Technischen Einsatzeinheit aus Bochum. Im Schritttempo rollte der Kleinbus den Aussagen der Beamten zufolge durch den Tunnel, mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn. Es sei sehr eng und laut gewesen, so die Polizisten. Die Masse habe getobt, die Leute hätten gegen die Wagen geschlagen, Bier durch die geöffneten Fenster geschüttet und sogar auf dem Dach getanzt. Unterwegs hätten sie noch vier Sanitäter eingesammelt und einige Besucher, die zu kollabieren drohten. Als sie schließlich die Rampe erreicht hätten, sei er überrascht von dem Gedränge gewesen, erinnerte sich der Fahrer. Es sei sehr schwierig gewesen, den Wagen durch die Menge zu steuern. Er habe die umgekippten Zäune gesehen, so der Oberkommissar, und dass Menschen auf Lichtmasten geklettert seien, aber von der tödlichen Eskalation nichts bemerkt. Erst viel später habe er von der Katastrophe erfahren.“

Auch Makkus811 filmt den Polizeibulli am Tunnelende. Sanitäter laden eine verletzte/kollabierte Person ein, danach setzt der Wagen seinen Weg Richtung Container fort. (Zur Fahrt des Bullis vom Tunnel bis zur Rampe siehe auch die Video-Doku von Lopachron). Bericht von Marv:

„(..) Ein Polizei-Van bahn sich den Weg. Sicherheitsleute schieben unter vollem Körpereinsatz die Massen auseinander. Ein paar Idioten springen auf den Wagen drauf. Die Polizei lädt einige bereits verzweifelnde Leute ein. Die Rettungskräfte werden von einige attackiert, geschubst, beleidigt. Ich befürchte, dass die Scheiben des Wagens eingeschlagen werden, aber es passiert nicht. Der Wagen verschwindet irgendwie. Mein Begleiter sagt, dass er die Eskalation nicht nur riecht, sondern es allmählich mit der Angst zu tun bekommt. Seine Freundin ist sehr ruhig geworden. Sie hat leicht glasige Augen. (..)“

Einer der Bulli-Kletterer hat sich inzwischen für seine Aktion entschuldigt:

„Ich muss mich wohl dafür entschuldigen das ich ich die 2te Person bin die aufs Polizei autosteigt, die Rettungskräfte waren ausgestiegen und wir dachten da were wieder jemand auf drogen oder so umgekippt bis zu diesem zeitpunkt hatten wir keine ahnung was los war und waren in Party laune, ca 2-5 min später standen wir in der selben misere wie die opfer. Der Polizei platz machen bei einer massen panik mit blaulicht durch den engen tunnel fahren .. ? das hat nur noch mehr panik gemacht, ausserdem wurden wir von hinten gegen den wagen gedrückt und dachten das were der beste weg klar, waren wir noch in Party Laune und haben es genossen da oben zu stehen aber meint ihr ich finds heute noch Toll ? Auch wens keiner glaubt wir haben noch ein junges Mädchen und einen Mann da raus geschleppt… ausserdem war ich danach selber beim artzt ich hatte danach keine Schuhe mehr…. Dafür möchte ich mich nochmal entschuldigen! In der situation hätte der wagen da nicht fahren dürfen!“

16:50 UhrZimtsternRiding hat die Autobahnbrücke erreicht. wuselfuzz zoomt von oberhalb des Osttunnels in den Stau im Westtunnel,…

16:51 Uhr -…wo Besucher nach wie vor hineingelassen werden.

16:52 Uhr – Auszug Telefonkonferenz:

„Feuerwehr: Wenn da Panik entsteht, dann lieber die Autobahn aufgeben, an der Stelle.“

16:54 Uhr – „Im Tunnel

16:55 Uhr – auch planetacetaterecs filmt am Tunnelende. Die Menschen verhalten sich ruhig. Lt. Polizei-Abschlussbericht wird der westliche Zugang nun abgeriegelt.

17:00 Uhr – der Stau im Tunnel hat sich aufgelöst, die Situation wirkt chaotisch, Leute laufen oder stehen nun planlos herum, Polizisten schleppen eine Person Richtung Nebenrampe.

ca. 17:02 Uhr – borisengin befindet sich am Tunnelende, wo noch immer Chaos herrscht. Mindestens vier Beamte sind damit beschäftigt, jemanden zu überwältigen und festzunehmen, während um die Ecke Menschen sterben… Funkspruch Polizei:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01:
„Was ist mit der Rücksprache Abteilung Köln und Wuppertal, können wir an der Karl-Lehr-Straße Tunnelausgängen Leute wieder rauslassen auf Düsseldorfer Straße bzw. Koloniestraße?“

17:03 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Der Jupiter 01/10 fragt, wie weit die Rücksprachen mit Köln und Wuppertal sind. Einlassstellen Ost und West auch wieder entfluten? Wir müssen diesen Tunnel Karl-Lehr Straße leer kriegen, die Leute kippen uns da um.“

17:04 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Ich brauche immer noch eine Rückmeldung, wie sieht das mit der Entfluchtung über die Karl-Lehr-Straße aus?“
„Entfluchtung Karl-Lehr-Straße, damit können wir jetzt etwas anfangen. Das wird abgeklärt.“

17:05 UhrBlick auf das Tunnelende. Verschwitzte Menschen erreichen die Rampe, in der Menge sind ein paar planlos wirkende Polizisten zu sehen.

17:07 UhrSituation im Tunnel bei Adam; es ist zur Rampe hin noch recht voll. NeoPred filmt oben an der Autobahnböschung. Der Tunnel kann noch von Heimgängern benutzt werden. Links kommen Besucher die Diensttreppe an der A59 herunter – rechts rennen Sanitäter die Böschung hinab. Aus einem Bericht über den ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes der Duisburger Feuerwehr:

„Frank Marx ist auf dem Weg zum Tunnel, der zur Todesfalle wird. Genauer gesagt: Schon geworden ist. Der Arzt weiß noch nichts davon, als er zu einer angeblichen Schlägerei nahe des Eingangs (D’dorfer Str.) gerufen wird. „Kurz bevor wir ankamen, erreichte mich ein Funkspruch. Es gebe eine unklare Lage im Tunnel, Zeugen hätten von Verletzten berichtet.“
Als die Unterführung erreicht ist, sieht Marx erstmal nur Menschen. Kein Durchkommen. Von einem Einstieg der darüber liegenden Autobahn aus steigt er in den Tunnel herab. Dann sieht er die ersten Menschen am Boden liegen: „Es war eine surreale Situation. Ganz in der Nähe der Treppe, an der alles passiert ist, wiegten sich noch Besucher im Takt der Musik. Die hatten gar nichts mitbekommen von der Sache.“ (..) Ich habe die Einsatzleitung übernommen und wollte per Handy weitere Hilfe anfordern“, sagt Marx. Aber: Das Netz ist total überlastet. Per Telefon ist keine Verbindung möglich. Der Doktor nimmt sein Funkgerät. „Da konnten dann allerdings alle Einsatzkräfte mithören. Und die eilen jetzt herbei. Zunächst stehen Ärzte und Sanitäter vor dem völlig überfüllten Tunnel. Frank Marx schnappt sich einen Abschnittsleiter der Polizei. Dem gelingt es mit Kollegen, eine Trasse für Einsatzfahrzeuge freizumachen, auf einer gegenüberliegenden die Raver herauszudrängen. „Dann haben die Kollegen den Ort regelrecht geflutet“, erinnert sich Frank Marx stolz.“

17:08 Uhr – Adam beobachtet, wie ein Verletzter versorgt wird.

17:09 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/07 an Jupiter 01
Dringend Sanitäter runter in den Tunnel. Dringend Sanitäter runter in den Tunnel.
„Ja, ist verstanden.“

Jupiter 01 an Egon 10
„Wir brauchen im Bereich der Rampe und Karl-Lehr-Tunnel dringend mehrfach Sanitäter. Uns kollabieren da reihenweise die Leute (…unverständlich)“

Die kollabieren Euch da bereits seit 40 Minuten!

17:10 UhrPolizei oberhalb des Tunnels, von der A59 macht ein Polizist offenbar Durchsagen per Megafon… also gab es Megafone! Warum wurden sie nicht an der Rampe eingesetzt? Dazu gibt Erich Rettinghaus von der Polizeigewerkschaft NRW hier eine recht schwache Erklärung ab. Sogar Höhenretter der Feuerwehr werden gesichtet (Uhrzeit unbekannt) , die wohl die Latten-Absicherung des Tunneldachs prüfen sollen, bevor Heimgänger dorthin umgeleitet werden. Carsten Walter behauptete in einer Vernehmung, dass er privat ein Megaphon mitgebracht hätte, um im Notfall Besucher ansprechen zu können. Ein weiteres sei ihm von Lopavent verweigert worden, vgl hier. Nur wo war dieses ominöse Privat-Megaphon? Vergessen im Kofferraum..?

17:14 UhrBlick vom Container Richtung Westtunnel.

17:15 Uhr – Situation am Tunnelende von Roma. Auch Carsten Walter (im dunkelblauen Tshirt mit gelber Aufschrift) ist noch vor Ort.

17:17 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 27/07 an Jupiter 02
„Wir haben im Tunnel verletzte Personen, Rettungskräfte sind vor Ort, fordern aber weitere Rettungskräfte an und wenn Notarzt in der Nähe ist, wird der auch angefordert.“
„Verstanden, das ist auch gerade über den Kanal gekommen.“

17:18 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 25/10
„Ich habe mich jetzt hier ins Auto verzogen, damit ich mal vernünftig funken kann. Frage: Lage Tunnel Karl-Lehr-Straße?“
„(…unverständlich) keine Lage zu geben.“
„Ich konnte Sie nicht verstehen.“
„(…unverständlich) unmittelbar in den Tunnel reingucken können, können wir dazu noch keine Lage geben. Wir fragen über unsere Kräfte nach.“
„Also im Moment im Tunnel keine Lage mehr. Hab ich das richtig verstanden?“
„Nein, das ist verkehrt, wir fragen über die Lage im Tunnel nach.“
„Ach so, verstanden.“

17:20 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/10 an Jupiter 01/10
„Zur Lage im Tunnel (…unverständlich) Kräfte sich bewegen kann…vom Veranstaltungsgelände aus der kleinen Rampe die Leute rausströmen. Hier von mir aus die Nachfrage (…unverständlich) ob der (…unverständlich) Ausgang rauskommen, möglich ist? West, ich korrigiere, West.“
„Die Nachfrage, ob der Ausgang über Ost möglich ist, richtig?“

17:21 Uhr – (Achtung, sehr heftig!) Karianne beobachtet, wie Besucher versuchen, eine leblose Frau, welche zwei Minuten vorher vom Schupo & einem Besucher in den Tunnel geschleppt wurde, zu reanimieren,…

17:22 Uhr – … was auch von keepthefaith, der sich noch immer auf dem Dixiklo befindet, dokumentiert wird. Zitat Dr. Frank Marx:

„Ich habe im Tunnel gesehen, dass Menschen einander helfen wollen, sie haben alle mit angepackt, Tragen geholt, Patienten geschleppt, Hände gehalten.“

ca. 17:23 Uhr – (Achtung – heftig!) zwei RTW passieren die Nebenrampe, Sanitäter versuchen, Bewusstlose zu reanimieren. keepthefaith filmt vom Dixi-Klo. Der Blick von oberhalb des Osttunnels zeigt zwei RTW im Tunnel.

17:26 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/10 an Jupiter 01
„Ich will nicht nerven, aber wir brauchen dringend eine Rückmeldung, ob die beiden Auslassstellen Ost und West offen sind. Dringend!“
„Die sind offen. Richtung Westen ist offen. Raus damit.“
„Ja, verstanden.“
„Hier ist der Jupiter 11/10. Richtung Westen ist offen. Genau in Richtung Süden runter.“

17:27 Uhr – Auszug Telefonkonferenz:

„Polizei: Vorab vielleicht, wir haben einen bestätigten Toten.“
„Feuerwehr: Einen, ich hatte gerade zwei gehört.“
(…)
„Ok, wir haben jetzt eine Meldung über 100 Verletzte im Karl-Lehr-Tunnel, aber noch nicht bestätigt und über Stabos von zwei Getöteten durch Absturz, das ist unsere Meldung.“
(…)
„Polizei: Ich darf noch mal eins sagen, weil mir gerade der Kollege F. STST Düsseldorf reingeangen ist, das kann natürlich ne total falsche Information sein. Es sei reingekommen 15-20 Tote.“
„Feuerwehr: Was?“
„Polizei: Ich wiederhole das einfach nur, deswegen, Feuerwehr hat zwei Klettertote, richtig?“
„Feuerwehr: Ja im Moment und jetzt aktuell 4 Reanimationen, wie es hier steht.“
„Polizei: Okay.“
„Feuerwehr: Also egal was, wir müssen massiv vermeiden, dass diese Drucksituation noch mal irgendwo auftritt. Egal wie, und wenn wir alle Zäune wegnehmen, den Zugverkehr einstellen. Und dann gucken wir, dass wir alle Leute irgendwie nach und nach wieder nach Hause bringen.“

ca. 17:28 Uhr Polizisten schirmen den Zugang zur Rampe ab.

ca. 17:29 Uhr – bei FrEaKyLaDiiiEs herrscht eine gewisse Orientierungslosigkeit.. wie kommt man jetzt am besten raus – über die Böschung zur Autobahn oder über die gesperrte Karl-Lehr-Str.? Und wieder eilen Sanitäter die Böschung herunter.

ca. 17:30 Uhr – aus dem Bericht eines Feuerwehrmannes:

„Also, wir (LZ der FF Duisburg) hatten 24 Stunden Wachbereitschaft und sind um 17:20 zum MANV3 alarmiert worden, eintreffen im Tunnel 17:30. Absolutes Chaos, überall Tote und Schwerverletzte, viele Reanimationen. Davon gibt es keine Videos da die Polizeihunderschaften bereits alles was noch laufen konnte aus dem Tunnel gejagt hat bzw dabei war. Ich hatte das gefühl selbst der LNA (Leitende Notarzt) und alle anderen Notärzte waren im Schockzustand, Polizisten und Sanitäter am weinen. (..)“

Interview mit Armin:

„(..) ca. 17.30 Uhr lt. Nachfrage bei Spiegel-TV werde ich am kleinen Rampenaufgang stehend von einem Mann angesprochen, ich drehe meinen Kopf und blicke in eine Kamera. Der Mann fragt mich was hier geschehen wäre und ob ich etwas dazu sagen könnte. Ich erkläre ihm aufgeregt was passiert ist. Währenddessen werden vor uns, nur wenige Meter entfernt immer noch 2 Menschen pausenlos reanimiert. Langsam treffen immer mehr Polizeikräfte ein und bilden eine Kette um den Zutritt zum letzten Tunnel der zur großen Rampe führt, zu verhindern. Ich bitte einen Polizist mich durchzulassen da ich meine Freundin weiter suchen möchte. Er verweigert mir den Durchlass und bittet mich hier weiter zu warten. Ein Besucher neben mir möchte zur Party, er ist alkoholisiert und spricht nur Englisch. Ich versuche ihm auf Englisch zu erklären was passiert ist, das dass Gelände gesperrt wurde und die Party vorbei wäre. Er will es einfach nicht kapieren und legt sich lautstark mit den Polizisten an. Als es den Polizisten zu bunt wird, packen diese den Mann und führen ihn mit auf dem Rücken gedrehten Armen ab. (..)“

Polizeifunk:

Unbekannt
„Bitte, dass keiner in Richtung Tunnel geht.“
„Das müssen Sie nochmal wiederholen.“
„In Richtung Tunnel.“
„Von wo aus?“
„EB (warten).“

ca. 17:31 Uhr – Notärzte und Sanitäter der Johanniter im Einsatz.

17:33 Uhr von peterlind – Menschen auf dem Heimweg. Im Hintergrund stehen reihenweise RTW im Tunnel.

17:34 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01
„Sie gewährleisten bitte, dass niemand von oben in den Bereich des Tunnels geht. Die Menschen mögen über den westlichen Bereich über die Entfluchtung gehen.“

ca. 17:35 Uhr – Bericht von Nicolas:

„Notausgang gefunden. An einer Unterbrechung des Tunnels haben Beamte eine Kette gebildet, um die Menschen am steilen Hang kontrolliert herunterzulassen. Zwei Polizisten helfen beim Abstieg. Dann stehen wir im Tunnel.“

ca. 17:37 UhrSanitäter kümmern sich um verletzte Besucher. Hinter der Autobahnböschung haben Polizisten eine Kette gebildet.

ca. 17:40 UhrBericht von Nicolas:

„So stellen wir uns Krieg vor, oder einen Terroranschlag. Dutzende Rettungswagen fahren. Sanitäter rennen mit Tragen Richtung Rampe. Aus dem Tunnel strömen Menschen. Polizisten räumen mit ganzem Körpereinsatz und Geschrei den Weg frei, als die Retter eine schwerverletzte Frau mit einer Trage wegschieben. Jetzt wissen wir, hier muss etwas Schlimmes passiert sein. Menschen mit zerfetzter Kleidung sitzen am Straßenrand. Voller Dreck. „Ich lag unter Menschen. Ich bekam nur Luft weil ich mit meinen Händen einen Hohlraum zwischen Asphalt und Gesicht bildete“, erzählt uns ein junger Mann aus Holland. Ein Sanitäter beruhigt ein Mädchen, das auf dem Bordstein sitzt. Ein Besucher stützt einen anderen, der mittendrin war. Er weint bitterlich, weiß nicht, wo er ist, wer er ist. Völlige Orientierungslosigkeit.“

17:45 UhrPyLucid beobachtet, wie Heimgänger über das Tunneldach und an der Nottreppe vom Gelände gelassen werden.

ca. 17:50 Uhr – Pekingente1 filmt, wie Polizisten in den Tunnel rennen, gefolgt von einem Malteser-KTW. Die Toten nah der Rampe wurden inzwischen mit Planen zugedeckt.

ca. 17:54 UhrVideo von 3ds.

17:59 Uhr – Bruder Hesekaja blickt von oben auf das freie Stück an den Böschungen. Dadurch, dass Heimgänger an der Nottreppe hinuntergelassen werden, sind immer noch viele Menschen vor Ort, unter der Brücke parken RTW & Notarztwagen. Etwa zu dieser Zeit ist auch dieses Foto entstanden.

18:00 Uhr – auch 3ds beobachtet, wie hunderte von Heimgängern an der Nottreppe zum Westtunnel vom Gelände gelassen werden. Foto von Bruder Hesekaja.

18:01 Uhrebenso.

ca. 18:07 UhrNotarzt & Sanitäter.

ca. 18:16 UhrPolizei & Sanitäter.

ca. 18:23 Uhr – noch immer befinden sich Besucher vor Ort.

ca. 18:25 Uhr – Bericht aus den Ruhrnachrichten:

„Mit dem Hubschrauber Christoph 8 und seiner Besatzung waren auch Rettungskräfte aus Lünen im Einsatz. „Wir trafen gegen 18.20 Uhr in Duisburg ein“, erzählt Pilot Sven Uhrmann. Während er bei der Maschine blieb, wurden Rettungsassistent und Notarzt direkt zum Einsatzort am Tunnel gebracht.
„Die Menschen dort waren geschockt, paralysiert und völlig erschöpft“, schildert Rettungsassistent Sven Koch seine Eindrücke. Seit elf Jahren ist er im Rettungsdienst tätig, seit fünft Jahren gehört er zur Besatzung von Christoph 8. Nach dem Eisenbahnunglück von Eschede seien Einsatzpläne für solche Großlagen entwickelt worden. „Wegen der Enge im Tunnel konnten sie aber so nicht umgesetzt werden“, so Koch. „Irgendwann hatte keiner mehr den richtigen Überblick. Immer wieder tauchten neue Patienten auf“, so der Rettungsassistent weiter. Mit dem Notarzt untersuchte er zunächst die Toten im Tunnel und versorgte dann verletzte Raver. Mit Christoph 8 wurden keine Verletzten in Krankenhäuser gebracht. Der Rettungshubschrauber flog gegen 21.15 Uhr zurück nach Lünen.“

ca. 18:33 UhrSanis des MHD und DRK auf Höhe der Nebenrampe.

18:45 Uhr – Sondermeldung des Krisenstabes: der Karl-Lehr-Tunnel sei leer und werde zurzeit nicht mehr freigegeben, siehe Zwischenbericht.

ca. 18:49 Uhr – Versorgung der leichter Verletzten durch Sanitäter.

ca. 18:51 Uhrebenso.

19:55 UhrPoilzei, Feuerwehr & Rettungskräfte.

19:59 UhrSichtschutzzäune.

20:17 UhrPatrick blickt von der Böschung hinunter in den Tunnel.

20:20 Uhr – das waren einmal Absperrzäune

21:18 Uhr – verstörte Security… Zitat von P. auf ravercount:

„Das schlimmste war die Machtlosigkeit. Ich selbst war als Sicherheitskraft mehr als zwölf Stunden im Einsatz. Zu sehen, wie Leute zertrampelt werden und zu realisieren, dass man nicht mehr helfen kann, war grausam.“

.

## PART III – die westliche Rampe (Nebenrampe)

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13:48 UhrÜK15 zeigt, dass die von Polizisten und Ordnern bewachte Nebenrampe bereits jetzt als Ausgang genutzt werden kann, was sowohl aus der Veranstaltungsbeschreibung vom 19.07.2010 als auch aus dem Ordnerbriefing vom 10.07.10 hervorgeht:

„Rampe ‚DixiLand‘ (wg. der dort aufgestellten Dixiklos) – bis auf gegenteilige Anweisung (BL) ist die Rampe nur ein AUSGANG. Gäste sind auf die EINGANGSRAMPE zu verweisen.“

Entgegen der Absprache gibt es laut Carsten Walter oben auf dem Gelände jedoch keine entsprechenden Hinweisschilder, so dass viele wohl gar nicht wissen, dass sie hier raus können.

14:28 UhrLuftbild von Ulf Kleczka.

14:55 Uhr – oberhalb der Nebenrampe beobachtet kdher, dass er beobachtet wird…

15:26 Uhr – bei kaydee271 sieht man einzelne Besucher von oben kommen.

ca. 15:30 UhrCarsten Walter rät, die Nebenrampe als Eingang freizugeben:

„Als der Polizeiführer in meinem Container war, habe ich ihm Maßnahmen vorgeschlagen – unter anderem sollte die kleine westliche Rampe freigegeben werden, die eigentlich als Ausgang gedacht war. So sollte ein zusätzlicher Eingang geschaffen werden.“

Die Polizei allerdings behauptet in ihrem Bericht, dass es sich bei dieser Maßnahme um ein „ Ersuchen der Polizei“ handelte… Lupusbeleg (Lage- und Planungsunterstützungssystem):

„Nachfrage, ob eine mögliche Öffnung der 2. Rampe eine Entspannung beim Zulauf geben würde. In diesem Fall wäre es erforderlich, dass im oberen Bereich Sicherheitsdienst eingesetzt wird, der Zuschauer in den südlichen Bereich lenken.“

15:32 UhrLuftaufnahme.

15:36 Uhr – Foto von stefan keusemann.

15:38 Uhrstefan keusemann auf der oberen Nebenrampe auf Höhe der Dixi-Klos.

15:40 UhrLuftaufnahme von Thomas van de Wall. Klaus berichtet:

Im Tunnel vor der kleinen Rampe ging es ebenfalls flüssig vorwärts. Der Zaun links zur kleinen Rampe war geschlossen und von Polizei bewacht.“

ÜK15 zeigt jedoch, dass der Zaun geöffnet ist & Heimgänger dort durchgelassen werden. Mitteilung des Veranstalters an die Ordnungsbehörde:

„Nach wie vor große Probleme am Eingang Karl-Lehr-Tunnel; es wird überlegt, den Ausgangsgang auch für Eingänger zu öffnen.“

15:43 Uhr – auch diese Luftaufnahme zeigt Menschen auf der Nebenrampe. erwinsnl knipst von Float Nr. 7. Wie man sieht, mündet diese Rampe direkt in die Floatstrecke.

15:45 Uhr – Dokumentation Polizei, 1. BPA (Bereitschaftspolizeiabteilung Bochum):

„Freigabe der westlichen Rampe zur Entlastung im Tunnel wird von PF vorgeschlagen. Ein Zug der 15. Bereitschaftspolizeihundertschaft (Köln) soll das übernehmen und die Personen vom oberen Rampenende in den Südbereich geleiten. Antwort Jupiter 01/10 (EA/F) : Einverstanden, dazu sollte ein Zug der 15. Bereitschaftspolizeihundertschaft freigemacht werden.“

15:47 Uhr Kamera 15 zeigt, dass nach und nach Polizisten über die Nebenrampe in den Tunnel kommen.

15:50 Uhr – ein Notarzteinsatzfahrzeug passiert mit hoher Geschwindigkeit, danach wird die Polizeikette westlich der Nebenrampe formiert.

15:51 Uhr Kamera 15: die Polizeikette ist eingerichtet und der Ausgang über die Nebenrampe wird dadurch ebenfalls abgeriegelt.

15:53 Uhr – Lupusbeleg: kein Betreff/Priorität 3

„In Absprache mit Lopavent werden beide Vereinzelungsanlagen kurzfristig geschlossen. Unter zeitweiliger Nutzung der 2. Rampe werden die Zuschauer auf das Veranstaltungsgelände geführt. Info an EA West und Ost weitergeleitet.“

15:55 Uhr – tehhhcoolest steht hinter dem Zaun auf der inzwischen abgesperrten Nebenrampe.

16:02 Uhr – die Polizeikette rückt weiter östlich und die Nebenrampe wird nun sowohl als Aus- & Eingang freigegeben. Bericht Polizeihauptkommissar M.:

„Bemerkung: Aufgrund der Dynamik der Lage konnte dies (was?) so nicht umgesetzt werden, stattdessen hat die 15. Bereitschaftspolizeihundertschaft im westlichen Bereich des Tunnels hinter die östliche Rampe verlegt, so dass der Weg auf die westliche Rampe für Besucher freigegeben worden ist. Ein deutlicher Abfluss über die westliche Rampe war allerdings nicht festzustellen.“

Ein Augenzeuge berichtet in einem WDR-Interview:

„Ich stand direkt am Eingang… oder dort, wo die Polizei alles abgesperrt hat, und dann standen wir ungefähr so 20 Minuten drin und dann haben die links den Eingang aufgemacht. Da standen zwar Zäune vor aber die haben sie dann weggezogen, und dann durften die alle durchgehen.“
WDR: „Fanden Sie das gut organisiert?“
„Also ich fand das richtig übel, weil man nicht nach links und nach rechts ausweichen konnte, das war ganz schlimm.“

Heimgänger & Hinwoller drängeln nun gegenläufig durch den Stau, siehe ÜK15. Polizeiinspekteur Dieter Wehe berichtet am 02.09.2010 vor dem Innenausschuss:

Begleitend wurden durch die Polizei mit eigener Technik Lautsprecherdurchsagen durchgeführt. Dazu haben mir die Beamtinnen und Beamten folgendes mitgeteilt: ‚Wir haben die Menschen angesprochen und sogar angeschrien. Daneben haben wir Lautsprecher genutzt und sogar auf eine große Pappe das Wort „Eingang“ geschrieben. Dies alles, weil im Tunnel keine Beschilderung des Veranstalters vorhanden war und keine Lautsprecherdurchsagen vom Veranstalter erfolgten. Die wenigen Ordner waren offensichtlich überfordert. Nur wenige Menschen kamen unseren Aufforderungen nach. Die meisten glaubten an eine Finte („Ihr wollt uns nur zum Bahnhof zurückschicken!“) oder pochten auf ihr Freiheitsrecht („Ich darf das!“, „Ihr könnt mir gar nichts verbieten!“) weiter in Richtung Hauptrampe zu kommen.‘ (Ende der Zitate)“

Auch im Polizeibericht heißt es:

„Diese Maßnahme wurde durch polizeiliche Lautsprecherdurchsagen unterstützt.“

Dazu gibt es bisher jedoch keinerlei Bild- bzw Videomaterial! Falls jemand zur Aufklärung beitragen kann, bitte kommentieren. Lediglich Piroschka berichtet in einem Forum, dass sie auf die Nebenrampe hingewiesen wurde – ob durch Polizei, Security oder Besucher bleibt allerdings unklar.

„wir sind genau eine stunde vorher durch diese brücke gegangen, hinter der ersten brücke sagte man (wer..?) uns, die zweite brücke bitte nicht durchqueren, es ist dort alles schon gesperrt, ihr könnt jetzt links abbiegen, dann kommt ihr auch hin. warum hat man uns da nicht schon gesagt, es ist überfüllt, kehrt bitte um, warum hat man da nicht auch schon die erste brücke gesperrt, warum-warum“

Bericht PHK M., vgl hier:

„(..) Ein deutlicher Abfluss über die westliche Rampe war allerdings nicht festzustellen.“

16:05 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Nochmal an die Zweite übermitteln, die mögen versuchen, den Ablauf vom Veranstaltungsgelände in (…unverständlich) auf der westlichen Seite unterbinden, damit wir auf diese Weise auch mal ein bisschen Druck aus dem Tunnel nehmen können. Wir werden dann den Tunnel entfluchten über diesen Weg, aber das geht nicht weil (…unverständlich) Zulauf ist.“

16:06 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 02 an alle
„Wir haben Funkprobleme aufm 4-Meter-Kanal, da scheint das Relais ausgefallen zu sein.“

Jupiter 12/07 an den Jupiter 12/11
„So, dann nochmal für den 01. Den Tunnel über die westliche Rampe, das ist die schmalere, entfluchten, die Leute aus dem Tunnel ab (…unverständlich) ins Gelände bringen.“
„Das geht im Moment nicht, weil von oben… (anscheinend Heimgänger, Anm. v Daphne) in diese Rampe gehen. Die Zweite möge diese Abwanderungen unterbinden und mir dann Vollzug melden und dann (…unverständlich)“

16:07 UhrBrummiboy blickt von oben auf Heimgänger, djna71 steht unten im Gedränge.

16:11 Uhr Ash G entscheidet sich für den Weg über die unten nur mäßig gefüllte Nebenrampe. An einem der Masten sieht man einen Kletterschutz, der die Leute allerdings nicht davon abhält, trotzdem daran hochzuklettern.

16:19 Uhr – Randolf, der zu diesem Zeitpunkt noch im Westtunnel steht, berichtet in seinem Blog:

„(..) Primär aufgrund fehlender Kommunikation seitens der Polizei und nichtvorhandener Ausschilderung entstand unnötige Verwirrung und wir entschieden uns nicht den vermuteten Weg zum Loveparade-Gelände geradeaus durch den Tunnel, sondern einen vermeintlichen Ausgang nach links einzuschlagen, der nur von wenigen benutzt wurde. Sehr überrascht waren wir, als es sich herausstellte, dass diese Rampe den offiziellen Weg zum Festivalgelände darstellte. Dieses wurde der Menge weder durch Schilder noch durch Durchsagen der Polizei kommuniziert, auch wenn es das Gedrängel deutlich reduziert und den Abfluss der Leute aus dem Tunnel beschleunigt hätte. Lukas ist direkt auf dieser Rampe zur tatenlos herumstehenden Polizei gegangen und hat sie mit klaren Worten darauf aufmerksam gemacht, dass die Menschen im Tunnel an der Schwelle zu einer Massenpanik stehen und bat diese mit Durchsagen über den korrekten Eingang zu informieren.“

16:20 Uhr – Zitat Polizeibericht:

„Die Polizeikette 1 im westlichen Tunnelabschnitt musste wegen zu hohen Drucks der davor aufgestauten Menschenmenge aufgegeben werden. Die westliche Rampe wurde trotz kommunikativem und körperlichem Einsatzes der Polizeikräfte (???) sowie polizeilichen Lautsprecherdurchsagen (welche Lautsprecher..???) nicht ausreichend als Zugang zu dem Veranstaltungsgelände angenommen.“

16:21 Uhr – volle obere Nebenrampe von Dirk Holtwick:

„Wie man auf dem Foto sieht, war es auch hier eng und links stehen die Leute, die rein wollen und rechts diejenigen, die in die Toilettenhäuschen wollen. In der Mitte diejenigen, die raus wollen. Durch die Toiletten ergab sich auch hier eine unnötige starke Verengung (die Rampe ist aber auch so schon eher ‘einspurig’). Vor dem Eingang zu dieser Rampe, also auf der Seite des Geländes, wo die Autobahn ist, war noch viel Platz.“

16:27 Uhr – Zitat Zeugenvernehmung Polizeirat H.:

„Ich habe dann zeitnah von meinem Führungsassistenten PHK Bürgener erfahren, dass er von dem Crowd-Manager die Information hätte, dass seitens des Polizeiführers angewiesen worden sei, die Vereinzelungsanlage West zu öffnen. PHK Bürgener remonstierte sofort über Funk in Richtung unserer Befehlsstelle. Ich rief den Polizeiführer an. Nach mehreren Anwahlversuchen hatte ich Kontakt zu LPD S. und schilderte ihm unsere Situation. Das müsste so 16:27 Uhr gewesen sein. In diesem Gespräch trat zutage, dass es sich offensichtlich um ein Missverständnis handelte. LPD Simon ging davon aus, ich würde gegen eine Öffnung der westlichen Rampe remonstrieren. Stattdessen meinte ich die Vereinzelungsanlagen. Wir räumten das Missverständnis aus. Ich machte deutlich, dass die Vereinzelungsanlagen aufgrund der Situation im Bereich Tunnel und Rampe auf jeden Fall geschlossen bleiben müssen.“

ca. 16:30 UhrLuftaufnahme der Polizei. Bericht von Andrea B.:

„(..) Wir sind um kurz vor 16.30 in den ersten westlichen, zwar vollen aber nicht überfüllten Tunnel gegangen, an den sich ein kleines freies Stück anschloss, bei dem Eingige bereits ohne ersichtlichen Grund, versuchten über die Böschung / den Absperrzaun auf das Gelände zu gelangen. Anschließend haben wir den zweiten, auch nicht überfüllten Tunnel betreten. Am Ende dieses Tunnels ging eine kleine Rampe auf das Gelände. Ich habe dort vollkommen enspannt in der Mitte der Rampe auf eine Freundin gewartet und mich gewundert, warum alle geradeaus gehen und nicht links abbiegen. Wir sind dann um kurz nach 16.30 über diese kleine Rampe auf das Gelände geschlendert – fast keiner ist uns gefolgt, alle sind weiter in den nächsten Tunnel gegangen, der zum Hauptaufgang führte. Ich frage mich nun, warum? Hat keiner diesen Zugang gesehen? Warum hat niemand die Menschen hierhin umgeleitet?

16:32 Uhr – MrAlmatykaz ist unten auf der Nebenrampe angekommen. Bei ihm ist es, im Gegensatz zur oberen Nebenrampe, nicht so voll.

„Durch diesen Zugang kamen wir relativ leicht auf das Gelände. Das Video ist zwar kurz, jedoch gab es den ganzen Weg hoch kein Gedränge.“

Lupusbeleg:

„Betreff: Telefonat Herr S. mit Herrn H. 7 Priorität 3
Zusage, die westliche Rampe wird sofort geöffnet.“

Die Nebenrampe ist seit 30 Minuten offen, offenbar ist der Eintrag von 16:32 Uhr, nicht das Ereignis…

16:33 Uhr – der Besucherstrom Richtung Gelände hält an.

16:34 Uhr – die Nebenrampe ist komplett gefüllt.

16:35 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Wir bräuchten einmal ein RTW auf die kleine Rampe, eine Person kollabiert.“

16:41 Uhr – Tobi L beobachtet einen Mastkletterer.

ca. 16:42 Uhr von partykrash – hier sieht man, dass die Bauzäune nun an den Rand des Aufgangs zur Nebenrampe geräumt sind.

16:43 UhrLuftaufnahme.

16:44 Uhr von peterlind – Blick vom überfüllten Westtunnel auf die ebenfalls überfüllte Nebenrampe, auf der rechts ein Polizweiwagen zu sehen ist.

16:45 Uhr – nochmal peterlind.

16:54 Uhr – arzt46 filmt, wie Leute unter „Die Mauer muss weg“-Rufen die Mauer zum Gelände erklimmen. Funkspruch:

 Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Auf der kleinen Rampe brauchen wir jetzt mehrere Leute. Da sind schon teilweise Leute niedergetrampelt worden und kollabiert.“
„Geben wir weiter.“

ca. 16:55 Uhr – ein Augenzeuge berichtet:

„An der Ausgangsrampe angekommen regt sich in mir ein ungutes Gefühl. Es kommen uns Massen an Menschen entgegen. Ich frag einen Polizisten, ob das wirklich der Ausgang sei und er sagt: „Ja. Die Eingangsrampe ist abgeriegelt. Daher versuchen die Menschen es jetzt über die Ausgangsrampe hereinzukommen“. Mit uns wollen etliche hundert Menschen auch das Gelände verlassen und so quetschen wir uns seitlich der Ausgangsrampe nach unten in den Tunnel. Unterwegs die Rampe herunter ein unwirkliches Bild. Obwohl die Menschen oben am Ende der Ausgangsrampe aufs Gelände gelassen werden (wer soll sie auch daran hindern, Polizei gegen Eindringende Massen ist nicht vorhanden da es ja auch nur als Ausgang gedacht ist), scheinen das die Leute am Beginn der Rampe noch nicht zu sehen und ziehen sich ohne enges Gedränge umständlich an den Mauern hoch. Manche benutzen zu zehnt(!!!) kleine provisorische Lampen-Masten, die mit ein paar Schrauben an die Mauer geschraubt sind, anderen nehmen den gegen die Mauer gekippten Bauzaun um Höhe zu gewinnen und sich von oben Angekommenen hoch helfen zu lassen.“

Video von MrSebastian81183.

16:56 Uhr von Tobi L.

16:57 Uhr – nochmal partykrash. Leute klettern weiterhin Mauern hoch; ebenso bei Knight242 & MeinKoeln .

16:58 UhrP!ng0 beobachtet, wie jemand den Kletterschutz des Masten überwindet.

16:59 Uhrebenso. Fotos von peterlind.

17:00 UhrP!ng0 in der Menge.

ca. 17:01 Uhr – auch preif ist inzwischen auf der Nebenrampe angekommen. BATathMAN filmt vom Westtunnel.

17:02 Uhr . Foto & Video von P!ng0 – Leute erklettern immer noch die Mauern, ebenso bei peterlind.

17:03 Uhrnichts geht mehr. Mauerkletterer bei P!ng0.
https://loveparade2010doku.wordpress.com/?attachment_id=3078
https://loveparade2010doku.wordpress.com/?attachment_id=3079
Vktv filmt Leute, die nicht mehr ganz nüchtern sind, drumcutCOM filmt von oben.

17:04 Uhr – auch preif beobachtet Kletterer, genau wie peterlind.

17:06 Uhr Foto von P!ng0. preif ist schon weiter oben.

17:07 Uhr – Ruhrpott-Taucher, der von weiter oben auf das Gedränge blickt, meint:

„Von einer Polizeisperre wurden Besucher, die das Gelände verlassen wollten, von der Hauptrampe zu der kleineren Rampe geschickt. Hier drängten leider in diesem Moment die ankommenden Besucher die kleine Rampe hoch, so dass ein Verlassen des Geländes in dem Moment nicht möglich war.“

17:08 UhrJennyGilli2009: „Der Notweg war auch nicht besser..!“

17:09 Uhr – bei peterlind auf der unteren Rampe ist es inzwischen deutlich leerer.. Polizeifunk:

 Jupiter 12/07 an Jupiter 01
Dringend Sanitäter runter in den Tunnel. Dringend Sanitäter runter in den Tunnel.
„Ja, ist verstanden.“

17:10 Uhr – P!ng0 hat das Gelände erreicht und filmt nun die Rampe von oben.

17:12 Uhr von JennyGilli2009 – „..noch einmal der Notweg von oben….“

??:?? Uhr – (Achtung, heftig!) aus dem Chaos von Gigalogi.

17:17 Uhr – Polizeifunk:

 Jupiter 01 an Egon 10
„Auf der Rampe des Veranstaltungsgeländes wird eine Person reanimiert. Wir brauchen dringend den Notarzt.“
„Wo ist das genau?“
„Auf der Rampe. Nähere Örtlichkeit kann ich Ihnen nicht geben.“

Jupiter 01 an Egon 10
„Die reanimierte Person ist auf der westlichen Rampe. Wiederhole: westliche Rampe.“
„Ist dann Karl-Lehr-Straße richtig?“
„Karl-Lehr-Straße, die westliche Rampe, die hinterher aufgemacht worden ist.“
„Ja verstanden.“

17:20 Uhr – die Rampe ist deutlich leerer. Polizeifunk:

Jupiter 25/10 an Jupiter 01/10
„Zur Lage im Tunnel (…unverständlich) Kräfte sich bewegen kann…vom Veranstaltungsgelände aus der kleinen Rampe die Leute rausströmen. Hier von mir aus die Nachfrage (…unverständlich) ob der (…unverständlich) Ausgang rauskommen, möglich ist? „West, ich korrigiere, West.“
„Die Nachfrage, ob der Ausgang über Ost möglich ist, richtig?“

17:21 UhrRuhrpott-Taucher:

„Kurz nach den tragischen Minuten und nachdem ein ganzer Schwung ankommender Besucher die kleinere westliche Rampe hochgedrängt haben, war von dem Ansturm nichts mehr zu sehen. Wenige Augenblicke später war ich am unteren Ende der kleinen Rampe angekommen. Beim Anblick der dramatischen Szenen kurz nach der Katastrophe habe ich aber schnell meine Kameras eingepackt. Es reicht, dass sich die Bilder im Kopf festgebrannt haben und es ist auch nicht die Art der Aufnahmen, die ich machen möchte. Ich habe dann umgehend den Anweisungen der Polizei Folge geleistet und das Gelände schnell in Richtung Düsseldorfer Straße verlassen, um den Rettungskräften Platz zu machen.“

17:22 UhrVerletzte und Traumatisierte haben sich zur Nebenrampe geflüchtet:

Hier saßen/lagen viele auf dem Boden, die einfach zerdrückt, oder auf dem Boden getreten wurden.“

17:23 UhrHeimgänger laufen an Bewusstlosen vorbei; (Achtung, heftig) Besucher und Sanitäter versuchen, sie zu reanimieren. Zwei RTW eilen Richtung Hauptrampe.

17:28 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Ihnen ist bekannt, dass es tatsächlich einen bestätigten Toten gibt, im Bereich der westlichen Rampe?“
„Verstanden. Kreislaufversagen oder erdrückt?“
„Konnte uns bis jetzt noch nicht mitgeteilt werden.“
„Ja, super.“

ca. 17:30 UhrInterview mit Armin.

„(..) ( ca. 17.30 Uhr lt. Nachfrage bei Spiegel-TV ) werde ich am kleinen Rampenaufgang stehend von einem Mann angesprochen, ich drehe meinen Kopf und blicke in eine Kamera. Der Mann fragt mich was hier geschehen wäre und ob ich etwas dazu sagen könnte. Ich erkläre ihm aufgeregt was passiert ist. Währenddessen werden vor uns, nur wenige Meter entfernt immer noch 2 Menschen pausenlos reanimiert. (..) Ich bemerke viele Menschen die über die kleine Rampe das Partygelände verlassen, teilweise sichtlich angeheitert und in bester Partylaune. Sie laufen achtlos an den vielen verletzten Menschen vorbei und realisieren überhaupt nicht welche Tragödie sich hier gerade abspielt.“

17:41 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/10 an Jupiter 01
Am besten werden beide Rampen gesperrt, da wir an beiden Rampen Verletzte unten liegen haben und da dringend RTW benötigt werden. Frage, ob verstanden?“
„Ja, ist verstanden.“

ca. 17:47 Uhr – Ordner bilden einen Sichtschutz aus Folien.

ca. 17:58 Uhr – KleinerLeverkusener filmt, wie Sanitäter die Verletzten versorgen. Im Tunnel sind RTW und ein NEF zu sehen.

??:?? Uhr – KleinerLeverkusener filmt Sanitäter sowie eine Polizeikette etwas weiter oben in der Mitte der Nebenrampe.

??:?? Uhr – hardstyleamersfoort filmt einen Rettungswagen.

.

## Part IV – die Ostroute

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„Wieviele Vereinzelungstorelemente gab es eigentlich?“ fragt Pilsbierchen.

Screenshot Google-Streetview: Kreuzung Karl-Lehr-Str./Grabenstr.

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10:48 Uhr – boehse4ever am Ostteil des Hbf.

10:49 Uhr – boehse4ever auf der Neudorfer Str.

11:00 Uhr – aufgrund andauernder Planierarbeiten kann das Gelände noch nicht wie geplant geöffnet werden. Bei einer Begehung des Geländes am Vorabend wurden seitens des Bauamtes noch Restmängel festgestellt, die nun -zumindest teilweise- beseitigt werden, vgl hier.

11:08 Uhr – noch ist die Grabenstr. angenehm leer.

11:13 Uhr – Tudor Herman knipst von der anderen Seite in die Grabenstr.

11:15 Uhr – Blick in die Karl-Lehr-Str.

11:17 Uhrebenso.

11:22 Uhr – Dame mit Freund & Helfer.

11:23 Uhr – auch die Polizei harrt der Dinge, die da kommen…

11:24 Uhr – …und harrt

11:28 UhrWartende in der Menge am Loveshop.

11:32 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 03 an Jupiter 23/07
Die letzte Information: Vom Veranstalter erfahren wir gerade, dass die Durchlassstelle Karl-Lehr-Straße wird erst um 12:00Uhr aufgemacht, weil sie noch technische Probleme haben.“
„Welche Durchlassstelle war das?“
„Karl-Lehr-Straße.“
„Verstanden.“

11:34 Uhr – Eintrag Einsatztagebuch des Ordnungsamtes:

„Mitteilung LoPa – Gelände noch nicht geöffnet, Öffnung wird mitgeteilt. Menge vor den Toren halten sich in Grenzen.“

Hans Zimmer berichtet auf taz.de:

„Es war ein befremdliches Bild, das Duisburg am Samstagvormittag bot: ein riesiges Polizeiaufgebot; dutzende Beamte vor Spielplätzen oder Grünanlagen, denen man, wie mir eine Polizistin bestätigte, aufgetragen hatte, die Besucher abzuwehren. Schon der Anblick der Jugendlichen, die auf der Straße saßen, weil man ihnen keine Parkbank gönnte, erweckte bei mir den Eindruck: Hier geht es nicht darum, die Jugendlichen zu schützen, es geht darum, Duisburg vor den Jugendlichen zu schützen.“

11:36 Uhr – von Tudor Herman. Zoom in die Grabenstr.

11:38 Uhr – Lupusbeleg Polizei:

„Laut Veranstalter wird das Gelände erst um 12:00 Uhr geöffnet. Vor den beiden Vereinzelungsanlagen befinden im Ostbereich 1.000 bis 1.500, in Westbereich 600 Personen. Keine Personen im Karl-Lehr-Tunnel. In den nächsten 10 Minuten wird laut Verbindungsbeamten H. geöffnet (Stand 11:25).“

11:42 Uhr – „Mitteilung LOPA – Gelände soll um 12.00 Uhr geöffnet werden!“

11:46 Uhr – boehse4ever in der Grabenstr.

11:47 Uhr – boese4ever wartet

11:48 Uhr – .. und wartet

11:50 Uhr – Tudor knipst Laternenkletterer.

11:54 Uhr – Lupusmeldung:

„Nach Aussage des Veranstalters wird das Gelände noch immer nicht geöffnet, da sich noch Gegenstände auf der Float-Strecke befinden sollen. Warum der südliche Bereich noch nicht geöffnet ist, kann vom EA zur Zeit nicht gesagt werden. Nachfrage erfolgt.“

11:57 Uhr – noch immer muss gewartet werden.

12:02 Uhr – Auswertung Kriminalhauptkommissar K.:

„Um 12:02 wird das Veranstaltungsgelände geöffnet. (..)“

12:13 Uhr – Emilia am Hbf.

12:16 UhrTudor auf dem Weg in den Tunnel.

12:25 Uhr – David wartet auf Einlass in der Karl-Lehr-Str.

12:26 Uhrdjmollig in der Grabenstr., ebenso Amahassala1987. Fahrzeuge der Feuerwehr passieren Richtung Karl-Lehr-Str..

ca. 12:51 Uhr – T. Schröder auf dem Weg in den Tunnel.

12:54 Uhr – Kevin LIVR kommt am Hbf an.

12:58 Uhr – lt. Polizeiabschlussbericht wird die Vereinzelungsanlage Ost erst jetzt „unter Volllast“ betrieben, „die Polizei forderte mehrfach eine volle personelle Besetzung, um den Durchfluss zu erhöhen und den Druck auf die Vereinzelungsanlagen und die polizeilichen Vorsperren zu mindern.“

13:00 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 14/07 an Wedau 15: „Darüber hinaus zur Kenntnis: Die Eingänge sind wieder geöffnet, die Einlassstelle Ost: normaler Zustrom, 200 Personen pro Minute (..).“

13:03 UhrKevin L. auf der Neudorfer Str. mit Sanis.

13:10 UhrEmilia auf der Neudorfer Str.. DJ Charly Lownoise steht in der Menschenmenge vor der Vereinzelungsanlage, da er , wie er hier berichtet, nicht weiß, dass es im Norden des Geländes einen separaten VIP-Eingang gibt.

13:13 UhrKevin L. auf der Neudorfer Str. mit Polizei.

13:15 UhrEmilia am Neudorfer Markt.

13:17 Uhr – kurz vor dem Tunnel wird noch schnell ein Brezel gekauft.

13:19 UhrKevin L ist am Altenheim angekommen.

13:29 Uhr – Emilia in der Grabenstr.

13:37 Uhr – Gruppenkuscheln in der Karl-Lehr-Str

13:39 Uhr – … wo die Kuh fliegt.

13:44 Uhr – Zitat bild.de:

„Die Polizei warnt vor einem Massenansturm bei einsetzender Musik, regt deshalb an, die Schleusen weiter zu öffnen.“

ca. 13:45 Uhr – MadeInMarxLoh feiert schon vor dem Café East Side am Ostausgang des Hbf.

13:55 Uhr – auch Brummiboy hält sich noch am Cafe Eastside auf.

ca. 14:00 Uhr – Bloggerin Schwalbe berichtet:

„(..) Wir waren am Tunnel verabredet mit Freunden, die schon längst dort waren. Die Hintergrundkulisse hörte sich übers Handy bizarr an. Die Verständigung klappte schon ab ca. 14.00 h nicht mehr richtig. An der Koloniestraße stellten wir fest, dass die dort anwesenden Ordner und Polizisten nicht besonders gut informiert waren. Sie schickten die Leute von Pontius nach Pilatus. Es gab viele Irrwege. Die Sperrung der Straßen und Wege war u.E.keine gute Idee.
Wir gingen zur Grabenstraße und klebten fest an der Kreuzung Graben-, Kommandantenstraße. Wir sahen und hörten, wie Polizisten bespuckt und beschimpft wurden. Muss man so miteinander umgehen?! Wundert Ihr Euch, wenn sie am Rad drehen (können)? An der Stelle standen Polizisten aus Aachen, sagten sie. Ich zog meine Brut raus und habe mich mit den PolizistInnen unterhalten. Sie gaben die Absperrung an der Kommandantenstraße frei für uns mit der Begründung, dass wir Anwohner seien. Dieser Straßenteilbereich war bestückt mit Polizeiwagen. Bei Penny und Kik kam man nicht durch. Der Bereich war hinten abgesperrt. Also wieder zurück mit einem Äugsenzwinkern an die verwunderten PolizistInnen aus Aachen (11. BPH). Es war eins der Probleme, dass viele Ortsunkundige im Einsatz waren und man ihnen offensichtlich vorher keinen Stadt- und Absperrungsplan zur Verfügung gestellt hatte oder sie haben sie nicht studiert?
Die Enge hatte sich in den wenigen Minuten, wo wir über den Parkplatz der Geschäfte liefen (dort standen auch Polizeibusse), aufgelockert. Wir liefen ein Stück und standen vor Ordnern mit hellblauen T-Shirts und der Aufschrift „Security“. Ich sah viele „Kinder“gesichter unter ihnen. Ihnen fehlte die Erfahrung. Als ich die Absperrungen sah, habe ich gefragt, ob das Absperrungen seien oder Käfige? Ein Ordner, höchstens 18 Jahre jung meinte, dass erschiene mir nur so und ich meinte, ob die Stadt und der Veranstalter noch alle an der Latüchte hätten? (..)

MrChristiannw vor der Kontrolle Grabenstr./Karl-Lehr-Str. Ein LKW des DRK, der wohl Wasser transportiert, steckt in der Grabenstr. fest. Einige Zeit später filmt citiz3n, wie der Fahrer dieses Wagens angepöbelt und mit Flüssigkeit bespritzt wird:

„Crowd was angry when a emergency team vehicle which was only carrying waters started the siren loudly. This has resulted the crowd to shake beers and splash it to the poor driver who unfortunately, lowered down his window“

Youtuber yaro1548 kommentiert:

„Ich saß IN dem LKW. Es war einfach nur Grausam. Wir wurden angepöbelt, beschimpft, bespuckt. Das Auto mit Aufklebern versehen und und und. Da hab ich mich das erste mal gefragt … wieso machst du das eigentlich.“

Zitat von Kuetty:

„Auch ich saß mit in dem LKW. Wir haben Wasser geladen gehabt, dass dringend benötigt wurde. Wir machen nicht aus Spass die Sirene an.“

Kurz darauf hat Christian die Vereinzelungsanlage passiert. Willi G., der von 13:00 – 16:00 Uhr zwischen Altenheim und Tunnel hinterm Zaun stand, meint in seinem Bericht an die Stadt Duisburg:

„Um 14:00 Uhr war die Anzahl der Menschen, gegenüber Hausnummer 159 (Altenheim) bis zum Tunneleingang so hoch, dass man nicht vor oder zurück kam.“

Diesen Eindruck teilt auch Anwohnerin Conny H.:

„Bereits am Anfang der Veranstaltung um 14 Uhr kamen die Sicherheitskräfte so wie die Polizei nicht mehr gegen den Andrang Ecke Grabenstrasse an.“

14:29 Uhr – Miira am Neudorfer Osteingang des Hbf. Feemir auf der Neudorfer Str.

ca. 14:30 Uhr – lt. Willi G. rufen die Menschen: „Wir wollen rein“ und „Die Mauer muss weg!“

14:35 Uhr – MinimalerRockStar am Osteingang des Hbf Richtung Neudorfer Str.

14:36 Uhr – am Neudorfer Markt scheint noch nicht so viel los zu sein.

14:39 Uhr – Polizeifunk:

 Jupiter 01 an Jupiter 14/07
(..)
„Noch eine Nachfrage bezüglich der Ingewahrsnahme im Bereich Pennymarkt. Wir benötigen eine genaue Örtlichkeit für die ..ähm GefKW (Gefangenenkraftwagen).“

Conny H. fotografiert den Bereich vor der Vereinzelung.

14:40 Uhrebenso.

14:44 Uhr – Funkspruch Polizei:

Jupiter 01 an Jupiter 01/10
„Ne Info aus dem EA Raumschutz West. Soeben durch telefonischen Kontakt mitgeteilt. Im westlichen Bereich ..äh.. im Moment großer Druck ..äh.. Zäune, Vorsperren werden versucht einzureissen. Im Moment ..äh.. beginnt oder wird nur aus dem Bahnhof über die östliche Route auf das Veranstaltungsgelände zugeführt. Die Westroute ist im Moment durch Kräfte Abteilungsführung Wuppertal komplett gesperrt.“

Lt Protokoll Szenarienworkshop soll bei einer Überfüllung der Westroute jedoch keine Ableitung in den Osten erfolgen, sondern in die Innenstadt..!

ca. 14:45 UhrBericht von Willi G. :

„Viele Menschen haben ab 14:45 Uhr, gegenüber Hausnummer 159, die Polizisten angesprochen: ‚Lassen Sie mich bitte raus.‘ Obwohl das möglich gewesen wäre, hat die Polizei keinen durch den Drahtzaun rausgelassen. Ich habe verschiedene Polizisten angesprochen, mit der Bitte z.B. einen älteren Mann, der kurz vor dem Kollaps stand, rauszulassen, ich habe keine Antwort erhalten.
Ca. 14:45 Uhr wurde von den vielen Menschen durch den Druck gegenüber von Hausnummer 159 dreimal der Drahtzaun übergekippt. Der Drahtzaun wurde durch Ordnungskräfte und der Polizei wieder aufgestellt. Obwohl die Karl-Lehr-Str. bis zum Tunneleingang hoffnungslos überfüllt war, haben die Ordnungskräfte in Absprache mit der Polizei anschließend hunderte Menschen durch die Sperren gehen lassen.
In der 4. Etage des Hauses 159 hielten sich 3 Polizisten (auf), mit Blick auf den Tunneleingang und filmten über Stunden das Geschehen. Alles, was ich in dem Schreiben aufgeführt habe, muss über die Filme der Polizei dokumentiert sein.“

14:46 Uhr – Andreas Pape am Ostteil des Hbf.

14:53 Uhrgpmike95 auf dem Weg in den Tunnel.

ca. 15:00 Uhr – Monika berichtet:

„Am Ostausgang des Bahnhofs und auf der Neudorfer Straße sah ich zwischen 15 und 16 Uhr eine nicht enden wollende Menschenmenge zur Karl-Lehr-Strasse in Neudorf laufen und da fragten wir uns schon, wie diese Menschen noch auf den Platz gelangen sollten, (..)“

Situation in der Grabenstr. runnertobi blickt von oben auf die Kreuzung Karl-Lehr-/Grabenstr. Die Polizei ist anwesend.

ca. 15:01 UhrZanderpaule auf dem Weg in den Tunnel. Funkmitschnitt Polizei:

 Jupiter 14/07 an Jupiter 01
„Zur Kenntnis (..) Am Eingang Ost Durchlass 300 Personen pro Minute. Befüllung 60 %. (..)“

15:03 Uhr – Eintrag:

„Anreisende aus dem Bereich Essen/Oberhausen werden inzwischen auch über die Oststrecke geführt.“

15:10 Uhr – xetzxetzxetz filmt vom Fenster aus die Grabenstr., die sich mehr und mehr füllt.

15:11 Uhr – LotSe verlässt den Hbf.

15:16 Uhrcrush85de irgendwo in Neudorf, Synth in der Graben-/Ecke Koloniestr.

15:17 Uhr – Conny H. beobachtet einen Trupp von sieben Polizisten im Eingangsbereich.

15:18 Uhr – 10005529043510063… wartet in der Menge.

ca. 15:20 UhrZitat Conny H.:

„Ab 15:20 Uhr sah ich schon die ersten Rückkehrer vom Gelände kommen. Der Andrang an den Schleusen war extrem dicht, obwohl die Schleusen offen waren.“

15:24 Uhr – Matthias Goetz am Anfang der Grabenstr., Synth in der Grabenstr., Nils Stump an der überfüllten Kreuzung Graben-/Karl-Lehr-Str.. Zwei RTW, die zuvor auf der unteren Rampe standen, verlassen nun den Tunnel.

15:26 Uhr – „Jesus rettet!“

15:27 Uhr – Zemzem steht in der überfüllten Karl-Lehr-Str., Conny neben der Vereinzelung.

15:29 Uhr – Zitat bild.de:

„Aus dem Polizeihubschrauber werden 350.000 bis 500.000 Raver in der ganzen Stadt gezählt.“

ca. 15:30 UhrBericht von Carsten:

„Ich selber, wohne direkt an der Ecke Sternbuschweg/ Koloniestraße und was ich da vom Balkon aus beobachten konnte war schon 1,5h vor den schrecklichen Unglück Caos pur.
Aus meiner Sicht war da schon kein geregelter Ablauf mehr von Polizei und Rettungsdienste zu sehen. Laufend fuhren da Rettungswagen und Hundertschaften rein und raus, bzw auch eher nicht den obwohl die Strassenseite zur Stadt hin als Rettungsgasse abgesperrt war kamen die Fahrzeuge nicht durch, weil es aus meiner Sicht die Polizei versäumte die große Kreuzung frei zu halten und den verkehr zu regeln. Es standen zwar öfters dort an der Kreuzung Motradfahrer aber keiner war in der Regel den Ablauf dort zu kordinieren. Dieses wurde aus meiner Sicht und die meines Freundes und Frau erst viel zu späte gemacht.
So ca gegen 18 Uhr wurde der Ablauf dort geregelt, was dann zum Glück super klappte, die Rettungswagen wurden in 6er Gruppen von Polizei begleitet. Warum nicht schon vorher.
Allerdings muss ich auch sagen, dass an der Ecke der Zugang zum Gelände schon gegen ca halb vier durch die Polizei geregelt bzw. abgesperrt wurde. (..)“

Crush85 in der Grabentr., ebenso etwas weiter hinten hitower78. Kommentator Andreas Siech meint:

„Ich war heute auf der Loveparade, bzw. habe es versucht, an der Kommandentstraße weiterzukommen, diese war jedoch schon um 15:30 dermaßen überfüllt das kleine Massenpaniken ausbrachen , auch auf meine/unsere Bitte an die Polizei ihre Absperrungen zu Öffnen weil Jugendliche zu Fall kamen und zertreten wurden gab es keine Reaktion , man wurde nur doof angeguckt , mehr als warnen kann man nicht, auf die erneute Bitte die Fluchtwege zu Öffnen wurde auch nicht reagiert. Ich bin nun heilfroh dass ich aus dieser viel zu dichten, unkontrolierten Menschenmasse rausgekommen bin. Nur traurig dass die Polizei nicht auf die zich Bitten gehört hat, (..)“

Ähnliches berichtet auch findling99, der gegen 16:20 Uhr auf der unteren Rampe war:

„Die Massenpanik hätte schon früher ausbrechen können. Ich habe 2 Stunden (15-17 Uhr) vom Bahnhof bis zum Gelände gebraucht. An der Ecke „Kommandantenstr / Karl-Lehr-Str“ hat es sich extrem gestaut wegen einer Absperrung. Es kamm wie an der Rampe zu Gedränge, Schlägereien und Mädels haben gekotzt. Die Security wollte keinen mehr durchlassen. Der Druck wurde so groß, daß sich die Leute über die Security hinweggesetzt hat, sonst wäre dort schon vorher ähnliches passiert. Die Straße war viel zu eng“

15:32 Uhr – Crush85 ist noch in der Grabenstr. und Adam wandert durch Neudorf.

15:33 UhrFunkspruch Polizei:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Vorschlag des Veranstalters, der sich für vernünftig anhört, ist, an den beiden Zulaufstellen Ost und West für maximal 10 Minuten zu sperren. Wenn diese Sperre eingezogen ist, würden wir mit der 15. (Polizeihundertschaft) auf halber Höhe der Rampe sperren und dann zusammen mit Kräften der 15. und dem Veranstalter die Leute Rampe rauf und dann in den Südbereich des Veranstaltungsgelände bringen. Können wir aber nur dann machen, wenn die Abschnitte Ost und West diese Sperrung mit verpacken. Bitte einmal abklären, ob wir das machen können.“
„Ja, so verstanden.“

15:34 Uhr – Situation in der Grabenstr. von Crush85. Dokumentation Polizei:

2. Bereitschaftspolizeihundertschaft (BPH Bochum)
„Zugang zum Veranstaltungsgelände stark frequentiert. Gedränge unter den Besuchern nimmt an den Vereinzelungsanlagen stark zu.“

15:36 Uhr – 10005529043510063… an der Vereinzelungsanlage,

15:38 Uhr – pizzamanne befindet sich an der Kreuzung Graben-/Karl-Lehr-Str. Es ist ziemlich voll. Crush85 ist noch immer in der Grabenstr.

15:39 Uhr – auch Pablo Mora wartet in der Grabenstr..

ca. 15:40 Uhr – auch NeoPred steht im Riesen-Stau. Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Vorschlag: Sperren der Vorsperren im westlichen und östlichen Bereich jetzt. Weitergabe an PF (Polizeiführer).“

Anwohnerin Conny H. meint in einem Interview:

Die komplette Polizei rückte ab (Richtung Tunnel, wohl um die Polizeikette dort einzurichten)! Es waren dann nur noch die völlig überforderten Ordner da. Aber auch schon davor fuhren die ersten Polizisten mit ihrem Mannschaftswagen, einem Polizeibus weg. Dieser Wagen stand direkt unter meinem Fenster. Die Polizisten hatten darauf gesessen, hinter dem Zaun.“

Zitat Der Spiegel:

„Spätestens zu diesem Zeitpunkt, gegen 15.40 Uhr, so die Staatsanwälte, hätte Kuno S. als oberster Polizist der Love Parade handeln müssen: mit Verstärkungen, die er ins T-Stück schickt und an die Eingänge. Er hätte die Schleusen demnach sperren lassen müssen, notfalls mit aller Gewalt.“

ca. 15:41 Uhr – fotodortmund in der Grabenstr. mit Musik.

15:42 Uhr – Matthias Goetz blickt in die überfüllte Grabenstr., in der mbreezer zeitgleich filmt:

„Lange mussten wir warten und ein zurück gab es auch nicht dank der super Verzäunung der Stadt.. was ein Wahnsinn.“

Blick Richtung Kreuzung. Ein Johanniter-RTW mit Sirene bahnt sich den Weg, von dessen „Sog“ sich etliche Leute Richtung Tunnel mitziehen lassen.

15:47 Uhr – auch MinimalerRockStar steckt auf dem Weg zum Tunnel in der Grabenstr. fest.

15:48 UhrPablo Mora mit RTW. Funkmitschnitt:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Ja soeben von Lopavent: Beide Vereinzelungsanlagen werden sofort geschlossen.“
„Verstanden. Wichtig ist, dass das die Kollegen von der BPA (Bereitschaftspolizeiabteilung) 2 und 3 wissen.“
„Verstanden.“

Jupiter 01 an Egon 10
„Für Sie zur Kenntnis: Lopavent schließt jetzt beide Vereinzelungsanlagen im Bereich der Karl-Lehr-Str.“
„Jupiter 01, Sie sind nicht aufzunehmen!“
„Können Sie mich jetzt aufnehmen, Egon 10?“
„Ja, jetzt sind die (Sie) aufzunehmen.“
„Für Sie zur Kenntnis: Lopavent schließt jetzt beide Vereinzelungsanlagen an der Karl-Lehr-Straße. Egon 10, konnten Sie meine Durchsage aufnehmen.“
„Karl-Benz-Straße werden die Anlagen geschlossen, ja?“
„Karl-Lehr-Straße werden die Anlagen geschlossen, richtig.“

15:51 Uhr von misturada.de – Blick in die überfüllte Grabenstr./Ecke Karl-Lehr-Str. Mittendrin steckt noch der Johanniter-RTW.

15:52 UhrCrush85 ist nun in der Karl-Lehr-Str. Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Bereich Ost benötigt Lopavent Unterstützung bei der Sicherung der Sperren. Bitte mal so an die Abteilungsführung Köln.“
„Ja.“

15:54 Uhr – lt. Polizeiabschlussbericht wird die Vereinzelungsanlage geschlossen.

15:55 UhrCrush85 im Gedrängel vor der Vereinzelung.

15:57 Uhr – die Vereinzelungsanlage wird – ohne Kontrollen- wieder geöffnet – was hinsichtlich der zeitgleichen Errichtung der Polizeikette im Tunnel wenig Sinn zu machen scheint. Wahrscheinlich wurde der Druck vor der Schleuse auch hier einfach zu stark. DerWesten berichtet:

„(..) Nach Aussagen der Verantwortlichen (Security) an der Zugangsschleuse vor dem Osttunnel sei die Schleuse auf Anordnung von W. (Walter) zunächst abgesperrt worden. Verantwortlich dafür war Sebastian S. Doch dann wurde der Druck vor den Sperren immer größer. Sebastian S. berichtet von tobenden Menschen, Kindern und junge Frauen in Not. Sebastian S. sagt, er habe befürchtet, dass es vor den Schleusen Tote gibt. Sebastian S. sagt, er habe die kritische Situation Carsten W. gemeldet. Und Carsten W. habe ihm Polizeiunterstützung versprochen. Doch die sei nicht gekommen. Schließlich habe W. gar nicht mehr reagiert, obwohl der Funk der Ordner nicht ausgefallen sei. (..)“

15:58 UhrPolizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
An der Sperrstelle Ost da knallt es gleich, wenn die Polizei nicht eingreift. Hatten Sie Kontakt zur Abteilungsführung Köln?“

15:59 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Wir bekommen jetzt von Lopavent die Information, dass es an der Sperrstelle gleich knallt, wenn da keine Polizeiunterstützung hinkommt. Die Frage: hatten Sie Kontakt zur Abteilungsführung Köln?“
„Über Führungsstab ist weitergegeben worden, dass wir zugemacht haben.“
„Wir melden uns, wir nehmen jetzt Querkontakt zum 03/10 auf.“
„Ja ist verstanden.“

ca. 16:00 UhrTheOlli beobachtet, wie sich die Menge vor der Polizeikette im Tunnel staut und zieht es vor, wieder zu gehen. DokuNaut, der gegen 16:00 Uhr die V-Anlage aus Richtung Tunnel passierte, meint:

„Zwischen Vereinzelungsanlage, die nicht mehr betrieben wurde und Tunneleingang wartete eine ziemlich große und ungeduldige Menschenmenge auf Einlass.“

16:01 UhrPablo hat die Karl-Lehr-Str. erreicht, auch Matthias Götz nähert sich der Vereinzelungsanlage. Weiter vorne ist Pizzamannes Begleiter mit dem auffälligen Hut zu sehen.

ca. 16:02 UhrNeoPred ist nicht wesentlich weiter gekommen…

ca. 16:03 Uhr metzi1337 auf der Neudorfer Str., entepylex steht in der Karl-Lehr-Str. an der Kreuzung:

„Zugang zum Tunnel von der Grabenstrasse/Ecke Karl-Lehr Strasse, noch ist nichts passiert. kurz darauf konnten wir ganz leicht in den Tunnel gehen.“

16:04 Uhr Adam ist inzwischen in der Grabenstr.

16:05 Uhr – Polizeifunk:

Georg 12/80 an Jupiter 03
„Wir haben einen Rückstau von Personen Ecke (…unverständlich). Wir bräuchten weiter oben Entlastung.“
„So, noch mal. Die (…unverständlich) Akazienstraße, was, wo?“
„Akazienstraße/Grabenstraße“
„Das läuft zurzeit voll, ja?“
Das läuft bereits alles voll.“
Im Moment leider nicht anders zu handhaben.“
„Verstanden.“

16:06 UhrLotSe in der Grabenstr., Crush85 hat die Vereinzelungsanlage noch nicht erreicht. Funkmitschnitte Polizei:

Georg 12/80 an Jupiter 03
„Sollen wir Grabenstraße Ecke Koloniestraße absperren, um den Rückstau etwas abzumildern?“
„Wenn Ihnen das so ein bisschen möglich ist, natürlich.“

Jupiter 02 an alle
“Wir haben Funkprobleme auf’m 4-Meter-Kanal, da scheint das Relais ausgefallen zu sein.”

16:07 Uhrpizzamanne ist nun in der Karl-Lehr-Str. auf Höhe des Altenheimes. Alle sind etwas genervt. Xetzxetzxetz ist jetzt an der Vereinzelungsanlage, die Situation gestaltet sich chaotisch, was auch von citiz3n beobachtet wird:

„The event wasnt appeared to be well-organized at all~ The visitors were pushing to get into the cordoned area… the organizers werent allowing the visitors to come in for quite some time (I guess because they were waiting for an ambulance to come from inside.. FOR A LOOOONG time). The crowd became nasty and started pushing around everyone… small kids and ladies were crying at that point.. i even had my ribs punch by a guy (accidentally) because of the chaos.“

16:08 Uhr – das Gedränge bei pizzamanne ist heftig. Einigen Mädels wird es zuviel. Zitat von fotodortmund:

„Schon vor dem Tunnel an der Eingangskontrolle war es rappelvoll und kam zu Schlägereien und die Leute drückten sich nach vorne.“

Polizeifunk:

Von Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Bräuchten einmal einen RTW Karl-Lehr-Straße zum östlichen Tunneleingang. Da soll wohl ein internistischer Notfall sein.“

16:09 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01 an Egon 10
„Der Jupiter 01 benötigt Karl-Lehr-Straße, östlicher Tunneleingang einen RTW. Internistischer Notfall.“
„Lehr, östlicher Tunneleingang, ein RTW hab ich verstanden. Und dann?“
„Ein internistischer Notfall.“
„RTW kommt.“
„Jupiter 01 hat verstanden.“

16:10 UhrAdam nähert sich der Kreuzung, Conny blickt auf die Vereinzelung, an der noch Ordner zu sehen sind. Polizeifunk:

Jupiter 21/07 an Jupiter 03
„Wir haben gerade aktuell Grabenstraße/Karl-Lehr-Straße eine Schlägerei. (…unverständlich) Raumschutz 4. Beteiligt 6 Personen, im Moment beruhigt es sich wieder. Aber es kommt immer wieder zu (…unverständlich).
 Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Unser 25/11 meldet, dass wir da in dem östlichen Bereich (…unverständlich) Probleme kricht und teilweise auch überlaufen wird.“
„Ja, 01 verstanden. 25/07 für 01. Der RTW kommt zum östlichen Tunneleingang.“
„Verstanden“.

16:11 Uhr Foto von Conny H. Hinter der Vereinzelungsanlage, an der lt. pizzamanne zurzeit keine Kontrollen durchgeführt werden, wird es luftiger. Polizeifunk:

Jupiter 03 an Georg 12/80
„Müsste in der Nähe von euch sein, Grabenstraße/Karl-Lehr-Straße. Habt ihr die Durchsage mitbekommen bzgl. dieser Schlägerei?“
„Negativ.“
„Da hatten wir gerade einen kurzen Boxkampf mit 6 Personen. Da sind im Moment Kräfte des UA 2. Die sind erstmal dazwischen gegangen, haben die erstmal getrennt, flammt aber immer wieder neu auf. Da müsste man sich mal drum kümmern, Ihrerseits.“
„Wir schicken Leute hin.“

Bericht PHK M.:

„Der Druck auf die Sperren (Polizeiketten) im Karl-Lehr-Tunnel (Ost und West) wird so groß, dass die Sperren nicht gehalten werden können. Verlagerung der restlichen Kräfte Jupiter 25/21 aus der Umfahrung in den Bereich der Rampe.“

16:12 UhrFoto von Conny H. Durch die Polizeikette im Osttunnel kam es zu diesem Massenandrang vor der Vereinzelungsanlage…

16:13 Uhr – … auch weiter hinten warten noch Tausende. Endlich, Crush85 ist jetzt kurz vorm Osttunnel, wo soeben die Polizeikette durchbrochen und danach von den Polizisten aufgegeben wird. Video von THEREALPRINZPOLDI vom Tunnel aus gefilmt. Lt DerWesten sagte der zuständige Security-Mitarbeiter in einer Zeugenbefragung folgendes aus:

„(..) Dann sagt Sebastian S., er habe die Schleusen kurze Zeit später mehrfach aus eigenem Entschluss geöffnet. Weil er nicht mehr wusste, wie er mit den Massen draußen vor den gesperrten Schleusen umgehen sollte. Sebastian S. sagt, er habe von den Polizeiketten im Tunnel nichts mitbekommen. Der Damm war gebrochen. Die Polizeiketten rissen. (..)“

Unter Berufung auf den bisher unveröffentlichten Einleitungsvermerk der Duisburger Staatsanwaltschaft vom 17. Januar berichtet Innenminister Jäger am 19.05.11 anlässlich einer Aktuellen Stunde des Landtags:

„Hinsichtlich des Geschehens an der Vereinzelungsanlage Ost steht ein Sorgfaltspflichtenverstoß durch einzelne Polizeibeamte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht in Rede.“

16:17 Uhr – LotSe wartet in der Grabenstr. Funkmitschnitt:

Georg 12/80 an Jupiter 03
„Die Schlägereien Grabenstraße Ecke Karl-Lehr-Straße existieren deshalb, weil der Druck von innen so groß ist. Wir haben Koloniestraße Ecke Grabenstraße mittlerweile gesperrt. Aber der Druck vorne ist trotzdem zu hoch. Wir schlagen vor, ein Teil des Polders Akazienstraße zu öffnen und Leute da in die halbe Straße eingehen zu lassen.“
„Wir prüfen das, Sie kriegen Kenntnis. Aktuelle Schlägerei haben wir jetzt nicht mehr und ansonsten sind für diese Körperverletzungen keine Maßnahmen mehr erforderlich, richtig?“
„Das stimmt derzeit.“

Aus dem Bericht von Wojna:

„(..) Kurz bevor der Rückstau auf der Grabenstraße bis zur Kreuzung reichte, fuhren drei oder vier Einsatzwagen vor, die die Grabenstraße blockierten.
Die Besucher jedoch umgingen die Wagen einfach und schlängelten sich an der Sparkasse vorbei in die Grabenstraße, da keinerlei Beamte die Leute zurückhielten. Unsinnigerweise jedoch bin ich zuvor – als ich versuchte, der Grabenstraße über die Akazienstraße zu entkommen – von einem Beamten zurückgewiesen worden. Selbst vor der Polizeiwagenburg stauten sich nun die Leute, so dass wir uns entschlossen, uns endgültig zurückzuziehen. Meine letzten Worte zu Torben waren: “Heute werden Menschen sterben. Wenn einer von den Drogis in der Hitze umkippt, braucht der Krankenwagen Stunden, um da durch zu kommen.” (..)“

ca. 16:20 Uhr – Kommentatorin Tanja berichtet:

„Wir standen gegen ca. 16.20 Uhr an der Schleuse Ost am Altersheim und wurden dort schon extrem zusammengedrückt. Als dann noch ein Krankenwagen durch die Schleuse fuhr wurde die Enge noch schlimmer. An der Schleuse hatten auch schon viele Angst und bekamen Panik. Und als ich nach oben sah stand ein Polizist ganz oben im Fenster vom Altersheim und hat alles gefilmt. Ich habe mich nur gefragt warum er nicht reagiert, sondern seelenruhig alles filmt. Kurz darauf wurde die Schleuse geöffnet und alle wurden ohne Taschenkontrolle, die da wohl stattfinden sollte, durchgelassen. Aber das war nichts dagegen was wir dann an der Treppe erlebt haben…“

Die Situation vor dem Tunnel von quad0202.

ca. 16:23 Uhr – ein RTW scheint den Vereinzelungsbereich zu passieren, vgl hier. Kommentator frsn2 berichtet:

„Wir befanden uns kurz vor den Schleusen neben dem Altenstift, als der Rettungswagen durchfuhr. Diese beiden waren nur mit wenigen Sicherheitskräften besetzt. Als wir den Tunnel hinter dem Rettungswagen erreichten, war dieser leicht zu durchgehen. (..)“

und:

„(..) Während vorher, im Takt von wenigen Minuten immer nur übersehbare Mengen in Richtung Tunnel gelassen wurde, enstand durch die Aufhebung der beiden Schleusen duch den Rettungswagen, eine freie Bahn. Zigtausende rannten plötzlich ungehemmt in den Tunnel. Am anderen Ende war plötzlich eine Barriere von Besuchern die zurück wollten, weil wohl der Eingang zum Veranstaltungsgelände gesperrt war.“

sowie:

„Die Schleusen waren zu schwach mit Sicherheitsleuten besetzt, um nach der Öffnung, für die Durchfahrt des Rettungsfahrzeuges, diese wieder zu schliessen. Polizisten standen hinter der hohen Seitenabsperrung und konnten daher nicht sofort eingreifen. Als wir hinter dem Rettungsfahrzeug den Tunnel erreichten, befanden sich nur ein paar Hundert Besucher im Tunnel, etliche Tausende jedoch bereits wenige Minuten später. Hätten die Schleusen sofort nach Durchfahrt des Rettungsfahrzeuges wieder geschlossen werden können, hätte es im Tunnel genügend Auslauf für die von der anderen Seite kommenden Besucher gegeben. Die Polizisten, die hinter der Seitenabsperrung standen, hätten SOFORT eingreifen MÜSSEN als sie sahen, dass es für die wenigen Sicherheitsleute UNMÖGLICH war, sich gegen die Masse von Zigtausenden zu stemmen, um die Schleusen wieder zu schliessen.“

16:24 Uhr – auch der Herr mit der lila Perücke, der eine gute halbe Stunde später bei den Bergungsarbeiten auf der Rampe helfen wird, ist nun an der Vereinzelung. Es ist sehr voll, Ordner sind anwesend, scheinen aber nicht zu kontrollieren, evtl werden Besucher auch gerade aufgehalten? Polizei und RTW im Sternbuschweg 350 Richtung D’dorfer Str.

16:25 Uhr ebenso. LotSe nähert sich der Kreuzung.

16:28 UhrToWnPzYko auf dem Weg in den Tunnel.

ca. 16:30 UhrThePoseidonnew berichtet auf Youtube, wie er die Situation vor der Vereinzelungsanlage erlebte:

„Fehler über Fehler wurden hier begannen, es war 16 Uhr 30 als wir, meine Frau und ich vom Bahnhof kommend auf dem letzten Stück der Hauptstraße noch ca. 150 Meter vor dem Tunnel innerhalb von nur 10 Minuten so von Menschen eingekesselt wurden das es fast unmöglich war überhaupt noch nach vorne zu kommen. Schon hier begannen tausende Menschen von hinten an zu drücken, wir wurden von den Körpern der anderen Menschen so stark eingedrückt das wir, wie viele andere auch keine Luft mehr bekamen, wir wurden mit einer Kraft wie von einer einfallenden Wand gegen die Mauer der Häuserfront gedrückt in uns stieg Panik auf, ich schaute zu meiner Frau welche zitternd und vor Angst nur noch sehr kurzatmig wieder gegen die Häuserfont gedrückt wurde ich zog sie an mich damit sie von der Wand wegkam und sah nach vorne um nach einen Ausweg zu suchen. Aber wohin, ich sah tausende Menschen welche auch schon sehr stark alkoholisiert waren und wieder und wieder von hinten her drückten. Einige betrunkene schrien auch noch, los jetzt alle mal richtig drücken damit es auch nach vorne geht, und es wurde noch enger wir spürten und fühlten den Atem der Menschen, einige begriffen jetzt erst das dieses zur tödlichen Falle werden kann, dann erkannte ich das sich auf der rechten Seite eine Polizeisperre befand, da hier die Häuserreihe zu Ende war. Viele Frauen und Männer welche sich bereits in Panik befanden fragten vergeblich die Polizeibeamten, hier raus zu dürfen, dieses wurde aber verneint, nur teilweise wurden hier ein paar wenige Menschen hinausgelassen. Warum, warum nur wurden die anderen Menschen in dieser lebensgefährlichen Situation gelassen, die Beamten der Polizei hätten doch nur diesen Zaun entfernen müssen. Für mich war ganz klar wir müssen hier raus – ich sah zu meiner Frau welche mir sagte, ich bekomme keine Luft mehr. Daraufhin erklärte ich einer jungen Polizeibeamtin in welcher Situation sich meine Frau befand und daraufhin durften wir beide den Zaun übersteigen und waren in Sicherheit, alle anderen Menschen die jetzt weiter gehen mussten wurden automatisch in Richtung des Tunnels gedrückt, vielleicht waren da schon einige dabei die dann nur kurze Zeit später den Tod gefunden haben. Jetzt hinter dem Zaun der Polizeiabsperrung wo im Übrigen die weiteren Straßen frei waren und hier viele Menschen, alleine schon zur Entlastung des Gedrängels zum Tunnel hin, aus dem Gefängnis hätten gerettet werden können, — konnten und mussten wir erleben wie viele Menschen die die Situation der Gefahr des Tunnels erkannt hatten und umkehren wollten, auch aus dem eingezäunten Gefängnis durch den Zaun wollten aber vom Sicherheitspersonal nicht durchgelassen wurden, lediglich die vielen Krankenwagen und Verletzten wurden durchgelassen alle anderen waren ihren Schicksal selbst überlassen.“

Eine Anwohnerin kommentiert in DerWesten:

„Wir wurden um 16.30 Uhr am Eingang Ost von Ordnern und Polizei aufgehalten, 10 bis 15 Minuten später dann in den Tunnel gelassen.“

Funkmitschnitt:

  Jupiter 03 an Georg 12/80
„Anfrage: Ist der Tunnel Karl-Lehr-Straße wieder offen? (…unverständlich)“
„(…unverständlich) Ich bin unterbrochen worden. Der Tunnel Karl-Lehr-Straße, was ist damit?“
„Anfrage: Ist der Tunnel Karl-Lehr-Straße wieder geöffnet? Unsere Kräfte teilen mit, dass Abfluss in diese Richtung ist.“

16:31 Uhr – die Polizei filmt immer noch.

16:36 Uhrhitower78 kurz vor dem Osttunnel, wo ihm der Johanniter-RTW entgegen kommt. Zitat:

„Die Einlassstelle OST war bei unserem Passieren „überlaufen“ und es gab keine Kontrollen mehr… Die Ordner standen teilweise schon hinterm Zaun (bei der Polizei)“

16:38 Uhrkdher vor dem Osttunnel. Funkspruch:

Hier ist der Wedau 11 an die eigenen Kräfte: Wir haben gerade vom Stab die Info gekriegt, dass das Veranstaltungsgelände jetzt gesperrt ist. Es geht nichts mehr. Busse, die auf dem Weg in Richtung Duisburg sind, sollen von Duisburg weggehalten werden. Kommt da nicht unter die Räder.“

16:39 Uhr – lt Polizeibericht meldet die Feuerwehr an den Führungsstab „panikartige Bewegegungen am Aufgang zum Gelände“ mit „teilweise überrannten Menschen.“ Der Polizeiführer entscheidet daher, den Zugang zum Gelände durch Fahrzeugsperren zu unterbrechen.

16:40 Uhr – kdher kommt vom Tunnel an die Vereinzelung. Scheinbar wird grad niemand zum Tunnel durchgelassen. Kommentatorin anni2010 behauptet:

„(..) Gegen 16.40 Uhr ließen alle Polizisten sämtliche Ordner allein. Zu diesem Zeitpunkt explodierte dieser Bereich vor Menschen. Die Ordner konnten die Schleusen nur noch öffnen, anderes war völlig unmöglich. Warum gingen die Polizisten? (..)“

NeoPred wartet vor der Vereinzelungsschleuse. Spätestens jetzt gibt es an der Koloniestr./Grabenstr. Polizeidurchsagen, dass das Gelände überfüllt ist und niemand mehr zur Loveparade durchgelassen wird.

„Uns wurde gesagt, das partygelände sei überfüllt und wir sollen im neudorfer park feiern. gegen 17:15 kam dann die durchsage wir sollen über die neudorfer str. zum hbf gehen, die party sei zu ende. der weg zum bahnhof war aber gesperrt. ansonsten gab es von der polizei keine informationen.“

Zitat von pan 723:

„Ich stand selber gegen 16:40 Uhr kurz vor den Eingangskontrollen Grabenstraße/Karl-Jarres-Str. (Karl-Lehr-Str!) und empfand es dort schon brutal eng. Als die Polizei per Lautsprecherdurchsage gemeldet hat, das der Eingang vorübergehend gesperrt sei und man den anderen Eingang am Bahnhof benutzen solle habe ich kehrt gemacht und bin über den Sternbuschweg zurück zum Bahnhof gelaufen. Es gab aber gar keinen anderen Eingang. Ich finde aber, dass die Loveparade sehr wohl möglich gewesen wäre und verstehe nicht, dass neben dem alten Güterbahnhof kaum (eigentlich gar keine) dezentralisierte Veranstaltungen parallel gegeben hat- vor allem wenn man weiß das nur 250k auf das Gelände dort passen. Der Böllinger (Böninger!) Park, der Lehmbruckpark (Kantpark!), der Dellplatz, der Parkplatz Steinische Gasse, Der Parkplatz der Universität etc. – alle fast menschenleer und abgesperrt. Ein Armutszeugnis“

Laut RA Berstermann findet die zweite Telefonkonferenz statt:

„Diese Telefonkonferenz ist vom Veranstalter einberufen worden, eine TK2 – also mit Veranstalter; die erste war ohne Veranstalter. Der Veranstalter – Herr Sasse – hat mitgeteilt, dass ein starker Druck auf der Rampe entstanden ist. Die Feuerwehr hat dazu berichtet, Teile des Tunnels seien durch die Polizei gesperrt worden (? dazu gibt es derzeit keinerlei Bildmaterial! Oder ist hier etwa noch von den Polizeiketten 1 & 2 die Rede?). Man war sich darüber einig, dass eine Druckentlastung sofort geschaffen werden muss, und man hat verschiedene Maßnahmen diskutiert, wie das zu erfolgen hat. Die Polizei erklärte um 16:42 Uhr wörtlich: Beide Eingänge schließen wir jetzt.„“

16:42 Uhr – auch am Neudorfer Osteingang des Hbf wird verkündet, dass das Veranstaltungsgelände aufgrund des hohen Personenaufkommens geschlossen wurde. Metzi1337 feiert am Neudorfer Markt. Polizeifunk:

  Georg 12/80 an Jupiter 03
„Also der Tunnel ist im Moment zu.“
„Verstanden.“

Wirklich..?

16:43 UhrAdam hat die Vereinzelungsanlage passiert.

16:45 Uhr – kdher in der Karl-Lehr-Str.

ca. 16:46 UhrAdam kurz vor dem Tunnel. LotSe hat die Karl-Lehr-Str. erreicht.

16:48 Uhr – Zitat Polizeibericht:

Vorsperren im EA (Einsatzabschnitt) Raumschutz Ost wurden endgültig komplett geschlossen.“

ca. 16:50 UhrEliasfong wird an der Sperre Neudorfer Str. Richtung Lopa nicht mehr durchgelassen. Polizeidurchsagen an der Grabenstr./Koloniestr.

16:53 UhrLotSe nähert sich der Vereinzelungsanlage.

16:56 UhrLotSe ist nach mindestens 50 Minuten Warterei auf dem Weg in den Tunnel. Polizeifunk:

Georg 12/80 an Jupiter 03
„Wir benötigen große Kabelbinder zur Sicherung von Bauzäunen im Bereich der Karl-Lehr-Straße. Die sind mit Man-Power nicht mehr zu halten.“
„Ja, versuchen wir dahin zu kriegen.“

ca. 17:01 UhrUrlauber0000 geht in den mäßig gefüllten Tunnel, wo ihm etliche Heimgänger entgegen kommen. Auch Bloggerin Schwalbe ist gegen 17:00 Uhr auf dem Heimweg:

„(..) Wir sind sprachlos durch den Tunnel. Man kam locker durch. Ich dachte in dem Moment, ich wäre zum Elch geworden, wenn meine Kids dabei gewesen wären. Als wir aus dem Tunnel heraus waren, fragten uns Ordner, was wir vorhaben. Ich sagte: „Nach Hause, nur noch nach Hause“. Sie meinten, es würde gleich alles abgesperrt. Keiner käme mehr dort durch. Sie würden nur noch Leute heraus lassen. Wir haben ihnen erzählt, wie die Situation ist. Einer wurde blass und rannte los. Wir gingen weiter.
Mein Süsser musste Pippi und während er in der Schlange an dem Dixie-Klo stand trafen wir wieder auf die Aachener Polizisten. Sie kamen uns schon vor wie „alte“ Bekannte. Daneben standen Rettungskräfte. Wir haben ihnen gesagt, was sich abspielt. Ein Sanitäter erzählte von Verständigungsschwierigkeiten und Fehlinformationen. Sie wussten von nichts oder sie taten so? Der Polizist mit dem Funkteil am Ohr rannte sofort los. Warum rannte er und hat nicht gefunkt? Der Handyverkehr war zusammen gebrochen oder funktionierte nicht. Vielleicht auch der Funkverkehr nicht? Uns kamen Menschen entgegen, die zur Loveparade wollten. Wir haben sie gewarnt. Sie zauderten und meinten, sie gingen mal gucken. Ich hoffe, sie haben nur geguckt. (..)“

17:06 UhrWDR-Liveticker:

„Auch der Zugang zum Gelände aus Richtung Neudorf ist gesperrt, an der Ecke Koloniestraße/Grabenstraße ist Schluss. Per Durchsage informiert die Polizei darüber, dass das Festivalgelände überfüllt ist – und bittet die ankommenden Raver, zum Neudorfer Markt auszuweichen. Hier, in etwa 700 Metern zum Gelände, ist eine kleine Nebenbühne aufgebaut, sozusagen als Auffangbecken für die Massen. Die meisten Raver folgen der Empfehlung. Einige sind jedoch knurrig, weil sie nicht aufs Gelände können.“

Crush85 auf der Neudorfer Str. /Ecke Neudorfer Markt.

17:07 Uhr – Michael Sander an der Sani-Station kurz vor dem Tunnel, wo ihm zahlreiche Heimgänger entgegen kommen.

17:11 Uhr – kdher auf der Neudorfer Str. mit Lautsprecherwagen.

ca. 17:12 Uhr – der erste Krankenwagen eilt in Richtung Tunnel und lt. Polizei-Abschlussbericht wird der Zugang zum Tunnel an der Vereinzelungsanlage nun endgültig abgeriegelt.

17:13 UhrStraßensperre an der Neudorfer Str. nähe Hauptbahnhof.

17:14 Uhr – Fernando auf der Mülheimer Str. nah der Unterführung Landfermannstr. am Hbf. mbreezer auf dem Rückweg. An der mit Ordnern besetzten Vereinzelungsanlage wird niemand mehr durchgelassen. Ein weiterer Johanniter-RTW mit Sirene rast Richtung Tunnel.

17:18 UhrWDR-Liveticker:

„Erstaunlich viele Besucher laufen in der Innenstadt gegen den Strom und kehren bereits zum Hauptbahnhof zurück. Viele sind enttäuscht, weil sie nicht aufs Festival-Gelände kommen. In Neudorf etwa fordert die Polizei die Wartenden mit Durchsagen auf, zum Hauptbahnhof zurückzukehren. Sie teilt über Lautsprecher mit, das Loveparade-Gelände sei „überfüllt“ – wohl um den Andrang am Eingang zu stoppen. Denn Polizei-, Stadt- und Bahnvertreter im Hoist-Hochhaus berichten, auf dem Areal um den alten Güterbahnhof sei noch genug Platz für tausende Raver.“

17:20 UhrHardbassbaby1988 am Neudorfer Markt, Crush85 beobachtet die Feiernden am Hbf.

17:22 Uhr – Polizeifunk:

Georg 12/80 an Jupiter 03
„Unsere Kräfte wurden angesprochen, dass im Tunnel auf der Karl-Lehr-Straße vor dem Eingang Ost chaotische Verhältnisse herrschen würden und wir allerdings sind nicht in der Lage, uns darum zu kümmern.“

17:24 Uhr – auch eiskalterpiff filmt am Osteingang des Hbf. Es scheinen immer noch Leute in Duisburg anzukommen, Polizisten bewachen den Eingang. Am Cafe Eastside wird noch Musik gespielt.

17:26 Uhr – djmarauder am Neudorfer Markt mit Ruhrstadt-Truck.

17:29 Uhr – Polizeifunk:

Georg 12/80 an Jupiter 10
„Kräfte von uns versuchen an dem Tunnel, den ich vorhin genannt habe, zu unterstützen.“

17:34 Uhr – Einsatztagebuch: „Durchsage an Alle! Eigensicherung steht über Allem!

17:35 Uhr – Rolf am Osteingang des Bahnhofs, wo noch gefeiert wird.

17:36 Uhr – Polizeifunk:

Georg 12/80 an Jupiter 03
„Anfrage: Ist Ihnen etwas über die Verhältnisse im Tunnel bekannt?“
Bekannt ja, aber darüber keine Auskunft über Funk.“
„Es kommen jetzt über Karl-Lehr-Straße in Richtung des Karl-Lehr-Tunnels mehrere RTW und Notärzte. Sie müssen gewährleisten, dass die Anfahrt für die Rettungskräfte frei ist.“
„Verstanden, wir geben es weiter.“

17:41 UhrPolizeiaufgebot in der Karl-Lehr-Str.

ca. 18:05 Uhr – musicdealer007 filmt eine Polizeisperre an der Neudorfer Str.

18:06 Uhr – Fernando am Ruhrstadt-Truck am Neudorfer Markt.

18:11 UhrDokuNaut an der Kreuzung Sternbuschweg/Karl-Lehr-Str. Die Polizei macht Durchsagen.

18:12 Uhr – nz-fan am Ruhrstadt-Truck am Neudorfer Markt.

18:13 Uhr – auf dem Sternbuschweg Höhe Karl-Lehr-Str. eilen zwei Feuerwehrwagen vorbei.

18:19 UhrDokuNaut beobachtet die Situation an der Kreuzung Sternbuschweg/Koloniestr.

18:20 Uhr – ein entnervter Polizist versucht etwas Ordnung ins Verkehrschaos zu bringen.

18:21 Uhr – ein RTW rast in die Koloniestr.

18:28 Uhr Garbellart beobachtet, wie ein Anwohner ein selbstgemaltes Schild aus dem Fenster hält: Loveparade, 10 Tote, Massenpanik.

„Ich kam aus Richtung Veranstaltungsgelände Loveparade und ging in Richtung Hauptbahnhof.
Dann sah ich diesen Mann am Fenster. Ich dachte: „Was für ein Spinner (sorry). Ist sicherlich so ein Panikmacher und Loveparadegegner.“
Kurze Zeit später kamen aber schon die ersten Zweifel auf. Was ist wenn das stimmt was da auf der Pappe stand. Wie sich später rausstellte war das Unglück noch viel größer und der Mann war eigentlich nur erschüttert.
Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nichts vom Drama im Tunnel, obwohl ich mich vorher fast 2 Stunden in ca. 600 Meter Entfernung vom Unglücksort aufgehalten hatte. Dort ging es nicht weiter, weil die einzige Zugangsstrasse zum Loveparadegelände gesperrt war. Und das schon vor dem Unglück. Es befand sich dort ein Truck von dem aus DJs Musik auflegten. Man verweilte dort und war etwas enttäuscht, weil man nicht zum Lovepardegelände kam. Heute bin ich dankbar, dass ich nicht bis in den Tunnel kam. Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen der Opfer.“

18:33 Uhr – durch den Einsatzabschnitt „Raumschutz Ost“ werden Funkprobleme betreffend die interne Relaisfähigkeit gemeldet. Straßenparty auf der Neudorfer Str.

18:35 Uhr – Andreas Pape an der Kreuzung Karl-Lehr-Str./Sternbuschweg.

18:37 UhrDokuNaut an der Neudorfer/Ecke Seilerstr., Besuchern wird das Weitergehen Richtung Gelände durch die Polizeisperre untersagt.

18:38 Uhrebenso. Auch nz-fan beobachtet die Situation vor der Polizeisperre am Neudorfer Markt.

18:39 Uhr – Andreas Pape: „Verkehrschaos auf der Kreuzung Sternbuschweg/Koloniestraße, Menschenmassen suchen sich einen Weg …“

18:44 Uhr – Blick in die Karl-Lehr-Str.

18:45 Uhrnz-fan in der Neudorfer Str. in Richtung Hbf.

18:46 Uhr – in der Neudorfer Str. wird noch gefeiert. Feuerwehr bei OKZ 325 auf der Neudorfer zwischen Blumen- & Tulpenstr.

18:53 UhrSituation an der Neudorfer Ecke Koloniestr. mit RTW. nz-fan am gesperrten Osteingang des Hbf.

19:05 Uhr – Polizei in der Karl-Lehr-Str.

19:12 Uhr – noch immer kommen Besucher in die Stadt, vgl Einsatztagebuch Ordnungsamt:

„EA/L Verkehr. Notfallbusse kommen an Mülheimer/Hansastr. vollbesetzt von außerhalb an. 43/12 regelt die Ableitung von Kfz an der Bechem-/Mülheimer/Memelstr. Alle freien Kräfte zur Unterstützung dorthin.“

19:26 UhrFernando auf dem Rückweg am Ostteil des Hbf, tausende scheinen Duisburg verlassen zu wollen.

„When I got there, none of these people behind me were there. Incredible how the crowd gathered quickly.“

19:31 UhrPolizeisperre auf der Neudorfer Str. auf Höhe der Seiler Str. in Richtung Hbf.

19:37 Uhr – stefan keusemann in der Neudorfer Str. auf dem Heimweg.

19:52 UhrNeudorfer Str. in Bahnhofsnähe.

19:53 Uhrebenso.

20:08 Uhr – Situation Kreuzung Neudorfer/Mülheimer/Landfermannstr. am Hbf.

20:23 Uhr – Nz-fan an der Absperrung am Hbf Ost (Neudorfer Str.). Vor dem Café East-Side am UCI, wo zuvor noch fröhliche Party-Stimmung herrschte, wird nun nicht mehr getanzt.

ca. 20:30 Uhr – wedauerASI in der Neudorfer Str. Richtung Neudorfer Markt, wo noch gefeiert wird.

20:32 Uhrnz-fan an der Mülheimer Str., wo Menschen auf die Ersatzbusse warten.

ca. 20:40 UhrParty am Neudorfer Markt.

20:55 UhrLeere vor dem Tunnel.

22:59 Uhr

23:08 UhrEintrag: „Ordnungskräfte können die Raver nicht zurückhalten am Float Neudorfer Markt.“

23:10 Uhr – Eintrag: „Bühne Neudorfer Markt wird noch auf Polizeiunterstützung gewartet.“

00:44 Uhr – Eintrag: „Bühne Neudorfer Markt ist aus. Polizei vor Ort.“

.

## PART V – der Osttunnel

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Überwachungskamera 16

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09:54 Uhr – Polizeibeamte stellen fest, dass es im Tunnel Probleme mit der Funkverständigung gibt. Funkmitschnitt:

001 an Wedau 15
„Außerhalb des Tunnels, klar und deutlich.“
„Ja, jetzt bist du auch gut zu verstehen, ohne Rauschen ohne abgehacktes Gestummel.“
„Ja, das ist interessant für den Notfallplan, also innerhalb des Tunnels ist keine Verbindung möglich.“

Auswertung Kriminalhauptkommissar K.:

Konsequenzen aus dieser Verständigungsprobe werden offensichtlich nicht gezogen! (…) Verständigungsprobleme im polizeilichen Funkverkehr führen in der „heißen Phase“ des Einsatzes zu entscheidenden Zeitverzögerungen! Dass es in diesem Bereich offensichtlich um bekannte Funkprobleme handelt, wird durch die Aussage des POK P. vom 09.08.2010 bestätigt!“

Aus einer Zeugenvernehmung:

Frage der Staatsanwaltschaft: “Wurde Ihnen ein Funkgerät für den Einsatz zugeteilt?”
Antwort POK P.: ”Mir wurde kein Funkgerät für den Einsatz zugeteilt. Es war im Vorhinein bereits bekannt, dass im Tunnelbereich sowie auch in Teilabschnitten des Einsatzbereichs die Funkverbindung nicht funktioniert. Aus diesem Grund war für mich das vorrangig geschaltete (sicher..?)Handy als Kommunikationsmittel vorgesehen.”

Im Polizeibericht dagegen heißt es:

„Durch das Polizeipräsidium Duisburg wurden schon inder Planungsphase umfangreiche Vorbereitungen zur Gewährleistung einer reibungslosen Funkkommunikation für den Veranstaltungstag durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden mit weiteren Sicherheitsbehörden – u. a. der Feuerwehr – erfolgreiche Funktests durchgeführt. (..)“

Die Rheinische Post berichtet im September 2010:

„In einem Gespräch mit unserer Zeitung schilderten jetzt drei Polizeibeamte, die am 24. Juli bei der Loveparade im Einsatz waren, ihre Eindrücke. Sie wollten ihren Namen nicht nennen. Öffentliche Kritik am Dienstherrn habe berufliche Konsequenzen, sagen sie. Die Loveparade band … das komplette Duisburger Polizeipersonal. Keiner der drei war am Unglücksort eingesetzt. (..) Sie sind alle auch sicher, „dass unsere oberste Heeresleitung eklatante Fehler bei der Vorbereitung und Durchführung gemacht hat.“ Welche Fehler? „Jeder Polizist in Duisburg kennt die Funkstörungen, die auftreten, wenn man in den Karl-Lehr-Tunnel fährt„, sagte einer der drei. (..) Während des gesamten Tages bekamen alle drei Beamten immer wieder mit, wenn auf der Strecke Polizeikräfte benötigt, ein Abschleppwagen oder ein Rettungsfahrzeug geordert wurden. „Nur aus dem Tunnel hörten wir nichts, auch nicht, als dort die Situation eskalierte.“ Dass die Einsatzkräfte auf der Rampe und die an den Tunneleingängen keinen Funkkontakt gehabt haben könnten, „da sind wir sicher.“ Anders ließe sich nicht erklären, warum der Zugang zum Gelände gesperrt wurde, ohne gleichzeitig die Sperren an den Tunneleingängen zu schließen. Von der Katastrophe hätten sie erst nur durch die Rettungskräfte erfahren, die über ein digitales Funknetz verfügen. Das funktioniere im Tunnel.“

Gonzo50 fragt:

Warum ist dann die zentrale Stelle im Tunnel, der Container des crowd-managers, nicht mit kabelgebundener Nachrichtentechnik , alternativ Richtfunkstrecke, versorgt worden?
Ein simpler Telefonanschluß wäre hier ausreichend gewesen, ist kein Hexenwerk, auch nicht teuer und auch temporär realisierbar (gibts an jeder größeren Baustelle).Loveparade – Staatsanwaltschaft entlastet Polizei | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/nachrichten/loveparade-staatsanwaltschaft-entlastet-polizei-id4668300.html#plx355421896

„(..) Warum ist dann die zentrale Stelle im Tunnel, der Container des crowd-managers, nicht mit kabelgebundener Nachrichtentechnik, alternativ Richtfunkstrecke, versorgt worden? Ein simpler Telefonanschluß wäre hier ausreichend gewesen, ist kein Hexenwerk, auch nicht teuer und auch temporär realisierbar (gibts an jeder größeren Baustelle).“

12:17 UhrTudor Herman hat nach mindestens 64 Minuten Warterei den Tunnel erreicht.

12:19 UhrTudor im Tunnel.

12:22 Uhr – boehse4ever erreicht nach ca. 72 Minuten Warterei den Osttunnel.

12:23 Uhrboehse4ever im Tunnel.

ca. 12:30 UhrFotos von i6666.

ca. 12:52 UhrIFDDragon hat den Tunnel erreicht. Auswertung Kriminalhauptkommissar K.:

„(..) Ab 12:52 Uhr kommen die ersten Meldungen vom EA Schutz der Veranstaltung, dass der Tunnel-Karl-Lehr-Straße vollläuft.“

13:04 UhrDokuNaut im Tunnel.

13:06 Uhrebenso.

13:07 Uhrebenso.

13:10 UhrChrisx1502 im Tunnel.

13:25 UhrKevin LIVR hat den Tunnel erreicht.

13:53 Uhr – Emilia & Freunde im Tunnel.

14:06 Uhr – Funkspruch:

Jupiter 14/07 an Jupiter 15/10
„Die beiden Züge, die verlagert werden in der Karl-Lehr-Tunnel, sollten direkt dem 14/10 unterstellt werden.“
„Verstanden.“

14:26 Uhrmassivplaymate auf dem Weg in den (nach Urin stinkenden) Tunnel, den sie in weniger als drei Minuten passiert.

14:28 Uhr – unser Schupo hat die Rampe verlassen.

14:33 Uhr – ein riesiger Polizei-Omnibus nähert sich und fährt auf eine schmale Rampe nahe der Gleise.

14:53 Uhr – tom.w.bn beobachtet Security im Tunnel.

ca. 14:54 Uhr MrChristiannw erreicht den Osttunnel, die Stimmung ist gut.

ca. 14.55 Uhr – ciupkalex meint:

Diese Aufnahme entstand gegen 15 Uhr im Tunnel auf dem Weg zum Loveparade-Gelände. Wie zu erkennen ist, bestand zu diesem Zeitpunkt noch keine Panik, keine Überfüllung oder Ähnliches.“

15:03 UhrStephan69 im Tunnel. Im Hintergrund kann man einen Polizeibus erahnen. Tatsächlich sind es zwei Kölner Bullis, die direkt hintereinander fahren, vergl. ÜK 16.

15:05 Uhr – vier Sanitäter laufen entspannt Richtung Rampe, gefolgt von einem weiteren Polizeibulli, vgl. ÜK 16.

15:06 UhrHalbblutprinz1 auf dem Weg in den Tunnel, wo ihm ein RTW des DRK entgegen eilt.

15:09 Uhr – weitere vier Sanitäter laufen entspannt Richtung Rampe, vgl. ÜK 16.

15:11 UhrTheModi verlässt nach nur kurzem Aufenthalt genervt & enttäuscht das Gelände. Im Tunnel kommen ihm vier Polizeibullis entgegen (Polizeischichtwechsel). Kurz darauf folgen ein weiterer Polizeibulli sowie ein RTW vom ASB. Mehrere Security-Mitarbeiter patroullieren durch den Tunnel. penguinP ist auf dem Weg zum Gelände. Die Geräuschkulisse ist unglaublich.

15:12 UhrxBadMellox im Tunnel mit Polizeibullis.

15:13 UhrpenguinP wird von Polizeibulli & RTW überholt, ebenso earthmoooon.

15:18 Uhr – ein RTW der Feuerwehr fährt in den Osttunnel, auf der Rampe stehen noch der Polizeibulli & der RTW vom ASB.

15:28 Uhr – LONGpicture am Ende des Tunnels.

15:42 Uhr – 10005529043510063… im Tunnel.

15:44 Uhr – René im Tunnel auf dem Heimweg:

„Ich selbst war auch da, allerdings schon um halb 2 auf dem Gelände, da war es noch nicht so voll, auf dem Gelände konnte man sich problemlos bewegen. Viele fröhliche und feiernde Menschen – ein buntes Meer. Um 15:15 Uhr bin ich dann Richtung Ausgang gegangen. Auf dem Weg zwischen Tunnel und Gelände waren schon richtige Menschenmassen, es war eng. Die meisten wollten auf das Gelände, ein kleiner Besuchstrom wollte, wie auch ich, das Gelände verlassen. Im Tunnel selbst war es dann leer.“

Nessileinchen1993 geht in den Tunnel.

15:45 Uhr – laut Polizeidokumentation von Juli 2010 wird im Osttunnel eine Polizeikette eingerichtet. Lopavent spricht jedoch von ca. 15:57 Uhr, was im Polizeibericht bestätigt wird. Zitat:

„Um 15.45 Uhr entschied der Einsatzabschnittsführer Schutz der Veranstaltung im Rahmen einer Zusammenkunft mit dem Führer der 15. BPH (..), den weiteren Zulauf auf den Zuschauerstau durch Sperrmaßnahmen in Form von je einer Polizeikette in den östlichen und westlichen Tunnelröhren zu unterbinden. Hierdurch sollte verhindert werden, dass der räumlich begrenzte Rampenbereich sowie die angrenzenden Tunnelabschnitte mit Personen zulaufen. Die Polizeikette im westlichen Tunnelabschnitt wurde um 15.50 Uhr (Polizeikette 1), die im östlichen um 15.57 Uhr (Polizeikette 2) eingerichtet.“

15:47 UhrNessileinchen1993 hat den Tunnel passiert.

15:50 Uhr – vier Beamte bewegen sich Richtung Rampe und der von Westen kommende Notarzteinsatzwagen passiert nun den Osttunnel Richtung Ausgang, der Besucherzustrom reißt nicht ab.

15:57 UhrDokuNaut auf dem Rückweg:

„Um genau 15:57 betrat ich den Osttunnel Richtung Ausgang . Zu diesem Zeitpunkt strömten mir noch Menschen aus dem Tunnel Richtung Gelände entgegen. (siehe Video 2010-LP-DU-07) Als ich jedoch den Ausgang des Tunnels erreichte, war dort am Ende des Tunnels eine Polizeisperre, die die heranströmende Menschenmasse aufhielt. Sie ließen mich heraus aber niemanden hinein. Zwischen Vereinzelungsanlage, die nicht mehr betrieben wurde und Tunneleingang wartete eine ziemlich große und ungeduldige Menschenmenge auf Einlass. Ich war froh dem Gedränge zu entkommen und hörte erst nach 18:00 gerüchteweise von einem Unfall….aber erst um 21.00 erfuhr ich in den Nachrichten vom wahren Ausmaß der Katastrophe…Im Gegensatz zu vielen anderen hatte ich wirklich Glück gehabt…“

Lt. Polizeibericht wird die Sperrung des Zugangs zur östlichen Rampe (Hauptrampe)durchgesetzt.

15:58 UhrKamera 16 dokumentiert, wie der Besucherzustrom im Tunnel durch die Polizeikette zum Erliegen kommt.

16:10 Uhr – Funkmitschnitt:

 Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Unser 25/11 meldet, dass wir da in dem östlichen Bereich (…unverständlich) Probleme kricht und teilweise auch überlaufen wird.“
„Ja 01 verstanden. 25/07 für 01. Der RTW kommt zum östlichen Tunneleingang.“
„Verstanden.“

Auswertung KHK K.:
„(..) Um 16:10 Uhr meldet Jupiter 20/07, dass der Jupiter 25/11 im östlichen Tunnel Probleme bekommt und unter Druck stehe und teilweise überlaufen werde!“

16:13 Uhr – die Polizeikette wird durchbrochen, es kommt zu Handgemengen – die Sperre wird aufgegeben, die Menge strömt ungebremst in den Tunnel, um dann vor die inzwischen geschlossene PK 3 auf der Rampe zu laufen.

16:14 Uhr – Bericht, vgl hier:

„Neue Aufstellung der Kräfte 15. BPH (Köln). Beibehaltung der Sperre östl. Rampe zur Verhinderung des Zulaufs in Richtung Karl-Lehr-Tunnel. Gleichzeitig langsames Vorrücken der Polizeiketten Karl-Lehr-Tunnel West und Ost in Richtung der Rampe, dort Versuch des Einrichtens einer opt. Führung in Form einer zweiten Polizeikette, um so den unkontrollierten Zulauf auf die Rampe zu unterbinden, diese opt. Führung kommt jedoch aufgrund des Druckes aus den Tunneln nicht zustande. Weiterhin Sperrung der Rampe 10 m nördlich Karl-Lehr-Tunnel, um Zufluss von oben zu verhindern.“

16:15 Uhr crush85 am Tunnel. c0nTux filmt den Ansturm im Tunnel, ebenso kleiner-leverkusener. Auch pizzamanne ist endlich im Osttunnel angekommen. Es ist sehr voll, aber die Stimmung gut.

16:16 UhrCrush85de im Tunnel, Video von Burkhard. SuperTolga55 im Tunnel, eine kollabierte Person wird von Sanitätern behandelt, auf der anderen Seite wird eine weitere Person versorgt. wildich6 meint:

„Beim durchgehen des Tunnels, hier wurde grade die Absperrung aufgehoben…man kann zwischen durch sehen wie viele da plötzlich nach rücken…. wenige minuten später war hier alles dicht und es brach die Panik aus….“

Bei trampelklette sieht man vom östlichen Tunnel erste Leute ankommen und im Hintergrund die große Masse, die noch folgen wird.

16:17 Uhrentepylex:

„Im Tunnel Karl-Lehr Strasse. Durch denn Tunnel dann rechts abbiegen und schon waren wir in der falle. Es ging nicht zum Veranstallungsplatz. Ein Pärchen ist einen Lampenmast hochgeklettert. Viele sind dann hinterher. Fast zur selben Zeit auf der anderen Seite eine Treppe an der man hoch konnte und dann ging das schieben langsam los und es hörte nicht auf.“

16:18 UhrVideo von Burkhard. crush85 im Tunnel. Zum Ende hin wird es voller. Auch pizzamanne marschiert fröhlich singend Richtung Rampe. Fünf Polizisten, die wohl zuvor in der Polizeikette standen, verlassen den Tunnel Richtung Rampe, vgl. ÜK 16.

16:20 Uhr – Deathparade2010 geht durch den östlichen Tunnel und erreicht zwei Minuten später den Stau:

„(..) Alle strömten (hier noch gut gelaunt) in Richtung Tunnelende, wo schon der Superstau auf uns wartete. Und zu allem Überfluß brüllen alle „Hey SUPERDEUTSCHLAND“ Dann kamen nach uns noch viele tausende Menschen und wir wurden fast erdrückt. Dann entstand die Panik und Leute versuchten überall hinauf zu klettern und zu flüchten. Auch wir schafften es nach ca. 1 Std. Gedrängel die kleine Treppe hochzuflüchten, wo so viele gestorben sind.“

Ebenso Max Fleischhacker. Auch Nils Stump hat den Tunnel erreicht.

16:21 UhrLetroen kommt an zwei kollabierten Personen vorbei, die von Sanis & Security versorgt werden.

16:22 Uhr – von quad0202. xetzxetzxetz im Osttunnel, am Ende landet auch er im Stau:

„Man kann gut erkennen, dass zu diesem Zeitpunkt noch viele Leute in den Tunnel passen, die Rampe sich aber schon sehr füllt und sich alles drängt, was vom Tunnel nicht ersichtlich ist. Desweitern sind bis auf ein paar Sanitäter kaum Einsatzkräfte im Tunnel.“

Polizeifunk:

Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Wir bräuchten mal fußläufig mehrere Sanitäter in den Tunnel (West? Ost?). Da sind schon mehrere Leute, die da schon zusammengebrochen sind.“

16:24 Uhrquad0202 im Tunnel, wo Sanitäter eine Person versorgen. Ein RTW fährt ein.

16:25 Uhr – xfugox filmt den einfahrenden Rettungswagen, ansonsten gelöste Stimmung im Tunnel. stippies passiert den Tunnel & beobachtet die Sanitäter am RTW.

16:26 UhrSynth ist nach mindestens 62 Minuten Warterei kurz vor dem Tunnel.

16:27 Uhrfugo im Tunnel.

16:28 UhrToWnPzYko hat den Tunnel erreicht. Entspannte Lage bei xfugox.

16:29 Uhr – von xfugox. Viele Leute wollen zur Party & die grünbehoste schwarzhaarige Frau, die sich an der Rampensperre mit der Polizei stritt, ist nun auf dem Rückweg.

16:30 Uhr – Polizeifunk:

Georg 12/80 an Jupiter 03
„Anfrage: Ist der Tunnel Karl-Lehr-Straße wieder offen? (…unverständlich)“
„(…unverständlich) Ich bin unterbrochen worden. Der Tunnel Karl-Lehr-Straße, was ist damit?“
„Anfrage: Ist der Tunnel Karl-Lehr-Straße wieder geöffnet? Unsere Kräfte teilen mit, dass Abfluss in diese Richtung ist.“

16:32 Uhr – Situation am Tunnelende.

16:33 Uhr – kdher knipst den RTW im Hintergrund. Polizisten, die zuvor auf der unteren Rampe waren, verlassen den Tunnel Richtung Karl-Lehr-Str.

16:34 Uhrkdher imTunnel. Kamera 16 zeigt, wie der Johanniter-RTW im Tunnel wendet und eine Minute später Richtung Vereinzelungsanlage fährt.

16:35 Uhr – bei kdher kurz vor dem Ausgang ist nicht sehr voll.

16:36 Uhr von hitower78 – es ist recht voll, aus dem Tunnel kommt der Johanniter-RTW mit Blaulicht & Sirene. Polizeifunk:

 Jupiter 01 an Egon 10
„Brauchen mehrfach Sanitäter, RTW. Bereich Karl-Lehr-Tunnel, da immer wieder Personen kollabieren. Is dringend notwendig, dass diverse Sanitätsteams von dem Veranstalungsgelände runterkommen in den Karl-Lehr-Tunnel.“
„Ja, ist bereits angefordert. Aber ich mach das noch mal dringlich.“
„Ja, die können auch direkt mehrere schicken, weil es wird immer mehr kommen.“
„Kannst du mir ne ungefähre Zahl jetzt schon geben?“
„Negativ. Nicht zu durchschauen. Wir haben mittlerweile schon 4 angefordert. Ich denke es wird sich auch noch weiter steigern.“

16:38 Uhr mbreezer erreicht nach mindestens 56 Minuten Warterei den Tunnel.

16:42 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 03 an Georg 12/80
„Also der Tunnel ist im Moment zu.“
„Verstanden.“

16:44 Uhr – auch NeoPred ist nach mindestens 62 Minuten Warterei endlich im Tunnel.

ca. 16:45 Uhr – Situation bei TheEddi85. Im Tunnel selbst ist alles entspannt, zum Ende hin wird es dann aber voller. Youtuber mbreezer meint:

„als ich das alles gefilmt habe war hinter mir eine schlägerrei da war massig platz im tunnel soviel sogar das dort alle Jumpstyle hätten tanzen können.“

16:46 UhrNeoPred im Tunnel, an dessen Ende er erstmal wieder im Stau steht… im Hintergrund ist eine Sirene zu hören.

16:47 Uhr – Adam geht durch den Tunnel.

16:48 Uhrebenso.

16:49 Uhr – Adam am Ende des Osttunnels.

16:50 Uhr – Aljonuschka100 im Tunnel. Nichts besonderes.

16:56 UhrLotSe ist nach mindestens 50 Minuten Warterei auf dem Weg in den Tunnel. Bei lovbette ist es am Tunnelende zwar sehr voll, aber nicht bedrohlich eng.

16:57 Uhr – noch immer staut es sich am Tunnelende. Blick auf den Container & den Bulli, der noch auf der Rampe steht.

17:00 UhrLotSe im Tunnel; links vor ihm sind Sanitäter zu sehen. setnova am Tunnelende. Da von hinten immer mehr Besucher nachströmen, beschließt er, wieder umzukehren:

„Wird immer voller hier. Lass uns zurückgehen, bevor wir hier erdrückt werden.“

ca. 17:01 UhrUrlauber0000 geht in den mäßig gefüllten Tunnel, wo ihm etliche Heimgänger entgegen kommen. Etwa zu dieser Zeit ist auch diese Augenzeugin auf dem Rückweg und berichtet, dass sie sowohl Besucher als auch Polizisten über das Chaos an der Rampe informiert hat.

17:02 Uhr rschoelli am Tunnelende. Es staut sich nicht zuletzt deshalb, weil Menschen gebannt auf den Container blicken, der noch immer erklommen wird. Es fällt der Begriff „Massenpanik“:

„Die sagen alle, die zurückkommen, da is Massenpanik.“

17:04 Uhr – mbreezer zoomt in den Tunnel. Vier Johanniter-Sanis, die kurz zuvor unentschlossen am Tunnelende standen, laufen nun zurück Richtung Vereinzelung, obwohl mehrfach Sanis angefordert wurden!

17:07 Uhr – auch MichaelSander trifft auf zahlreiche Heimgänger.

17:09 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01 an 12/07
Dringend Sanitäter runter in den Tunnel. Dringend Sanitäter runter in den Tunnel.
„Ja, ist verstanden.“

Jupiter 01 an Egon 10
„Wir brauchen im Bereich der Rampe und Karl-Lehr-Tunnel dringend mehrfach Sanitäter. Uns kollabieren da reihenweise die Leute (…unverständlich ).

17:11 Uhr – bei detlevnv1990 ist der Tunnel bereits leerer, die Straßensperren zeigen Wirkung.

„Zu diesem Zeitpunkt hatten ich und mein Kollege noch keine Ahnung, was uns am Ende dieses Tunnels erwarten wird…“

17:12 Uhr – lt Polizeiabschlussbericht wird der Zugang zum Osttunnel nun abgeriegelt.

17:13 Uhr – der erste RTW eilt Richtung Unglücksort. Warum so spät? Direkt vor dem Tunnel am Pennymarkt gibt es doch eine Sanistelle…!

17:18 Uhr – Polizeifunk:

01/10 an Jupiter 25/10
„Ich habe mich jetzt hier ins Auto verzogen, damit ich mal vernünftig funken kann. Frage: Lage Tunnel Karl-Lehr-Straße?“
„(…unverständlich) keine Lage zu geben.“
„Ich konnte Sie nicht verstehen.“
„(…unverständlich) unmittelbar in den Tunnel reingucken können, können wir dazu noch keine Lage geben. Wir fragen über unsere Kräfte nach.“
„Also im Moment im Tunnel keine Lage mehr. Hab ich das richtig verstanden?“
„Nein, das ist verkehrt, wir fragen über die Lage im Tunnel nach.“
„Ach so, verstanden.“

17:19 Uhr – Polizeifunk:

25/07 an Jupiter 01
„Wir brauchen jetzt alles was wir haben. Rettungskräfte in die Mitte der beiden Rampen (…unverständlich) östliche Rampe. Da wohl mehrere Leute in Lebensgefahr, akuter Lebensgefahr (…unverständlich) Kräfte (…unverständlich) Verletztensammelstelle eingerichtet.“
„Ja, ist verstanden.“

17:21 UhrPolizisten oberhalb des Tunnels.

17:30 Uhr – Polizeifunk:

Unbekannt
„Bitte, dass keiner in Richtung Tunnel geht.“
„Das müssen Sie nochmal wiederholen.“
„In Richtung Tunnel.“
„Von wo aus?“
„EB.“

17:34 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01
„Sie gewährleisten bitte, dass niemand von oben in den Bereich des Tunnels geht. Die Menschen mögen über den westlichen Bereich, über die Entfluchtung gehen.“

17:36 Uhr – Polizeifunk:

Georg 12/80 an Jupiter 03
„Anfrage: Ist Ihnen etwas über die Verhältnisse im Tunnel bekannt?“
Bekannt ja, aber darüber keine Auskunft über Funk.“
„Es kommen jetzt über Karl-Lehr-Straße in Richtung des Karl-Lehr-Tunnels mehrere RTW und Notärzte. Sie müssen gewährleisten, dass die Anfahrt für die Rettungskräfte frei ist.“
„Verstanden, wir geben es weiter.“

17:37 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Um widersprüchliche Aufträge auszuschließen. Grad wurde mir von 25/10 übermittelt, ich soll die westliche Rampe schließen, damit niemand in die Verletztensammelstelle läuft. Grade kommt auf anderem Kanal, ich soll die große Rampe oben auch schließen. Heißt das, beide Rampen werden geschlossen und keiner kann mehr raus?“
„Von wo kam das?“
„Das kam auf unserem Arbeitskanal von unserem 07. Das muss der 01/10 mir gesagt haben.“
„12/10. Sie gehen an Ihren 07er über Draht.“
„Das ist sehr schlecht, ich hab keinen Empfang.“

17:39 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01 an Jupiter 12/10
„Wenn Sie mich aufnehmen können. Es ist so, dass keine Personen in Richtung.. von oben in Richtung dieser größeren Schadenslage nachrücken sollen.“
„Ich versteh das richtig. Es ist nur die große Rampe oben zu schließen. Nur die große Rampe. Da wo auch der Ernstfall war?“
„Richtig. Die große Rampe bestätigt.“

Jupiter 12/10 an Georg 12/80
„12/10 geht jetzt mal (…unverständlich) wenn er über Funk nicht erreich (…unverständlich) in 2 Minuten eine aktuelle Lage aus dem Tunnel, die kannst du dann weitermelden.“
„Verstanden.“

17:41 Uhr – Jupiter 12/10 an Georg 12/80

„Lage aus dem Tunnel im Tunnel (…unverständlich) etwa 15 bis 20 (…unverständlich).“
„Keine Aufnahme.“

18:10 Uhr – PartyBouncer filmt im Tunnel sinnloses Gedrängel um die inzwischen eingetroffenen RTW. Unter den Heimgängern, die zurzeit das Gelände unverständlicherweise auch über die Hauptrampe verlassen können, „herrscht Ratlosigkeit“. Jemand fordert barsch dazu auf, weiter zu gehen. Verletzte werden an den Menschen vorbei abtransportiert.

18:14 Uhr – auch 10005529043510063… beobachtet Rettungskräfte im Tunnel.

20:56 UhrBlick in den Tunnel, Security-Mitarbeiter bewachen den Eingang.

21:04 UhrPolizei & Sanitäter.

21:13 Uhrohne Worte.

.

## PART VI – die obere Hauptrampe

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Überwachungskamera 12

Plan Floatstartaufstellung 14:00 Uhr

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12:07 UhrAggsweb hat die Rampe erreicht, wo ihm zwei Polizisten auf Motorrädern entgegen kommen.

12:20 Uhr – auch stefan keusemann ist auf dem Weg zum Gelände.

12:22 UhrFoto von Tudor Herman.

12:27 Uhrboehse4ever erreicht das Gelände.

12:40 UhrAusblick von oberhalb des Containers.

12:42 Uhr – Bruder Hesekaja hat das Gelände erreicht, die Trucks stehen schon in Position.

12:52 UhrFunkspruch Polizei:

Jupiter 14/07 an Wedau 15
„Zwei Sachen. Das Erste: die Einlässe werden derzeit vom Ordnungsdienst geschlossen, weil der Andrang auf der Rampe zurzeit zu groß ist. (..)“

12:53 Uhr – Funkmitschnitt:

Jupiter 14/07 an Egon 15
„Ihre Durchsage wegen der Schließung bezog sich nur auf den ..äh Einlass oder auch auf die Vereinzelungsanlagen?“
„Ja, das ist bei meiner Aussage identisch.“
„Also, ein, aus Vereinzelungsanlagen wird schon der Druck raus genommen? Richtig?“
„Richtig. Die werden zurzeit komplett geschlossen, um den Druck an der Rampe raus zu nehmen.“
Verstanden„.

13:12 Uhr – bereits jetzt beginnt sich das Problem an der oberen Rampe abzuzeichnen.

13:16 Uhr – langsam bildet sich ein Stau am Rampenkopf.

13:32 UhrKevin L erreicht die obere Rampe.

13:35 Uhrebenso Martin Radespiel.

13:47 Uhr – auch Peter Truhlar hat das Gelände erreicht. In der Menge sind einige Ordner zu sehen.

13:50 Uhr – Funkmitschnitt:

Jupiter 14/07 an Egon 15
„Können Sie uns eine kurze Lagedarstellung, hier Belastung der Rampe geben?“
(..)
„Alles easy, Auslastung 50-60%.“
„Ja, hab ich verstanden.“

13:57 UhrEmilia erreicht die obere Rampe.

ca. 14:00 UhrConny erreicht die obere Rampe. Zitat Der Spiegel:

„Zwei Beamte, zuständig für Lautsprecherdurchsagen, melden sich bei Lopavent. Sie wollen sich an die Mikrofone setzen, für Durchsagen, falls nötig. Denn der Veranstalter hatte im Genehmigungsverfahren garantieren müssen, dass er so eine Anlage bereitstellt, eine, mit der die Polizei notfalls die Musik weg- und sich selbst einschalten könnte. Und nun erfahren die beiden Polizisten, dass sie stumm bleiben werden. Technisch nicht möglich, heißt es lapidar. Warum das keiner früher geprüft hat, nicht die Polizei, nicht die städtische Bauaufsicht, bleibt offen.“

Zitat rp-online:

„Der Bericht zitiert Zeugenaussagen von Polizisten, nach denen eine Lautsprecheranlage „nicht errichtet worden war“. Laut dem Zeugen sagte ein Mitarbeiter von Lopavent, die Kabelwege seien zu lang gewesen.“

Was hat die Polizei unternommen, nachdem sie das Fehlen der Ela-Anlage feststellte? Wen hat sie daraufhin kontaktiert? Wurde nach Alternativen gesucht, Besucher ggf über Megaphone, Lautsprecherwagen, Floatdurchsagen ansprechen zu können? Laut WDR Westpol versuchen Beamte die Lautsprecher der Trucks & Bühnen zu nutzen, werden aber vom Veranstalter abgewimmelt: „Das ginge jetzt nicht.“ Und das wars dann..???
Schon im August 2010 fragt Lothar Evers: „Wo waren die Lautsprecher?“
Wissenschaftler Dr. Dirk Oberhagemann, der sich mit Risiken auf Großveranstaltungen beschäftigt, filmt vom Hoist-Hochhaus. In seiner Analyse vom 30.07.2010 legt er dar:

„(..) Die ersten Aufnahmen vom Gelände wurden ab 14:00 Uhr, also zum Zeitpunkt als die Floats starteten, gemacht. Die Besucher verteilen sich zu diesem Zeitpunkt ü?berwiegend auf den Bereich vor der Hauptb?ühne und der linken Seite des Geländes (Richtung zu den Gleisen). Aus einer Abschätzung der Personendichten und einer Abschätzung der Flächen ergibt sich zu diesem Zeitpunkt eine Besucherzahl von ca. 71.000 Besuchern. (..)“

14:01 Uhr – Besucher belagern die Trucks, stefan keusemann blickt Richtung Rampenkopf.

14:03 Uhreminemd12333 erreicht die obere Rampe – die Hymne wird schon gespielt, aber die Floats stehen noch. Laut Der Spiegel geht bei der Befehlsstelle der Vierten Hundertschaft ein Funkspruch ein (siehe 14:09 Uhr lt DerWesten):

„Der Ordnerdienst, heißt es da, schaffe es nicht, am Kopf der Rampe mehr Personal heranzuziehen. „Zwei Pusher vor Ort ist zu wenig.“ (..) Ihre Reaktion? Keine bekannt.“

Hierzu schreibt DerWesten im Februar 2012:

(..) Crowdmanager Carsten W. berichtet, nur acht Ordner seien als so genannte Pusher eingeteilt gewesen, um tausende Menschen von der Rampe auf den Platz zu schieben. Dann hätten vier der Pusher zum Personenschutz von Oliver Pocher abgestellt werden müssen. Diese seien dann zwar von anderen Ordnern ersetzt worden. Doch wo genau sich diese Pusher am Ende aufhielten, konnte Carsten W. den Ermittlern kaum schlüssig erklären. Ob auf der Rampe, im Tunnel oder auf dem Gelände. Per Funk konnte er sie nicht direkt erreichen. Die Polizei spricht zwischenzeitlich von zwei Pushern, die auf der Rampe waren. (..)“

Lothar Evers befasste sich etwas genauer mit den von Lopavent angegebenen Ordnerzahlen und rechnete nach. Sein Fazit im Februar 2011:

„(..) Von den ursprünglich eingeplanten 1301 Ordnern haben nur 774 gearbeitet. 527 Ordner, das sind über 40% aller Ordner, sind zur Loveparade in Duisburg wahrscheinlich nicht angetreten, jedenfalls in den internen Stundennachweisen von Lopavent mit null geleisteten Arbeitsstunden gelistet. (..)“

Hat ein Teil der Ordner ihren Dienst gar nicht erst angetreten oder evtl. nur nicht ordnungsgemäß eingecheckt? Zitat aus einem Forum:

„Mein Schwiegersohn sollte da heute Sicherheitsdienst machen und wir haben ihn gewarnt. Er hat dann abgesagt.“

Nach Recherchen von stern.de soll es laut Aussage eines Security-Mitarbeiters (Name durch Redaktion geändert) auch Ordner geben, die ihren Dienst nun vorzeitig beenden.

„(..) kein Wort gibt es zum Einsatz des eigenen Security-Personals, das sich im Chaos angeblich irgendwann zum Teil „im Stich gelassen“ fühlte und auf „Eigensicherung“ verlegte. Schneider: „Alles war so unwirklich, und die Angst um die Kollegen war so schrecklich, dass man alles nur noch ausblendet und seiner Arbeit wie gewohnt nachging. Diejenigen von uns, die bereits um 14 Uhr das Weite suchten, sind nur dabei gewesen, weil wir das sonst nicht hätten leisten können. Die Anzahl kann kein Sicherheitsdienst alleine stemmen. Also wird alles dahin gebracht, was zwei Beine hat. (..)“

Zitat aus einem Forum:

„War damals als Einsatzleiter für meine damaligen Arbeitgeber vor Ort… habe nach 2 Std den Dienst eingestellt nachdem ich gesehen habe was abging… wollte die Verantwortung nicht länger tragen da da soviel im argen lag was die Organisation anging… habe Scenen und Bilder gesehen die mich mein Leben lang verfolgen werden…. (..)“

Kommentator Zeche schreibt am 30.07.10:

„In der heutigen Ausgabe der WAZ Berichtet ein Ordner einer Sicherheitsfirma, Am Ende Zirat (Zitat). „Als wir am Ende der Veranstaltung zusammen standen, waren es höchsten 500 Ordner„.“

Funkmitschnitt:

 Jupiter 02/10 an Jupiter 02
„Haben wir eine prozentuale Auslastung des Veranstaltungsbereiches?“
„Ja, ich komm jetzt mit Info zu der Sache an alle. Laut EA Veranstaltung ist der Veranstaltungsraum selbst zu 50 % ausgelastet. Die Zuwegungen dorthin von der Karl-Lehr-Straße zur Rampe hoch zu 90%. 50% auf dem Platz selbst und 90% auf der Zuwegung.“
Jupiter 02 Ende ohne Quittung

14:07 Uhr – die Floats setzen sich in Bewegung, am Rampenkopf knubbeln sich die Besucher, vgl. Kamera 5. Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass die Wagen genau den Übergang von der Rampe zum Gelände durchqueren und so den Besucherfluss behindern.

ca. 14:09 Uhr Überflugbild von Jochen Moll. Auch hier ist der Pfropf am Übergang zum Gelände gut erkennbar. Funkmitschnitt:

 Jupiter 14/07 an Wedau 15
„Wir brauchen Securitykräfte und zwar ans Ende der Rampe. Damit die dort reinströmenden Massen verteilen nach rechts und links. Die dort stehenden zwei Securities sind eindeutig zu wenig.“
„Geb ich weiter.“
Ergänzung: Die Floats haben sich soeben in Bewegung gesetzt.“
„Hab ich auch verstanden.“

14:12 UhrEmilia am Virtual Nights-Truck. Noch gibt es Lücken in der Menge. Aufnahmen von Truck Nr. 10 aus gefilmt.

14:13 UhrEmilia mit Truck Nr. 10.

14:14 Uhr – auch hier ist noch gut Platz.

14:17 Uhr – kurz nach dieser Aufnahme entscheidet ivotoby einem vorbeifahrenden Truck zur anderen Geländeseite zu folgen:

„a bit further it was very crowded, we went through it and followed a truck to the other end of the LoveParade-compound“

DuBiTo111 begegnet unserem Schupo.

14:18 Uhrdancemusic1 beobachtet Truck Nr. 12 (Nature One). Foto von i6666, auch monzamedia filmt vom Float aus die Massen, die sich oben an der Rampe stauen:

„Nachdem man auf dem Float angekommen war, begann dann (..) die Loveparade. Das Gelände bot zu diesem Zeitpunkt noch ausreichend Platz für Besucher. Um ca 14:45 Uhr (14:18 Uhr, vergl. Kameras 4 &13) kamen wir dann mit dem Float an der Rampe vorbei und man konnte sehen das die Kapazität der Rampe bereits jetzt ausgeschöpft war, weil zehntausende Menschen aus dem Tunnel herausströmten. Das wirkte alles gar nicht mehr geordnet. Die Tatsache das bereits (..) so viele Menschen aus dem Tunnel herausströmten (siehe Video) lässt klar werden, das die gesamte Einlasssituation aus dem Tunnel heraus auf die Rampe bereits zu diesem Zeitpunkt unkontrollierbar war. Das Gelände bot sicherlich auch zu späterem Zeitpunkt noch Platz für Besucher. Da das Gelände aber nur durch einen einzigen Zugang begehbar war wird hier schon klar das eine krasse Fehlplanung vorliegt. Der Zugang von der Rampe auf das Gelände war dann allerdings von Menschenmassen so verstopft, das sich die Mengen in den Tunnel hinein stauten. Die Sicherheitskräfte hatten die Lage (..) nicht mehr unter Kontrolle. Das Gelände bot laut Veranstalter Platz für 240.000 Personen. Die Zahl der Besucher, die versuchten auf das Gelände zu kommen lag aber weitaus höher. (..)“

Betrachtet man die Rampe aus der Perspektive von ÜK12, relativiert sich der Eindruck – es ist oben zwar voll, jedoch nur bis zum Brezelstand an der Westböschung. Der Menschenstrom fließt langsam aber stetig.

14:19 Uhr – Martin Radespiel knipst Truck Nr. 12. Duisburger1979, der gegen 14:10 Uhr die Schleuse passierte, meint:

„Das nächste Problem war dann der Weg zum eigentlichen Gelände. Es wurde überhaupt nicht dafür gesorgt, dass die Leute weiter bis zum Ende durchgehen und deshalb hat sich alles am Eingang geknubbelt.“

14:23 Uhr – Lars filmt auf Rampenmitte.

14:24 Uhr – bei Emilia am Float ist es noch angenehm luftig.

14:27 Uhr – die Floats kommen nach nur 20 Minuten zum Stehen. Die Fahrspur oberhalb des Rampenkopfes ist jetzt frei von Trucks, siehe Kamera 13.

14:28 UhrLuftbild von Ulf Kleczka. Auch kdher steht oben erstmal im Stau und blickt dann zurück.

14:29 Uhr – die Zäune an der Böschung stehen noch. Links noch mehr Zäune… Blick von der Seite auf die Rampe. Hardstyleamersfoort filmt, wie sich der von unten heraufkommende Besucherstrom oben staut.

ca. 14:30 Uhr – von der Ostseite trifft ein RTW auf dem Gelände oberhalb des Rampenkopfes ein. ÜK 05 zeigt vier Ordner, die sich von Nordost in Richtung obere Rampe durchschlängeln – die angeforderten Pusher, die die Leute verteilen sollen? Bei der Menge an zuströmenden Besuchern ein recht aussichtsloses Unterfangen… Zwei Minuten später verliert sich ihre Spur in der Menge. Carsten Walter will Unterstützung von der Polizei anfordern, erreicht den Polizeiführer wegen angeblicher Netzüberlastung jedoch erst ca. 45 Minuten später:

(..) es wurde immer voller. Wir mussten nun handeln. Ich brauchte, den Absprachen gemäß, nun die Unterstützung der Polizei. Ich brauchte den zuständigen Polizeiführer, und zwar ganz schnell. Nur der hätte entscheiden können, das Gelände endgültig abzuriegeln. Das war gegen 14.30 Uhr. Wir haben beide versucht, den Polizeiführer irgendwie zu erreichen. Ich über die Leitstelle der Security, der Verbindungsbeamte übers Handy.“

Herrn Walter zufolge hat der Verbindungsbeamte der Polizei kein Funkgerät, was von Polizeiinspekteur Wehe am 04.08.10 vor dem Innenausschuss ausdrücklich dementiert wird. Spon erfährt

(..) aus Sicherheitskreisen, dass der Verbindungsbeamte der Polizei im Container des sogenannten Crowd Managers zwar ein analoges Funkgerät vom Typ 10a bei sich gehabt haben soll. Jedoch habe der Bereitschaftspolizist damit lediglich Kontakt zu einem Kollegen halten wollen, mit dem er sich während des – erwartet ruhigen – Dienstes über ein anderes Verfahren auszutauschen beabsichtigt habe, hieß es. Im offiziellen Funkrufnamenverzeichnis tauchte der Beamte demnach jedoch nicht auf. (..)“

Wie bitte..??? Horst Engel (FDP) fragt am 02.09.2010 im Innenausschuss, vgl hier Seite 48:

„(..) Was ich auch nicht verstehe: Der Verbindungsbeamte war an dem Container noch nicht einmal einen Steinwurf weg von dem auf der Rampe hinter Gittern abgeteilten Streifen, auf dem sich die Funkwagen befanden. Er hätte also eigentlich aus dem Container herausgehen können und über ein Funkgerät – 4-Meter-Band, das Größere – versuchen können, Kontakt herzustellen. Warum hat es so lange gedauert – 30 Minuten Minimum, es wird auch von „gefühlten“ 45 Minuten gesprochen –, bis eine Verbindung vom Crowd-Manager über den Verbindungsbeamten zum Abschnittsführer im Veranstaltungsraum hergestellt werden konnte? (..)“

Den Absprachen gemäß hätte Herr Walter bzw. „der Veranstalter“ eigentlich eine Telefonkonferenz einberufen müssen, doch lt Spiegel online weiß er wohl nichts von dieser Möglichkeit? Rponline berichtet im Mai 2011:

„(..) Der Mitarbeiter soll schon im Vorfeld im Unklaren darüber gelassen worden sein, unter welchen Voraussetzungen er überhaupt entscheiden durfte, zum Beispiel die Eingänge dicht zu machen. Es könnte auch sein, dass er niemals etwas von einem Sicherheitskonzept erfahren hat. Angeblich soll sein Versuch, kurz vor dem Unglück die Leitstelle für die Situation zu sensibilisieren, abgewiesen worden sein. (..) Der (..) Sicherheitskoordinator war aber angeblich vorab nie etwa in Notfallszenarien involviert. (..)“

Auch die Frage, warum Herr Walter scheinbar keinen Kontakt zu Lutz Wagner, dem Leiter des Ordnerdienstes, sucht, bleibt offen. Und – warum wird nach Kenntnisnahme von Walters Hilfeersuchen seitens der Polizei keine TK einberufen?

14:31 Uhr – massivplaymate erreicht den Stau.

14:34 Uhrkdher hat nach ziemlich genau 1,5 Std. (vom West-Ausgang am Hbf) endlich das Gelände erreicht und verschafft sich einen Überblick

14:35 Uhr Peter Truhlar im Gedränge am Rampenkopf.

14:36 Uhr Peter Truhlar blickt nun auf die volle Rampe. Weiter oben jenseits der Floatstrecke gibts noch Lücken. Security beobachtet das Geschehen von der Halle aus.

14:37 Uhr – Funkmitschnitt Polizei:

 Jupiter 17/10 an Jupiter 17/31
„Haben wir eine Übersicht, wie es auf dem Veranstaltungsgelände aussieht? Passt da noch was drauf?“
„Eben war mal 50% die Rede von aber wird wahrscheinlich jetzt auch da voll werden.“

14:42 UhrLupusbeleg:

„Die Besucher blieben oben einfach stehen, deshalb gebe es einen Rückstau bis in den Tunnel„.

Die Aufnahmen von ÜK12 bestätigen dies jedoch nicht!

14:45 UhrKamera 13 zeigt, wie der RTW oberhalb des Rampenkopfes wendet und Richtung Osten verschwindet.

14:51 UhrFunkmitschnitt:

 Jupiter 14/07 an Jupiter 01
„Wir brauchen ein RTW oder eine Sani-, fußläufige Sanitruppe. Und zwar ..äh Eingang von der Karl-Lehr-Straße aus auf die Rampe und dort ca. 30, 40 Meter an Polizeifahrzeugen noch vorbei. Rechtsseitig am Zaun.“
„Ja welcher Anlass?“
„Eine Hilo (hilflose Person) mit..äh.. mit unregelmäßigem Puls.“
„Ja verstanden.“

14:52 UhrAlf oberhalb der rechten Rampenseite. Funkspruch:

 Jupiter 01 an Egon 10
„Wir brauchen einen Rettungswagen. Und zwar Eingang von der Karl-Lehr-Straße aus auf die Rampe. Rechtsseitig am Zaun. Eine hilflose Person mit unregelmäßigem Puls.“
„Karl-Lehr-Strasse, an der Rampe, an den Polizeifahrzeugen. Ja?“
„Ja, ist so richtig.“
ca. 14:55 UhrBericht von Nicolas:
„Auf dem Gelände machen wir erste Bilder von den tanzenden Massen. Links und rechts befinden sich Bauzäune an den Hängen. Wir fragen einen Polizisten, ob wir kurz ein paar Bilder hinter der Absperrung machen können. Er lässt uns durch. Am Hang schreien uns Sicherheitskräfte des Veranstalters an: „Verlassen Sie sofort den abgesperrten Bereich!“ Noch einmal auf den Auslöser gedrückt, dann der Aufforderung Folge geleistet.“

14:58 Uhr – die erste Telefonkonferenz (sog. TK1 – ohne Veranstalter) läuft seit 14:50 Uhr. RA Berstermann berichtet im Auftrag der Stadt Duisburg am 02.09.10 im Innenausschuss:

„Die erste Telefonkonferenz (..) hat kurz vor 15 Uhr begonnen. Dort wurde von dem leitenden Polizeibeamten um 14:58 Uhr ausgeführt, der Hubschrauber habe eine Auslastung des Geländes von einem Drittel gemeldet. Ansonsten hat man hier erkannt, dass es einen gewissen Druck auf den Westeingang gibt. Die Polizei hat erklärt, sie habe eine Vorsperre auf der Mercatorstr. eingerichtet. Im Übrigen klingt die Telefonkonferenz dann nicht weiter dramatisch.“

Auslastung von einem Drittel? Wie passt das zu diesen Funkmittschnitten von 14:03 Uhr bzw 15:00 Uhr..?

Jupiter 02 an Jupiter 02/10
„Haben wir eine prozentuale Auslastung des Veranstaltungsbereiches?
„Ja, ich komm jetzt mit Info zu der Sache an alle. Laut EA Veranstaltung ist der Veranstaltungsraum selbst zu 50 % ausgelastet. Die Zuwegungen dorthin von der Karl-Lehr-Straße zur Rampe hoch zu 90%. 50% auf dem Platz selbst und 90% auf der Zuwegung.“

 Jupiter 17/31 an Jupiter 17/10
„Also ich bin den Bereich jetzt noch mal zurückgelaufen. Von vorne, von der Sperre, bis jetzt an unsere Sperre. Äh, ich sag mal, das hat sich nicht wirklich entspannt.“
„Ja richtig. Es wird jetzt auch langsam darüber nachgedacht, keine Züge mehr nach Duisburg fahren zu lassen, weil der Veranstaltungsbereich ist wohl 70% gefüllt.“
„Ich will ja nichts sagen, aber ich glaube, das war absehbar.“

14:59 Uhr – nur etwa sechs Minuten nach Betreten des Osttunnels hat gpmike95 die Rampenmitte erreicht. Auch TheModi2010 schiebt sich die Rampe hoch, das Gedrängel hält sich jedoch in Grenzen. Rechts kümmern sich einige Sanis um einen jungen Mann. Truck 14 passiert und TheModi, der scheinbar davon ausgeht, keine weiteren Wagen zu sehen zu bekommen, beschließt enttäuscht, das Gelände wieder zu verlassen:

„Endlich raus aus dem „Todes Tunnel“ und endlich rauf aufs Gelände nur Menschen Zäune Massen an der Seite wurden Leute von Sannis betreut und mann hatt sogar 1 oder 2 Wagen gesehen mir wurde klar noch weiter nein danke und das war in dem Moment das beste was mann machen konnte Nicht hin sondern einfach nur zurück und weg viele die so weit gekommen waren dachten sich ne jetzt ziehste das durch was später dann geschah weiß nun jeder ich kann sagen ich war da und dann auch gleich weg .“

15:00 Uhrdaweedms hat das Gelände erreicht und wartet auf die Trucks. Emilia knipst Truck 14. Zitat von jensM.:

„Das Problem war ja auch, dass die nachströmenden Besuchermassen „oben“ am Ende der Rampe auf dem Gelände sich nicht frei verteilen konnten, sondern dass dort direkt die Float-Trucks vorbeigefahren kamen. Also alle paar Minuten ging da halt gar nichts mehr – und hinten kamen immer mehr Menschen nach. Das war schon um 15 Uhr ein Problem. Und dann wollten über diesen Weg auch schon die ersten wieder zurück. (..)“

Stern.de berichtet im August 2010:

„(..) Schon kurz nach der Katastrophe hatte Security-Mann Schneider (Name von Redaktion geändert) gegenüber stern.de erklärt, dass es bereits am Nachmittag des 24. Juli erhebliche „Dissonanzen“ zwischen dem Sicherheitsdienst von Lopavent und der Polizei gegeben habe. Gegen 15 Uhr „waren wir im Bereich der Rampe 08 (08? Acht Mitarbeiter?). Ich hörte auch immer wieder, dass der Funker sagte, dass die Polizei trotz unseres Nein die Leute auf das Gelände ließ und unsere Einsatzkräfte somit überging. Es war nicht mehr in unserer Hand, den Einlass zu regeln, so wie wir es gewohnt waren.“ Schneider: „Da sagte ich ihm, dass das ein böses Ende nehmen wird.“ (..)“

Bericht der Malteser Wolfsburg, die an der UHS 92-5 eingesetzt waren:

„(..) Ab 15:00Uhr meldeten die ersten EVT’s (Erstversorgungsteams), das sie Schwierigkeiten hätten, schnell zu den gemeldeten verletzen Personen durch zukommen, da sich die Menschenmassen im südlichen Aufgangsbereich, vor den Float-Trucks, stauten. (..)“

15:01 Uhr – Funkmitschnitt Polizei:

 Jupiter 14/07 an Jupiter 01
„Zur Kenntnis. (..) Auf der Rampe Auslastung zurzeit 80%, Und ..äh die Kollegen an der Rampe warten immer noch auf zusätzliche Unterstützung von der Security, weil am Ende der Rampe noch mehr Security gebraucht wird, um die Teilnehmer einzuweisen, wo die hinzugehen haben.“
„Ja, 01 hat das verstanden. Wir geben das weiter.“
„Frage: Ist der Sani bzw. RTW schon eingetroffen für die zuvor gemeldete Person?“
„Negativ, habe ich noch keine Meldung.“
„Ja, falls der kommt, ist das möglich, dass der auch die zweite Person mit dem Kreislaufproblemen aufnehmen könnte, weil momentan erscheint es schwierig ..ähm da durchzukommen.“

15:02 Uhr – Funkmitschnitt:

Jupiter 01 an Jupiter 14/07
„Ist schlecht möglich, weil die beiden Rampen deutlich baulich voneinander getrennt sind, aber das Saniteam, was ..äh auf der Hauptrampe ist und zwar 30 Meter hinter den Polizeifahrzeugen, das Team könnte die 60 Meter schaffen, 30 Meter vor die Polizeifahrzeuge gehen.“
„Ja, gut.“

ca. 15:05 UhrStephan69 erreicht nur zwei Minuten nach Verlassen des Tunnels die obere Rampe. Im Hintergrund bei OKZ 219 sieht man, wie WDR-Moderatorin Sabine Heinrich ihren Beobachtungsposten erklimmt:

„(..) Kurz nachdem wir die Engstelle passert hatten drängte sich gerade einer der Floats durch die Menschenmenge. Wir waren zum Glück zwischen dem Wagen und dem Gebäude, wo nicht so viele Menschen waren. Auf der anderen Seite drängten sich ja diejenigen, die endlich auf das Gelände gelangen wollten. Weiter hinten war dann plötzlich viel Platz.
Übrigens gab es am Bahnhof, wo eigentlich gar nicht so viel Gedränge war, ständig Lautsprecherdurchsagen, man solle doch weitergehen und nicht am Ausgang stehen bleiben. Am Eingang des Geländes gab es, so weit ich mich erinnere, nicht eimal eine Lautsprecheranlage.
Später standen die Floats längere Zeit still, allerdings kann ich nicht sagen, wann das war.
Wir haben uns dann im hinteren, nördlichen Bereich, wo auch die Hauptbühne war, aufgehalten und von der ganzen Tragödie nichts mitbekommen. (..)“

15:08 Uhr – GASY1982 filmt oben links am stehenden Sunshine Live Truck.

15:11 UhrHalbblutprinz1 erreicht die Rampe.

15:13 UhrStau am Rampenkopf von Kirsten Candorra. Weiter unten steht ein Polizeiauto, auch am „Bulliparkplatz“ stehen nun acht Wagen – die 15. BPH aus Köln löst die 4. aus Bielefeld ab.

15:14 Uhr – kurz bevor sich die Floats wieder in Bewegung setzen, gibt es vom Sunshine Live Truck eine Durchsage an die Besucher, bitte einen Meter zurückzutreten, damit der Truck überhaupt losfahren kann. Dies ist bisher die einzige an Besucher gerichtete Durchsage, die wir dem vorhandenen Videomaterial entnehmen konnten. Zum Thema Funk auf den Floats berichtet Jörg, dessen Firma mit der Musik-Technik vor Ort betraut war:

1. Es gab auf jedem Float einen Funkbeifahrer der mit der Paradeleitung kommuniziert hat und von dort seine Anweisungen bekam. Das hat meiner Meinung nach sehr gut funktioniert.
2. Auf der Paradestrecke waren nur ein paar Securitys mit Funk ausgestattet die dann Anweisungen etc. an die einzelnen Crews (z.b. die der Wagenabsicherung) weitergeleitet haben.
3. Wir waren auf den 8 von uns gebauten Floats auch untereinander mit Funk verbunden, auf diesen Kanal hatte jedoch die Paradeleitung keinen Zugriff. Für Durchsagen bzw. Anweisungen kam dann immer ein Lopaverantwortlicher auf den Truck.
…zu der Funksituation an der Rampe müsste ich jetzt spekulieren und aufgrund der Tatsache das wir im Moment als Zeugen teil der Ermittlungen sind lasse ich das lieber!
Wir, d.h. alle meine Techniker haben per Handy (SMS von Freunden) von dem Unglück erfahren und dann das weitere Vorgehen abgestimmt. Von den Veranstaltern haben wir erst nach und nach Informatioen erhalten.“

15:16 Uhr – Dutch-Image blickt von der Seite auf die Rampe. Zitat Polizeibericht, Seite 31:

„Der Verbindungsbeamte bei dem für die Zugangssteuerung des Publikums seitens des Veranstalters zuständigen „Crowd-Manager“ übermittelte dessen Bitte um Hilfe dem Einsatzabschnittsführer (EA/F) Schutz der Veranstaltung, da sich im Veranstaltungsbereich oberhalb der östlichen Rampe ein Zuschauerstau gebildet hatte.“

15:17 Uhrphotek420 steht westlich des Rampenkopfes im Gedränge am Sunshine live Truck, ebenso CologneTina.

15:18 Uhrnocny23 filmt unten in der Menge, DokuNaut oberhalb der Rampe.

15:19 Uhr – ebenso SabisMovies. Jahoodsky & xXxpornodome91xXx filmen die Floats in der Menge, waldmann83 filmt vom Gelände. Foto von RaaVeeOL. Vier Sanis sind in der Menge zu sehen. ÜK12 zeigt, wie der Menschenstrom am Rampenkopf durch die fahrenden Trucks fast zum Erliegen kommt.

15:20 Uhr – manston1000 filmt vom Gelände aus, earthmoooon filmt auf der Rampe, Emilia steht weiter rechts. Bericht Polizeihauptkommissar M.:

„Deutlicher Zulauf von Personen. Rückstau bis hinunter in beide Seiten (Ost und West) des Tunnels Karl-Lehr-Straße.“

Die Aufnahmen von ÜK13 bestätigen dies so nicht, jedoch wäre es möglicherweise kurze Zeit später zu einem Rückstau bis in die Tunnel gekommen, wenn Besucher sich nicht ab 15:31 Uhr zusätzlichen Raum über die Böschungen verschafft hätten! Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 01 an Egon 10
„Bezüglich unserer RTW-Anforderung an der Rampe zum Veranstaltungsbereich bräuchten wir noch mal einen Trupp mit Trage. Die Sanitäter erreichen ihre Leitstelle nicht.“
„Noch mal mit der Durchsage: Du bist sehr schwer aufzunehmen. Vorhin warst du deutlicher aufzunehmen.“
„…(unverständlich) üglich unserer RTW-Anforderung an der Rampe zum Veranstaltungsgelände bräuchten die Sanitäter, am oberen Ende der Rampe, einen Trupp mit Trage, da sie ihre eigene Leitstelle nicht erreichen.“
„Das war Karl-Lehr-Straße, ne?“
„Karl-Lehr-Straße, Rampe zum Veranstaltungsbereich am oberen Ende.“
„Schick ich.“
„Ja, ist verstanden.“
„Wer hatte grad die Durchsage Karl-Lehr-Straße mit der Trage?“
„Der Jupiter 01.“
„Wiederhol noch mal die Anfrage, hier ist der Egon 10. Wer hatte grad die Durchsage Karl-Lehr-Straße mit der Trage?“
„Der Jupiter 01.“

15:21 Uhr – Bimmmmbo4 filmt auf der Rampe.

15:22 Uhr – Video von thcabernet nah der rechten Böschung. Kevin LIVR ist auf dem Rückweg & fotografiert von mittendrin.

15:23 Uhr – nochmal Bimmmmbo4. wuselfuzz erreicht die Rampe

15:25 Uhr – .. und sieht erstmal Zäune.

15:26 UhrBlick vom Float auf die Rampe. wuselfuzz in der Menge, auch Bimmmmbo4 befindet sich noch mitten im Gedränge, Emilia vorm Cuscus-Truck (16) & waldmann83 beobachtet das Treiben vom Gelände aus.

15:27 UhrFoto vom Ultraschall-Truck. Brummiboy dokumentiert das Gedränge an den Trucks.

15:28 UhrFotos von Berndt Jaeneke vom Ultraschall-Truck aus aufgenommen. Die an der oberen Hauptrampe geparkten Polizeiwagen bewegen sich Richtung Tunnel, siehe Zoom-Foto von Christoph Reichwein/Getty und ein Bild von Brummiboy von 15:27 Uhr. LONGpicture (15:29 Uhr) vermutet, dass die Polizei die Rampe verließ, um die Sperre in den Tunneln zu errichten, tatsächlich war es der Schichtwechsel der Polizei. Um 15:31 Uhr zeigt Kamera 16, dass sieben Polizeibullis durch den Osttunnel entschwinden, wobei aus der Perspektive von Kamera 14 ersichtlich wird, dass die letzten beiden dieser Bullis um 16:28 Uhr von der Nebenrampe aus in den Osttunnel fahren. RaaVeeOL auf der Rampe, ebenso MrAlmatykaz:

„Kurz darauf haben neben uns Menschen begonnen den Zaun einzureissen… durch diese Öffnung sind wir nach oben geklettert.“

15:29 UhrEmilia in der Menge am Duisburger Ultraschall-Truck (Nr.1).

ca. 15:30 UhrLuftaufnahme des Rampenkopfes. ÜK12 zeigt, wie einige Besucher die Zaunabsperrung an der westlichen Böschung überwinden und hochlaufen. Von der anderen Seiten ersteigen sodann vier Polizisten die Böschung, ohne die Kletterer zu vertreiben. In der Folge besteigen mehr und mehr Besucher die Böschung, um sie eine Minute später komplett zu stürmen.
Der Polizeiabschnittsführer trifft im Container ein und Carsten Walter regt an, dass Polizeibeamte dabei helfen sollen, die Einlassschleusen zu sichern, im Polizeibericht heißt es dazu:

„(..) Außerdem vereinbarten beide, für einen Zeitraum von 10 Minuten beide Vereinzelungsanlagen (..) durch den Veranstalter zu schließen und eine Sperrkette aus Ordnern des Veranstalters unterstützt durch Polizeikräfte in der Mitte der östlichen Rampe (Hauptzugangsrampe) einzurichten, um durch diese begleitenden Maßnahmen den Druck durch nachströmende Menschen abzufangen und die Auflösung des Staus zu unterstützen. Zu dem Einrichten dieser Sperrkette mit diesem Auftrag kam es zunächst nicht (weil…?). Zu dem mit dem „Crowd-Manager“ vereinbarten Maßnahmekonzept zur Beseitigung des Zuschauerstaus vor dem Rampenkopf wurde keine Telefonschaltkonferenz durchgeführt (weil…?). Allerdings erfolgte eine Abstimmung mit der Feuerwehr.“

Laut diesem Dokument hat die Feuerwehr aber nur unter der Bedingung zugestimmt, dass „der Nachlauf in den Karl-Lehr-Tunnel durch die Polizei verhindert wird.“ Weiter heißt es im Polizeibericht:

„… vereinbarten beide in einem bis 15:40 Uhr andauernden Gespräch, dass der „Crowd-Manager“ zusätzliche Ordner zur Besuchersteuerung oberhalb der östlichen Rampe (Hauptrampe) einsetzt, um dadurch die Besucher auf dem Gelände zu verteilen.“

Polizeirat H. in einer Zeugenvernehmung, vgl hier:

„Der Crowd-Manager schlug vor, dass seitens des Veranstalters die Vereinzelungsanlagen geschlossen werden sollten. Anschließend wollte er in der Mitte der Rampe eine Sperre aus Ordnern, unterstützt durch die Polizei, einziehen. Anschließend sollte durch Ordner die Personengruppe angesprochen und zum Verlagern in den südlichen Veranstaltungsbereich veranlasst werden.“

Zeugenvernehmung POK M.:
„(..) Dazu schlug Herr W. vor, dass vom Veranstalter die Zugänge für 10 Minuten, maximal 15 Minuten gesperrt werden. Damit hat er zweifellos die Vereinzelungsanlagen gemeint. Diese Zeitspanne wurde so wörtlich von ihm genannt. Gleichzeitg sollte auf der Rampe von Polizei und Ordnern eine Sperre eingezogen werden, wobei er vorschlug, dass die Kollegen deren Fahrzeuge dort rechts standen, daran beteiligt sein sollten.“

Laut Polizei-Hunderschaftsführer Thorsten M. gibt es ab jetzt massive Verständigungsprobleme, vgl. spiegel.de:

„Wie M. berichtete, war die Kommunikation über Handy zumindest nach seinen Feststellungen in der Zeit „von etwa 15.30 Uhr bis 18 Uhr nicht möglich, weil sich beim Wählen keine Verbindung aufgebaut habe. Auch sein Versuch, mit dem Telefon eines Untergebenen durchzukommen, sei gescheitert. Die gleichen Probleme habe er bei seinem eigenen Vorgesetzten an diesem Tag beobachtet, dem Abschnittsleiter für Rampe und Tunnel, Polizeirat Dirk H. Etwa ab 16 Uhr will Thorsten M. schließlich auch über Funk nur noch in Einzelfällen Kontakt bekommen haben, später für einen längeren Zeitraum dann gar nicht mehr.“

Laut Spiegel TV stellt die StA in ihrem Bericht fest, „dass eine Bevorrechtigung der Mobilfunkanschlüsse der Einsatzkräfte weder beantragt noch geschaltet war.“ Zur Erinnerung das Statement von Polizeiinspekteur Wehe am 02.09.10 vor dem Innenausschuss, vgl hier:

„(..) Nach dem, was uns berichtet worden ist, ist eine Vorrangschaltung komplett für den gesamten Einsatzzeitraum eingerichtet worden. Bis zu dem kritischen Ereignis und während des kritischen Ereignisses hat es keine Probleme damit gegeben. Lediglich ab 19:25 Uhr kam es zu Störungen. (..) Also: Es gab weder Kosten- noch Technikprobleme im Zusammenhang mit einer Vorrangschaltung.“

Zur Einschätzung der StA (Stand Januar 2011) berichtet Innenminister Jäger am 19.05.2011 im Landtag:

„(..) Ein vollständiger Ausfall der Funkkommunikation am Veranstaltungstag war überdies nicht feststellbar. Vor diesem Hintergrund konnte ein kausales Fehlverhalten einzelnen Polizeibeamten nicht zur Last gelegt werden. (..) Einen vollständigen Ausfall der Handykommunikation gab es indes nicht. Unabhängig von der Frage des Ausmaßes der Kommunikationsschwierigkeiten erschien jedoch die Annahme der Kausalität bzw. des Pflichtwidrigkeitszusammenhangs im Hinblick auf den Tod von 21 Besuchern der Loveparade und die zahlreichen Verletzten kaum begründbar.“

15:31 Uhr – die Polizisten verlassen die westliche Böschung. Blick über die Rampe von Arne Müseler – nichts geht mehr… die östliche Böschung wird erklommen.

15:32 UhrLuftaufnahme. KevinL beobachtet, wie die Zäune an der Böschung umgelegt und überrannt werden. Wuselfuzz beobachtet die Kraxelei an der Böschung. Anke&Patricia filmt die Erstürmung der Ostböschung von gegenüber, krisskross1981 das Gedrängel von unten, ebenso Michael Novacek. Arne Müseler knipst vom Bild/McFit-Truck aus.

15:33 Uhr – der Ansturm auf die Westböschung aus der Nähe und die aus ihrer Verankerung gerissenen Zäune. Blick über die Rampe. Anke&Patricia filmen das Chaos oberhalb der Böschungen, wo Zäune niedergerannt werden, wie auch der WDR live zeigt. MrAlmatykaz meint:

„Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits Zäune eingerissen. Die Security hat versucht die Menschen vom Hügel in die Menge zu schicken und die Zäune vergeblich wieder aufzustellen.“

Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
Wir haben das Problem, dass im Bereich der Rampe sich jetzt Personen stauen.Vorschlag des Veranstalters, der sich für vernünftig anhört, ist, an den beiden Zulaufstellen Ost und West für maximal 10 Minuten zu sperren. Wenn diese Sperre eingezogen ist, würden wir mit der 15. (Polizeihundertschaft) auf halber Höhe der Rampe sperren und dann zusammen mit Kräften der 15. und dem Veranstalter die Leute (die) Rampe rauf und dann in den Südbereich des Veranstaltungsgelände bringen. Können wir aber nur dann machen, wenn die Abschnitte Ost und West diese Sperrung mit verpacken. Bitte einmal abklären, ob wir das machen können.“
„Ja, so verstanden.“

15:34 Uhr – IronFist1945 im Zaunchaos an der Westböschung. Wuselfuzz blickt von dort aus über die Rampe, auf der gegenüberliegenden Böschung checken mindestens sechs Polizeibeamte die Lage, was die Besucher nicht daran hindert, weiterzukraxeln. Kein Wunder bei diesem Riesen-Stau! Emilia steht oben rechts bei Truck Nr. 2. Michal T. nähert sich dem Gelände mit Blick auf die westliche Böschung, ebenso Pavol.

15:35 Uhr – bereits um diese Zeit klettern Menschen an Masten im Bereich der oberen Rampe hoch, weil man aufgrund der Propfenbildung anders kaum auf das Gelände kommt. eLheroe1 und seine Freunde erklimmen mit leichten Schwierigkeiten die Westböschung. Foto von Michal T. Aeismann steht nah beim Tunnel-Truck. Bericht PHK M., vgl hier:

„Jupiter 25/11 (Zugführer I. Zug 15. BPH) stellt fest, dass Personen am oberen Ende der Rampe zum Stillstand gekommen sind und auf der östlichen Seite die Begrenzungszäune zum Veranstaltungsraum auf einer Länge von 100 umgeworfen haben und nun durch das Erklettern von Mauem und auf anderen nicht offiziell vorgesehenen Wegen versuchen, das Veranstaltungsgelände zu erreichen.“

Dokumentation Polizei, 1. BPH (Bochum) / 1. BPA :

„An den Punkten 218/219 (Veranstaltungsgelände), rechts und links der Floatstrecke werden auf 50 m Zäune eingerissen.“

15:36 UhrFoto von Arne Mueseler. Bei wuselfuzz wird weiter geklettert. Feemir hat die Böschung erreicht. Auf qype berichtet er:

„(..) Aus dem Tunnel raus und die Mucke fängt an. Ich sehe den ersten Wagen und das war’s. Kein weiteres vorankommen, die ersten wollen wieder zurück, von hinten wird gedrückt dann wird eine Seitenabsperrung umgelegt und wir bekommen wieder etwas LUFT. Wir stellen uns an die Böschung und genießen den schönen Überblick. Natürlich währt der Spaß nicht lange, erst mal arbeiten und die Leute aus dem dicksten Getümmel rausziehen, die rutschen und fallen in der Gegend rum, aber keiner wurde verletzt (soweit ich das mitbekommen hab). Securety und Polizei hab ich schon ne halbe Stunde nicht mehr gesehen. Ich sehe wie auf der anderen Seite die Zäune Fallen, denke mir aber nichts dabei. Langsam wird der druck geringer, es kommen nicht mehr so viele Leute nach und wir entschließen und weiter zugehen. Was man von unten nicht sehen konnte, hier ist noch Platz, viel Platz. (..)“

TekHouzer steht unten im Stau und beobachtet den Tunnel-Truck.

15:37 Uhr – Alf beobachtet weiter oben den Tunnel-Truck (Nr. 3).

15:38 Uhr – von Feemir.

15:39 UhrLuftaufnahme der Rampe. Foto von Feemir. PenguinP drängt sich oben am Tunnel-Truck. Neobaran filmt von der rechten Böschung aus, wie offenbar auf eine am Boden liegende Person eingetreten wird. Besucher winken hektisch den Polizisten zu, die es aber nicht wirklich eilig haben, zur Hilfe zu kommen.

15:40 UhrLuftaufnahme. Jörg dokumentiert den Sturm auf die westliche Böschung, die Mauer wird ebenfalls erklommen, was auch von Pavol beobachtet wird. Die zuvor vereinbarte Kette in Rampenmitte wird nicht eingerichtet, stattdessen entschließt sich die Polizei zur Errichtung von Polizeiketten in den Tunneln. Bericht Polizeihauptkommissar M., vgl hier:

„Die 15. Bereitschaftspolizeihundertschaft (Köln) erhält den Auftrag durch Jupiter 01/10 (EA/F) im Bereich der östlichen Rampe Sperrmaßnahmen durchzuführen um einen weiteren Zufluss auf das Veranstaltungsgelände zu verhindern, da im oberen Bereich östliche Rampe kein Abfluss auf das Veranstaltungsgelände stattfand und das „Stauende“ sich in Richtung Karl-Lehr-Tunnel entwickelte. Nach Besprechung wurden diese Sperrmaßnahmen anders als zunächst angedacht durchgeführt, nämlich im Karl-Lehr-Tunnel / östliche Rampe:

– Ostseite mittig im ersten Tunnelabschnitt hinter der Einlassstelle Ost
– Westseite aus Richtung Westen gesehen unmittelbar vor der Rampe West (Nebenrampe).“

und:

„Gegen 15.40 Uhr erhielt ich vom Jupiter 01/10 den Auftrag die Rampe „Ost“ (Hauptrampe) zu sperren, um einen weiteren Zulauf auf das Veranstaltungsgelände zu verhindern. Aufgrund der hohen Personenzahl auf der Rampe um dem Umstand, dass eine Vielzahl von Personen auf der Rampe auch abseits der eigentlichen Zugangsmöglichkeit auf das Veranstaltunsgsgelände versuchten durch Erklettern von Mauern und ähnlichem auf das Gelände zu gelangen, war eine Sperrung an der Rampe an sich nicht mehr möglich. Alternativ dazu wurde nach Rücksprache mit dem Jupiter 01/10 im Tunnel Karl-Lehr-Straße auf beiden Seiten (Ost und West) an folgende Örtlichkeiten eine Vorsperre durch das Einziehen einer Polizeikette (PK1 & PK2) eingerichtet (15.45Uhr)“

Eine Abstimmung mit dem Einsatz-/Führungsstab findet offenbar nicht statt…
Zitat DerSpiegel:

„Spätestens zu diesem Zeitpunkt, gegen 15.40 Uhr, so die Staatsanwälte, hätte Kuno S. als oberster Polizist der Love Parade handeln müssen: mit Verstärkungen, die er ins T-Stück schickt und an die Eingänge. Er hätte die Schleusen demnach sperren lassen müssen, notfalls mit aller Gewalt.“

15:41 Uhrklaus67 erreicht die obere Rampe:

„Wir erreichen die „Insel“ in der Mitte der Rampe, davor ein völlig deplazierter Brezelverkäufer. Geradaus staut sich die Menge, ein Weiterkommen erscheint schwierig. Links und rechts sind Zäune umgeworfen und Menschen klettern auf die Böschung. Float Nummer 3 und 4 sind am oberen Ende der Rampe zu sehen.“

Zwei Herren turnen oben am Lichtmast herum. Galliermajestix (seine Zeitangaben bei Youtube stimmen nicht ganz) dokumentiert sehr gut die Ursache des Staus im Bereich der oberen Hauptrampe:

„Durch die oben vorbeifahrenden Floats und Absperrungen konnten nicht genug Menschen schnell genug das Festivalgelände betreten, daher stauten sich auf der Rampe die, aus 2 Richtungen durch den Tunnel kommenden, Menschen. Zusätzlich wurde die Situation dadurch verschärft, dass auch diejenigen, die das Gelände wieder verlassen wollten nur diese Rampe als Ausgang benutzen konnten.“

Ähnliches berichtet ein anderer Augenzeuge auf DerWesten:

„Die Floats, die kreisenden Wagen der Parade, kamen dem Rampenaufgang viel zu nahe. Sie wurden beim Herumziehen stetig begleitet von einer Menge Jugendlicher. Diese Fans nahmen viel Raum ein. Befand sich ein Wagen nahe dem Aufgang, konnte aufgrund dieser Menschentraube von unten keiner mehr aufs Gelände, weil oben alles verstopft war. (..)“

15:42 UhrLuelle2009 knipst von der westlichen Böschung. KruessTV beobachtet das Klettern an den Lichtmasten nahe der Böschung. Michael Novacek knipst aus der Menge heraus, ebenso Feemir und klaus67:

„Links klettern die Menschen auf einen Mast. Rechts ist etwas mehr Platz, deswegen wenden wir uns nach rechts und gehen so schnell wie möglich über den niederliegenden Metallzaun die Böschung hoch. Oben ist ein zweiter Zaun, wir gehen zusammen mit einem Strom anderer Menschen daran entlang bis wir eine Lücke finden und endlich auf dem Gelände sind.“

15:43 UhrLuftaufnahme. IronFist1945 beobachtet, wie Ordner versuchen, die bereits beschädigten Zäune zu halten. Chamaelion75 filmt von der Ostböschung aus, auch galliermajestix ist nun oben:

„Nur eine Minute später habe ich es glücklicherweise geschafft, die Böschung zum Festivalgelände hoch zu kommen, welches, wie man im nächsten Video sehen kann, auf der Rückseite, also in der gegensätzlich Richtung der Rampe, total leer ist.“

Layana86 befindet sich auf dem Gelände rechts oberhalb der Rampe:

„Leute wurden gegen die Zäune gequetscht und wer hinfällt hat verloren. Habe es selbst gesehen und mitbekommen… kurzzeitig bekam man Panik!!! Und ich bin froh das ich und meine Freunde da heil wieder rausgekommen sind.“

15:44 Uhr – auch globalplayer123 befindet sich im Getümmel rechts auf der Böschung, ebenso Beksks. DeMilde beobachtet Mauerkletterer.

15:45 Uhr – diese Luftaufnahme zeigt, dass der Abstand zwischen den Trucks viel zu gering ist. Auch GetBoinged & cash0891 filmen von der östlichen Böschung aus, Mac_Moltie fotografiert von der linken Seite die Menschenmasse. Heftig! Bericht von DokuNaut:

„Gegen 15:45 – ich befand mich oberhalb der Rampe auf der Westseite- entschloss ich mich das Gelände zu verlassen. Um auf die Rampe zu gelangen musste ich mich Richtung Float bewegen um dann rechts herum auf die Rampe zu gelangen…Dies war auf Grund der ungeheuren Menschenmenge die sich vor dem Float und auf dem oberen Teil der Rampe befand kaum möglich. Rechts neben mir waren bereits einige Absperrgitter niedergetrampelt worden, sodass ich hierdurch über die Rampenböschung direkt unterhalb des Menschenstaus auf den mittleren Rampenbereich gelangte der nur mäßig bevölkert war. Es strömten jetzt aber immer mehr Menschen von der Rampe über die Gitter aufs Gelände. Es herrschte Gedränge an der Böschung und ich bekam ein ungutes Gefühl – sodass ich froh war als ich auf der mittleren Rampe war. Zu diesem Zeitpunkt (ca. 15:55) positionierten sich einige Polizisten ganz unten an der Rampe genau zwischen den Tunnelöffnungen, ohne jedoch zu sperren. Ich befürchtete aber eine Sperrung und beilte mich zum Tunnel zu gelangen…“

15:46 UhrFoto von Feemir & von 10005529043510063… Gedrängel auf der Westböschung bei ea2yd1ck, Ordner versuchen, die Zäune zu halten, vier Polizeibeamte nähern sich. Sekunden später kippt der Zaun & droht Ordner und Polizisten unter sich zu begraben. Weiter oben bei wuselfuzz ist noch Platz.

15:47 Uhr – Ordnern gelingt es, die Zaunteile zu Boden zu bringen, vgl ÜK04. galliermajestix: „die Rampe läuft voll„:

„Auf diesem Video sieht man, wie die Rampe immer voller wird, da die Menschen am Ende der Rampe, durch Floats und Absperrungen, nicht schnell genug auf das Gelände kommen, obwohl das Festivalgelände im rückwärtigen Bereich komplett leer ist.“

Luftaufnahme.

15:48 Uhr – fröhliche Partybesucher sehen anders aus… Tottidela filmt von der Böschung, Maik626 filmt das Klettern an einem der Masten auf der überfüllten oberen Rampe. Polizeifunk:

 Jupiter 25/10 an Jupiter 01/10
„… hier an der Sperre und beatmen das Ganze mal wieder ein bisschen.“
„Das war nicht aufzunehmen.“
„Wir sagen sobald von Außen gesperrt ist, die Rampe sperren und erstmal oben auf dem Veranstaltungsgelände ein bisschen für Ordnung sorgen, die Leute in den Südbereich bringen. Nach ungefähr 10 Minuten werden wir wieder öffnen.“

15:49 Uhr – Menschen strömen in Scharen die Böschungen hinauf. Klaus67 berichtet:

„Wir entfernen uns ca. 50 m vom oberen rechten Ende der Rampe und schauen uns die Floats an. Es kommen jetzt in kurzer Folge mehrere Floats vorbei. Hier das Float Nummer 6, von 1Live.“

WDR-Reporter Stefan Domke:

„(..) Ich bin da hin gegangen (zur Rampe), weil ich vom 1LIVE-Wagen aus gesehen habe, dass es dort unglaublich eng ist und die Leute energisch versuchten, auf das Veranstaltungsgelände zu kommen. Ich sah, wie die Besucher Absperrzäune eingerissen haben, was von den Ordnern auch geduldet wurde.“

15:50 Uhr – auch KruessTV hat die obere Rampe erreicht, ebenso ZULUrapKING2010. An der Westbrüstung beobachten sechs Ordner das Geschehen und halten Leute davon ab, die Mauer zu erklimmen, vgl ÜK12.

15:51 Uhr – klaus67:

Hier das nächste Float, Nummer 7. Man sieht links, wie weit die Metallzäune am oberen Ende der Rampe an den Float-Weg heranreichen. Im Hintergrund stehen auf einem Sattelschlepper einige Polizisten und betrachten das Geschehen.“

15:52 Uhr – klaus67:

Metallzäune am oberen Ende der Rampe. Ohne diese Zäune hätte die Menge sich leichter nach links und rechts am Float-Weg entlang verteilen können.

Kamera 12 zeigt, wie Ordnerdienst & Polizei das Erklettern des linken Mastes unterbinden. Ein weiterer RTW nähert sich der Floatstrecke, es sind mehrere Martinshörner zu hören. Bericht Malteser:

„(..) Gegen 16:00Uhr versorgten zwei EVT’s in Tunnelaufgangsbereich zwei Personen und hatten dabei große Mühe, diese Verletzten zurück zur UHS 92-5 zu bringen. Trotz der Menschenmassen haben sich hier die mitgebrachten Rollwagen für die Tragen auf dem Veranstaltungsgelände sehr gut bewährt und waren eine große Transporterleichterung. Das Befahren des Veranstaltungsgeländes mit RTW oder KTW war vorher planerisch komplett ausgeschossen worden. (..)“

15:53 Uhr – torkeln erreicht die östliche Böschung und entscheidet, hier hochzuklettern. Auch Karianne beobachtet die Kraxelei. Am Mast wird der Zaun von Ordnern wieder zurecht gerückt, vgl ÜK12.

15:54 UhrSicht von Truck Nr 7. Die Böschung ist gerammelt voll. Mehrere Polizisten bewegen sich die Rampe hinunter. MrLuelle steckt oben an der Floatstrecke im Gedränge, ein RTW ist zu sehen. Foto von Hai-Xang Duong.

15:55 Uhr – Livebilder des WDR. Rumelner berichtet:

„Ich war eine Std vorher (gegen 15.55 Uhr) an dem Ort und es war abzusehen. Der Veranstalter hat die Floats DIREKT VOR dem EINGANGSBEREICH fahren lassen. Hier möchte ich darauf hinweisen, das einen Tag zuvor die Veranstalter in dem Medien sagten: Sie hätten die möglichkeit, die Massen durch die Floats in Richtungen zu lenken. Und deswegen war es absehbar. Es gab Beobachter, die sahen von oben, das sich alles wegen der Floats im Eingangsbereich staute. Die Leute rückten von hinten nach, nach vorne ging es nicht. Gegen 16.15 habe ich meiner freundin gesimst das zur Eskalation kommen wird, wenn das so weitergeht. Neben mir drängte sich eine Schlange vorbei, mit nem Typ an der Spitze, so breit und gross wie ein Kleiderschrank. Sie sagten sowas wie: Bloss weg hier. Ich habe mich dann in deren Windschatten aus der Menge tragen lassen. Allein hatte ich keine Chance. Keine 20 – 30m weiter hinten war soviel Platz, man hätte Federball spielen können. Der Platz war wirklich in der Zeit von 16-18 Uhr nicht generell überfüllt. Hier hat der Verantstalter nicht dafür gesorgt, das sich die Leute nach dem Eingang auf das Gelände verteilen, sondern bewirkt, das die Massen im Eingangsbereich stehen bleiben. Das allein war der Auslöser. Gut, alles andere war auch „sehr auf Kante genäht“. Zumal der Eingang auch Ausgang war.!!!!!! Aber es hätte klappen können, wenn die Floats den Eingangsbereich weit umfahren hätten. (..)“

Polizeifunk:

Jupiter 11/07 an Jupiter 01
„Noch mal zu meiner Nachfrage bezüglich des Ausgangs. Die Kräfte melden, dass der Ausgang über die südliche Rampe gar nicht möglich ist, weil viele Leute noch auf das Veranstaltungsgelände drauf wollen und sich das Problem so darstellt, dass viele Leute von der Veranstaltung weg wollen, aber nicht weg können, weil sie nicht zu den Ausgängen gelangen und das Problem stellt sich halt so dar, dass die Leute da total unruhig werden, weil sie das Gelände nicht verlassen können und da müsste irgendwo mal ne Lösung geschafft werden.“
„Ich geb das weiter.“
„Das ist insbesondere auch im Bereich unseres 11/41, das ist der Bereich um 226, 222. Dass sich da Leute aufhalten, die runter wollen aber nicht runter können.“
„Ja, verstanden.“

15:56 Uhr – WDR-Livebilder. DokuNaut filmt auf dem Rückweg die Rampenmitte, die zurzeit aufgrund der Polizeikette West bequem begangen werden kann.

15:57 UhrBlick von der West-Böschung sowie von oberhalb des Containers.

15:58 Uhrkdher an der Böschung. Blick über die Rampe von xbNz. ÜK12 zeigt, wie Ordner die westliche Böschung hinunter eilen und unten eine Kette bilden, um das Klettern zu unterbinden.

15:59 Uhr – StörFaktor_urbex ist mitten im dicksten Gedrängel… kdher an der Böschung mit Security, klaus67 am Virtual Nights-Float (Nr.8), ebenso Emilia.

ca. 16:00 Uhr – auch Nessileinchen1993 steckt im Stau fest. Funk Polizei:

 Jupiter 01 an Jupiter 01/10 und Jupiter 25/07
„Ja soeben fragt der PF nach, ob es möglich ist die Zugänge wieder zu öffnen, weil natürlich draußen entsprechender Druck entsteht.“
Wir haben den Druck im Moment hier drinnen, die Leute laufen uns an der Seite die Brüstung rauf und wir haben keine Bewegung im Bereich der Float-Strecke oben. 10 Minuten lang ungefähr nicht.“
„Wir kommen über Telefon, Sie sind absolut nicht aufzunehmen.“

Zitat Dieter Wehe:

„Gegen 16 Uhr wurden durch den Einsatzabschnitt „Schutz der Veranstaltung“ Probleme mit dem 2-Meter-Kanal gemeldet, sodass eine Umschaltung auf einen anderen Kanal erfolgte. Das ist unproblematisch. Das geht schnell.“

16:01 Uhrsteffixxx1 steht auf der Ostböschung und beobachtet das Treiben, aufgrund der Tunnelsperren ist die Rampenmitte nun deutlich leerer. Im Hintergrund ist Truck Nr. 10 zu sehen. Dadurch, dass mehr und mehr Heimgänger das Gelände verlassen wollen, wird nun – entgegen der vorherigen Absprache, erstmal keine Sperre auf der Rampenmitte vorzunehmen – im unteren Bereich eine Sperrkette errichtet, Zitat PHK M.:

„Der von Jupiter 25/10 (HuFü 15. BPH) aus der oben gelegenen Umfahrung des südlichen Veranstaltungsgeländes herbeigerufene Jupiter 25/21 (Zugführer II. Zug 15. BPH) hat sich seinen Weg fußläufig über das Veranstaltungsgelände zur östlichen Rampe gebahnt und wollte über die Rampe in Richtung Karl-Lehr-Tunnel vorrücken. Dabei hat er festgestellt, dass in großer Anzahl Personen aus beiden Rampen in den Karl-Lehr-Tunnel strömen. Deshalb wurde an Jupiter 25/21 der Auftrag erteilt, auf der Rampe im unteren Bereich (ca. 10 m nördlich Karl-Lehr-Straße) eine Sperre errichtet, um zu verhindern, dass Personen in den Rückraum der mit der Sperre im Karl-Lehr-Tunnel beauftragten Kräfte gelangen.

Zitat Polizeibericht:

„(..) Einrichten der Polizeikette 3 im unteren Bereich der östlichen Rampe. Auftrag: Verhindern des Ablaufs von Personen in Richtung Karl-Lehr-Str./Tunnel.“

Tatsächlich wird diese Polizeikette erst um 16:12 Uhr für Heimgänger komplett dicht gemacht. Zur Erinnerung: der ursprüngliche Auftrag (von Jupiter 01/10) war, eine Sperrkette in der Rampenmitte zu errichten, um von dort mit Ordnern die Menschen die Rampe hochzutreiben, sie ins weitere Gelände zu verteilen und so den Rampenkopf zu entlasten, vgl 15:33 Uhr und 15:40 Uhr. Da die Rampe jedoch bereits überfüllt war und Besucher die Böschungen etc erklommen, entschied man sich alternativ für die Errichtung der Polizeiketten 1 & 2 in den Tunneln – ohne PK3. Diese war somit wohl eine Spontanidee des Abschnittsführes aufgrund der von Jupiter 25/21 bemerkten Heimgänger! Innenminister Jäger in einem Interview:

„(..) Eingesetzte Polizeibeamte haben aus der jeweiligen Situation heraus entschieden, ja entscheiden müssen. Ob diese auch im Einzelfall getroffenen Maßnahmen alle richtig waren, oder ob dabei Fehler gemacht wurden, ist Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. (..)“

16:03 Uhrtorkeln beobachtet, wie sich die Menschen vor den Trucks stauen. kdher an der Böschung. Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 12/07
Besteht eine Möglichkeit durch Ihre Kräfte im Bereich der Rampe auf die Leute einzuwirken, dass sie auch den südlichen Bereich annehmen, dass wir ein bisschen Verteilung auf die Fläche bekommen?
Wird so umgesetzt.“

16:04 Uhr – Blick auf die gefüllte Rampe von Feemir.

16:05 Uhr – hektisches Treiben bei den Ordnern an der westlichen Böschung, vgl. ÜK12. Einige rennen die Böschung herunter, es wird sich kurz versammelt, dann eilen einige von ihnen Richtung Rampenkopf.

16:06 Uhrkdher im Gedränge, klaus67 oben an der Float-Strecke. Zitat Polizeibericht Seite 23:

„Um 16.06 Uhr erhielt die 2. BPH (Bochum) den Auftrag, auf die den Personenstau am Beginn des Veranstaltungsgeländes oberhalb der östlichen Rampe (Hauptrampe) verursachenden Menschen einzuwirken, diese weiter zu schicken und so auf dem Veranstaltungsgelände zu verteilen. (..) Der Einsatzabschnittsführer „Schutz der Veranstaltung“ ging davon aus, dass beide Vereinzelungsanlagen geschlossen waren (…weil…?).“

Funkmitschnitt:

Jupiter 02 an alle
„Wir haben Funkprobleme aufm 4-Meter-Kanal, da scheint das Relais ausgefallen zu sein.“

16:07 Uhr – Blick von oben auf die PK3. Feemir an der Böschung. ÜK12 zeigt, dass immer mehr Heimgänger Richtung Tunnel laufen und auch kdher tritt den Rückweg an.

16:09 Uhr – weiter unten ist es aufgrund der 3. Polizeikette nun angenehm luftig.

16:10 Uhr – die „Insel“ in der Mitte dient als Rastplatz. Humphrey am Brezelstand.

16:11 Uhr – kdher hält fest, wie nah die Floats am Rampenkopf vorbei fahren. Humphrey an der Westböschung mit Ordner, der beim Abstieg behilflich ist. Klaus67 im Gedränge vor Truck Nr. 11. Massig Platz auf der Rampenmitte, da ja von unten durch die Polizeikette keine Besucher mehr nach oben gelangen, nur Heimgänger strömen weiter in Richtung Tunnel. Die Böschungen werden als „Logenplätze“ genutzt, von wo aus auch Feemir knipst. Gegenüber eilen zwei Sanitäter nach einem kurzen Gespräch mit einem Polizisten die Böschung hinunter und kümmern sich unten um einen Verletzten/Kollabierten, vgl. ÜK12.

16:12 Uhrklaus blickt Richtung Halle, oben ist ein RTW zu sehen. Truck 11 kommt angefahren:

„Die Fläche rechts oberhalb der Rampe ist gefüllt, die Stimmung ist gut. Man sieht die dichte Menge vor dem oberen Ende der Rampe, und die Polizisten auf dem Sattelschlepper im Hintergrund.“

Christoph Müller-Girod knipst vom Truck Richtung Halle. Die PK3 wird nun komplett geschlossen, Heimgänger beginnen, sich davor anzustauen.

16:13 Uhrbremem488 beobachtet Truck 11 und die Menge um sich herum von der westlichen Böschung aus, Sofacoach von der rechten. Die PK2 im Osttunnel bricht und wird aufgegeben.

16:14 Uhr – kdher landet im Stau vor der Polizeikette.

16:15 Uhr – ÜK12 dokumentiert, wie die Ordner ihren Posten verlassen – sie klettern die Westböschung wieder hinauf, um dann zwei Minuten später in Begleitung zweier Polizisten Richtung Floatstrecke zu verschwinden. Lupusbeleg:

Betreff: Telefonat PD S(chalk) mit Herrn S. (Sattler?) / Priorität 3
„Es wird geprüft, ob auf dem Gelände eine Lautsprecherdurchsage realisiert kann, um den Besucherstrom zu kanalisieren.“

16:16 Uhr – Feemir oberhalb der Böschung.

16:17 Uhr – Feemir beobachtet Menschen, die sich an Zäunen drängeln. Zwei weitere Sanitäter mit Trage treffen zur Verstärkung an der westlichen Böschung ein, siehe ÜK12. Blick Richtung untere Rampe. Funkmischnitt:

Jupiter 11/10 an Jupiter 01
„Frage über den Stab, ist es möglich, dass der Zulauf nach hier zum Veranstaltungsgelände von dem Bereich Bahnhof oder Vorfeld (…unverständlich) auch zu drosseln, weil hier im Moment erstmal keine ..ist.“
„Ich wiederhol mal, an den Stab herantreten und fragen, ob man im Vorfeld sprich Bahnhof schon den Zustrom entzerren kann. Richtig?“
„Richtig. Aber die 10 Minuten (…unverständlich) nicht, es dauert, da oben entzerrt sich nichts und die Leute klettern uns hier auch seitlich auf das alte Stellwerk rauf. Wir brauchen noch ein bisschen mehr (…unverständlich)“

16:19 Uhr – erneuter Stillstand bei den Floats. Eintrag Einsatztagebuch:

Veranstalter soll Durchsagen auf dem Gelände durchführen, damit sich die Besucher auch aufs südliche Gelände bewegen.

Aber es passiert – nichts. Warum wurde nicht längst ein Float zum Südteil abgezogen und dort gegenüber der Love-Stage plaziert? Oder in die leere Chill-out-area im Nordosten? Die Leute wollen die Trucks sehen und nicht vor einer kleinen Bühne stehen! ÜK12 zeigt vier Polizisten an der Westböschung. Funk Polizei:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Jupiter 12/10 steht im oberen Bereich der Rampe und stellt fest, dass sich dort die Menschenmenge nicht verteilt, weil man da genau die Float-Strecke sieht. Man wartet auf die LKW. Da stehen Tausende und blockieren sowohl den Zu- als auch den Abgang. Die Kräfte des Jupiter 12/10 reichen nicht. Verstärkung durch den Ordnungsdienst erforderlich.“

Jupiter 12/10
„Ja, ich steh im oberen Bereich der Rampe, wo sich eigentlich alles verteilen sollte, das tut es dort nicht. Wir mit unseren wenigen Kräften können da überhaupt nichts machen. Da müsste der Ordnungsdienst des Veranstalters mit starken Kräften versuchen, rechts und links das zu entzerren.“
„Hier ist der 01/10. Ich (…unverständlich) Ordnungsdienstleiter…kläre das.“

Jupiter 01/10
„Ergänzung: Der Leiter des Ordnungsdienstes steht neben mir. Ich übermittle. (Zusatz: Nach Übermittlung griff dieser sofort zu seinem Funkgerät.)“

16:20 Uhr – klaus67 berichtet:

„Um 16:20 verlassen wir den Bereich am Float-Weg, gehen zm Nordöstlichen Teil des Geländes zu den Toiletten, dort ist viel Platz.“

ÜK12 zeigt, wie Ordner die Zaunöffnung oberhalb der östlichen Böschung dichtmachen. Die PK1 im Westtunnel wird kontrolliert aufgelöst. Bericht PHK M.:

„Der Druck auf die Sperren (Polizeiketten) im Karl-Lehr-Tunnel (Ost und West) wird so groß, dass die Sperren nicht gehalten werden können. Verlagerung der restlichen Kräfte Jupiter 25/21 aus der Umfahrung in den Bereich der Rampe.“

16:23 Uhr – Heimgänger laufen in Scharen die Rampe hinunter und am Ende der Ostböschung kämpfen Ordner mit demontierten Zäunen vgl. ÜK4

16:24 Uhr – die Polizeikette auf der unteren Rampe wird durchbrochen.

16:26 Uhr – an der Westböschung helfen ein Ordner und ein Polizist Besuchern beim Hinabgehen über die flachgelegten Zäune hinweg; Leute die dort eine Abkürzung zum Gelände nehmen wollen, werden jedoch nicht hochgelassen, vgl ÜK12.

16:29 Uhr – oberhalb der Westböschung eilen acht Polizeibeamte Richtung Süden, vgl. ÜK12. Zitat aus dem Einsatztagebuch des Ordnungsamtes:

„(..) Druck auf Veranstaltungsgelände wird zu groß (..) Druck auf Veranstalter wg. erforderlicher Durchsagen soll erhöht werden. (..)“

16:31 Uhr – Zitat Polizeibericht:

„Einrichten der Polizeikette 4 am Rampenkopf. Auftrag:
– Verhindern des Ablaufes von Personen von dem Veranstaltungsgelände in den Bereich der Rampe, d. h. Ableiten der Personen in den südlichen Veranstaltungsgelände durch offensive Ansprache, unterstützt durch eine optische Führung ohne faktischen Sperrauftrag.
– Ermöglichen des Zugangs auf die Veranstaltungsgelände aus Richtung Rampe, insbesondere über seitliche Böschungen in den südlichen Veranstaltungsraum. (..)“

Etwa sechs Polizisten, welche zuvor wohl die PK3 bildeten, bewegen sich Richtung Rampenkopf.

16:32 Uhr – auch Kamera 12 zeigt, dass Polizisten von der unteren Rampe heraufkommen und an der Westböschung beginnen, die obere Polizeikette zu formieren, um den weiteren Zustrom der Heimgänger Richtung Tunnel zu unterbinden. Da wohl noch nicht genug Beamte vor Ort sind, gelangen Heimgänger auf der Ostseite aber noch auf die Rampe. Dazu Polizeiinspekteur Wehe am 02.09.2010:

„Von – wie dargestellt – einer vierten Sperre ist uns nichts berichtet worden. Berichtet wurde uns, dass Kräfte in dem beschriebenen oberen Bereich des Pfropfens oben an der Rampe eingesetzt worden sind, um dort dabei zu unterstützen, Menschen anzusprechen, damit sie nicht runtergehen. Nach den Unterlagen war das keine Kette, sondern es waren Beamte, die eingesetzt worden sind, um Menschen mit anzusprechen. (..)“

Auftrag lt. Polizeibericht:

„Kommunikative Einwirkung durch eine offensive Ansprache der Personen sowie eine optische Führung, um den Ordnungsdienst bei Maßnahmen zur Auflösung des Pfropfens zu unterstützen. Diese Kette hatte keinen Absperrauftrag.“

16:33 Uhr – Funkspruch Polizei:

 Jupiter 01 an unbekannt
„Sie bekommen die 18. BPH (Recklinghausen) unterstellt. Ich bekomme keine Telefonverbindung, ich erreiche den Hundertschaftsführer nicht. Sie mögen (…unverständlich) zum Veranstaltungsgelände gehen oben im Bereich der Rampe auf (…unverständlich) im Bereich Veranstaltungsgelände bringen (..unverständlich)“
„Die 18. BPH unterstellt und soll im Veranstaltungsraum auf die Rampe, danach bist du abgebrochen.“
„(…unverständlich) A59 (…unverständlich) ein Abfluss in Richtung Süden (…unverständlich) das wir hier unten können.“

16:36 Uhr MarkusLedwig schwenkt zur oberen Rampe, die inzwischen deutlich leerer ist. Noch lässt die Polizeikette Menschen nach unten durch. Oben am Gelände ist ein RTW zu sehen.

16:37 Uhr – auch am anderen Lichtmast wird fleißig geklettert, ebenso an der östlichen Böschung. KoOrn filmt, wie die obere Polizeikette, welche Heimgänger aufhalten soll, weiter formiert wird. Durchsagen der Polizisten an die Menge gibt es scheinbar nicht. Polizeifunk:

Unbekannt an Jupiter 12/41
„12/41, Auftragsänderung: du kommst nicht mehr hier an die westliche Seite des Zaunes, mit deinem Zug sammelst du dich an der nördlichen Spitze der Rampe. Wir haben da erhebliche Probleme. Nördliche Spitze der Rampe bereithalten für Unterstützungsmaßnahmen, wenn es da Probleme gibt.“
„Der 12/41 hat seine Kräfte im Osten und im Westen im Einsatz, wir haben keine Kräfte mehr.“
„Wer hat da seine Kräfte?“
„Der 12/41 hat keine Kräfte mehr, die sind bereits alle im Einsatz.“
„Welche Art von Einsatz?“

16:38 Uhr – auch bei aggrostar69 sieht man die recht leere obere Rampe. Polizeifunk:

 Jupiter 12/10 an Jupiter 12/41
„Auftrag: Zug sammeln, vom Zaun abziehen, zur nördlichen Spitze der Rampe verlegen, dort bereithalten für Unterstützungsmaßnahmen.“
„Ja, verstanden.“

16:39 Uhr – die Floats stehen immer noch.

16:43 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Dringend Lautsprecherdurchsagen im Bereich der Rampe. Bitte auch über die südliche Veranstaltungsbühne Lautsprecherdurchsagen machen lassen. Wir brauchen Durchsagen über die Anlage des Veranstalters, dass die Leute sich in den südlichen Bereich der Veranstaltungsfläche begeben.“

16:44 Uhr – Polizeifunk:

 Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Wir brauchen Durchsagen über die Anlage des Veranstalters, dass die Leute sich in den südlichen Bereich der Veranstaltungsfläche begeben.“
„Geben wir weiter. (…unverständlich) Der Ordnungsdienst braucht dringend Unterstützung in Höhe Punkt 427. Heras-Zäune sind da raus, um Verletzte und Erschöpfte bergen zu können, aber Neugierige drängen in den Bereich.“

Jupiter 11/07 an Jupiter 01
„(..) Kräfte von uns werden vermehrt angesprochen, ob es auf dem Gelände noch weitere Ausgänge gibt, die geöffnet werden können. Weil viele wollen von dem Gelände runter, kommen aber nicht runter, weil es hier glaube ich nur ein oder zwei Ausgänge gibt.“
„Ja, frage ich nach.“
„Es ist sozusagen für die Leute, die auf dem Gelände sind kein Entkommen, da irgendwo an einen Ausgang zu kommen und die Kräfte sind jetzt schon mehrfach angesprorchen worden, dass das da mal gegebenenfalls geregelt wird und noch ein zusätzlicher Ausgang aufgemacht wird.“
„Ja, ich habe sie so verstanden und werde da noch mal nachfragen. Für Sie zur Kenntnis, der Bereich südlich der Rampe ist geöffnet worden und es werden jetzt im Anschluss Lautsprecherdurchsagen veranlasst. (Anm. v Daphne: Wo und womit?)“
„Ja, prima.“

ca. 16:45 Uhr – Lukas Z., der das Gelände verlassen möchte, berichtet:

„(..) Durch die Massen bahnen wir uns einen Weg zur Auffahrt (Rampe). Zum Ausgang. Wir gehen die Auffahrt hinunter. Eine Polizeikette versperrt uns den Weg: „In der Unterführung geht nichts mehr. Die Leute, die rein und raus möchten, haben sich verkeilt. Ihr könnt hier nicht weiter“, sagt ein junger Polizist. Die Polizeikette ist eine Farce. Auf der linken Seite der Kette ist eine zwei Meter große Lücke, zwischen einem Polizisten und einer Mauer. Wir gehen weiter hinunter. (..)“

16:50 Uhr – die Polizei setzt laut Augenzeugenbericht von Jürgen G. die Sperrung für heimkehrende Personen nun doch vollständig durch:

„Er sah eine zweite Polizeikette am oberen Ende der Rampe, die ebenfalls gehende Besucher stoppen sollte. Dennoch konnten Dutzende Richtung Tunnel laufen. Erst gegen kurz vor fünf schafften es die Polizisten, die Rampe von oben komplett zu sperren.“

16:52 Uhr – Frank H. an der Polizeikette (PK4).

16:53 UhrDeMilde beobachtet die Kraxelei an der Ostböschung.

16:56 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„In der Mitte der Hauptrampe befindet sich eine Gitterlinie, diese mögen Sie dort wegräumen, die Gitter zur Seite legen und diese freigeben.“

16:57 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01 an 25/07
„Ja der 21 meldet, dass die Gitter miteinander verbunden sind, die können nur mit Werkzeug voneinander gelöst werden, für Sie vor Ort ist das nicht zu machen.“

Ruhrpott-Taucher blickt von der Westböschung über die Rampe:

„Im Hintergrund nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Im Vordergrund auf der Rampe Richtung Floatstrecke noch jede Menge Platz.“

16:58 Uhr – Blick auf die Polizeikette. Ruhrpott-Taucher:

„In verschiedenen Ablaufberichten war zu lesen, dass sich die Polizeisperre am unteren Ende der Rampe (zum Zweck, den BesucherZUFLUSS zu regeln) zwischen 16:30 Uhr und 16:40 aufgelöst bzw. den Posten verlassen haben soll. Meiner Vermutung nach geschah das nur, um am oberen Ende der Rampe keine Besucher mehr die Rampe hinunter zu lassen (BesucherABFLUSS). Ich selber wollte das Gelände planmäßig gegen 17 Uhr verlassen, bin aber auch nicht durch die Absperrung gekommen, um über diese Rampe das Gelände zu verlassen. Ich wurde zu der zweiten kleineren Rampe geschickt.“

16:59 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/11 an Jupiter 12/07
„Wir bekommen die Leute jetzt von der Rampe in das Veranstaltungsgelände.“

17:00 Uhr – Bericht Polizeihauptkommissar M.:

„Die Situation im oberen Bereich der Rampe entspannt sich erstmalig.“

Unter anderem deswegen, weil der Zugang West seit 16:55 Uhr gesperrt ist.

17:02 Uhr – aus dem Bericht der Malteser:

„(..) Als um 17:02Uhr der Notruf der Gesamteinsatzleitung alle verfügbaren EVT’s (Erstversorgungsteams) in den Tunnelbereich beorderte, versuchen unsere Teams vom Veranstaltungsgelände nach unten in den Tunnel zu kommen. Dieses war aufgrund der Menschenmassen und gegenläufigen Bewegungen nicht möglich und wir beorderten unser EVT’s zurück. Da die UHS 92-5 die erste Anlaufstelle auf der rechten Seite, nach dem Tunnelaufgang war, richteten wir uns auf die Personen ein, die es, von Passanten gestützt oder aus eigener Kraft, bis zu unserer UHS schafften. (..)“

17:03 Uhr – Pablo beobachtet von oben die östliche Böschung, die noch immer massiv beklettert wird. Weiter oben ist der grüne Bulli zu sehen.

17:04 Uhr – Blick von oben auf die östliche Böschung und die obere Rampe.

17:05 Uhr – Hermann J. Knippertz beobachtet die Situation an der Bulli-Absperrung; drei Polizisten scheinen den Lichtmast zu bewachen. Im Polizeibericht heißt es auf Seite 27:

„Gegen 16:58 Uhr gelang es Polizeikräften einen der dortigen (welchen genau…?) Licht-/Strommasten zu erreichen und diesen gegen weiteres Erklettern von Veranstaltungsteilnehmern zu sichern.“

Bundphotography hat die Böschung erreicht, wo Besucher weiterhin über niedergetrampelte Zäune nach oben steigen. Im Hintergrund ist die Polizeikette zu erkennen. Ordner helfen den Besuchern beim Hinaufsteigen und bitten darum, nicht zu schieben.

17:06 Uhr – DerKosch steht an der Bulli-Absperrung und filmt die Kletterei an der Böschung. Nochmal Böschung & Rampe von D. Bund.

17:09 UhrSuperSoldierDaniel, der vor einer Stunde noch im Tunnelstau stand, bewegt sich nun mühelos Richtung Gelände.

17:10 Uhr – LotSe an der Böschung, wo noch immer geklettert wird.

17:11 Uhr Video und Fotos von findling99.

17:12 Uhr – der Zugang Ost wird abgeriegelt.

17:15 UhrFoto vom Nature One-Truck aus gemacht, die Floats fahren also wieder. Zitat Ayla:

„Wir waren auf dem Gelände und hatten keine Ahnung was sich ca. 400 Meter von uns entfernt abgespielt hat. Die Wagen fuhren nach 17:00h weiter, das hatte uns wohl gewundert…..aber wir wussten nicht warum.“

Offenbar ist vielen Besuchern nicht klar, dass die Floatparade in diesem Jahr nicht – wie sonst üblich – gegen 17:00 Uhr endet, sondern parallel zur Abschlusskundgebung weiterläuft, vgl hier & hier. Dies mag evtl auch ein Grund dafür sein, dass viele Leute das Gelände bereits vor 17:00 Uhr verlassen, so auch Patricia:

„(..) Gegen 17 Uhr sollte die eigentliche Loveparade beendet sein. Und weil wir nicht mehr zum Konzert bleiben wollten, machten wir uns schon vorher auf den Weg zur Rampe, wo uns Menschenmassen entgegen kamen, die das Konzert besuchen wollten. So liefen sich Heimkehrende und Neuankömmlinge in die Arme. (..)“

ca. 17:24 Uhr – anhand dieses Luftbildes ermittelte der WDR eine Besucherzahl von etwa 130.000 auf dem Gelände, hier nochmal in großer Auflösung.

17:25 Uhr – Blick über die Rampe.

17:26 UhrLuftaufnahme.

17:28 UhrLuftaufnahme.

17:35 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/10 an Jupiter 01
„Der 01/10 sollte sich die Lage an der Rampe mal persönlich vor Ort angucken (…unverständlich) Hundertschaftsführer. Und zweitens die Rampe oberhalb auf dem Veranstaltungsgelände dringend schließen, weil die Leute laufen uns hier in die Rettungsmaßnahmen rein. Jupiter 01, konnten Sie das aufnehmen?“
„Ja, ich hab das aufgenommen. Ich komm zu Ihnen (Jupiter 01/10).“

Jupiter 12/07
„Können Sie die Schließung der Rampe im oberen Bereich veranlassen, damit die Rettungsmaßnahmen nicht gestört werden?“
„Ich gebs an den 10 weiter.“

17:36 Uhr – Alan am Rampenkopf.

17:37 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Um widersprüchliche Aufträge auszuschließen. Grad wurde mir von 25/10 übermittelt, ich soll die westliche Rampe schließen, damit niemand in die Verletztensammelstelle läuft. Grade kommt auf anderem Kanal, ich soll die große Rampe oben auch schließen. Heißt das, beide Rampen werden geschlossen und keiner kann mehr raus?“
„Von wo kam das?“
„Das kam auf unserem Arbeitskanal von unserem 07. Das muss der 01/10 mir gesagt haben.“
„12/10. Sie gehen an Ihren 07er über Draht.“
„Das ist sehr schlecht, ich hab keinen Empfang.“

17:39 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01 an Jupiter 12/10
„Wenn Sie mich aufnehmen können. Es ist so, dass keine Personen in Richtung.. von oben in Richtung dieser größeren Schadenslage nachrücken sollen.“
„Ich versteh das richtig. Es ist nur die große Rampe oben zu schließen. Nur die große Rampe. Da wo auch der Ernstfall war?“
„Richtig. Die große Rampe bestätigt.“

Jupiter 12/10 an Jupiter 12/41 und Jupiter 12/31
„Wir müssen die große Rampe oben am Zugang schließen. Nicht die kleine, die große Rampe, da wo der Ereignisort war.“
„Ja, große Rampe kommt hier an. Alles andere ist nicht aufzunehmen.“

Unbekannt
„Der Auftrag ist dem Klaus bekannt. Die große Rampe.“
„Die wollen die große Rampe schließen. Dort wo das Ereignis war.“
„Richtig, damit keiner auf die Karl-Lehr-Straße zuläuft. Der 31 ebenfalls.“

17:41 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/10 an Jupiter 01
„Am besten werden beide Rampen gesperrt, da wir an beiden Rampen Verletzte unten liegen haben und da dringend RTW benötigt werden. Frage, ob verstanden?“
„Ja, ist verstanden.“

17:42 Uhr – fugo blickt von oben auf Truck Nr. 3. Unten links ist noch die Polizeikette zu sehen.

ca. 17:45 UhrVideo von MrInDaFaCe2010. Oben ist Truck Nr. 4 zu sehen.

17:48 Uhr – Heimgänger verlassen das Gelände über die Rampe.

17:56 UhrFoto von Hai-Xang.

18:00 Uhr – Foto von Hai-Xang.

ca. 18:04 Uhr – der WDR berichtet live vom Geschehen.

ca. 18:07 Uhr – KleinerLeverkusener filmt eine Polizeikette, die den Zugang zur Rampe verhindert.

ca. 18:08 Uhr – die Polizeikette wird aufgelöst, Heimgänger werden zum Osttunnel geleitet, der Lautsprecherwagen setzt zurück Richtung Treppe.

18:11 Uhrberndsta blickt von oben auf die Rampe.

18:39 UhrTruck Nr. 15 und Nr. 16.

18:41 UhrFoto von Tristan. Die Rampe kann scheinbar noch begangen werden.

18:44 UhrFoto von Tristan.

ca. 18:45 UhrRedlum2010 möchte das Gelände verlassen, kommt aber wegen der Polizeikette nicht die Rampe hinunter. Per Lautsprecherwagen erklärt die Polizei, dass der Tunnel gesperrt ist und fordert dazu auf, die Seitenausgänge zu nutzen.

19:08 UhrTruck Nr. 6.

19:28 Uhr – Hai-Xang Duong knipst die Polizeikette. Die Böschung gleicht einer Geröllhalde.

19:30 Uhrebenso.

ca. 20:00 Uhr – die Floats werden offenbar nach und nach von der Strecke abgezogen. Samy:

“ …erst gegen 20 Uhr wurde unser Float plötzlich raus vom Gelände gefahren und da haben wir das ganze Ausmaß mitbekommen. Leider waren die Netze überlastet, so dass ich niemandem Bescheid geben konnte.“

20:23 Uhr – die Polizeikette am oberen Ende der Rampe ist teilweise durch Zäune ersetzt worden, siehe Video von iLike4248 (WDR Extra) ab 8:15.

20:33 Uhr – Mac_Moltie blickt von der mit Steinbrocken übersäten Böschung auf die mit Zäunen, Lautsprecherwagen & Polizisten abgesperrte Rampe.

21:00 Uhr – RP Reporter Vassilios Katsogridakis meint:

„Um 21 Uhr hielt die Polizei die Floats schließlich an, die Musik wurde abgestellt.“

Zitat von Dennis:

„Wir wurden auf den Wagen erst um 22 Uhr (21:00 ?) informiert das es Tote gab, bis dahin haben wir makaberer Weise gefeiert und getanzt während andere Menschen mit Ihrem Leben kämpften. Wie man sich danach fühlt dürfte wohl allen klar sein. (..)“

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## PART VII – die untere Hauptrampe

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Überwachungskamera 13

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ca. 09:08 Uhr – Mitarbeiter der Security versammeln sich vorm Container.

12:26 Uhrboehse4ever hat die Rampe erreicht.

12:40 Uhr – (Zeitangabe von derwesten.de) Jürgen Aschenbrenner blickt von oberhalb des Containers über die Rampe. Vor dem Plakat ist noch kein Bauzaun erkennbar, der später den defekten Kanalschacht abdecken wird. (Zur staatsanwaltlichen Betrachtung dieses Themas siehe Prof. Müller/Beck-Blog).

ca. 12:49 Uhr – Deepkisses filmt die untere Rampe:

„So sah die Unglücksstelle noch kurz nach dem Öffnen der LP aus. Die Treppe links wird durch ein Security Mitarbeiter bewacht, und ist unten mit einem Bauzaun abgesperrt. Die Rampe ist in ihrer Breite eingeschränkt. Rechts befinden sich Polizeifahrzeuge und eine Böschung zum Gelände welche ebenfalls durch Bauzäune abgesperrt sind.“

ca. 13:03 UhrAmahassala1987 auf der Rampe. Ein Screenshot zeigt, dass der defekte Gullydeckel inzwischen mit einem Bauzaun abgedeckt wurde.

13:27 Uhr – ebenso ÜK13.

13:29 UhrKevin L hat die Rampe erreicht. Polizei & Security sind anwesend, ein einsamer Ordner bewacht die Treppe.

13:38 Uhr – ein Schupo – vermutlich der Verbindungsbeamte der Frühschicht – bewegt sich zum Westtunnel.

13:50 UhrFunkmitschnitt Polizei:

Egon 15 an Jupiter 14/07
„Können Sie uns eine kurze Lagedarstellung, hier Belastung der Rampe geben?“
(..)
„Alles easy, Auslastung 50-60%.“
„Ja, hab ich verstanden.“

13:51 Uhr – nach mindestens 68 Minuten Warterei erreicht Alf die Rampe.

ca. 14:00 UhrZitat Carsten Walter:

„Gegen 14 Uhr war dann (..) Schichtwechsel bei der Polizei, zu mir in den Container kam ein neuer Verbindungsbeamter. (..) Er hatte nur ein Handy.“

Zitat „Der Spiegel„:

„Zwei Beamte, zuständig für Lautsprecherdurchsagen, melden sich bei Lopavent. Sie wollen sich an die Mikrofone setzen, für Durchsagen, falls nötig. Denn der Veranstalter hatte im Genehmigungsverfahren garantieren müssen, dass er so eine Anlage bereitstellt, eine, mit der die Polizei notfalls die Musik weg- und sich selbst einschalten könnte. Und nun erfahren die beiden Polizisten, dass sie stumm bleiben werden. Technisch nicht möglich, heißt es lapidar. Warum das keiner früher geprüft hat, nicht die Polizei, nicht die städtische Bauaufsicht, bleibt offen.“

Zitat rp-online:

„Der Bericht zitiert Zeugenaussagen von Polizisten, nach denen eine Lautsprecheranlage „nicht errichtet worden war“. Laut dem Zeugen sagte ein Mitarbeiter von Lopavent, die Kabelwege seien zu lang gewesen.“

Was hat die Polizei unternommen, nachdem sie das Fehlen der ELA-Anlage feststellte? Wen hat sie daraufhin kontaktiert? Wurde nach Alternativen gesucht, Besucher ggf über Megaphone, Lautsprecherwagen, Floatdurchsagen ansprechen zu können? Laut WDR Westpol versuchen Beamte die Lautsprecher der Trucks & Bühnen zu nutzen, werden aber vom Veranstalter abgewimmelt: „Das ginge jetzt nicht.“ Und das wars dann..???
Lt. Der Spiegel soll am Rampenfuß eigentlich ein Lautsprecherwagen parat stehen, doch der

„Stand leider am Morgen kaputt in der Werkstatt, kommt jetzt nicht mehr zu ihnen durch.“

Unter Berufung auf den bisher unveröffentlichten Einleitungsvermerk der Duisburger Staatsanwaltschaft vom 17. Januar zitiert Innenminister Jäger am 19.05.2011:

„(..) Auch sind strafbewährte Sorgfaltspflichtverstöße gegen einzelne Polizeibeamte hinsichtlich der unzureichenden Lautsprecher- bzw. Alarmierungsanlagen nicht ersichtlich. Die Errichtung einer solchen Anlage oblag dem Veranstalter, die Überwachung der Errichtung der Anlage oblag der zuständigen Genehmigungsbehörde. Nach Feststellungen der Staatsanwaltschaft wäre der Einsatz polizeilicher Lautsprecherkraftwagen nicht geeignet gewesen, die fehlende Lautsprecheranlage zu kompensieren. (..)“

14:02 Uhreminemd12333 erreicht die Rampe und latscht über den Bauzaun, der den eingebrochenen Gullydeckel abdeckt.

14:03 Uhr – Funkmitschnitt Polizei:

Jupiter 02 an Jupiter 02/10
„Haben wir eine prozentuale Auslastung des Veranstaltungsbereiches?“
„Ja, ich komm jetzt mit Info zu der Sache an alle. Laut EA Veranstaltung ist der Veranstaltungsraum selbst zu 50 % ausgelastet. Die Zuwegungen dorthin von der Karl-Lehr-Straße zur Rampe hoch zu 90%. 50% auf dem Platz selbst und 90% auf der Zuwegung.“

14:15 UhrAndreas Bohnen auf dem Weg zum Gelände.

14:23 Uhrebenso Lars.

14:25 Uhrkdher an der Rampe. Auf dem Boden vor der Treppe liegt das Zaunteil über dem defekten Gullydeckel (und nein, das Foto ist nicht von Christine Rubenbauer!)

14:26 Uhr – die Treppe ist mit Bauzäunen abgesperrt und wird von einem Security-Mitarbeiter bewacht. Unser Schupo posiert freundlich mit Ravern für ein Foto und ahnt noch nicht, was ihn Stunden später erwarten wird…

14:27 UhrBlick von weiter oben.

14:29 Uhr – auf der Rampe angekommen, fragt sich massivplaymate, wo es denn nun zum Umzug geht.

ca. 14:30 Uhr – „Crowd Manager“ Carsten Walter will Unterstützung von der Polizei anfordern, erreicht den Polizeiführer wegen angeblicher Netzüberlastung jedoch erst ca. 45 Minuten später:

„(..) es wurde immer voller. Wir mussten nun handeln. Ich brauchte, den Absprachen gemäß, nun die Unterstützung der Polizei. Ich brauchte den zuständigen Polizeiführer, und zwar ganz schnell. Nur der hätte entscheiden können, das Gelände endgültig abzuriegeln. Das war gegen 14.30 Uhr. Wir haben beide versucht, den Polizeiführer irgendwie zu erreichen. Ich über die Leitstelle der Security, der Verbindungsbeamte übers Handy.“

Herrn Walter zufolge hat der Verbindungsbeamte der Polizei kein Funkgerät, was von Polizeiinspekteur Wehe am 04.08.2010 vor dem Innenausschuss ausdrücklich dementiert wird. Spon erfährt

„(..) aus Sicherheitskreisen, dass der Verbindungsbeamte der Polizei im Container des sogenannten Crowd Managers zwar ein analoges Funkgerät vom Typ 10a bei sich gehabt haben soll. Jedoch habe der Bereitschaftspolizist damit lediglich Kontakt zu einem Kollegen halten wollen, mit dem er sich während des – erwartet ruhigen – Dienstes über ein anderes Verfahren auszutauschen beabsichtigt habe, hieß es. Im offiziellen Funkrufnamenverzeichnis tauchte der Beamte demnach jedoch nicht auf. (..)“

Zitat Ralf Jäger vom 19.05.2011:

„Zu dem Einsatz von Funkgeräten durch die Verbindungsbeamten der Polizei im Container des Crowd-Managers gelangt die Staatsanwaltschaft zu den Feststellungen, dass der Verbindungsbeamte des Frühdienstes selbst angegeben hat, nicht über ein Funkgerät verfügt zu haben. Ob der Verbindungsbeamte des Spätdienstes über ein solches verfügte, konnte nicht abschließend geklärt werden. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft konnte diese Frage jedoch nach dem Ermittlungsstand dahinstehen, da der Polizeibeamte zum entscheidenden Zeitpunkt seinen Abschnittsführer mittels Mobilfunktelefon über die Leitstelle erreichte und über den Wunsch des Crowd-Managers, diesen persönlich zu sprechen, informierte, worauf dieser sich unverzüglich in den Container begab.“

Horst Engel (FDP) fragt am 02.09.10 im Innenausschuss, vgl hier Seite 48:

„(..) Was ich auch nicht verstehe: Der Verbindungsbeamte war an dem Container noch nicht einmal einen Steinwurf weg von dem auf der Rampe hinter Gittern abgeteilten Streifen, auf dem sich die Funkwagen befanden. Er hätte also eigentlich aus dem Container herausgehen können und über ein Funkgerät – 4-Meter-Band, das Größere – versuchen können, Kontakt herzustellen. Warum hat es so lange gedauert – 30 Minuten Minimum, es wird auch von „gefühlten“ 45 Minuten gesprochen –, bis eine Verbindung vom Crowd-Manager über den Verbindungsbeamten zum Abschnittsführer im Veranstaltungsraum hergestellt werden konnte? (..)“

Den Absprachen gemäß hätte Herr Walter bzw. „der Veranstalter“ eigentlich eine Telefonkonferenz einberufen müssen, doch lt Spiegel online weiß er wohl nichts von dieser Möglichkeit… Rponline berichtet im Mai 2011:

„(..) Der Mitarbeiter soll schon im Vorfeld im Unklaren darüber gelassen worden sein, unter welchen Voraussetzungen er überhaupt entscheiden durfte, zum Beispiel die Eingänge dicht zu machen. Es könnte auch sein, dass er niemals etwas von einem Sicherheitskonzept erfahren hat. Angeblich soll sein Versuch, kurz vor dem Unglück die Leitstelle für die Situation zu sensibilisieren, abgewiesen worden sein. (..) Der (..) Sicherheitskoordinator war aber angeblich vorab nie etwa in Notfallszenarien involviert. (..)“

Auch die Frage, warum Herr Walter scheinbar keinen Kontakt zu Lutz Wagner, dem Leiter des Ordnerdienstes sucht, bleibt offen. Und – warum wird nach Kenntnisnahme von Walters Hilfeersuchen seitens der Polizei keine TK einberufen?

14:58 UhrMrChristiannw auf dem Weg zum Gelände.

14:59 Uhr – Funkmitschnitt:

 Jupiter 14/07 an Jupiter 01
„Wir brauchen zweimal Saniteams. Und zwar einmal ..ähm zum Ausgang. Es gibt nur einen Ausgang dort ganz am Ende. Dort eine Person mit einer Schnittwunde. Und eine zweite Person mit Kreislaufproblemen. Und zwar ist die (…unverständlich) Rampe also am Hauptzugang. Äh.. diesmal 30 Meter ungefähr vor dem Polizeifahrzeug.“
„Verstanden“.

15:06 UhrCologneTina hat die Rampe erreicht.

15:09 Uhr – SabisMovies, die gegen 13:30 Uhr am Hbf ankam, ist nun an der Rampe.

15:10 Uhrebenso Halbblutprinz1

15:16 Uhr – lt. Polizeiinspekteur Dieter Wehe erreicht der Verbindungsbeamte, der sich mit Carsten Walter im Container aufhält, endlich den Abschnittsführer, welcher sich gerade im Bereich der Floatstrecke befindet, vgl. hier.

15:18 Uhr – MrDaniel1337 filmt von oberhalb des Containers. Am Bulli-Parkplatz sind Sanitäter zu sehen, unten steht ein RTW.

15:21 UhrnexxxT89, der vom Osttunnel auf die Rampe kommt, passiert zwei RTW und einen grünen Polizeibulli.

15:24 UhrTheTerrorTerry erreicht die Rampe vom Westtunnel.

15:27 Uhr – Michal T hat die Rampe erreicht, ebenso kaydee271. Vier Polizisten gehen die Rampe hoch. Berndt Jaeneke knipst vom Truck aus.

15:28 Uhr – LONGpicture erreicht die Rampe von Osten.

15:29 Uhr – Reiner Götzen beobachtet den Polizei-Schichtwechsel, ebenso Brummiboy & LONGpicture. Dazu Spiegel online am 23.07.2011:

„Fahrzeugwechsel, so Schalk (Leiter des polizeilichen Einsatzstabs) in seiner Vernehmung, die von Ende März bis zum 8. April (warum erst nach acht Monaten?) stattfand, hätten dort nicht erfolgen dürfen, dies sei sogar ausdrücklich abgestimmt gewesen.“

Spon am 18.05.2011:

„Ursprünglich wollte die Polizei die Hundertschaft auf der Zugangsrampe um 14 Uhr austauschen. Doch vor der Parade wurde der Zeitpunkt um zwei Stunden nach hinten verschoben – mitten hinein in die kritische Einsatzphase. (..) Noch bis in den Januar hinein, als die Staatsanwaltschaft ihren Bericht erstellte, konnten die Ermittler nicht klären, wer die Verschiebung angeordnet hatte. Dass die „Fünfzehnte“ dann wenigstens schon um 15.17 Uhr auf der Rampe stand und nicht erst um 16 Uhr, war offenbar nur dem unguten Gefühl von Thorsten M. zu verdanken, dem Führer der Hundertschaft am Tag der Love Parade. In seiner Vernehmung sagte er aus, er habe – gegen die Vorgabe aus dem Einsatzbefehl – die Entscheidung getroffen, schon um 15 Uhr im Einsatzraum zu erscheinen, um eine „ordnungsgemäße Auftragsübernahme gewährleisten zu können“, wie die Staatsanwaltschaft ermittelte. (..) Warum hat die Polizeiführung die Frühschicht-Beamten aus Bielefeld überhaupt abrücken lassen – zu einem Zeitpunkt, als längst klar war, dass die Situation auf der Rampe eskalierte?“

DerWesten schreibt im Februar 2012:

„Laut Wechselplanung sollten die Fahrzeuge der ersten Polizeischicht vor Ort bleiben, damit die zweite Schicht notfalls mit Hilfe der Fahrzeuge eine Blockade der Rampe zum Loveparade-Gelände durchsetzen konnte. Leider nahm die erste Schicht aber die Fahrzeuge mit, als sie mittags in den Feierabend rollte. Die zweite Schicht hatte dann nicht genügend Autos, um zu sperren. Ihre Kette wurde überrannt. Ein Polizeiführer sagte zu den fehlenden Autos: „Ja, das war anders besprochen.““

Laut Wechselplanung sollten die Fahrzeuge der ersten Polizeischicht vor Ort bleiben, damit die zweite Schicht notfalls mit Hilfe der Fahrzeuge eine Blockade der Rampe zum Loveparade-Gelände durchsetzen konnte. Leider nahm die erste Schicht aber die Fahrzeuge mit, als sie mittags in den Feierabend rollte. Die zweite Schicht hatte dann nicht genügend Autos, um zu sperren . Ihre Kette wurde überrannt. Ein Polizeiführer sagte zu den fehlenden Autos: „Ja, das war anders besprochen.“Loveparade-Planungsfehler bei Polizei massiver als bekannt | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/region/loveparade-planungsfehler-bei-polizei-massiver-als-bekannt-id6331130.html#plx1114101179

Bei maximaler Rampenbreite von max 30 Metern hätten auch fünf Bullis + Beamte gereicht, eine Sperre einzurichten, wenn man denn gewollt hätte…

Zitat Innenminister Jäger vom 19.05.2011:

„Die Staatsanwaltschaft stellte in ihrem Einleitungsvermerk vom 17. Januar 2011 zum gewählten Ablösezeitpunkt der Kräfte im Einsatzabschnitt „Schutz der Veranstaltung“ folgendes fest: Ich zitiere:
„Es gab weder in tatsächlicher noch rechtlicher Hinsicht Anhaltspunkte für eine dienstpflicht- bzw. sorgfaltswidrige Ablösung der Polizeikräfte.“ Zitatende.“

15:30 Uhr – fünf Bullis -eskortiert von mehreren Beamten- schlängeln sich die Rampe hinunter. Der Polizeiabschnittsführer Schutz der Veranstaltung trifft im Container ein (vgl hier) und Carsten Walter regt an, dass Polizeibeamte dabei helfen sollen, die Einlassschleusen zu sichern:

„Wenn der Zustrom von beiden Seiten so weit reduziert worden wäre, dass die Masse, die schon auf der Rampe stand, handhabbar gewesen wäre, hätten wir oben – und nicht wie dann geschehen unten – auf der Rampe eine Polizeikette errichtet. Dann hätten wir oben mit den Pushern (… mit welchen Pushern denn bitte..?), also den Ordnern, die die Menge aufs Gelände schieben sollten, und der Polizei die sich oben auf der Rampe stauenden Menschen übers Gelände nach rechts und links drängen können. (Eine Kette an der oberen Rampe) hätte mehr Platz geschaffen. Aber noch mal: Ich kann der Polizei keine Anweisungen geben, ich kann keine Polizeikette anfordern, wo auch immer.“

Polizeirat H. (EA/F) in einer Zeugenvernehmung, vgl hier:

„Der Crowd-Manager schlug vor, dass seitens des Veranstalters die Vereinzelungsanlagen geschlossen werden sollten. Anschließend wollte er in der Mitte der Rampe eine Sperre aus Ordnern, unterstützt durch die Polizei, einziehen. Anschließend sollte durch Ordner die Personengruppe angesprochen und zum Verlagern in den südlichen Veranstaltungsbereich veranlasst werden.“

Im Polizeibericht heißt es dazu:

„(..) Außerdem vereinbarten beide, für einen Zeitraum von 10 Minuten beide Vereinzelungsanlagen (..) durch den Veranstalter zu schließen und eine Sperrkette aus Ordnern des Veranstalters unterstützt durch Polizeikräfte in der Mitte der östlichen Rampe (Hauptzugangsrampe) einzurichten, um durch diese begleitenden Maßnahmen den Druck durch nachströmende Menschen abzufangen und die Auflösung des Staus zu unterstützen. Zu dem Einrichten dieser Sperrkette mit diesem Auftrag kam es zunächst nicht (weil…?). Zu dem mit dem „Crowd-Manager“ vereinbarten Maßnahmekonzept zur Beseitigung des Zuschauerstaus vor dem Rampenkopf wurde keine Telefonschaltkonferenz durchgeführt (weil…?). Allerdings erfolgte eine Abstimmung mit der Feuerwehr.“

Die Feuerwehr hat jedoch nur unter der Bedingung zugestimmt, dass „der Nachlauf in den Karl-Lehr-Tunnel durch die Polizei verhindert wird.“ WDR.de schreibt zur Absperrung:

„In dem Bericht der Feuerwehr Duisburg soll dokumentiert sein, dass der Verbindungsbeamte der Polizei die Feuerwehr darüber informiert habe, dass die Zulauframpe „kurzfristig“ gesperrt werden soll. Der Einsatzleiter der Feuerwehr soll darauf entgegnet haben, „dass diese Maßnahme aus einsatztaktischer Sicht sehr problematisch ist. Aus diesem Grund ist die Feuerwehr dagegen.“ Es soll zu einer kurzen Diskussion gekommen sein, in deren Verlauf der Sperrung nur zugestimmt worden sei, wenn „der Nachlauf in den Karl-Lehr-Tunnel durch diePolizei verhindert wird“. Nach bisherigen Erkenntnissen ist genau dies aber nicht passiert. Der Besucherstrom in den Tunnel erhöhte sich immer mehr. (..) Offenbar sah die Feuerwehr die Polizei und nicht den Veranstalter in der Pflicht, den Tunnel zu sperren, damit es nicht zu einem Chaos im Eingangsbereich des Loveparade-Geländes kommt.“

DerWesten:

„Das Innenministerium will davon nichts wissen. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, die Polizei habe entsprechend den Forderungen der Feuerwehr gehandelt. Der Auftrag zur Sperrung des Tunnels sei an einen Sicherheitsbeauftragten des Veranstalters weitergegeben worden. Dieser habe um 15:46 Uhr im Beisein eines Polizeibeamten seine Privat-Ordnern am Tunneleingang per Funk aufgefordert, diese mögen den Zulauf in die Tunnel unterbinden. Damit habe die Verantwortung für die Sperrung der Tunnel eindeutig beim Veranstalter gelegen.“

Nochmal: warum wurde keine Telefonkonferenz einberufen? DerWesten berichtet am 31.08.2010:

„(..) Hier habe sich der Abschnittsführer der Polizei direkt mit dem Crowdmanager des Veranstalters Lopavent am Fuß der Rampe gegen 15.30 Uhr in einem persönlichen Gespräch über die zu ergreifenden Maßnahmen verständigt. Die verschiedenen Stäbe seien nicht wie vorgesehen über eine telefonische Schaltkonferenz eingebunden worden. Diese Konferenzen sollten über den zentralen Landespolizeidienst organisiert werden. Dort hätten sie auch technisch aufgezeichnet werden können. (..) Das Ministerium sagte, der Veranstalter hätte für diese Absprache eine Telefonkonferenz einberufen müssen (Ach, die Polizei aber nicht..?). Weiter sagte das Ministerium, über die entscheidende Konferenz (Uhrzeit?) gebe es keine unmittelbaren Aufzeichnungen, nur ein Gedächtnisprotokoll der beteiligten Beamten. (..)“

Laut Polizei-Hunderschaftsführer Thorsten M. gibt es ab jetzt massive Verständigungsprobleme, vgl. spiegel.de:

„Wie M. berichtete, war die Kommunikation über Handy zumindest nach seinen Feststellungen in der Zeit „von etwa 15.30 Uhr bis 18 Uhr“ nicht möglich, weil sich beim Wählen keine Verbindung aufgebaut habe. Auch sein Versuch, mit dem Telefon eines Untergebenen durchzukommen, sei gescheitert. Die gleichen Probleme habe er bei seinem eigenen Vorgesetzten an diesem Tag beobachtet, (..) Polizeirat Dirk H. Etwa ab 16 Uhr will Thorsten M. schließlich auch über Funk nur noch in Einzelfällen Kontakt bekommen haben, später für einen längeren Zeitraum dann gar nicht mehr.“

Laut Spiegel TV stellt die StA in ihrem Bericht fest, „dass eine Bevorrechtigung der Mobilfunkanschlüsse der Einsatzkräfte weder beantragt noch geschaltet war.“ DerWesten berichtet im Februar 2012:

Der zuständige Polizeiplaner Jörg S. hatte sich falsch informieren lassen.Konkret hatte ein Mitarbeiter des Einsatzstabes im Auftrag des Planers Jörg S . den Telefonanbieter Vodafone angerufen und um eine „Priorisierung“ der Polizeihandys gebeten. Ein Vodafone-Vertragsberater habe dann am Telefon gesagt, im Diensthandyvertrag der Polizei sei bereits eine „Priorisierung“ vorgesehen. Weiter wollte Vodafone zwei zusätzliche Sendemasten auf dem Loveparade-Gelände aufbauen. Damit sei die „ständige Erreichbarkeit“ der Polizei sichergestellt, sagte der Mitarbeiter des Einsatzstabes.
Einsatzwagen fehlten im entscheidenden MomentDass die angesprochene „Priorisierung“ nichts mit einer Vorrangschaltung zu tun hat, wussten die Planer nicht. Auch dass Vodafone keine schriftliche Bestätigung für die „Priorisierung“ geben wollte, machte sie nicht stutzig. Dabei hätte dann herauskommen können, dass nur eine förmlich beantragte Vorrangschaltung für die gewünschte Priorisierung gesorgt hätte. Der Kontakt per Handy war als zentraler Baustein der Polizei-Kommunikation auf der Loveparade gedacht.Loveparade-Planungsfehler bei Polizei massiver als bekannt | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/region/loveparade-planungsfehler-bei-polizei-massiver-als-bekannt-id6331130.html#plx1758340609

„(..) Der zuständige Polizeiplaner Jörg S. hatte sich falsch informieren lassen. Konkret hatte ein Mitarbeiter des Einsatzstabes im Auftrag des Planers Jörg S . den Telefonanbieter Vodafone angerufen und um eine „Priorisierung“ der Polizeihandys gebeten. Ein Vodafone-Vertragsberater habe dann am Telefon gesagt, im Diensthandyvertrag der Polizei sei bereits eine „Priorisierung“ vorgesehen. Weiter wollte Vodafone zwei zusätzliche Sendemasten auf dem Loveparade-Gelände aufbauen. Damit sei die „ständige Erreichbarkeit“ der Polizei sichergestellt, sagte der Mitarbeiter des Einsatzstabes.
Dass die angesprochene „Priorisierung“ nichts mit einer Vorrangschaltung zu tun hat, wussten die Planer nicht. Auch dass Vodafone keine schriftliche Bestätigung für die „Priorisierung“ geben wollte, machte sie nicht stutzig. Dabei hätte dann herauskommen können, dass nur eine förmlich beantragte Vorrangschaltung für die gewünschte Priorisierung gesorgt hätte. Der Kontakt per Handy war als zentraler Baustein der Polizei-Kommunikation auf der Loveparade gedacht.“

Zur Erinnerung das Statement von Polizeiinspekteur Wehe am 02.09.10 vor dem Innenausschuss, vgl hier:

„(..) Nach dem, was uns berichtet worden ist, ist eine Vorrangschaltung komplett für den gesamten Einsatzzeitraum eingerichtet worden. Bis zu dem kritischen Ereignis und während des kritischen Ereignisses hat es keine Probleme damit gegeben. Lediglich ab 19:25 Uhr kam es zu Störungen. (..) Also: Es gab weder Kosten- noch Technikprobleme im Zusammenhang mit einer Vorrangschaltung.“

Ralf Jäger am 19.05.2011 zur staatsanwaltlichen Bewertung der Kommunikationsprobleme, Stand Januar 2011:

„Die am Veranstaltungstag unzweifelhaft vorliegenden Funkprobleme dürften nach Feststellungen der Staatsanwaltschaft in den baulichen Gegebenheiten begründet sein (Stahlbetonbrücke, Oberleitungen, Eisenbahnlinien) (Ach, und diese Gegenheiten waren im Vorfeld nicht bekannt?). Funkprobleme im Einsatz sind allerdings nicht derart ungewöhnlich, als dass sie nicht durch andere Kommunikationsmittel kompensiert werden könnten. Dies erfolgt üblicherweise durch den Rückgriff auf die Handykommunikation. Ein vollständiger Ausfall der Funkkommunikation am Veranstaltungstag war überdies nicht feststellbar. Vor diesem Hintergrund konnte ein kausales Fehlverhalten einzelnen Polizeibeamten nicht zur Last gelegt werden.
Entgegen den Erwartungen der Polizeiführung hatte es am Veranstaltungstag auch Probleme mit der Kommunikation über Mobiltelefone gegeben. Die Polizeiführung hatte sich im Vorfeld der Veranstaltung in erheblichem Umfang um eine Vermeidung von Kommunikationsproblemen durch Absprachen mit den Netzbetreibern, insbesondere der Firma Vodafone, und unter Einbindung der Fachdienstelle der Polizei, dem Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste, bemüht. Davon ausgehend handelte sie in dem Glauben, das Erforderliche veranlasst zu haben.
(..) aufgrund der Ermittlungen war festzustellen, dass tatsächlich zum Zeitpunkt des Unglücks eine Bevorrechtigung der Mobilfunkanschlüsse der einzelnen Einsatzkräfte weder beantragt noch geschaltet war.
Nach Bewertung der Staatsanwaltschaft wären Kommunikationsprobleme aufgrund Netzüberlastung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht oder nur in einem wesentlich geringeren Umfang aufgetreten, wenn ? die entsprechenden Rufnummern zur Nutzung der Vorrangschaltung vorbereitet gewesen wären und ? im Rahmen der konkreten Einsatzplanung bei den Mobilfunknetzbetreibern die Einschaltung der Bevorrechtigung für den Veranstaltungsbereich in Auftrag gegeben worden wären.
Einen vollständigen Ausfall der Handykommunikation gab es indes nicht. Unabhängig von der Frage des Ausmaßes der Kommunikationsschwierigkeiten erschien jedoch die Annahme der Kausalität bzw. des Pflichtwidrigkeitszusammenhangs im Hinblick auf den Tod von 21 Besuchern der Loveparade und die zahlreichen Verletzten kaum begründbar.“

15:32 UhrLuftaufnahme.

15:33 Uhrxbnz auf der Rampe mit Polizeibulli, ebenso Pavol, der sich weiter Richtung Gelände bewegt. Funkspruch der Polizei:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Wir haben das Problem, dass im Bereich der Rampe sich jetzt Personen stauen.Vorschlag des Veranstalters, der sich für vernünftig anhört, ist, an den beiden Zulaufstellen Ost und West für maximal 10 Minuten zu sperren. Wenn diese Sperre eingezogen ist, würden wir mit der 15. (Polizeihundertschaft) auf halber Höhe der Rampe sperren und dann zusammen mit Kräften der 15. und dem Veranstalter die Leute Rampe rauf und dann in den Südbereich des Veranstaltungsgelände bringen. Können wir aber nur dann machen, wenn die Abschnitte Ost und West diese Sperrung mit verpacken. Bitte einmal abklären, ob wir das machen können.“
15:34 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 25/10
„Haben Sie Möglichkeit zum Lopavent-Container im Tunnel zu kommen?“
„Da kommen wir gleich hin.“

15:40 UhrLuftaufnahme. Alles ok bei 1Thore1973 und poxx1908. Von oben kommen einige Heimgänger die Rampe herunter aber es ist gut Platz. Bericht Polizeihauptkommissar M.:

„Die 15. Bereitschaftspolizeihundertschaft (Köln) erhält den Auftrag durch Jupiter 01/10 (EA/F) im Bereich der östlichen Rampe Sperrmaßnahmen durchzuführen um einen weiteren Zufluss auf das Veranstaltungsgelände zu verhindern, da im oberen Bereich östliche Rampe kein Abfluss auf das Veranstaltungsgelände stattfand und das „Stauende“ sich in Richtung Karl-Lehr-Tunnel entwickelte. Nach Besprechung wurden diese Sperrmaßnahmen anders als zunächst angedacht durchgeführt, nämlich im Karl-Lehr-Tunnel / östliche Rampe:

– Ostseite mittig im ersten Tunnelabschnitt hinter der Einlassstelle Ost
– Westseite aus Richtung Westen gesehen unmittelbar vor der Rampe West (Nebenrampe).“

und:

„Gegen 15.40 Uhr erhielt ich vom Jupiter 01/10 den Auftrag die Rampe „Ost“ (Hauptrampe) zu sperren, um einen weiteren Zulauf auf das Veranstaltungsgelände zu verhindern. Aufgrund der hohen Personenzahl auf der Rampe um dem Umstand, dass eine Vielzahl von Personen auf der Rampe auch abseits der eigentlichen Zugangsmöglichkeit auf das Veranstaltunsgsgelände versuchten durch Erklettern von Mauern und ähnlichem auf das Gelände zu gelangen, war eine Sperrung an der Rampe an sich nicht mehr möglich. Alternativ dazu wurde nach Rücksprache mit dem Jupiter 01/10 im Tunnel Karl-Lehr-Straße auf beiden Seiten (Ost und West) an folgenden Örtlichkeiten eine Vorsperre durch das Einziehen einer Polizeikette (PK1 & PK2) eingerichtet (15.45Uhr)“

Eine Abstimmung mit dem Einsatz-/Führungsstab findet offenbar nicht statt. Dazu der Stabsleiter der Polizei Jörg Schalk in seiner Zeugenvernehmung im Frühjahr 2011 (!), vgl hier:

„Von den im Zugangsbereich postierten Polizeiketten, die möglicherweise zur Katastrophe beigetragen haben, habe er als Stabsleiter erst im Nachhinein erfahren.“

Bei rponline heißt es gar:

„(..) Von den überrannten Polizeiketten in den Tunneln soll der Beamte (Schalk) überhaupt erst am Tag nach der Loveparade erfahren (zu) haben. Es soll zudem keinen Hinweis darauf geben, dass die Existenz der beiden fraglichen Polizeiketten überhaupt irgendeinem Beamten des Führungsstabes während der Loveparade bekannt gewesen ist – auch nicht dem beschuldigten Polizeiführer (Simon).“

Wie kann das sein? Innenminister Jäger in einem Interview:

„(..) Eingesetzte Polizeibeamte haben aus der jeweiligen Situation heraus entschieden, ja entscheiden müssen. Ob diese auch im Einzelfall getroffenen Maßnahmen alle richtig waren, oder ob dabei Fehler gemacht wurden, ist Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. (..)“

Fraglich ist, inwieweit die im Polizeistab Verantwortlichen überhaupt konzentriert bei der Arbeit bzw. für Untergebene erreichbar sind; so berichtet DerWesten am 07.02.2012:

„(..) Zeugenaussagen vermitteln den Eindruck, in der Stabsstelle der Polizei sei es in der kritischen Zeit zugegangen, wie in einem Taubenschlag. Von mindestens drei Besuchergruppen ist in den vorliegenden Unterlagen die Rede, die zwischen 14:30 Uhr und 16:00 Uhr in der Einsatzzentrale aufmarschierten. Hohe Mitarbeiter des Innenministeriums ließen sich von den verantwortlichen Einsatzführern die Lage schildern. Dann kam ein Vertreter des Personalrates. Schließlich der Innenminister Ralf Jäger (SPD) etwas nach 15:30 mit seiner Begleitung in die Zentrale. Er sprach mit dem Polizeiführer Kuno S. und dessen Stellvertreter Jörg S.. Schließlich fand der Minister im Raum der Zentralen Einsatzführung noch Zeit, zusammen mit einem verdienten Polizeibeamten für ein Erinnerungsfoto zu posieren, bevor er kurz vor 16:00 Uhr die Stabsstelle wieder verlies.
Eine Zeugin des Vorgangs berichtet, schon zur Zeit der Besuche in der Standstelle sei klar gewesen, dass sich die Situation auf den Zuwegen der Loveparade zuspitzte. Doch trotz der Lage seien Kuno S. und dessen Stellvertreter Jörg S. nicht auf ihren Plätzen geblieben sondern hätten sich um die Besucher gekümmert. Ein Beamter habe immer neue Meldungen in den Raum gerufen, dass sich vor allem im Westen die Massen stauten. Doch der Beamte habe nicht das genügende Gehör gefunden, weil die „Geräuschkulisse“ durch den zusätzlichen Besuch „nicht geringer“ wurde. Die Zeugin empfand die Situation als störend. Zeitweise seien weder Kuno S. noch Jörg S. ansprechbar gewesen.
Der Leiter des Einsatzstabes, Jörg S., bestritt in seiner Vernehmung die Vorwürfe. Er selbst und auch Kuno S. seien immer ansprechbar gewesen. Sie hätten auch jederzeit die Lage kontrollieren können. Das Innenministerium verwies nach einer Anfrage auf eine Aussage des Ministeriums vor dem Landtag NRW aus dem August 2010. Demnach seien an den Minister bei seinem Besuch des Stabes „keine Informationen“ oder „sonstigen Hinweise“ herangetragen worden, „dass sich ein problematischer Einsatzverlauf abzeichnet.“ Erst nachdem die Besucher kurz vor 16:00 Uhr den Raum wieder verlassen hatten, überschlugen sich die Ereignisse in der Stabsstelle. Hektisch wurde versucht das Chaos in den Tunneln zu bändigen. Es misslang. (..)“

Zitat Der Spiegel:

„Spätestens zu diesem Zeitpunkt, gegen 15.40 Uhr, so die Staatsanwälte, hätte Kuno S. als oberster Polizist der Love Parade handeln müssen: mit Verstärkungen, die er ins T-Stück schickt und an die Eingänge. Er hätte die Schleusen demnach sperren lassen müssen, notfalls mit aller Gewalt.“

15:41 Uhr – klaus67 hat die Rampe erreicht und zoomt Richtung Floatstrecke:

„Wir bogen auf die große Rampe ein und bemerkten, daß es noch gut vorwärts ging, aber immer enger wurde. Links waren Metallzäune (an der Treppe), rechts ebenfalls (um die Mannschaftswagen), geradeaus in der Mitte der Rampe noch eine „Insel“ aus Metallzaun. Bis dahin kamen wir aber noch ohne Verzögerung.“

Pavol knipst von der westlichen Mauerbrüstung Richtung Osttunnel. Polizeifunk:

„Jupiter 25/10 kommen für den Jupiter 01.“

„Ja, der hat uns den Container (…unverständlich) gegenüber der Rampe bestellt (…unverständlich)“
„Sie sind nicht aufzunehmen.“
„Der 01/10 hatte den 25/10 zur Rampe Container bestellt. Wir sehen den nun leider nicht, deswegen versuche ich ihn zu erreichen.“
„Wir kommen telefonisch.“

15:42 Uhr – auch dunjaslappen hat die Rampe erreicht. Der Polizeibulli, der seit kurz nach 15:00 Uhr unten auf der Rampe stand, wendet, um dann durch den Ostunnel zu verschwinden, vgl. ÜK16.

15:45 Uhr – die zuvor vereinbarten Sperrmaßnahmen werden erneut modifiziert. Zitat Polizeibericht:

„Bei seinem Eintreffen stellte der Zugführer des zur östlichen Rampe entsandten Zuges fest, dass der oberhalb der Rampe entstandene Besucherstau weiterhin bestand. Des Weiteren wurde deutlich, dass eine Vielzahl von Personen das Veranstaltungsgelände in Richtung Karl-Lehr-Str./Tunnel verlassen wollte. Um zu verhindern, dass dieser Personenstrom auf die Sperrmaßnahmen in den Tunnelabschnitten auflief, schlug er dem Hundertschaftsführer der 15. BPH vor, eine Polizeikette im unteren Bereich der östlichen Rampe einzurichten. Der Hundertschaftsführer stimmte dem Vorschlag zu und informierte den Einsatzabschnittsführer Schutz der Veranstaltung über die Maßnahme. Dieser stimmte der Maßnahme ebenfalls zu.“

15:47 Uhr – galliermajestix filmt, wie die Hauptrampe immer voller wird.

15:48 Uhr – Funkspruch:

 Jupiter 25/10 an Jupiter 01/10
“… hier an der Sperre und beatmen das Ganze mal wieder ein bisschen.”
“Das war nicht aufzunehmen.”
“Wir sagen, sobald von außen gesperrt ist, die Rampe sperren und erstmal oben auf dem Veranstaltungsgelände ein bisschen für Ordnung sorgen, die Leute in den Südbereich bringen. Nach ungefähr 10 Minuten werden wir wieder öffnen.”

15:49 UhrZULUrapKING2010 erreicht von Westen die Rampe, wo ihm etliche Heimgänger entgegen kommen.

15:50 Uhr – aufgrund der westlichen Tunnelsperre ist die untere Rampe recht leer. Im Hintergrund ist eine Sirene zu hören.

15:55 UhrDokuNaut möchte das Gelände verlassen:

„(..) Es herrschte Gedränge an der Böschung und ich bekam ein ungutes Gefühl – sodass ich froh war als ich auf der mittleren Rampe war. Zu diesem Zeitpunkt (ca. 15:55) positionierten sich einige Polizisten ganz unten an der Rampe genau zwischen den Tunnelöffnungen, ohne jedoch zu sperren. Ich befürchtete aber eine Sperrung und beilte mich zum Tunnel zu gelangen… (..)“

15:56 Uhr – DokuNaut filmt auf dem Rückweg die Rampenmitte, die zurzeit aufgrund der Polizeikette West bequem begangen werden kann.

15:57 UhrAusblick von oberhalb des Containers.

ca. 16:00 UhrZitat Spon:

„Die Polizei übernimmt nach Aussagen des Crowd Managers und zweier Sicherheitsfirmen die Befehlsgewalt. „Im Fall der Katastrophe hat die Polizei mehr zu sagen als die Ordner“, sagt Peter Nasse, Chef der SMS GmbH, (..). „Wenn die Polizei die Federführung übernimmt, haben unsere Mitarbeiter den Anweisungen der Beamten zu folgen.“ Die Polizei sagt, sie habe nur auf Bitte des Veranstalters in die Situation eingegriffen.“

Kdher zoomt von der Westböschung Richtung Container, die Polizeikette formiert sich. Zitat Polizeiinspekteur Wehe vom 02.09.2010:

„(..) Zur Polizeikette haben unsere Mitarbeiter Aussagen gemacht, die eindeutig sind. Ich habe es hier erklärt: Die Polizeikette ist auf Wunsch des Crowd-Managers eingerichtet worden. Es gab ein Konzept, in das die Feuerwehr eingebunden gewesen ist, das so aussah: Der Pfropfen soll – erstens – oben durch Pusher aufgelöst werden. Zweitens sollen die beiden Zugangsschleusen geschlossen werden, damit kein zusätzlicher Druck erfolgt. Und die Polizei ist gebeten worden – so die Aussagen unserer Beamten; das muss man im weiteren Verfahren klären; dazu liegen mehrere Erklärungen auch vonseiten der Staatsanwaltschaft vor –, eine Kette Ordner zu unterstützen. Diese Ordner gab es aber gar nicht. Das heißt: Der Veranstalter hat nach unseren Unterlagen selbst vorgehabt, auf der Rampe eine Kette einzurichten, um den Pfropfen oben aufzulösen. (..)“

Hier geht Herr Wehe jedoch noch von dem ursprünglichen, nicht umgesetzen Vorschlag von Herrn Walter aus! Die tatsächliche Durchführung der Sperrmaßnahmen scheint ihm bis dato unbekannt gewesen zu sein…

16:01 Uhr – Zitat Polizeibericht S. 32:

„Öffnung der Vereinzelungsanlage West (durch wen und warum..?). Einrichten der Polizeikette 3 im unteren Bereich der östlichen Rampe. Auftrag: Verhindern des Ablaufs von Personen in Richtung Karl-Lehr-Str./Tunnel.“

So soll also verhindert werden, dass Heimgänger den PK 1 & 2 in den Rücken laufen. Nur warum kommen dann noch bis ca. 16:12 Uhr Heimgänger hindurch? Bei Herrn Wehe verhält sich das am 02.09.2010 wieder irgendwie anders:

„Zur Entlastung dieser Sperrkette (PK3) wurden in den Tunneln Vorsperren durch Polizeibeamte eingerichtet. Diese sollten den Druck auf diese Sperrkette auf der Rampe durch bereits im Tunnel befindliche Zuschauer verringern.“

Tatsächlich ist es jedoch so, dass aufgrund des hohen Personenaufkommens auf der Rampe auf die ursprünglich von Walter vorgeschlagene Einrichtung einer PK in Rampenmitte verzichtet wurde. Stattdessen installierte man die PK 1 & 2 in den Tunneln. Das Einrichten der PK3 im unteren Rampenbereich erfolgte dann spontan, nachdem ein Beamter feststellte, dass jede Menge Heimgänger in Richtung Tunnel abströmten und so den PK 1 & 2 in den Rücken laufen würden. Dies sollte durch die PK3 verhindert werden.

16:02 Uhr – Blick auf die Polizeikette durch ÜK 13. Warum die PK3 zunächst unten und nicht weiter oben eingerichtet wurde, begründet Dieter Wehe am 02.09.2010 wiefolgt, vgl hier:

„(..) Die Beamten haben eine Stelle gewählt, die technisch günstige Voraussetzungen bot. Da dort keine Ordner waren, die zu unterstützen waren, also die Polizei alles alleine machen musste, haben sie eine Stelle gewählt, an der (widerrechtlich!) Gitter mit einer Verengung standen (Diese Zäune dienten zuvor als Eingangstor, sollten aber Absprachen zufolge am Morgen des 24.07. vom Veranstalter entfernt werden, vgl hier). Es ist klar: Habe ich eine technische Sperre, brauche ich dafür weniger Personal. Genau diese Sperre haben sie genutzt. (..)“

Um 16:07 Uhr befinden sich etwa 11 Ordner im Bereich der unteren Rampe. An der Seite stehen 5 Polizeibullis, die angeblich im Falle eines Unwetters eingesetzt werden sollen, um massenhaftes Flüchten von Besuchern in den Tunnel zu unterbinden. Warum werden diese dann nicht für eine Sperre am Rampenkopf genutzt? Schlüssel verlegt, Tank leer..? Hinsichtlich des Szenarios „Unwetter“ gibt es einen guten Kommentar von jüttemann auf Spon.

16:06 Uhr – aufgrund der Tunnelsperren ist die Rampe ziemlich leer. Noch lässt die Polizeikette Heimgänger nach unten durch. Vor dem Container haben sich einige Ordner versammelt, hinter der Absperrung sind weitere Polizisten zu sehen. Funkmitschnitt:

Jupiter 02 an alle
„Wir haben Funkprobleme aufm 4-Meter-Kanal, da scheint das Relais ausgefallen zu sein.“

16:11 UhrHumphrey will sich auf den Heimweg machen. Bericht PHK M:

„Der Druck auf die Sperren (Polizeiketten) im Karl-Lehr-Tunnel (Ost und West) wird so groß, dass die Sperren nicht gehalten werden können. Verlagerung der restlichen Kräfte Jupiter 25/21 aus der Umfahrung in den Bereich der Rampe.“

16:12 Uhr – lt Lopavent-Doku wird die Polizeikette nun komplett geschlossen. Von oben kommende Menschen sammeln sich, wie man auf diesem Foto von Reiner Götzen gut sehen kann.

16:13 Uhr – nochmal im Überblick. Die Polizeikette im Osttunnel bricht und wird aufgegeben.

16:14 Uhr – auch kdher ist auf dem Rückweg und landet im Stau vor der Polizeikette. Bericht, vgl hier:

„Neue Aufstellung der Kräfte 15. BPH (Köln). Beibehaltung der Sperre östl. Rampe zur Verhinderung des Zulaufs in Richtung Karl-Lehr-Tunnel. Gleichzeitig langsames Vorrücken der Polizeiketten Karl-Lehr-Tunnel West und Ost in Richtung der Rampe, dort Versuch des Einrichtens einer opt. Führung in Form einer zweiten Polizeikette, um so den unkontrollierten Zulauf auf die Rampe zu unterbinden, diese opt. Führung kommt jedoch aufgrund des Druckes aus den Tunneln nicht zustande. Weiterhin Sperrung der Rampe 10 m nördlich Karl-Lehr-Tunnel, um Zufluss von oben zu verhindern.“

16:15 Uhr – Stillstand mit Blick auf die Polizeikette auch bei Todesparade2010, der ebenfalls das Gelände verlassen möchte. Die ersten Kletterer überwinden die Zäune links der Polizeikette, vgl ÜK13.

16:16 Uhr – Kay Arnold fotografiert oberhalb des Containers. Dadurch, dass die Sperre im Osttunnel um 16:13 Uhr brach, strömen von dort nun zunehmend Besucher gegen die Polizeikette. ÜK13 zeigt, wie ein Mann die linke Absperrung überwindet, ein Polizist hechtet hinterher, der Kletterer entkommt jedoch knapp. Humphrey wartet. Einigen Heimgängern gelingt es, durch die Absperrung für die Polizeibullis zu gelangen und so die PK3 zu umgehen, vgl ÜK13.

16:17 Uhr – der Ordner, der die Treppe bewacht, führt gerade unten am seitlichen Absperrzaun ein Gespräch mit dem Polizisten, dem der Kletterer entwischt ist. Um die Kette auf der Rampe zu umgehen, nutzt jemand diese Gelegenheit und besteigt genau um 16:17:04 Uhr den Absperrzaun an der nun unbewachten Treppe, wo er dann um 16:17:25 Uhr als erster oben ankommt, vgl. Video von trampelklette sowie ÜK 13. Ein weiterer Beamter macht den Ordner auf das Überklettern aufmerksam, dieser eilt zum Zaun, lässt eine Dame noch die Treppe hinauf. Eine andere Dame rüttelt unten erbost an der Absperrung. Der Ordner scheint Verstärkung heranzuwinken. Funkspruch Polizei:

Jupiter 11/10 an Jupiter 01
„Frage über den Stab, ist es möglich, dass der Zulauf nach hier zum Veranstaltungsgelände von dem Bereich Bahnhof oder Vorfeld (…unverständlich) auch zu drosseln, weil hier im Moment erstmal keine ..ist.“
„Ich wiederhol mal, an den Stab herantreten und fragen, ob man im Vorfeld sprich Bahnhof schon den Zustrom entzerren kann. Richtig?“
„Richtig. Aber die 10 Minuten (…unverständlich) nicht, es dauert. Da oben (Rampenkopf) entzerrt sich nichts und die Leute klettern uns hier auch seitlich auf das alte Stellwerk rauf. Wir brauchen noch ein bisschen mehr (…unverständlich)“

16:18 UhrÜK13 zeigt, wie jetzt immer mehr Heimgänger durch die Zaunlücke an der Absperrung für die Einsatzwagen an der Polizeikette vorbei Richtung Tunnel strömen.

16:19 UhrCrush85 auf der unteren Rampe, die aufgrund der noch bestehenden Polizeisperren im Westtunnel und auf der Rampe noch recht leer ist. Polizeibeamte haben die Sicherheitslücke am „Bulliparkplatz“ erkannt und beginnen, auch dort eine Blockade zu bilden, um Heimgänger aufzuhalten, vgl. ÜK13.

16:20 UhrKamera 13 zeigt, dass die Treppe nun von zwei Security-Mitarbeitern bewacht wird. Unten am Absperrzaun drängeln sich Besucher in der Absicht, den Zaun zu überwinden. MatthiasGoetz möchte aufs Gelände und muss warten, ebenso findling99. Die Sperre im Westtunnel wird kontrolliert aufgelöst, so dass nun noch mehr Besucher gegen die Polizeikette drängen. Laut Spiegel TV gibt der zuständige Polizei-Zugführer zu Protokoll:

„Wir standen als ‚Sandwich‘ zwischen diesen Massen. Das lief alles blitzschnell ab, ich weiß nicht, woher die Leute alle kamen, es war, als ob sich die Erde aufgetan habe.“

DerWesten berichtet:

„(..) Raymond Jones betrat von der Ostseite aus – also aus Richtung Neudorf kommend – den Tunnel. Der 63-Jährige Waliser hatte zuvor 20 Minuten an den Kontrollsperren der Polizei an der Ecke Grabenstraße/Karl-Lehr-Straße angestanden, wo Taschen durchsucht wurden. Und plötzlich stand sich die große Gruppe der Abwanderungswilligen – laut Jones zu diesem Zeitpunkt rund 2000 Leute – und die immer gigantischer werdende Masse der von zwei Seiten Hineindrängenden gegenüber. Stillstand. „Und für mich ist dies der entscheidende Moment, wo hier nichts mehr vorwärts ging und sich von hinten alles dramatisch aufstaute“, bewertet Jones diese Situation. (..)“

Tanja kommentiert:

„Ich kann nur bestätigen daß gar nichts beschildert war. Wir kamen von Osten um 16.20 Uhr in den Tunnel, sind erst an der Rampe vorbeigelaufen als uns plötzlich Menschen entgegengerannt kamen. Wir stellten uns an den Rand und haben erst mal abgewartet was passiert. Dann sind wir wieder zur Rampe und haben uns angestellt. Wir standen an der Treppe und dachten das wäre der Zugang. Vor lauter Menschen konnte man gar nichts erkennen. Auf einmal gab es einen Ruck und alles wurde zusammengeschoben. Wir wurden komplett eingeklemmt, wahrscheinlich weil viele dachten die Treppe wäre der Zugang so wie wir auch.“

16:21 Uhr – Kdher an der Polizeiblockade am „Bulliparkplatz“.

16:22 Uhr – hinter der Abzäunung des Containers ist neben einem Beamten mit Funkgerät oder Handy am Ohr auch Carsten Walter zu sehen. Oberhalb sehen wir einen uniformierten, wichtig aussehenden Herren – ein höherer Feuerwehrbeamter, der dieses Foto macht. Pizzamanne hat inzwischen die Rampe erreicht und filmt, wie die ersten Leute den Lichtmast erklimmen. Zwei Personen klettern hoch, recken stolz die Arme und werden von der Masse bejubelt. Auch Burkhard Westphal steht vor der Polizeikette und harrt der Dinge, die da kommen – während von hinten immer mehr Leute aus dem Tunnel drängen, darunter auch Daniel und Marius, die ihre Situation hier in einem Interview schildern.

16:23 Uhr – ÜK13 zeigt Ordner Nr. 1 auf der Treppe, ein zweiter befindet sich unten an der Absperrung. thaidos Video zeigt die Polizeisperre in der Nähe des Lichtmastes:

„Das war die polizeikette an der rampe. die haben erst aufgepasst, dass keiner nach oben geht, aba dann haben die leute angefangen den zaun wegzureissen und da hochzuklettern. daraufhin sind die polizei beamten dorthin und haben versucht die leute aufzuhalten, was nich ganz geklappt hat.dann konnten sogutwie alle hoch und runter, da die polizisten da weg waren.“

Auch Lichtmast Nr. 2 wird nun erklommen, vgl ÜK13. Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„(…unverständlich) der südliche Teil der Rampe, da wo es auf die Karl-Lehr-Straße geht. Da wollen jetzt mehrere Hundert eigentlich das Veranstaltungsgelände verlassen, das ist ihnen aber nicht möglich, weil die Karl-Lehr-Straße zusteht.“

16:24 Uhr – ÜK13 zeigt beide Ordner auf der Treppe. 2HProd beobachtet die Mastkletterer. Ein Besucher fordert per Megaphon scherzhaft dazu auf, vom Mast herunterzukommen. Die erste Person ist auf dem Container zu sehen. Besucher beginnen, die Abzäunungen an Brezelstand & Lichtmast niederzureißen, siehe ÜK 13. Todesparade2010 beobachtet, wie die Polizeikette wohl durchbrochen wird, siehe auch ÜK 13.

„Hilflos im Gedränge: die Sicherheitskräfte.“

Blick vom Ende des vollen Westtunnels über die ebenfalls volle Rampe. Die Stimmung ist noch entspannt, es wird „Super Deutschland“ gesungen.

16:25 UhrNils Stump erreicht die Rampe vom Osttunnel. An der Treppe, die jetzt offenbar wieder nur von einem Ordner bewacht wird (?), überwinden erneut zwei Personen den Absperrzaun, Ordner Nr 1 steigt die Treppe empor, ob Nr 2 noch vor Ort ist (evtl unten am Treppenfuß) ist nicht erkennbar. Aus der Menge heraus beobachtet Burkard den einsamen Herrn auf dem Container. Der Feuerwehrmann oben an der Brüstung macht dieses Foto – der erste Ordner hat die Treppe verlassen und steht oben zwischen Absperrzaun und Geländer. Xetzxetzxetz beobachtet die Situation am Lichtmast:

„Hier ist erkennbar wie schlecht der Zaun den Lichtmast schützte (& die leider wenigen Beamten in der Umgebung). Des weiteren wurde der Zaun aus der Verankerung gerissen und (von irgendwelchen aggressiven Vollidioten) hin und her geschleudert, weshalb dieser zur Gefahr wurde. Auf dem Boden war der Zaun danach natürlich eine Stolperfalle. Entweder die Teile stehen bombenfest an so einer Stelle oder man stellt keine hin, ich versteh es nicht.“

Kamera 13 bestätigt diese Schilderungen – Leute erschlagen sich fast mit den Zaunteilen wohl in der Absicht, die zusammengeschraubten Teile voneinander trennen und auf den Boden legen zu können. Die Blockade an der Ostmauer wird aufgegeben, die Polizisten ziehen sich zurück. trampelklette steht am Westtunnel:

„..die Aufnahme habe ich wenige Minuten vor der totalen Katastrophe gemacht! Der Zaun von dieser kleinen Polizeiabsperrung war schon eingedrückt. Kurze Zeit später war es so bedrückend Eng, dass Überlebenswille die Steuerung übenommen hat… bin dann mit Frau, Sohn und Schwägerin über diesen Zaun- vollkommen unberührt der brüllenden Polizei, dass wir wieder zurück klettern sollen (die waren mit ihrem fallenden Zaun beschäftigt), weiter auf das Polizeihäuschen (Container), die Reklamewand hoch zum oberen Geländer – die pure Angst trieb und versetzte jeden in Höchstleistung. Not schweißt zusammen- das kann ich jetzt bestätigen- jeder hat jedem so gut er konnte geholfen da hoch zu kommen! aber leider war nicht genug Hilfe für alle da!“

Crush85de beobachtet Mastkletterer, die sich oben feiern lassen. Menschentraube am Mast. Die Polizeikette 3 wird aufgelöst, was laut Polizeidokumentation von Juli 2010 erst um 16:40 Uhr erfolgt sein soll. Todesparade2010 zeigt jedoch um 16:26 Uhr, dass Leute von oben jetzt nach unten können und sich durch die Massen kämpfen, die hoch zum Gelände wollen. Bei Burkhard sieht man rechts noch vier Polizeimützen aus der Menge ragen. Kommentatorin filiz oruc behauptet:

„Die POLIZEIKETTE hat sich nur aufgelöst weil ein besucher (für mich ein lebensretter) eine gefüllte Bierdose gezielt auf die polizei schmiss NUR dadurch hat diese Kette sich aufgelöst und unbeschreiblich schnell hat die polizei ohne gnade auf verluste (sie traten mit ihren stahlschuhen auf semtlichen füssen auch meine) sich aus den staub gemacht den ging es um ihre eigene sicherheit da mir und allen anderen die polizei noch nicht einmal eine auskunft geben konnte und wenn sie in der situation nicht in der lage sind eigenständig zu handeln ist es für mich fragwürdig ob die den titel POLIZEI haben dürfen.“
Falls dies jemand bestätigen kann, bitte kommentieren!

Björn meint:

„Wäre gestern nicht passiert hätte die Polizei uns nicht den weg versperrt und zugelassen das sich soviele Menschen ansammeln beidseitig. Bis halt die Polizeisperre überrant wurde. Hätte man kontrolliert die Leute nach und nach auf das Gelände gelassen , hätten die Menschen sich oben schon Platz geschaffen.“

Die Polizisten rücken ab, die sich gegenüberstehenden Menschenmassen bleiben sich selbst überlassen. Unter Berufung auf den bisher unveröffentlichten Einleitungsvermerk der Duisburger Staatsanwaltschaft vom 17. Januar zitiert Innenminister Jäger am 19.05.2011 anlässlich einer Aktuellen Stunde des Landtags:

„Im Zusammenhang mit der Errichtung von Polizeiketten im Tunnel- und Rampenbereich ergab sich kein Anfangsverdacht für Sorgfaltspflichtverletzungen.“

16:26 Uhr – auch Humphrey möchte das Gelände verlassen. brunowhite filmt vor der Treppe, wie Menschen die Absperrung überklettern. Oben auf der anderen Seite eilen die ersten Polizisten zum Lichtmast, vgl. ÜK13, unten beobachtet kdher, wie weiter an den Absperrzäunen herumgezerrt wird. Alice, die etwa zu dieser Zeit vom Westtunnel kommt, berichtet:

„(..) Man unterhielt sich während des Ausharrens in dem Gedrängel, dass das ja wohl unverantwortlich sei, was hier los ist, was denn wohl passieren würde wenn es zu einer Panik oder dergleichen kommen würde…
Rechts von mir sah man den Lastwagen oder Container auf dem vereinzelt die Leute versucht haben, die Wand nach oben zu erklimmen, dort oben stand auch ein Polizist. Halblings von mir sah man die Treppe, glaube dort war noch niemand hinaufgelaufen, weiter vorn auf der anderen Seite sah man den Stahlmast und dass einige auf diesen versuchten hinaufzuklettern, dort standen erst 1/3 Polizeibeamte, welche halfen. Keine Ahnung, wie lange wir dort standen, aber man merkte wie etwas in der Luft lag, die Treppe wurde gestürmt, der Mast war auf einmal proppevoll mit Menschen, die hinaufwollten… (..)“

leonebueno16 im Gedränge und auch Letroen ist auf der Hauptrampe. Menschen laufen polonaisemäßig durch die Menge, um sich nicht zu verlieren. Er berichtet, wie es dann bei ihm weiterging:

„Was nach dem Video geschah: Von hinten sah man, dass eine Treppe auf das Gelände führte, also bewegten wir uns in diese Richtung. Schon da wurde viel gedrückt. Als wir bemerkten, dass diese Treppe eigentlich abgesperrt war, war es schon zu spät. Man konnte sich nicht bewegen und wurde mitgerissen. Ich war dann unmittelbar an der Treppe, aber durch das Gedränge konnte ich nicht mehr stehen. Muss wohl entweder über eine liegende Absperrung gefallen sein oder um etwas ähnliches. Ich lag auf dem Bein eines Mädchens, sie war von oben bis unten dreckig, und versuchte mit aller Kraft den Druck auf sie zu verringern, aber es wurde immer weiter gedrückt von hinten. Dann lag noch ein Junge direkt daneben. Ich reichte dem rothaarigen Mädchen meine Hand, aber die Kraft war nicht ausreichend, dass wir irgendwie hochkommten. Das Mädchen schrie um Hilfe und um ihr Leben. Von hinten wurde weiter gedrückt. Sie wurde bewusstlos und ich auch für wenige Sekunden. Ich hielt meine Hand nach draußen, damit mir jemand beim Aufstehen hilft, aber erst nahm sie niemand. Leute kletterten über mich zur Treppe. Irgendwann und irgendwie gelang es mir unter das Geländer der Treppe nach oben zu kommen.“

16:27 Uhr – Kdher steht mitten im Gedränge und beobachtet eine weitere Rangelei oder Stürze und eine scheinbar aufgebrachte Frau, die sich mit der Polizei anlegt. Auf dem Boden liegt ein Zaunelement. Lichtmast Nr. 3 wird erstiegen.

16:28 UhrPolizei in der Nähe des Lichtmastes, es scheint Diskussionen mit Besuchern zu geben. ReinerGötzen blickt auf die Treppe. Auch pizzamanne filmt die Situation an der Treppe, die seit einer Minute massiv bestiegen wird. Security oder Polizei sind nicht zu sehen. An der Seite liegen bereits Zaunteile auf dem Boden, im Hintergrund erklettert ein Mann das Umweltzone-Schild. Der WDR zeigt zwei Personen auf dem Container und Moderator Thomas Bug regt an, noch zur Party zu kommen…

16:29 Uhrcoolwojtek ist auf dem Heimweg und beobachtet die Situation um sich herum. Es herrscht drangvolle Enge:

„Hier sind wir unterwegs nach unten, Richtung Tunnel genauso wie Tausend andere, die einfach nach Hause wollten. Es ist nicht so, wie die Verantwortlichen behaupten, dass die Leute alle die Rampe hoch wollten um aufs Gelände zu kommen. Die im Tunnel wollten hoch und wir wollten runter, deswegen kam es zu dieser Tragödie.“

Todesparade2010 kämpft sich weiter durch heftigstes Gedrängel zum Westtunnel durch, oberhalb der Dixis steht noch der Feuerwehrbeamte, der auf sein Handy blickt. Funka84 beobachtet die Lage von oberhalb der Treppe. Jemand hat die Muße, beim Hochgehen noch zu filmen… Unterhalb des Plakates erkennt man schon jetzt Menschen in höchster Not, die drohen, in der Menschenmenge unterzugehen. Kommentator frsn2 berichtet:

„(..) Auch vor uns war eine Wand von Menschen und alle orientierungslos. Wir wurden rechts in die Sackgasse gedrückt und befanden uns wenige Meter vor der Treppe, deren Absperrung zur Seite gerissen wurde und die ersten Besucher stiegen die Treppe hinauf. Wir gehörten mit zu den ersten die hochkamen. Oben stand ein hoher Polizeioffizier mit 2 Sicherheitsleuten die das Geschen unten beobachteten. Auf meinen dringenden Hinweis, dass sich unten eine Katastrophe anbahnt wurde mir erwidert: Sollen sie doch nicht so viel trinken. Hätte man zu desem Zeitpunkt nach Verstärkung gerufen und die Treppe abgesperrt, wäre es nicht zu den Toten gekommen. So drängte plötzlich alle auf die Treppe als vermeintlich einzigen Ausweg aus der Falle zu. Oben angekommen befanden wir uns auf dem Veranstaltungsgelände, der zu unserer Überraschung nur zu etwa 40 % gefüllt war. Vor allen Dingen das mangelnde Sicherheitspersonal und die fehlende Orientierung waren fatal.“

und:

„Was viele hier nicht zu begreifen scheinen war die Orientierungslosigkeit der Besucher. Als aus dem Tunnel gedrückt wurden, wussten weder wir noch irgendjemand um uns herum, wie es denn weiter gehen sollte. Wir wurden zuerst in den anderen Tunnel gedrückt, aus deren Ausgang uns auch eine kompakte Masse gegenüberstand und ebenfalls drückte. In diesem ganen unteren Bereich sahen wir zu diesem Zeitpunkt weder Polizei, noch Sicherheitspersonal.Erst oben an der Treppe angekommen, sah ich diesen Polizeioffizier mit den 2 Sicherheitsleuten, die nur die Treppe vom hinteren Gelände aus beobachteten und auf unsere verzweifelten Warnungen nicht sofort reagierten. Von ihrem Standpunkt aus konnten sie nur die Treppe beobachten, nicht aber sehen, was sich zwischen den Tunneln zusammenbraute. Die Menge sah nur Besucher auf dem Gerüst hochklettern und die Treppe, auf denen Besucher entkamen. Die Treppe schien wohl allen, wie auch uns, die ungefährlichere Option. Von einem Moment zum anderen wollten dann alle nur noch in Richtung Treppe. Dabei sahen wir von oben, dass der ganze und grosse Bereich nur wenige Meter hinter der Treppe, völlig frei war. Nur wenige Polizei- oder Sicherheitskräfte hätten ausgereicht, die Treppe zu schliessen. Auch jemand mit einem Megaphon hätte die Masse beruhigen und weiter nach hinten leiten können. Mit der offenen Treppe vor Augen entstand überhaupt erst die Massenpanik.“

Zitat aus dem Einsatztagebuch des Ordnungsamtes:

„(..) Druck auf Veranstaltungsgelände wird zu groß (..) Druck auf Veranstalter wg. erforderlicher Durchsagen soll erhöht werden. (..)“

16:30 Uhr – Pablo Mora beobachtet Kletterer am Lichtmast, Thorsten Junker Beamte oberhalb des Mastes. Heartlessroxas15, der sich direkt am Brezelstand befindet, meint:

„This is a video that I recorded at the 2010 Loveparade in Duisburg, Germany while watching the polizei block anyone from coming in or out of a certain area. This could be a probable cause of why the stampede happened. I didn’t understand why they were blocking the people. The angry and possibly drunk ravers even tore the fence down right wear we were standing. Others climbed up a light pole to get to the stage.“

Bei pizzamanne wird es zunehmend enger. Leute schleichen im Schneckentempo die Treppe hinauf, blicken herum, lächeln und erkennen den Ernst der Lage noch nicht, zumal es keine Ordner oder Polizei gibt, die sie antreiben. Maik berichtet:

„Ich selber war am anfang dabei alls es los gegangen ist. Um 16:30 habe ich meiner schwester eine sms geschickt das hier panik ausbricht. ich hab ezum glück eine lücke gefunden wo ich mit meinen leute raus konnte. am anfang wollte ich selbst die treppe rauf aber dan hab ich gesehen wie voll das wurde. ich stand nur 5 meter von der treppe weg. später stand ich oben und habe zur polizei gesgat die sollen die notausgänge aufmachen aber die durften nicht.“

Bericht von Kirsten Candorra:

„Als ich das Gelände gegen 16:30 Uhr genau durch den Bereich 10 Meter tiefer wieder verlasse, kommt es hier bereits zu ersten Zusammenstößen einer größeren Menge, die das Gelände verlässt und einer kleineren, die es noch betreten möchte. Hierbei werden neben der Treppe zum Stellwerk auch einer der gegenüberliegenden Lichtmasten sowie eine Art Gerüst unmittelbar unter dem Fotostandort benutzt. Die Treppe besitzt ein Geländer und ist keineswegs instabil oder ungesichert, wie in einigen Pressemeldungen behauptet wird; einzelne Personen könnten hier problemlos hinaufsteigen. Leider verhält sich die Polizei hier nicht immer kooperativ. Manchen wird die Treppe hinaufgeholfen, andere werden unter leichter Gewaltanwendung von Ordnungskräften hochgedrückt oder offensichtlich völlig planlos auch wieder hinuntergedrängt. Vereinzelt kommt es zu Rangeleien. Einige Personen sind geschwächt oder möglicherweise schon bewusstlos.
Die Stimmung gegen 16:30 Uhr ist bereits gereizt. Bei einigen Teilnehmern spielt Alkohol sicher eine Rolle. Hinweise oder Warnungen über Megaphone etc. gibt es zu diesem Zeitpunkt keine! Der kritische Bereich ist allenfalls 10 Meter lang und liegt zumindest zu diesem Zeitpunkt nicht etwa in der bekannten Bahnunterführung („Tunnel“), sondern am vorderen Ende der Rampe (Bildmitte), genau dort, wo die Einmündung zum Tunnel ist. Dort stoßen die Besucherströme aus mehreren Richtungen aufeinander. Es ist bereits jetzt nicht angenehm, dort noch hindurchzukommen.“

WernerK kommentiert auf DerWesten:

„Es gab keine Schilder, bis auf die Transparente an der Mauer, mit denen versucht wurde, die Besucher nach Reiseziel (!) zu selektieren. Selbst auf dem Gelände wurde auf den Ausgang nur spärlich und irreführend hingewiesen, so dass ich einen Ordner fragen musste. Durchsagen gab es zumindest bis 16.30 Uhr keine, weder seitens der Veranstalter noch der Polizei, obwohl es an Lautsprechern doch nun wirklich nicht mangelte. Viele Menschen haben offensichtlich die Treppe am Stellwerk aus Unkenntnis benutzt oder sind einfach nur orientierungslos herumgelaufen. Alles mit heißer Nadel gestrickt!“

Johannes berichtet in einem Interview:

„(..) Gegen 16.30 Uhr verschärft sich die Situation. D. erzählt: „Viele Menschen bekamen keine Luft mehr. Eine kleine Besucherin musste von einem Mann hochgehoben werden, damit sie atmen konnte. Immer mehr Menschen mussten gestützt werden, übergaben sich und kippten um. Viele weinten.“ Immer mehr Bewusstlose seien wie „Sandsäcke“ die kleine Treppe hinaufgeschleppt worden. Ein Raver, der sich die Stufen hochquetschen will, wird von einem Polizisten nach oben geprügelt, erinnert sich Dixius. „Viele andere Beamte standen am Geländer, griffen aber nicht ein.“ (..)“

16:31 UhrSynth steckt in der Menge fest. kdher beobachtet eine handfeste Rangelei, siehe auch ÜK13. Oben am Lichtmast sind fünf Polizisten sowie ein Lopavent-Mitarbeiter zu sehen, unten stehen drei Beamte in der Menge. Blick von oberhalb der Plakatwand. Evtl versuchen schon jetzt, Besucher auf eine am Boden liegende Person aufmerksam zu machen? Rheinhousen filmt vom Westtunnel, der Mann steht noch auf dem Umweltzone-Schild – bei Thorsten Junker und bei manxqxq ist zu sehen, wie er sich dann an einem Kabel aufs Gelände zieht. Der erste Container-Kletterer hat das Gelände erreicht. Carsten Walter steht mit einigen Polizisten hinter der Absperrung, wo auch ein Rollstuhlfahrer Zuflucht gefunden hat. Eine kollabierte Person wird hinter die Absperrung getragen. Herr Walter im Spiegel-Interview:

SPIEGEL: Waren Sie und der Verbindungsbeamte noch im Container?
Walter: Als der Druck weiter zunahm und die Ersten begannen, am Container hochzuklettern, sind wir raus. Das war der Zeitpunkt, als die Polizeikette auf der Rampe aufgelöst wurde. Zusammen mit anderen Polizeibeamten haben wir uns gegen den Zaun vor dem Container gestemmt, in Wellenbewegungen wurden die Menschen immer wieder an den Zaun gedrückt.
SPIEGEL: Wie viele Polizisten waren es?
Walter: Anfangs etwa sieben. Als die Situation richtig kritisch wurde, haben sich einige in Sicherheit gebracht.
SPIEGEL: Die sind weg?
Walter: Hoch auf den Container und dann hinauf auf die obere Ebene. Vor dem Zaun sind Leute kollabiert, wir haben sie in den sicheren Bereich gezogen. Mein Verbindungsbeamter hat ein Mädchen über die zwei Meter hohe Absperrung gehoben. Für mich ist der Mann ein Held.“

Jochen steht oberhalb des „Bulli-Parkplatzes“ mit Blick auf die durchbrochene Zaunabsperrung. Auf Höhe der Böschungen bewegen sich ca sechs Polizisten, die wohl zuvor die PK3 bildeten, Richtung Rampenkopf – wahrscheinlich, um nun die PK4 zu formieren.

16:32 Uhrpizzamanne beobachtet mehrere Polizisten, die sich durch die Menge Richtung Osttunnel schlängeln. Foto von Ludger. Blick auf den unteren Lichtmast, wo noch zwei Beamte zu sehen sind, welche sich zwei Minuten später zu ihren weiter oben geparkten Bullis bewegen werden, vgl. ÜK13. Kdher blickt vom Osttunnel zurück zur Rampe. Blick von oben auf die aufgestauten Heimgänger.

16:33 UhrChrizzz beobachtet die Situation von oberhalb des Bulli-Parkplatzes – Polizisten sind anwesend, warum räumen sie nicht wenigstens die Zäune beiseite, um mehr Platz zu schaffen? Auch am zweiten Lichtmast wird eifrig geklettert. Humphrey ist noch immer nicht weiter gekommen, auch Deepkisses möchte den Heimweg antreten und wartet in der Menge. Zitat:

„(..) es war für uns nicht ersichtlich, dass der Tunnel mit „kommenden“ Ravern voll war. Es fehlte jegliche Information was sich dort abspielte und warum es nicht weiter ging. Dieses war zu dem Zeitpunkt für uns der einzig bekannte Ausgang. (..)“

Youtuber Habanos2009 meint:

„ich wollte auf das Partygelände und keiner wusste wo hin, es gab keine einzige Durchsage! Keine Aufforderung oder ähnliches. Die Polizeibeamten hatten sich das „Treiben“ von oben angesehen, mit dabei war ein sehr schick gekleideter (ohne uniform) Polizeibeamter, der auch oben stand.“

Janb85 dagegen kommentiert:

„Ich habe mich vorab genauestens über die Örtlichkeit informiert und hatte einen Ausdruck der offiziellen Wegbeschreibung zum Gelände dabei. Ich behaupte mal, dass das Ausmaß der Katastrophe weniger schlimm gewesen wäre, wenn sich jeder Besucher diese Wegbeschreibung vorher mal angesehen hätte.
Ich bin gegen 16:30 noch durch den Tunnel und anschließend relativ problemlos die Rampe hochgegangen. Zu dem Zeitpunkt versuchten allerdings schon Leute die Treppe links und die Masten rechts hochzuklettern. Warum diese nicht einfach geradeaus gingen, kann ich leider nicht erklären.“

Pablo beobachtet eine Frau, der es schon ziemlich schlecht zu gehen scheint. Joelooo1 im Gedränge.

16:34 Uhrcaptainmarco1 wartet geduldig in der Menge. joelooo1 am östlichen Tunnelende: „Ey, es geht hier nicht weiter“. Pablo blickt in Richtung Westtunnel, in der Menge sind drei Polizeibeamte zu erkennen:

No one knew what was going on or where to go, so we started heading towards the other tunnel.“

Auch Tanja bewegt sich orientierungslos zwischen Tunnel und Rampe:

„Ich kann nur bestätigen daß gar nichts beschildert war. Wir kamen von Osten um 16.20 Uhr in den Tunnel, sind erst an der Rampe vorbeigelaufen als uns plötzlich Menschen entgegengerannt kamen. Wir stellten uns an den Rand und haben erst mal abgewartet was passiert. Dann sind wir wieder zur Rampe und haben uns angestellt. Wir standen an der Treppe und dachten das wäre der Zugang. Vor lauter Menschen konnte man gar nichts erkennen. Auf einmal gab es einen Ruck und alles wurde zusammengeschoben. Wir wurden komplett eingeklemmt, wahrscheinlich weil viele dachten die Treppe wäre der Zugang so wie wir auch.“

Die Situation vorm Lichtmast hat sich verschärft, heftige Wellenbewegungen gehen durch die dicht gedrängte Menge, siehe ÜK13. ToWnPzYko befindet sich irgendwo vorm Container im übelsten Gedränge. Jemand meint: „Ich krieg einfach keine Luft mehr, Alter!“ Ein Mann hat die Arme um eine Frau geschlungen, um sie zu schützen.

16:35 UhrPablo blickt in Richtung Rampenkopf. Von oben ist Pizzamanne neben seinem Begleiter mit dem orangen Hut zu erkennen. Die Situation unten wird zunehmend bedrohlich. Polizisten & Ordner treiben jetzt Besucher die Treppe hoch. Katrin kommentiert auf wdr.de:

„wir, die über die besagte treppe flüchteten, waren auf dem weg runter vom gelände !!! keiner von denen die dort hoch sind, wollte schneller nach oben um zu tanzen, wir waren auf dem RÜCKWEG!!! wir sind dort hoch weil die masse so gedrückt und panik gehabt hat dass neben und über uns menschen bewusstlos waren! wenn ich höre dass es einige indivdualisten waren die die panik ausgelöst haben, so fühle ich mich angesprochen, leider zu großem unrecht! wir haben uns nur gerettet nachdem man den ausgang versperrt hat!!!!!!“

Funkspruch Polizei:

Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„31-Kräfte melden Karl-Lehr-Straße im Tunnel zur Rampe kommt es zu lebensbedrohlichen Situationen aufgrund des Drucks, der von hinten kommt. Die Menschen werden da an die Mauer gepresst.“
„Wiederholen Sie noch mal ihre Durchsage nach der Durchsage Karl-Lehr-Straße.“
„Da kommt es zu lebensbedrohlichen Situationen. Die Menschen werden an die Mauer vom Tunnel gedrückt.“

Bericht Polizeihauptkommissar M.:

„Anpassung der Aufträge 15. Bereitschaftspolizeihundertschaft (Köln)
Beibehaltung der Sperre östliche Rampe zur Verhinderung des Zulaufs in Richtung Karl-Lehr-Tunnel (Anmerkung Daphne: Diese Sperre ist seit ca. 10 Minuten gar nicht mehr existent, vermutlich Zeitpunkt des Eintrages.)
Mit zwei Zügen disloziertes Bereitstellen von Eingreifkräften im Bereich Karl-Lehr-Straße/Rampe mit der Maßgabe, bei erkannten Gefahrensituationen bzw. an erkannten Brennpunkten gefahrmindernd einzuschreiten.
Zu dieser Zeit weiterhin starker Zulauf aus dem Tunnel. Ab dieser Zeit erklettern die Besucher den Container des Veranstalters sowie Gittermasten. Kräfte der 15. Bereitschaftspolizeihundertschaft werden an Mauern oder Zäune gedrückt und befinden sich in Lebensgefahr.“

Also die Beamten, die gerade noch am Lichtmast standen, sicherlich nicht….

16:36 Uhr – dieser Überblick zeigt bereits jetzt die Verdichtung im späteren Knäuel-Bereich. Aus dem Bericht von Max:

„(..) Dadurch, dass alle aus dem Tunnel die Treppe sehen konnten, drückten sie in Richtung Treppe. Ich stand mitten drin und verlor einen nach dem anderen meiner 14 Gruppenmitglieder. (..)“

Fünf Polizisten bewegen sich Polonaise-mäßig durch die Menge, auch vor dem Container sind Beamte zu sehen. Blogger Dirk Holtwick berichtet:

„Neben dem Container standen zu dem Zeitpunkt einige Polizisten in Reihe und schauten sich alles an, griffen aber nicht ein. Ebenso im Zwischentunnel selbst. Obwohl schon sehr vereinzelt sehr verzweifelte und weinende Mädchen von kräftigeren Jungs aus der Menge raus geschafft wurden. Sie wurden auch auf die allgemeine Situation und das unerträgliche Gedränge angesprochen, reagierten aber nicht.

MarkusLedwig filmt die Masse von oben. Blick hinunter auf die Menge vor dem Lichtmast und die Rampenmitte. Polizeifunk:

 Jupiter 01 an Egon 10
Brauchen mehrfach Sanitäter, RTW, Bereich Karl-Lehr-Tunnel, da immer wieder Personen kollabieren. Is dringend notwendig, dass diverse Sanitätsteams von dem Veranstalungsgelände runterkommen in den Karl-Lehr-Tunnel.“
„Ja, ist bereits angefordert. Aber ich mach das noch mal dringlich.“
„Ja, die können auch direkt mehrere schicken, weil es wird immer mehr kommen.“
„Kannst du mir ne ungefähre Zahl jetzt schon geben?“
„Negativ. Nicht zu durchschauen. Wir haben mittlerweile schon 4 angefordert. Ich denke es wird sich auch noch weiter steigern.“

16:37 Uhr – Kletterer an Lichtmast Nr. 2 und die volle Rampe. Treppensituation: im Vordergrund schwankt eine dunkelhaarige Frau in der Menge; eine andere hellgekleidete Dame kollabiert, kann aber aufgefangen…

16:38 Uhr – … und über die Köpfe der Menschen hinweg zur Treppe transportiert, dann nach einigen Schwierigkeiten schließlich hochgezogen und um 16:39 Uhr gerettet werden, siehe auch das Video von goonies11000. Die dunkelhaarige Frau schüttet sich Wasser über den Kopf, bevor auch sie schließlich ohnmächtig wird, vgl Video von SpaceCommander77 von 16:39:21 Uhr. Um 16:40 Uhr wird auch sie dann über die Köpfe der Besucher hinweg zur Treppe transportiert und gerettet. Überblick von Peter Malzbender, gegenüber klebt ein Mann am Plakat, unten vorm Lichmast drängt sich die Masse, die Beamten-Polonaise scheint sich Richtung Bulli-Parkplatz zu bewegen. Nachdem auch aggrostar69 am Lichtmast nach oben klettern konnte, filmt er die wogende Menge. Kamera 13 zeigt, wie jemand versucht, am Werbeplakat neben dem Lichtmast hochzuklettern. Die untere Leiste gibt jedoch sofort nach und im Fallen reißt der Kletterer die linke Leiste noch mit runter, die dann eine Frau an der Schulter trifft. Tonymontana 2480 filmt die Wellenbewegungen am Lichtmast von oben. Auch Augenzeugin Stefanie P. befindet sich am Lichtmast:

„Es gab eine starke Wellenbewegung, da lagen Menschen am Boden, Panik brach aus. Nur weil in dem Moment keine neue Wellenbewegung kam, konnten wir die Leute, die vor uns lagen, wieder hochziehen.“

Wuselfuzz fotografiert die Rampe von oberhalb des Containers.

16:39 UhrSpon berichtet am 04.09.2010:

„Die erste (Telefon-)Konferenz, in der die Behörden mit dem Veranstalter (sog. TK2, lt RA Berstermann auch vom Veranstalter einberufen) über die fatale Überfüllung des Tunnels und der Eingangsrampe berieten, kam erst um 16.39 Uhr zustande. Noch während des Krisengesprächs (Dauer: zehn Minuten und elf Sekunden) gab es offenbar bereits Schwerverletzte. „Da war das Unglück höchstwahrscheinlich nicht mehr zu verhindern“, sagte ein Ermittler dem SPIEGEL. Die Schaltkonferenz sei „chaotisch und undiszipliniert“ verlaufen; man habe Maßnahmen diskutiert, die kaum noch hilfreich gewesen wären – etwa die Öffnung eines weiteren Ausgangs auf der Nordseite. Der Stabsleiter der Polizei (Jörg Schalk) habe schließlich verkündet, dass Beamte gerade dabei seien, die Eingangsschleusen in den Tunnel zu sperren – was um 16.55 Uhr auf der Westseite auch geschah. (..)“

Laut Polizeibericht meldet die Feuerwehr an den Führungsstab „panikartige Bewegegungen am Aufgang zum Gelände mit teilweise überrannten Menschen.“ Der Polizeiführer entscheidet daher, den Zugang zum Gelände durch Fahrzeugsperren zu unterbrechen.
Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Zur Kenntnis: Am Zaun habe ich nur noch schwache Kräfte. Einen Zug maximal bestehen aus (…unverständlich) eine Gruppe, das ist der 12/31. Ich bin mit zwei Zügen an der Rampe, der 12/41 verlegt zur Rampe, der entwickelt sich vom Zaun aus (…unverständlich) ist auf dem Weg zur Rampe.“
„12/10 ist verstanden, momentan ist das alles mehr Lagebereinigung, was da bewerkstelligt werden kann. Versuchen erstmal neu zu ordnen.“

filmt hinter der Treppe:

„überall menschen die nach luft rangen, man wurde gebissen geboxt getreten…“

Bericht von Alice:

„(..) nix passierte bis uns auf einmal aus nordwestlicher Richtung eine Menschenmasse wegdrückte, das ganze geschah zweimal, ich hatte Mühe, mich hinter meinem freund zu halten und wurde von dem Druck seitlich erfasst und bin einbeinig hopsend halb auf die Menschen neben mir gedrückt worden. Der Rückschwung war demendsprechend heftig und die Stimmung begann überall zu kippen, die Leute waren allmählich gereizt und ich bekam echt Angst da man nach dieser langen Zeit merkte, das man wie zusammengepferchtes vieh, welches Panik bekam, in einem Graben ohne Ausweg stand!!! (..)“

Tattoodad fotografiert von oben den Container, den Westtunnel und die Treppe, wo weiterhin Frauen aus der Menge herausgezogen werden. Besorgte Polizistenminen oben am Lichtmast, den jetzt mehr und mehr Beamte erreichen und Kletterern behilflich sind. Zwei Damen erklimmen den Mast, …

16:40 Uhr – … wo auch sie dann oben von Polizisten in Empfang genommen werden. Blick auf die Treppe. Auch Burkhard Westphal orientiert sich Richtung Treppe:

„Wie viele andere Besucher habe auch ich versucht über die Treppe nach oben zu kommen. Im Nachhinein war dieses ein grosser Fehler. Dadurch dass Helfer und Polizisten die Besucher an der Seite der Treppe hinaufgezogen haben, war die Treppe fast immer blockiert, so dass man sehr sehr lange warte musste. Hinzu kam noch, dass einige „Idioten“ meinten über die Menge nach vorne kommen zu können, was dazu führte das die Situation eskalierte. Gerade vielen jungen Frauen wurde bei dieser Aktion einfach mit dem Fuss ins Gesicht getreten, welche unter dem Gewicht zusammengebrochen sind. Ich bin schliesslich nach langen geduldigem warten auf regulärem Weg über die Treppe nach oben gekommen. Zu diesem Zeitpunkt war aber unten schon ein Anblick der Verwüstung. Menschen sind zertrampelt worden und zusammengefallen. Viele waren der Ohnmacht aufgrund Wassermangels und Sauerstoffmangels nahe.“

Topgun, der mit seiner Freundin in der Menge steht berichtet:

„Mittlerweile erreichen uns Druckwellen von hinten. Da es so eng ist und wir unsere Füße bzw. Beine nicht bzw. kaum bewegen können, müssen wir diese Wellen mit unseren Oberkörpern ausgleichen. Die Wellen und der Druck nehmen immer mehr zu. 2-3 Meter halblinks vor mir höre ich wie jemand ruft, dass jemand scheinbar Ohnmächtig geworden ist bzw. kollabiert ist. Ich höre wie man lautstark um Hilfe und Vorsicht bittet damit niemand auf den Besucher tritt. Die Hilferufe werden verzweifelter, der Mann droht, wie man aus den Unterhaltungen entnehmen kann, auf den Boden abzugleiten. Was aus dem Mann im weiteren Verlauf geworden ist kann ich nicht sagen denn die Situation wird durch den Druck der Menschen immer brenzliger. Wir schauen zur Treppe wo es mittlerweile immer hektischer zugeht. Bei erreichen der Druckwellen auf die Menschen hört man lautes stöhnen und Schmerzschreie der umherstehenden. Hilfeschreie werden immer lauter an denen ich mich auch beteilige. Ich sehe oberhalb des Westtunnels auf der Rampenmauer 2 Ordner mit hellblauem Shirt. Ich Schreie so laut um Hilfe wie ich kann doch die Ordner wollen oder können mich nicht hören, sie gestikulieren nur mit ihren Armen und scheinen die Situation überhaupt nicht einschätzen zu können. Ich schreie mir die Seele aus dem Leib und winke um Hilfe. Auch zu den hinter uns stehenden Personen rufe ich immer wieder „Aufhören, nicht mehr drücken, Aufhööören, seid ihr verrückt, hier sterben gleich Menschen“!“

Zitat von Benedikt:

Zwischenzeitlich stand ich in der Luft, durch die Masse hoben meine Füße vom Boden ab

Auch Marius berichtet in einem Interview:

„Wir haben bloß gesagt: ‚Bloß stehen bleiben, nicht hinfallen!‘ Und dann hatte ich ein Mädchen neben mir stehen, die sagte dann nur: ‚Ich stehe nicht mehr auf dem Boden.‘ Und dann ist sie auch hingefallen und dann sind wir auch der Reihe nach mit hingefallen.“

Polizeifunk:

 Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„…zur Kenntnis, ich selber verlege jetzt auch zur Rampe, mein Schwerpunkt ist da, wo die Gefahren für die Gesundheit sind.“
„Das ist die Rampe.“
„Ja richtig.“

Bericht von Polizeihauptkommissar M. (Anmerkung v Daphne: 16.40 Uhr ist wohl der Zeitpunkt des Eintrages und nicht des Ereignisses, denn die PK3 besteht seit rund 15 Minuten nicht mehr):

Die Sperre östliche Rampe zur Verhinderung des Zulaufs in Richtung Karl-Lehr-Tunnel muss aufgehoben werden, da der Druck von beiden Seiten auf die Sperrstelle zu groß wurde und diese ohne erhebliche Eigengefährdung der Kräfte nicht gehalten werden konnte. Die Kräfte begeben sich auf der Rampe Ost nach oben, um im oberen Bereich zusammen mit Ordnern des Veranstalters den Personen auf der Rampe zu ermöglichen, den Veranstaltungsraum über die Wälle östlich und westlich in den südlichen Veranstaltungsraum zu bringen und abfließenden Publikumsverkehr nicht über die Rampe Ost das Gelände verlassen zu lassen.“

Auszug Telefonkonferenz, lt RA Berstermann vom Veranstalter einberufen:

Feuerwehr: „Wir müssen eine Druckentlastung erzeugen, weil das Bildmaterial, was ich hier sehe, ist schon beängstigend.“
Polizeiführer S.: Bitte an den Veranstalter. Der Abschnitt Veranstaltungs (…unverständlich) Wir können den Zugang leer bekommen, wenn die Love-Parade unterbrochen wird in dem südlichen Bereich. Weil gerade der südliche (???) Bereich, wo der Zugang drauf stößt, da knubbelt es sich, weil die Floats da (…unverständlich)“

16:41 Uhr – auch am Osttunnel haben sich Menschen auf einen Mauersims geflüchtet. Überblick von wuselfuzz. Oberhalb der Treppe sind Sanitäter zu sehen. Blickrichtung Osttunnel und Westtunnel. Der erste Kletterer, der um 16:32 Uhr über den Container aufs Gelände kam, klettert wieder hinunter, vermutlich, um anderen zu helfen (vgl. Pilsbierchens Analyse hier). Unten am Lichtmast herrscht bedrohliche Enge. Polizeifunk:

Jupiter 01 an Jupiter 25/07
„Wir können auf den Luftbildern erkennen, dass im südlichen Bereich noch jede Menge Freiraum ist für Besucher. Das heißt für Sie, die Rampe südlich zu öffnen und die Leute aus dem unteren Bereich in den Süden abfließen zu lassen.“
„Ja, verstanden.“
„Jupiter 01/10 mit?“

Die Rampe südlich öffnen..? Wie soll das denn funktionieren..???

16:42 Uhr – Blick vom Westtunnel Richtung Lichtmast. Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Über dem Veranstaltungsgelände kreist ein Hubschrauber, vermutlich Polizei, wenn das so ist. Anregung, über der Rampe Lautsprecherdurchsagen zu machen, die Besucher sollen sich die Rampe hinaufbewegen. Wir haben genau am Ausgang Stellwerkhäuschen Riesenprobleme. Zusammenbrechende Menschen…“
„12/10 hab ich Sie richtig verstanden, Durchsagen durch den Hubschrauber in welcher Art?“
„Wenn das ein Polizeihubschrauber ist, zu richten an die Personen auf der Rampe, dass sie weiter in Richtung Rampe nach oben gehen müssen. Im südlicheren Teil Riesendruck.“
„Ja verstanden.“

16:43 UhrLuftaufnahme des Polizeihubschraubers. Blick von oben über die Rampe. Wuselfuzz filmt, wie ein Polizeibeamter über den Container aufs Gelände klettert, wahrscheinlich der EA/F SdV, vgl hier. Auch famorii beobachtet mehrere Beamte auf dem Container und bestätigt so die Aussage von Herrn Walter. Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Dringend Lautsprecherdurchsagen im Bereich der Rampe. Bitte auch über die südliche Veranstaltungsbühne Lautsprecherdurchsagen machen lassen.“
„Ja, verstanden. Wird umgesetzt.“

Anscheinend nicht…

16:44 UhrPabloMora und seine Freunde in der Menge:

„It was getting crowed, some people were crying, screaming, fighting, but most of us were still having fun.“

Coolwojtek hat inzwischen den Container erklommen. Lulu_da_schildkroeta knipst von oberhalb des Containers. Wuselfuzz hat die Lichtmasten im Visier; oben sind 13 und unten am Brezelstand noch zwei Beamte zu sehen. Sicht von unten auf die Treppe: Ein dunkel gekleiderter Besucher scheint die Treppe zu blockieren, Security & Beamte zerren an ihm herum. 123discocow beobachtet dann, wie er mittels einiger Schlagstockpuffe in die Seite von einem Polizisten nach oben getrieben wird, siehe auch hier. Sämtliche Beamte folgen. Matttin1980 erklärt auf Youtube:

„Der Typ der dort „hochgetrieben“ wird, hat sich zuvor trotzig und breitbeinig auf die ca. 80 cm breite Treppe gesetzt. Er hat vorsätzlich die Treppe blockiert. Er wurde erst von dem Polizisten angesprochen, dann angeschrien und dann kam der Schlagstock zum Einsatz.“

Tatsächlich war dieser Herr bereits um 16:40 Uhr auf der Treppe & hat seitlich eine Dame hochgezogen. Als er einer weiteren Frau helfen will, wird er nach oben gedrängt, lässt sich jedoch vier Minuten später erneut auf die Treppe fallen, um zu helfen. Leider ist die Treppe nicht mal einen Meter breit, so dass er dabei sehr viel Raum einnimmt und andere behindert werden. Eine Dame in Blau wird über die Köpfe der Menschen hinweg zur Treppe transportiert, …

16:45 Uhr – … wo sie dann von einem Ordner und einem Besucher hochgeschleppt wird. Auch Thorsten Junker dokumentiert die Situation an der Treppe, B4llistic blickt von oben Richtung Westtunnel, jemand umklammert das Umweltzone-Schild. Pablo blickt zum Container, auf dem neben Filmer Coolwojtek im gelben Oberteil auch zwei Polizisten zu sehen sind, die aufs Gelände flüchten. Auszug aus einem Bericht von Johannes:

„(..) Gegen 16.45 Uhr wird das Atmen noch schwerer. D: „Weil sich vermutlich der Wind drehte, kam stickige Luft aus dem Tunnel geströmt. Viele begannen plötzlich zu husten. Meine Freundin bekam Panik und schlug um sich. Da habe ich mir richtige Sorgen gemacht.“ Die Drei beschließen umzukehren. (..)“

Bloggerin Schwalbe bemerkt, wie Besucher von oben Handzeichen geben:

„(..) Dank der Ansicht von Videos haben wir den Mann entdeckt, der den entscheidenden Hinweis in dem Gedrängel gab. Gegen 16.45 h gab es noch eine kleine Lücke durch die wir mit anderen geschlüpft sind und den noch halbwegs freien Tunnel Richtung Neudorf (Osttunnel) durchlaufen konnten. Wir wissen bis heute nicht, wer der Mann ist, dem wir vertraut haben. Die Aufnahmen sind am Geländer zu dunkel.
Die meisten waren so sehr mit Überlebenskampf beschäftigt, dass sie darauf nicht geachtet haben, was verständlich ist. Meine Schwester hat ihn und seine Hinweise gesehen. Dann sah ich hin. Hören konnten wir ihn nicht. Seine rettenden Handzeichen haben wir richtig gedeutet. Und dann nix wie weg. Es gab Leute, die wir nicht überzeugen konnten mitzugehen. Alle anderen zeigten in Richtung Gelände damit die Leute, die nach Hause wollten, zurück gehen. Es hätte nichts genützt. (..)“

Polizeifunk:

Jupiter 01 an Jupiter 12/10
„Jupiter 01 Anforderung mitgehört, 427 brauchen dringend Unterstützung.“
„(…unverständlich) ist der 01/10 können sie mich aufnehmen?“
„Jupiter 01 für 12/10, ich habe keine Quittung.“
„Dringend Unterstützung (…unverständlich) wir haben hier verletzte Personen.“
„Vorhandene Rettungskräfte?“
Vorhandene Rettungskräfte reichen nicht aus.“
„Wohin sollen die Rettungskräfte kommen?“
„Am… (Stellwerk)Häuschen auf der Veranstaltungsebene Punkt 427.“

16:46 Uhr – auch der Hundertschaftsführer der 15. BPH gelangt über den Container aufs Gelände. DieBramme steht unten auf der Rampe & kommentiert : „Vorne im Tunnel herrscht Massenpanik.“ Überblick von oben Richtung Osttunnel. Gedc blickt vom Westtunnel Richtung Lichtmast, Polizisten geben Handzeichen. Bericht von Alice:

„(..) Man hatte keine Wahl, irgendetwas selbstbestimmt dagegen zu unternehmen, man fühlte sich zunehmends erdrückt wie von Betonwänden, die dich (ob man wollte oder nicht) fremdbestimmt von links nach rechts schoben.
Ich hatte das gefühl, dass da gleich etwas passiert, Leute schrien um Hilfe und auch ich musste mir irgendwie Platz verschaffen und fuchtelte wild mit meinen Armen, um mit aller Kraft die Leute von mir weg zu stoßen, mir ist es erst dreimal passiert, dass ich einfach nur irgendwie handeln musste..
Mein freund bemerkte dies und legte zum Glück seine Arme um mich, um mich vor ihn zu stellen, wir wollten irgendwie zum Mast, Hauptsache raus. Leute, die in die entgegengesetzter Richtung liefen sprachen wir an, ob diese nicht sehen, dass es nicht geht.. keine Ahnung wie lange wir bis zum Mast brauchten, dort angekommen sahen wir hoch. Ein Polizist zeigte mit seinen Armen das wir, die unten standen, links der Mauer entlang hoch auf das Gelände sollten. Aber dadurch, dass man plözlich wieder Platz hatte und Luft bekam, setzten wir uns erstmal hin, wir überstiegen umgetretene bauzäune und setzten uns. Neben uns klappte jemand zusammen und fiel auf einen der bauzäune, sein freund hob ihn auf, doch er schien bewusstlos. Eine polizistin eilte zu ihnen und fragte noch nach Wasser, aber es gab ja nichts in diesem Tunnel oder auf dem Weg hoch!!! (..) Dabei hätten Lautsprecherdurchsagen, die der Menge Anweisungen hätten geben können, bestimmt deeskalierend gewirkt! Stattdessen standen wir alle dort hilflos, machtlos wie Gefangene in einem Kessel, der überzuschwappen begann und oben um uns herum die Wärter, die zusahen und auch nichts dagegen unternehmen konnten….“

Tobias meint in einem Interview:

„„Der Druck von hinten wurde immer größer. Ich habe den Polizisten gesagt, sie sollen ein Megafon nehmen und klare Anweisungen geben.“ Aber nichts kam.“

Zum Thema „fehlender Megafoneinsatz“ äußert sich Erich Rettinghaus von der Polizeigewerkschaft in einem Interview. Carsten Walter behauptet in einer Vernehmung, dass er privat ein Megaphon mitgebracht hätte, um im Notfall Besucher ansprechen zu können. Ein weiteres sei ihm von Lopavent verweigert worden, vgl hier. Nur wo ist dieses ominöse Privat-Megaphon am Veranstaltungstag? Vergessen im Kofferraum..? Käpt’n Bär meint:

„Mit einem etwas besseren “Schulter-Megaphon” hast Du bei solche einer Menschenmenge eine Reichweite von ca 10m in denen die Ansagen zu verstehen sind. (Wenn sie denn ruhig genug vorgetragen werden und die AnsagerIn mit dem Gerät umzugehen versteht. Ich habe Erfahrung im Umgang mit solchen Megaphonen in grossen Demos. Habe schon mehrfach extrem eskalierte, aggressive Situationen beruhigen können.“

Im Spiegel heißt es im Mai 2011:

„(..) Als später die Menschen übereinanderkippen, als sie nach Luft schnappen, keuchen, um ihr Leben kämpfen, als auch die Polizei nicht mehr weiß, was gerade wo passiert, bitten Beamte sogar einen Hubschrauberpiloten, der über dem Gelände kreist, Durchsagen zu machen. Ein verzweifelter Versuch, der scheitern muss. (..)“

Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Durchsagen Hubschrauber?“
„Negativ. Funktioniert nicht.“

Auf der Rampe stehen fünf (lt Baugenehmigung widerrechtlich geparkte) Einsatzfahrzeuge! Da ist kein einziges Megaphon drin? Und was ist mit den Dachlautsprechern? Kaputt? Mikro nicht gefunden? Kommentator „Polizeitechniker“ dazu im Beck-Blog:

„In irgendwelchen Berichten behauptet die Polizei, sie sei nicht in der Lage gewesen eine Lautsprecherdurchsage zu machen, da kein Megaphon vorhanden gewesen ist. Hier merke ich an, dass jeder Polizeiwagen über die Sondersignalanlage mit einem sprachoptimierten Durchsage-Verstärker mit einer Leistung von 70 Watt ausgestattet ist. Ein einziger Polizeiwagen hätte also zum Ansprechen der Menge auch bei hoher Grundlautstärke ausgereicht, um die Raver auf der Rampe und im Tunnel auf den richtigen Weg zu bringen. Polizeiwagen standen selbst direkt auf der Rampe ausreichend zur Verfügung. Die Ausrede mit dem Megaphon ist fadenscheinig. Eine klare Fehlleistung der Polizei…“

16:47 Uhr – Situation bei Pizzamanne an der Treppe. Jemand ruft:

„Hallo! Wir haben hier ne Verletzte! Wir haben hier eine Verletzte!“

Zitat von kocholos:

„(..) die menschen sind Teilweise einfach nur umgekippt und dadurch ist unruhe aufgetreten weil man einfach kein platz hatte sich zu bewegen um den menschen helfen zu können es war total warm gewesen wir haben alle wasser geschwitzt und es wurde schlimmer und schlimmer. (..)“

Gedc knipst vom Tunnel Richtung Lichtmast. Wouter ter Wee von oberhalb der Treppe Richtung Osttunnel, wo sich eine Dame auf ein Verkehrsschild geflüchtet hat. mbreezer filmt am Ende des Osttunnels den Container. Gleich zu Beginn der Aufnahme ist zu sehen, wie Überwachungskamera 16 beim Klettern verstellt & evtl. beschädigt wird. Kay_Arnold beobachtet die Situation am Lichtmast und Brummiboy steht oberhalb des Containers. Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Anlage funktioniert nicht. Haben wir einen LauKw auf dieser Ebene im Bereich der Rampe?“
Da laufen bereits Durchsagen im Bereich des Tunnels.“
„Ich steh im Bereich Tunnel, auf der Rampe. Hier ist keine Durchsage zu hören.
„Anscheinend ist die Kapazität zu leise.“
„Höre stattdessen sehr laute Musik von den Veranstaltungsbühnen. Können wir den Veranstalter dazu bringen, dass kurzfristig zu unterbrechen und über die Lautsprecheranlagen Durchsagen zu veranlassen?“
„Ja ist verstanden.“

Jupiter 12/07 an Jupiter 12/10
„Durchsagen beim Veranstalter sind angeleiert.“

16:48 Uhrgedc beobachtet den Lichtmast. Treppensituation – vier Ordner versuchen, den Menschen aus der Menge herauszuhelfen. Weiter links steht der Kletterer in weiß am Plakat, davor bewegen sich Personen auf der Menschenmenge. Kay Arnold dokumentiert die Situation unterhalb der Treppe und vor dem Osttunnel. Oberhalb des Containers betrachten auch einige Polizisten, darunter auch der Hundertschaftsführer der 15. BPH, das Geschehen. Jemand sagt besorgt:

„So geht das nicht weiter (..) die fallen da um wie die Arbeiter(?)!“

Tobi berichtet auf ravercount:

„ich war dabei als die Massenpanik ausgebrochen ist. Ich stand oben auf dem geländer und habe zusammen mit der Polizei und dem Sicherheitsdienst der LP die Leute mit aus der Masse gezogen. Es war so schlimm zu sehen wie andere einfach nur umgekippt sind. Man war so nah dran und man konnte nicht helfen.“

Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 12/07
„12/07, ihr habt uns gerufen?“
„Jupiter 12/10 ich kann dich nicht aufnehmen.“
„Jupiter 12/07, unser 31 soll (…unverständlich) mit seinen Kräften verlegen (…unverständlich) an den Zaun hier in Höhe Punkt 427. Der 12/31 e.B. Der 12/31 an die be (…unverständlich) Höhe Punkt (…unverständlich) 7 mit seinen Kräften hier zur Verfügung hat.“
„Du, ich kann dich nicht aufnehmen, das ist so ein Genuschel.“
Zum Stellwerkhäuschen Punkt 427, zum Stellwerkhäuschen. Das ist direkt die Grenze zur Rampe.“
„Ich wiederhole: Der 12/31 soll an Punkt 427 verlegen mit seinen Kräften. Ist das richtig?“
„Ja, richtig, zum Zaun Grenze Rampe.“
„Ja, verstanden.“

16:49 Uhr – während des live-Interviews mit Rainer Schaller blendet die Kamera die Kletterei an Böschung und Lichtmast ein. Oben sind noch immer 13 Beamte zu sehen, etwas abseits hält ein Polizist ein Handy ans Ohr. Die Security-Leute versuchen per Handzeichen, den Besuchern den Weg zu weisen. Vor der Plakatwand robben Menschen über die Menge hinweg Richtung Treppe, an der wieder einer Dame über das Geländer geholfen wird. Ein Ordner scheint mit einem Besucher zu streiten. Coolwojtek beobachtet, wie eine heftige Druckwelle die Menge erfasst und Richtung Mauer drückt. Blick auf den Container sowie auf den Westtunnel mit Bulli & Sanitätern, Zitat Spiegel online:

„Die Besatzung des Fahrzeugs hatte den Auftrag, einen Gefangenentransporter auf dem Gelände zu übernehmen, und wusste offenbar nichts von der dramatischen Situation auf der Rampe. Zum Zeitpunkt ihrer Durchfahrt, so sagten die Beamten später aus, sei der Polizeifunk ausgeschaltet gewesen, da sie die entsprechenden Funkkanal-Pläne erst an ihrem Einsatzort erhalten sollten. Bei der Besatzung des grünen VW-Bullis handelte es sich nach SPIEGEL-Informationen um einen Oberkommissar und einen Hauptkommissar von der Technischen Einsatzeinheit aus Bochum. (..) Unterwegs hätten sie noch vier Sanitäter eingesammelt und einige Besucher, die zu kollabieren drohten. Als sie schließlich die Rampe erreicht hätten, sei er überrascht von dem Gedränge gewesen, erinnerte sich der Fahrer. Es sei sehr schwierig gewesen, den Wagen durch die Menge zu steuern. Er habe die umgekippten Zäune gesehen, so der Oberkommissar, und dass Menschen auf Lichtmasten geklettert seien, aber von der tödlichen Eskalation nichts bemerkt. Erst viel später habe er von der Katastrophe erfahren.“

In der Menge vor dem Strake-Schild scheint ein regelrechtes Loch zu sein, was darauf schließen lässt, dass Menschen dort zu Fall gekommen sein könnten, viele klammern sich an das Vorfahrt-achten-Schild, welches dadurch in Schräglage geraten und kaum noch zu sehen ist. Auf der Menge liegt ein Bein mit einem hellen Sportschuh am Fuß. Ein unbekannter Kommentator, der sich am Ende des Westtunnels befindet, berichtet:

„(..) bald merkten wir das es immer schlimmer wurde. Wir sahen, wie die Polizisten versucht haben, die Menschen durch Räuberleiter hochzuziehen. Wir haben versucht zur Treppe zu gelangen, doch dies klappte nicht. Als dannn auch noch ein Poilizei Auto durch den Tunnel fuhr wurde es noch enger. 2-3 Menschen sind auf das Fhzg. geklettert, wurden aber schnell von den Polizisten (Ordnern) runter geholt. Doch die Menschen Masse schrie und die Luft wurde schlimmer. Man konnte sich garnicht mehr bewegen, vorwärts,rückwärts zur Seite alles dicht. Man wurde zwischen den Menschen Massen eingeklemmt,so kann man es beschreiben. Als dann vor der Treppe, Menschen auf den Boden Lagen und das Absperrgitter umfiel (???), schrien fiele nach hinten, das Sie aufhören sollen zu drücken und und in die andere Richtung laufen sollen. Irgendwann hat es geklappt. Wir kamen aus dem Tunnel raus und Namen die Treppe nach oben. Als wir dann jemanden von der Maltester ansprachen ob Sie Wasser für Uns hätten, gaben Sie Uns was. Der Witz ist nur, das die Polizie Autos voller wasser waren aber das es verteilt wurde haben wir nicht gesehen.“

16:50 Uhr – Adam beobachtet den Container, ebenso Thorsten Junker & Pablo:

„At this point I realized that we should leave. It was getting very crowded.“

Bericht von André D.:

„Ich stand in der Nähe des Containers und habe zunächst versucht kleineren Leuten, meist Mädchen, das Atmen zu ermöglichen. Wenig später konnte es für mich jedoch nur darum gehen, selbst auf den Beinen zu bleiben, weil sich der enorme Menschendruck wellenartig ausbreitete. Das ganze Geschehen wurdedabei noch von einigen Polizeibeamten von oben beäugt, ohne einzugreifen. Der einzige Ausweg aus dieser Situation bestand für mich nur darin, den Container zu erklimmen. An dieser Stelle ist zu vermerken, dass nicht alle Polizisten untätig waren. So halfen etwa die Polizeibeamten, die vor dem Container positioniert waren, den Menschen dabei, den Container zu besteigen, obwohl sie auch immer wieder durch den enormen Druck zu Boden gingen. (..)“

Der Blick von oberhalb des „Bulli-Parkplatzes“ zeigt die leere Rampenmitte. Pablo entscheidet, die Rampe über den Lichtmast zu verlassen:

„We decided to climb this metal ladder. This picture was taken a couple minutes before the stampede, and we were lucky to start moving towards the ladder otherwise we would have been stuck in the centre of the stampede.“

Polizeibeamte mit Handy in Lichtmastnähe. Auch oberhalb des Osttunnels beobachtet ein Polizist, der die Hand ans Ohr hält (Funkverbindung?) die Lage. DreamMusic457 filmt von oben. Der Polizeibulli hat die Rampe erreicht, am Container überwindet eine Dame die Absperrung. Mbreezers Video zeigt, wie oberhalb der Treppe zwei Besucher einen Polizisten ansprechen, mit ihm an die Brüstung treten und ihn auf etwas am Treppenfuß aufmerksam machen. Der Beamte beugt sich über das Geländer und schaut hinunter – zwischen Bulli und Treppe sind eingepferchte Menschen zu sehen, die, nun einem noch stärkeren Druck ausgesetzt, hilflos die Arme emporrecken. Aufgrund der schlechten Bildqualität lässt sich schwer beurteilen, ob es sich hier unten links um bewusstlose Personen handelt, was aber anhand eines Kommentars von Youtuber „aufjedeNN“ recht wahrscheinlich ist:

„(..) Noch bevor die massenpanik ausgelöst wurde, lag eine Bewustlose person mit dem Kopf auf dem vordermann. Das war auf der Höhe des Roten Plakates rechts vom Tunnel. Wasser und Backpfeifen haben nichts genütz, zuwinken und rufen nach sanitäter + ordnern ebenfalls nicht. Die haben höchstens zurück gewunken (Anm. v Daphne: was übrigens auch hier und hier von Patrick berichtet wird). Das war ungefähr 5-10 min vor der Massenpanik. Was mit ihm passiert ist ? keine ahnung. Irgendwann war er weg..“

Zitat von Patrick:

„Es herrschte da unten die reinste Todespanik, wir haben alle geweint und geschrien. Wir haben den Polizisten zugewinkt, damit sie uns rausholen, und die Polizisten haben zum Teil einfach zurückgewinkt. (..) Mein Freund Nils hat mir Frischluft zugepustet, weil unten in der Menge kein Sauerstoff mehr war.

Bericht von Steffen:

„Ich war auch dort und (..) vor der Treppe im gedrängel und musste sehen wie Menschen zerdrückt wurden und stehend in ohnmacht gefallen sind .. Wir haben versucht soviele wie möglich über die Köpfe wegzutragen doch es wurde imme rmehr gedrückt etc… schrecklich..“

Zitat von Youtuber tmontanawtal:

„es ist unvorstellbar. da war wie ein wirbel. man merkt das nicht, aber wenn es zu spät ist, machste nix mehr ausser beten. war 2 std da, brüllend heiss, kamm nicht an mein wasser ran das im rucksack war, konnte nicht bestimmen wo es hingeht, arme hab ich immer unten gehabt da ich die rippen schütze um genug sauerstoff zu bekommen, und dann immer die augen, schreie, angstschweiß, leute stehen neben einen ohne bewusstsein und keiner von der hundertschaft hat was gesehen oder gehört? sorry“

16:51 Uhr – der Bulli ist in der Menge steckengeblieben. Blick von oben auf den Container. DeMilde blickt von oben auf Container und Westtunnel. Gegenüber sind Fotograf Uwe Weber sowie Coolwojtek zu sehen, der zeitgleich filmt, wie der Rollstuhl auf den Container gereicht wird und Carsten Walter mit einigen Polizisten hinter der Absperrung versucht, den Zaun vorm Umkippen zu bewahren bzw. einen Durchbruch der Masse zu verhindern. Dazu MBausE auf Spon:

„(..) zu uns sagte ein Beamter am Zaun des Containers wir sollen helfen den Zaun zu halten sonst sind wir alle Tod. Das sagt doch schon alles. Dabei stiegen mir zwei Leute über den Kopf auf den Container. Da sind sachen abgelaufen die weder gesteuert noch im nachhinein erklärbar sind. Eine Freundin ist auch knapp 165 cm die hatte die ganze Zeit einen Ellebogen im Gesicht und Todesangst das sie erwürgt wird dadurch der jenige mit dem Ellebogen war nicht in der Lage den Ellebogen wegzuziehen auf Grund des Druckes. Das ist die Lage gewesen, wer einmal darin war der kam nicht mehr raus. (..)“

Situation an der Treppe, wo eine Frau sich kaum auf den Beinen halten kann, & oben am Lichtmast. ChriseyyOo berichtet:“

(..) so ca 16:45 ich weiß es nicht wann, aber so um den dreh kurz vor 17uhr bin ich diesen lichtmast hochgeklettert, ich half oben einen jungen mädchen als ich gemerkt hab das die rechts von mir abstürtzt weil sie den halt verloren hat, hab ich sie mit mit rechts umklammert und hochgehalten wärend ich mit links versucht habe am mast den halt zu sichern, es war oben am mast, sie hat den halt beim wechseln auf die brüstung verloren. der polizist oben hat mich nur angeschrien ich solle sie festhalten, das tat ich auch und schob sie nachoben als der polizist sie sicher hatte, ich glaub wäre ich nicht gewesen, wäre sie vill runtergefallen und verstorben. (..)“

16:52 Uhr – Blick auf den Lichtmast. Erstaunlich… einige Beamte oben an der Treppe können noch lachen, während Ordner versuchen, die Menschen unten zu erreichen und hochzuziehen. Der Bulli fährt weiter. Marcel meint:

„Die Leute drumherum waren völlig panisch“

Tristan beobachtet den Container, vor dem der Bulli wieder zum Stehen kommt, ebenso KayArnold. Wuselfuzz beobachtet den Eurocopter, der über dem Gelände kreist. Polizeifunk:

Jupiter 12/07 an Jupiter 12/10
„Bei uns versuchen sie das Nottor in Höhe unseres Punktes 4 aufzudrücken. Das kriegen wir mit ganz ganz schwachen Kräften im Augenblick da noch geregelt. Der Einunddreißiger hat sämtliche Kräfte an der Rampe. Er steht persönlich noch hier mit einer Halbgruppe. Wir kümmern uns nicht mehr um den Zaun zur Autobahn.“
„Wo ist der 31 mit seinen Kräften?“
„Seine Kräfte stehn fast zur.. fast zur Gänze schon auf der Rampe mit dem 21. Er selber steht mit einer Halbgruppe noch hier.“
„Halbgruppe verlegen auf alle Fälle. Ich brauch hier mindestens nen Zug ohne eine Gruppe am Punkt 427.“
„Du brauchst alle Kräfte 427, ist das richtig? Dann drücken sie uns die Tore hier aber auf.“
„Ja das ist egal.“

Auszug Telefonkonferenz:

„Feuerwehr: Wenn da Panik entsteht, dann lieber die Autobahn aufgeben an der Stelle.“

16:53 Uhr – Blick von oben auf Osttunnel, Bulli & Container sowie in Richtung Westtunnel. Bei matosk980, der zwischen Osttunnel und Container steht, herrscht drangvolle Enge. Zemzem knipst oben an der Treppe. Auch Synth beobachtet die Situation an der Treppe. Ein Fuß ragt senkrecht aus der Menge heraus… Wuselfuzz dokumentiert, wie Leute sich am Container an Kabeln hochziehen, DeMilde die Situation am Lichtmast. Die Menschen strömen weiterhin hinter der Polizei-Absperrung Richtung Böschung, um von dort aufs Gelände zu klettern. Polizeifunk:

 Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„Sie haben das mit. Wir haben sowohl in Höhe unseres Punktes 4 und 5 Druck auf die Notausgänge. Die versuchen jetzt da durch zu kommen.“
„Ja, ist verstanden.“
„Zu Ihrer Kenntnis: in Höhe Punkt 4 also werden wir unsere Kräfte jetzt abziehen und alles zur Rampe schmeißen, weil da Gefahr für Leib und Leben besteht. Das wird, werden die Ordner dieses Tor hier wahrscheinlich alleine nicht halten können.“
„Ja, verstanden, dann ist das so.“

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
Ich fordere an eine Hummel (Hubschrauber) für Lautsprecherdurchsagen auf der Rampe. Ich fordere eine Hummel für Lautsprecherdurchsagen.“

16:54 UhrPolizeifunk:

Jupiter 01 an Jupiter 12/07
„12/10 ist bei uns nicht durchzukommen, übermitteln Sie.“
„10 fordert an eine Hummel für Lautsprecherdurchsagen. Anforderung, eine Hummel für Lautsprecherdurchsagen. Eine Hummel für Lautsprecherdurchsagen.“
„Ja, ist verstanden.“

Jupiter 01 an Jupiter 12/07
„Nach Rücksprache: es ist technisch nicht möglich die derart zu beschallen, dass es durch die Hummel technisch in der Lage wäre die Leute zu erreichen.“
„Hab ich verstanden, aber bitte für das Protokoll.“
„Ja, verstanden.“

struppi04 steht auf der Rampe etwas weiter oben und auch er beobachtet das Klettern am Container. Aufgrund der Sperre an der oberen Rampe ist um diese Zeit dort in der Mitte schon wieder mehr Platz, die Leute können recht bequem durch die Menge laufen, während im Treppenbereich das Drama seinen Lauf nimmt. Polizei oder Security, die versuchen würden, die Leute die Rampe hochzuschicken, ist nicht zu sehen, lediglich von oben hört man Rufe einiger Besucher, die die Leute dazu auffordern, einfach die Rampe hinaufzugehen, was zeigt, dass ein Megaphoneinsatz der Polizei durchaus Sinn gemacht hätte. Coolwojtek filmt von oben heftige Wellenbewegungen der Masse, die auch in diesem Video deutlich zu sehen sind. Wurden sie von dem weiterfahrenden Mannschaftswagen ausgelöst? 2sexforeyes filmt unten zwischen Container und Osttunnel. Zitat Spon:

„Der erste Notruf bei der Polizei geht ein. Die Rede ist von „mehreren Verletzten“.“

16:55 Uhrder Zugang West wird endlich abgeriegelt.
Blick auf den Container. Frank H. beobachtet das Geschehen aus sicherer Distanz, Verena aus der Menge. Blick von oben über die Rampe Richtung Westtunnel. Am Lichtmast wird weiter geklettert. Oben stehen mindestens 13 Polizisten. Oberhalb der Treppe sind zwei Sanitäter zu sehen. Coolwojtek filmt heftige Turbulenzen und Unruhen in der Masse, ein kräftiger Herr in schwarzem Tshirt und weißer Weste verpasst einem Mann eine Kopfnuss (Minute 1:25). Zitat von Marv:

„(..) Erste Schreie, die Aggression in meiner unmittelbaren Umgebung steigt. Ich bekomme völlig unerwartet eine schmerzhafte Kopfnuss und drehe mich um. „Wenn du mich nocheinmal schlägst, bring ich dich um!“ schreit mich ein Hühne von Kerl an. Ich bin maßlos überrascht und starre ihn mit offenem Mund an und frage, was ich denn bitte getan habe. Er sagt, ich habe ihn mit der Hand auf die Nase geschlagen. Tatsächlich habe ich aber nur einen Arm heben wollen, um ihn schützend um die Freundin meines Begleiters zu legen. Dabei muss ich ihn wohl erwischt haben. Eine leichte Unruhe ergreift mich nun ebenfalls. Das ist unerhört, auf einem Techno-Event eine solche Aggression. Das verunsichert mich. Ich rede auf ihn ein, entschuldige mich und sage, er solle sich doch nicht… doch er rempelt sich mit aller Gewalt an uns vorbei und „stürmt“ irgendwo hin. Bis auch er wieder feststeckt. (..)“

Zwischen Plakatwand und Treppe ist jetzt verstärktes Überklettern zu sehen. BStadtFilms beobachtet die Treppe:

„Es wurde nur gedrängelt, geschubst, Agressionen der Menschen,warmer Luft und stickig. Einfach furchtbar! Ein paar Meter neben uns riefen Menschen nach Sanitäter,wir riefen mit aber die Polizei oben auf dem Gelände reagierte nicht. Da man direkt aus dem Tunnel auf die Treppe sehen konnte,war dies von vielen als einzigster Ausweg gesehen. Das rechts weiter der Zaun eingerissen war und man dort problemlos aufs Gelände kam,war nicht ersichtlich denn die ganzen Menschenmassen blockten die Sicht.“

Ab Minute 0:15 ist dort eventuell das spätere Todesopfer Giulia Minola zu erkennen..? Youtuber dortmunder30 berichtet:

„ich bin um 16:55h oben auf der Treppe angekommen. Das war schätzungsweise 5-10 Minuten vor dem Umkippen der Menschentraube vor der Treppe. Panik war vor der Treppe schon bereits ab 16:30h, kein Sauerstoff und heiss durch die Körperhitze….es war als würde man sich zum rettenden Ufer durchkämpfen, nur dass man nicht schwimmen kann und nur sehr langsam vorwärts kommt….“

Kocholos:

„(..) Die menschen wollten einfach nur weg doch es gab keinen ausweg wir haben versucht alle in eine richtig zu drücken doch das ist dann schief gegangen und die ersten sind auf den Boden gefallen genau neben mir und dann wurde immer weiter gedrückt immer weiter bis ich auch auf den boden bzw auf die menschen unter mir gefallen bin alle am schreien „HILFE“ „HILFE“ doch es war zwecklos ich hatte noch nie so eine angst zu Sterben bis zu diesem zeitpunkt wo ich dort hingefallen bin ich hatte keine chance mehr aufzustehen weil ich mit meinen Füßen nicht den Boden erreichen konnte und ich von der anderen seite von den menschen so stark gedrückt worden bin das meine beine eingquetsch waren doch ich hatte auch angst die menschen unter mir zu verletzten doch ihrgenwann konnte mir jemand beim aufstehen helfen und ich sagte nur zu ihm “Bitte Helfe mir wir müssen zusammen hier raus” ich hatte wieder boden unter den füßen und dann sagete ich zu ihm “Halte mich fest halte mich fest” ich klammerte mich um ihn weil ich so eine große angst hatte das ich wieder Hinfalle und die menschen masse mich zerdrückt . (..)“

Blick von oberhalb des Containers auf den Polizeibulli, in den offenbar noch eine Person eingeladen wird. Erste Rettungskräfte werden alarmiert, ein Sanitäter berichtet in einer TV-Reportage. RA Berstermann berichtet im Auftrag der Stadt vor dem Innenausschuss, vgl hier:

„(..) Die nächste Telefonkonferenz begann um 16:55 Uhr. Dort wurde auch weiter intensiv über Maßnahmen diskutiert. Zu diesem Zeitpunkt – die ging bis 17:12 Uhr – war den Beteiligten noch gar nicht bekannt, dass überhaupt etwas passiert war. (..)“

16:56 Uhr – Blick von oben auf die Menge vorm Lichtmast, in der auch drei Polizisten zu sehen sind. Goonis11000 filmt hektische Bewegungen um das offenbar unter dem Druck der Masse bereits abgebrochene und lediglich hochgehaltene Umweltzone-Schild am Westtunnel, welches schließlich in der Menge verschwindet. Oberhalb des Eingangs zum Westtunnel lässt ein Mann ein Kabel hinunter in die Menge, was auch oben von coolwojtek beobachtet wird. Die Absperrung um Dixis & Container wird zunehmend demontiert. Am Plakat versucht jemand, sich an einem dünnen Kabel hochzuziehen, davor überklettert ein Mann die Menge. Blick auf die Treppe. Phollux, der sich mittig auf Höhe der Treppe befindet, hat dort gut Platz:

„Anfangs dachte ich erst, was machen die denn da? Bis mir klar wurde in welcher Panik sich die Leute befanden.“

Klausmetzdorf befindet sich unten auf der Rampe am Polizeibulli. Das Martinshorn geht an, der Fahrer versucht, sich den Weg durch die Menge zu bahnen, eine Ansprache an die Umstehenden per Dachlautsprecher erfolgt jedoch nicht. Blick auf den Container, die Leiter wurde soeben hinunter gelassen. Bericht von André D.:

„(..) Hatte man dann das Dach des Containers erreicht, war man auf die Hilfe von Besuchern der Loveparade angewiesen, die die Menschen von oben auf die rettende Veranstaltungsebene hochzogen. Von den offiziellen Sicherheitskräften fehlte weiterhin jede Spur. Als ich gerade auf die Veranstaltungsebene hochgezogen wurde, wurde nur eine kleine Leiter auf das Dach des Containers gestellt. Ich möchte also festhalten: Das erklimmen des Veranstaltungsgeländes über den Container erfolgte von sämtlichen Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt an dieser Stelle befanden, ausschließlich deshalb, um ihr Leben zu retten. Die Behauptung, dass die Leute den Container nur bestiegen um schneller auf die Veranstaltungsgelände zu gelangen, ist eine bodenlose Unverschämtheit.“

Dennis R. beschreibt die Situation in einem Interview. Polizeifunk:

12/10 an Jupiter 01
„12 an der 11er Kreuzung, Punkt 427 ist noch nicht ausreichender Rettungsdienst da, wir brauchen Kapazitäten 20 Personen.“
„12/10 übermitteln Sie an Ihre 07er, Sie sind noch schwerlich aufzunehmen.“
„(…unverständlich) Punkt 427 Rettungsdienst erforderlich für weitere 20 Personen, das ist hier immer noch nicht ausreichend.“

Jupiter 01 an Jupiter 25/07
„In der Mitte der Hauptrampe befindet sich eine Gitterlinie, diese mögen Sie dort wegräumen, die Gitter zur Seite legen und diese freigeben.“

16:57 Uhr – Polizeifunk:

 Jupiter 01 an Jupiter 25/07
„Ja, der 21 meldet, dass die Gitter miteinander verbunden sind, die können nur mit Werkzeug voneinander gelöst werden, für Sie vor Ort ist das nicht zu machen.“

Uwe Weber knipst von oberhalb des Westtunnels. Eine Person, die zuvor scheinbar bewusstlos über die Köpfe hinweggereicht wurde (vgl. coolwojtek ab 16:56:38 Uhr), versinkt kopfüber in der Menge – nur noch die schwarzen Stiefel ragen hervor. Wahrscheinlich ist es aber nicht die Person, die ab 16:56:58 Uhr von RippkomNox beobachtet wird, denn diese scheint graue Sportschuhe zu tragen..? Bisher gingen wir davon aus, dass eine der beiden durchgereichten Personen später hier gefunden wird, vgl Artikel. Mittlerweile ist aber anhand der Kleidung und Schuhe dieser Verstorbenen anzunehmen, dass dies nicht der Fall ist und es sich um drei unterschiedliche Personen handeln dürfte.
Treppensituation mit Zivilpolizei..? Blick von oben auf Lichtmast, Bulli & Container. Ein Teil der Abzäunung ist inzwischen verschwunden. Unten am Lichtmast sind vier Polizeibeamte zu sehen, die vermutlich versuchen, die Leute vom Klettern abzuhalten. Bundphotography beobachtet den Container von unten. Polizeifunk:

Jupiter 01 an 12/10
„So, jetzt kann ich dich aufnehmen. Was willst du noch haben?“
„An meinem Punkt muss Rettungsdienst her für mindestens noch 20 Personen, ich hab wiederkehrend angefordert, es kommt nichts nach.“
„Punkt 427, ist das, ist das richtig?“
„Richtig, das ist das Stellwerkhäuschen direkt an der Rampe.“
„So wird umgesetzt. 427 Rettungspotential für 20 Personen.“

Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„Ihr habt das so mit, wir brauchen hier Punkt 427 noch Rettungskapazität für 20 Personen. Steuert ihr das bitte von oben?“
„Ja, verstanden. Stellwerkhäuschen, richtig?“
„Genau da.“
„Wird umgesetzt.“

16:58 Uhr – Polizeifunk:

 Jupiter 01 an Egon 10
„Wir benötigen am Punkt 427, ist am Stellwerkhäuschen, Rettungssanitäter für 20 Personen, die nach Kreislaufproblemen behandelt werden müssen. Konnten Sie mich aufnehmen?“
(Erst keine Antwort trotz mehrfacher Versuche) „Hier ist der Jupiter 01, konnten Sie meine Durchsage bezüglich Punkt 427 aufnehmen?“
„Punkt 427, war das die Durchsage mit dem RTW zur Kremerstraße?“
„Nein, wir benötigen am Punkt 427 Sanitätspersonal für 20 Personen nach Kreislaufproblemen.“
„Jupiter 01, Sie sind nicht aufzunehmen. Ihre Hintergrundgeräusche sind so hoch, da kann ich nichts verstehen.“
„Ja, das ist verstanden. Benötigen am Punkt 427 Sanitätspersonal für 20 Personen nach Kreislaufproblemen.“

Die Absperrung vorm Container kippt unter der Last der Kletterer nach hinten in die Menge. Jemand schiebt die Zaunteile neben der Treppe beiseite. Zwischen Plakatwand und Treppe ist massives Überklettern von eingekeilten, teils übereinander liegenden Menschen zu sehen: „Die liegen alle!“ Zitat kocholos:

„(..) Neben mir langen die ganzen menschen zweireihig übereinander und schriehn nach hilfe guckten mich an streckten mir die arme zu das ich in aufstehn helfen soll ich versuchte alles um ihnen zu helfen doch man hatte keine chance ihnen zu helfen da nicht genügen platz war um sie hoch zu heben….(..)“

Jaco beobachtet, wie ein Ordner einem älteren Herrn hilft, das Treppengeländer zu überwinden, ebenso drumcutCOM. Der grüne Bulli setzt seine Fahrt nach oben fort. Adam beobachtet Lichtmast & Container.

16:59 Uhr – der ältere Herr steigt die Treppe empor. Menschentrauben auf den Dixi-Klos und dem Container. Blick von oben Richtung Westtunnel, offensichtlich liegen rechts vor dem Eingang Menschen am Boden, am Plakat steht noch der grüne Kletterer. (Achtung, heftig!) Pizzamanne befindet sich im Knäuel zwischen Plakatwand und Treppe und filmt massives Überklettern. The1Art1of1hell (Achtung, heftig!) filmt oberhalb der Treppe, wo Menschen sich fast die Lunge aus dem Hals schreien, um deutlich zu machen, dass der Weg zur oberen Rampe frei ist. Youtuber Hannoi kommentiert:

„Eine Freundin von mir war da und die hat mir nur erzählt, dass sie überhaupt nicht gewusst haben, dass es dahinter so leer ist. Die hatten irgendwie alle die Meinung die Treppe sei der einzige Fluchtweg und alles zog dahin und wurde so zur Todesfalle.“

Topgun meint:

„Es entwickelt sich in der Folgezeit bei mir ein regelrechter Tunnelblick, ich fixiere mich nur noch auf die Treppe die so nah ist und doch unerreichbar erscheint!“

Bericht von Sascha:

„Es war wie im Krieg. Jeglicher Verstand war weg. Panik pur! Ich dachte ich komm aus dem Teufelskreis nicht mehr raus. Vor mir lagen 2 Mädchen mit Schuhabdrücken im Gesicht auf dem Boden. Ich wollte sie hochziehen, hab es nicht geschafft. Musste sie zwangsweise weinend & schreiend zurücklassen. Als ich über die Treppe flüchtete sah ich die ganzen Verletzten & Leichen.Wollte nur noch weg!“

Polizeiinspekteur Wehe berichtet am 02.09.10 vor dem Innenausschuss, vgl Protokoll:

„(..) Nach den Eindrücken der Einsatzkräfte vor Ort gab es im Bereich der Tunnel und der Rampe ein sehr unterschiedliches Bild. Teilweise waren Flächen sehr gut begehbar, teilweise war es so eng, dass Polizeiarbeit überhaupt nicht möglich war. Nach Schilderungen benötigte eine Gruppe Polizeibeamter für eine Strecke von nur 300 m eine Zeit von 40 Minuten. Die Beamten schilderten die Situation wie folgt – Zitat –:
Es bestand eine gewaltige Geräuschkulisse und ein magischer Sog auf die Treppe. Auch das Wegweisen durch Zeichen oder Anschreien half nicht. Was uns so belastet hat und weiter belastet, ist, dass kurz vor der Unglücksstelle ausreichend Platz war. Die Sicht auf die Toten und Verletzten, die auf einer sehr engen Fläche lagen, war aber durch die Menschenmenge davor versperrt. Wir erlebten völlig gegensätzliche Situationen und Menschen. Da gab es die Gruppe der feiernden Menschen, die von den Ereignissen nichts mitbekommen hatten. Diese fragten uns nach Toiletten oder Zigarettenautomaten. Daneben die Verzweiflung der Menschen, die unmittelbar vor den Toten und Verletzten standen. – Zitatende. (..)“

Zitat Innenminister Jäger vom 19.05.11 unter Berufung auf den Einleitungsvermerk der StA Duisburg von Januar 2011:

„Im Hinblick auf das Handeln der Polizei am Veranstaltungstag ergab sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft erst mit Beginn der kritischen Menschenverdichtung im Rampenbereich eine strafrechtliche Verantwortung für einzelne Polizeibeamte. Letztlich ist ein Anfangsverdacht gegen einen Polizeibeamten bejaht worden. Hierbei handelt es sich um den Einsatzleiter des Polizeieinsatzes (Kuno Simon). Weitere Vorwürfe gegen die Polizei haben bislang nicht zur Annahme eines Anfangsverdachts geführt.“

Goonies11000 beobachtet den grünen Bulli, der nun – jede Menge Menschen im Schlepptau- seinen Weg nach oben fortsetzt. Polizeifunk:

Jupiter 12/11 an Jupiter 12/07
„Wir bekommen die Leute jetzt von der Rampe in das Veranstaltungsgelände.“

Jupiter 11/07 an Jupiter 01
„Hier ist noch mal der Jupiter 11/07. Wir haben immer noch das Problem, dass Leute vom Veranstaltungsgelände runter wollen und wahrscheinlich an Punkt 390 (untere Rampe/Container) von Polizei zurückgedrängt werden. Bei unserem 23 sind vermehrt Leute aufgeschlagen, der steht an Punkt 418, die ihm sagen, dass sie zu 390 gegangen sind, um da das Gelände zu verlassen, sie aber von Polizeikräften zurückgedrängt wurden und über diesen Ausgang das Gelände nicht verlassen können.“
„Ja, das ist zur Zeit richtig, weil das gesperrt ist, weil zu viele Leute auf das Veranstaltungsgelände drauf wollen und da wärs jetzt auch wohl nicht glücklich runterzugehen. Das wird dem Stab berichtet und dann über eine Lösung nachgedacht.“

Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„Auf dem Veranstaltungsgelände wird das Problem etwas dramatischer geschildert, dass wirklich viele Leute da runter wollen aber zurückgeschickt werden, das Gelände nicht verlassen können und dass da aber zügig ne Entscheidung getroffen werden müsste, nach Aussage der Kräfte, die jetzt nun mal vor Ort am Platz sind.“
„Ja ist verstanden.“

17:00 Uhr – dkutt1 hat sich auf die Toilettenhäuschen geflüchtet & filmt von dort aus das Chaos. Carsten Walter befindet sich noch an den Überresten der Container-Umzäunung. Zeitgleich dokumentiert Thomas Kraus Tumulte am Eingang zum Westtunnel, einige versuchen, Menschen aus dem Knäuel zu befreien, andere scheinen sich selbst freizustrampeln, eine Person fliegt regelrecht über die Menge, mittendrin der einsame Schupo. Adam beobachtet die letzten Mastkletterer. Aus dem Bericht von Matthias:

„(..) Auf der Rampe standen auf der Ostseite mehrere Mannschaftswagen der Polizei. Hier habe ich um 17.00 Uhr zwei Polizisten angesprochen und sie aufgefordert mit einem Megafon den Menschen den richtigen Weg zu weisen, womit ich jedoch mit den WortenWir arbeiten dran.“ abgespeist wurde. Mit einer schlichten Lautsprecherdurchsage, dass die Ankömmlinge den richten Weg zum Veranstaltungsgelände sprich zur Rampe einschlagen sollen, hätte die Situation entschärft. Mannschaftswagen verfügen nach meiner Kenntnis über eine Lautsprecheranlage. (..)“

mbreezer filmt vom Ausgang des östlichen Tunnels massives Überklettern an der Treppe. Auch sieht man etwa drei Polizisten, die sich am Tunnelnde mit Besuchern unterhalten – vielleicht versuchen sie Besucher von der Rampe fernzuhalten? Augenzeuge Didi S. berichtet in den Ruhrnachrichten:

„Ich war genau mittendrin“, berichtet unser Kolumnist Didi S. Der 33-Jährige wollte früher gehen, um nicht mit hunderttausenden von Menschen gleichzeitig zum Ausgang zu strömen. Er erlebte gegen 17 Uhr, wie an der Rampe zum Tunnel Menschen aus der Masse hochgezogen wurden. „Ich dachte, das wären Betrunkene.“ Den Ernst der Lage habe er da noch nicht erkannt und offenbar viele andere auch nicht. „Wenn mehr Leute realisiert hätten, was da abgeht, wäre noch mehr passiert“, ist er überzeugt.

Nicolas, der das Gelände verlassen möchte, berichtet:

„Die Polizisten zeigen mit den Händen, dass die Menschenmenge die Stelle an der Treppe verlassen soll. Links stehen Beamte an ihren Autos und beruhigen die Menschen. „Es gibt keinen Ausgang. Bleiben sie hier, das ist am sichersten“, sagt eine Polizistin auf meine Frage, wie wir denn nun hier weg kommen. Wir gehen wieder an den Hang, von dem wir schon zu Anfang aus Fotos gemacht haben. Erste Zweifel über die Organisationsfähigkeiten des Veranstalters werden laut. „Vorne müsste sich nur jemand mit einem Megafon hinstellen, dann wäre einiges einfacher.„“

17:01 Uhr – TheEddi filmt aus der Menge heraus das Geschehen an der Treppe. Der Schupo steht am Rande des Knäuels und scheint zu telefonieren:

Notruf 89, PK S. ruft vom privaten Handy den Polizeinotruf an:
„Polizei Duisburg.“
„(Geschrei im Hintergrund) Hallo S. hier. Wir haben hier eine tote Person. Eine Person ist ex. Direkt am Ausgang. Am Ausgang, am Eingang zur Loveparade. Am Eingang zur Loveparade. Eine tote Person, vielleicht auch zwei. Vielleicht auch zwei. Bitte Notarzt. Wir brauchen Notarzt. (Eine weibliche Person äußert im Hintergrund „Du musst jetzt auflegen, damit die jemanden schicken.“)“

Jupiter 25/07
„Sie haben das mit dem Sanitäter, den wir an der großen Rampe brauchen?“
„Ja, geben wir weiter.“

Besucher versuchen, Menschen am Knäuelrand herauszuziehen. Am Plakat steht noch der Kletterer, der inzwischen sein grünes T-shirt ausgezogen und an die Plakatecke gehängt hat.

17:02 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01 an Jupiter 25/07
„Über die Leitstelle kam soeben, zwei Tote im Bereich Ausgang Karl-Lehr-Tunnel. Jupiter 01/10 mit?“

Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Zwei tote Personen Ausgang Karl-Lehr-Tunnel habe ich verstanden.“

Unten spielen sich weiterhin tumultartige Szenen ab, die Menschen im Knäuelbereich werden massiv überklettert. Judith berichtet auf Stern.de:

“Auf einen Schlag fielen hundert Leute um, weil ein stämmiger Mann andere als Leiter benutzen wollte. Wir lagen kreuz und quer übereinander. (..)”

Thomas J., der mit Biss- und Schürfwunden davon kam, berichtet in einem Interview:

„„Wir lagen wie Dominosteine aufeinander.“ Dann habe jemand geschrieen, dass eine Frau tot sei. „Da brach Panik aus und ein Kampf um Leben und Tod. Die Leute haben getreten und gebissen. Es war erschreckend, dass jeder nur an sich gedacht hat.“ (..)”

AdamekOnTour beobachtet den Container, auf dem sich auch ein Polizist befindet. Blackbullzz filmt nachdem der Polizeibulli die Rampe hochgefahren ist. Es kommt Bewegung in die Masse, was einerseits zum Abfluss der Menschen, andererseits aber wohl auch zu vermehrten Stürzen führt. Man sieht den Plakatkletterer, der gleich abstürzen wird. Am Lichtmast klettert jetzt niemand mehr, die Rampe kann z.T. wieder begangen werden. Gribiza911 beobachtet Polizisten, die endlich beginnen, Besucher von der Masse wegzuzerren und die Rampe hochzuschicken. Drumherum stehen auch Schaulustige, die das Geschehen an der Treppe verfolgen und so unnötig die Sicht und den Weg nach oben versperren – vermutlich verkennen sie den Ernst der Lage. Ein Mann, der sich an der Treppe hochziehen lässt, verliert den Halt und fällt in die Menge. Zitat porchmannDo:

„Na endlich sweisen die cops die Leuta die Rampe hoch. MANN. War mittendrin in dem Scheiß. Die Masse hätte einfach nach oben gemusst. Aber man wusste ja überhaupt nicht wohin. Das ist das 1. Vid, dass ich sehe, wo den Leuten die Richtung raus aus dieser Hölle gezeigt wurde. Das war einer der größten Fehler, wir wussten überhaupt nicht, wohin wir aufs Gelände kamen! R.I.P.“

Pablo befindet sich nun oberhalb der Treppe:

„About 5 minutes after the stampede, people are getting rescued at the end of the metal steps where 14 people died. And we were still unaware of the situation.“

Zitat Polizeibericht:

Im unteren Bereich der Rampe nahe der dortigen Treppe wurden ab 17.02 Uhr die ersten Toten festgestellt.

Es ist davon auszugehen, dass die Meldung durch den Schupo erfolgte, den wir zuvor mit einem Handy am Ohr gesehen haben. Etwa zu dieser Zeit filmt drumcutCOM das Kraxeln an der östlichen Böschung. Aus dem Bericht der Malteser:

„(..) Als um 17:02Uhr der Notruf der Gesamteinsatzleitung alle verfügbaren EVT’s (Erstversorgungsteams)in den Tunnelbereich beorderte, versuchen unsere Teams vom Veranstaltungsgelände nach unten in den Tunnel zu kommen. Dieses war aufgrund der Menschenmassen und gegenläufigen Bewegungen nicht möglich und wir beorderten unser EVT’s zurück. Da die UHS 92-5 die erste Anlaufstelle auf der rechten Seite, nach dem Tunnelaufgang war, richteten wir uns auf die Personen ein, die es, von Passanten gestützt oder aus eigener Kraft, bis zu unserer UHS schafften. (..)“

17:03 Uhr – am Plakat stürzt der Kletterer ab und reißt dabei die obere Metallleiste des Rahmens mit hinunter in die Menge, siehe auch Michas Collage. The1art1of1hell (Achtung, heftig!) filmt von oben, vor dem Plakat hat sich ein riesiges Menschenknäuel gebildet und am östlichen Rand stürzt eine kleine Gruppe -vermutlich beim Versuch, Menschen herauszuziehen- noch in den Pulk hinein, vgl hier. JanniBo blickt von oberhalb des Westtunnels auf den Container, LotSe vom Osttunnel aus. Auch grafixfox erreicht die Rampe über den Osttunnel:

„Also als wir die Rampe erreichten, war zudem Zeitpunkt keine wirkliche Sperrung vorhanden. Nur an den Seiten standen Bauzäune und dahinter Polizei- & Sanitätswagen. In der Mitte sah ich Reste eines mit Bauzäunen erbautes Dreieck (mit Spitze in Richtung Tunnel).
Bevor wir in den Tunnel gelangten gab es keinerlei Polizei- oder Sicherheitsbeamte (von der Karl-Lehr-Str. kommend) und hinter mir kam eine Menge an Menschen, die alle in den Tunnel und zum LOPA-Gelände wollten. Da gab es schon richtig viel Stau bis zur Mitte und immer mehr strömten da rein! Orientierungslos bewegten wir, aber auch viele andere Besucher uns nach vorne. Diese Masse, die Tunnelatmosphäre und das heftige Drücken erzeugten in mir Eindrücke, dass ich dann noch diese zu Boden gegangene schreiend-weinende Frau erblickte gab mir den Rest. Hätte es diese (ich hoffe es geht ihr schon viel besser!) Dame nicht gegeben wären wir blindlinks immer gerade aus auf die von der anderen Seite kommende Menschenmasse zugelaufenwir waren ziellos! Überall befremdliche Eindrücke, die das da alles so unreal wirkten ließen erzeugte Ängste und irgendwie ging diese Masse wellenartig hin und her ohne zu wissen wohin genau – es fehlte uns diese Führung, durch visuell angebrachte Wegweiser oder Personal welches uns in die richtige Richtung hätte weisen können. Zudem kamen auch viel zu viele Menschen vom oberen Partygelände hinunter und drückten auch noch gegen unsere Masse an – es war wie bei einer unkontrollierten Kettenreaktion.“

und:

„Dank einer vorher zu Boden gegangene und völligst aufgelöste Frau(hoffentlich geht es ihr gut!) aus der Menge, die lauthals schrie das wir rechts raus müssen und nicht weiter nach vorne gehen(wegen „totgetrampelt werden“ waren ihre Worte) sind wir auch so gut wie möglich da rechts auf die Rampe hoch. Also wir haben aus einer ziellosen Situationmit einer Anweisung schnell gehandelt.“

Pablo beobachtet von oben die östliche Böschung, die weiter beklettert wird. Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 12/07
„Ist der Bereich 427. Haben wir immer noch Druck und Panikattacken, da muss noch etwas geschehen, da müssen Leute hin um die Kollegen vor Ort zu unterstützen. (…unverständlich) Ich warte schon die ganze Zeit auf die längst angeforderten Kräfte, die schon die ganze Zeit unterwegs sein sollen!“
„Ja, alles klar.“

Jupiter 13/10 an Jupiter 01
„01, ich weiß dass woanders große Baustellen sind, wir müssen aber nen Puffer im Norden einbauen, damit die Baustellen im Süden nicht noch größer werden. Wir brauchen eine Entscheidung über eine Entlastung Ausgang im Norden und das zeitnah, weil weiterhin wird im Süden (…unverständlich) dass man im Norden rauskommut und das ist nicht so. Security lässt im Norden keinen raus.“
„Wird sofort umgesetzt.“

17:04 UhrPablo blickt von oben über die Rampe Richtung Osttunnel. Uwedix filmt von oben, als die ersten Sanitäter sich der Unglücksstelle nähern und (Achtung, heftig!) erste Opfer geborgen werden. Vorm Container, auf dem noch der Polizist zu sehen ist, drängt sich die Masse. Auch hier sieht man Carsten Walter im dunkelblauen T-Shirt (bei 0:47), wie er mit Polizisten den Zaun hält. tr1nd filmt die Treppe, die noch immer massiv bedrängt wird. Von oben schütten Besucher Wasser auf das Knäuel vor der Plakatwand. Sandra berichtet:

„Es ist einfach ein Unding das sowas passieren konnte. Ich selbst steckte im Gedränge und lag auf dem Boden. Auf mir wurde rumgetrampelt. Als ich nach Hilfe schrie und die Arme nach oben streckte, konnte mir niemand helfen – es war so eng das sich keiner bewegen konnte. Nach langer Zeit lagen alle hilflos eingequetscht und nach Luft ringend übereinander. Ich bin so froh das irgendwann dann doch endlich mal (auch wenn viel zu spät) Hilfe eintraf und wir nach und nach herausgezogen wurden. Diese Bilder, die Menschen mit einer solchen Panik und Todesangst in den Augen, diese Schreie der verzweifelten Leute werde ich nicht so schnell vergessen.“

Hannah081008 auf Youtube:

„Man kann sich das nicht vorstellen- einfach nur wahnsinn. Wir standen da oben- die Leute die runterschauten riefen den Polizisten und Securtity Leuten zu, das da unten ein Toder liegt und nichts passierte. Nach einiger Zeit haben wir die Seite gewechselt und da kamen grade erst die Sanitäter an die die Leute aus der Masse zogen- und die waren erst mal nur zu viert. Mein muss dich das mal überlegen- Zivilisten haben wiederbelebung gemancht.“

17:05 Uhr – Urlauber0000 filmt zwischen Osttunnel und Container:

„(..) Ich stand vor dem sch… Container und dort waren 3 Beamte….die natürlich komplett überfordert waren.“

LotSe blickt Richtung Treppe und Rampenkopf. Dadurch, dass der Zugang West seit 10 Minuten abgesperrt ist, hat sich die Drucksituation zum Teil entspannt. Sicht von der oberen Rampe auf Container, Dixis & Treppe. MrUndercoverMike filmt am Westtunnel – Polizisten sind anwesend, die Situation dort ist noch immer chaotisch. Hermann J. Knippertz beobachtet die Lage an der Bulli-Absperrung; drei Polizisten scheinen den Lichtmast zu bewachen.

17:06 Uhr – allgemeine Orientierungslosigkeit bei rschoelli & Anhang. Jemand überlegt, die Treppe zu nehmen, was jedoch auf massiven Widerstand der anderen stößt, da es zu gefährlich sei. Und wieder wird von Massenpanik gesprochen. LotSe beobachtet den Container, Pan.optix (Achtung, heftig!) die Situation vor der Plakatwand. Auch Tobias lag auf dem Boden und Leute trampelten über ihn hinweg. Mit gebrochenem Brustbein und vielen Prellungen lag er dann im Krankenhaus:

„Überall war Gequetsche. Um mich herum lagen leblose Körper, Gesichter mit starrem Blick. Ich habe Schläge abbekommen, und alle schrien. Viele haben versucht zu helfen, aber viele haben auch Panik geschoben.“

Lara berichtet:

„(..) Hättte ich 2 Meter weiter links gestanden, wär ich eine von denen gewesen, die unter Leute begraben worden wäre. Nachdem wir uns eine Stunde land gegenseitig beinahe totgequetscht haben und ich erstmals in meinem Leben wirkliche Todesangst hatte, habe ich neben mir auf einmal einen Berg von bewusstlosen, schreienden und toten Menschen gesehen. Ich konnte nicht mehr weiter gehen und hab so geweint. So stelle ich mir einen Leichenberg im KZ vor. Überall schreiende Menschen horizontal übereinander gestapelt. Ich habe Tote in meinem Alter gesehen und ich konnte nicht helfen. Ich habe Berge von Schuhen, Taschen und Klamotten gesehen. Ich bekomme die Bilder nicht aus meinem Kopf aber mir hilft es darüber zu reden. Mir hilft es andere zu hören, die auch zur falschen Zeit am falschen Ort waren aber wie ich Glück im Unglück hatten.“

Hättte ich 2 Meter weiter links gestanden, wär ich eine von denen gewesen, die unter Leute begraben worden wäre. Nachdem wir uns eine Stunde land gegenseitig beinahe totgequetscht haben und ich erstmals in meinem Leben wirkliche Todesangst hatte, habe ich neben mir auf einmal einen Berg von bewusstlosen, schreienden und toten Menschen gesehen. Ich konnte nicht mehr weiter gehen und hab so geweint. So stelle ich mir einen Leichenberg im KZ vor. Überall schreiende Menschen horizontal übereinander gestapelt. Ich habe Tote in meinem Alter gesehen und ich konnte nicht helfen. Ich habe Berge von Schuhen, Taschen und Klamotten gesehen. Ich bekomme die Bilder nicht aus meinem Kopf aber mir hilft es darüber zu reden. Mir hilft es andere zu hören, die auch zur falschen Zeit am falschen Ort waren aber wie ich Glück im Unglück hatten.19 Tote und 342 Verletzte bei Loveparade | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/unresolved/19-tote-und-342-verletzte-bei-loveparade-id3279571.html#plx2144869752

Polizeifunk:

 Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„Ich unterbreche. 01 für den 12/07. Auf der östlichen Seite der Rampe dringend Kräfte, dringend Kräfte! Dort liegen auch schon mehrere Bewusstlose, wir brauchen dringend weitere Kräfte östliche Seite Rampe.“
„Verstanden.“

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Wer braucht Kräfte östliche Rampe?“

17:07 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an 12/41
„Wer braucht dringend Kräfte östliche Rampe?“
„Der 12/10 braucht Kräfte. Wir müssen in die Rampe reingehen und müssen aktiv in nördliche Richtung räumen.“

Fällt denen ja früh ein..! (Achtung, sehr heftig!) Blick von oberhalb der Treppe auf das Knäuel. Links versuchen Beamte, Menschen vom Rand wegzuzerren. Zitat eines Polizisten:

„Wir konnten keinen rausziehen, denn die oben waren zu schwer (..) Die oberen waren so weit weg, dass ich die nicht packen konnte. Alles war so heiß und verschwitzt, man rutschte dauernd ab.“

Der Filmer versucht verzweifelt, Besuchern klarzumachen, die Rampe hinaufzugehen anstatt Richtung Treppe zu drängen. Auch Zemzem beobachtet Polizisten nah der Unglücksstelle. Auch die Polizei dokumentiert das Geschehen von oben. Gedc filmt das Klettern an den Dixis, welche unter der Last zusammenzubrechen drohen.

17:08 Uhr – (Achtung, heftig!) Bernd Sta filmt am Rande des Knäuels die Rettungsarbeiten – viele Besucher wollen helfen, stehen sich aber dabei teilweise gegenseitig im Weg. Der Container ist noch immer brechend voll; oberhalb sind vier Polizisten zu sehen.

17:09 Uhr – entepylex steht unten hinter der Treppe und beobachtet Polizistinnen, die entnervt zwei Besucherinnen von dort wegzerren und ihnen den Weg über die Rampe weisen: „Da hoch, verdammte Scheiße!!“ Leider viel zu spät:

„Nach 45min wurde der Zugang bis zur Treppe geräumt. Alle haben noch nicht gemerkt, das man den weg zur LV jetzt nehmen konnte. die Menschen musten weckgerissen werden um zu verstehen, das der weg frei ist. Nach ein paar minuten war das ausmass zu erkennen. Viele die noch bei kräften waren haben reanimiert Verletzte auf gehoben denn menschen auf dem boden freiraum verschaft. die polizei hat immer noch leute weckgerissen die Helfen wollten.“

Ähnliches berichtet auch Thomas910:

„Ich selber war in dem Tunnel, als die Panik ausbrach. Ich hatte viel Glück, dass ich ohne physischen Schaden blieb. Eine Person reanimierte ich und zwei starben mir leider unter der Hand weg. Die Polizei sprach mir als ich einer weiteren Person helfen wollte, einen Platzverweis aus. Dies tat sie mit fast allen Helfern. Selber halfen nicht alle Polizisten.“

Youtuber Finderding meint:

„(..) Ich war da und habe gesehen, dass Bullen reanimiert haben, Leute aus der Masse mit rausgezogen haben, Verletzte zu Sanitätern getragen haben.Der einzige Grund, warum die z.B. diesen Zeugen weggeschickt haben ist, das sie Platz für die Verletzten, Sanitätern und anderen Helfern brauchten. Es war schlichtweg zu eng.“

Udo Sandhöfer (Achtung, sehr heftig!) steht mitten im Chaos, Besucher versuchen zu helfen, wo sie können:

Hilfskräfte waren erst mal gar nicht vorhanden, vielleicht drei, vier vom Malteser Hilfsdienst. Die konnten aber in der Masse der Menschen auch nichts machen. (..)“

Zitat von Kevin:

„Das hab ich noch nie erlebt. Da lagen 25 Leute (Anm. v Daphne: es dürften weitaus mehr gewesen sein!) auf einem Haufen. Ich hab geschrieen, die Leute haben keine Luft mehr bekommen. Ich hab Tote gesehen, da saß einer der war ganz blass, dem wollte ich Wasser geben. Aber der Sanitäter hat zu mir gesagt, das hat keinen Zweck mehr, der ist tot.“ Die Polizei stand auf der Brücke und hat nichts gemacht.“

Thomas K. filmt unten am Lichtmast, der von mindestens sieben Polizisten „bewacht“ zu werden scheint. Polizeifunk:

 Jupiter 12/07 an Jupiter 01
Dringend Sanitäter runter in den Tunnel. Dringend Sanitäter runter in den Tunnel.
„Ja, ist verstanden.“

Jupiter 01 an Egon 10
„Wir brauchen im Bereich der Rampe und Karl-Lehr-Tunnel dringend mehrfach Sanitäter. Uns kollabieren da reihenweise die Leute (…unverständlich)“.

Die kollabieren Euch da bereits seit 40 Minuten! Auszug Telefonkonferenz:

„Feuerwehr: Ist die Meldung verifiziert oder nicht?“
„Polizei: Bezüglich der Toten?“
„Feuerwehr: Ja.“
„Polizei: Nicht verifiziert. Man spricht von 1 oder 2 Toten. Ich habe auch gehört, dass wohl Personen überrannt worden sein sollen. Aber auch das muss erst noch geprüft werden.“
(…)

17:10 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/07 an Jupiter 01
Wir haben mehrfach und abermals Sanitäter für diesen Bereich angefordert.“
„Das liegt nicht in unseren Händen, wenn die da nicht aufschlagen, wir weisen aber nochmals darauf hin.“
„Ich kann auch nur melden, weil das Chaos ist jetzt vollendet. In Höhe unseres Punkte sind die Zäune eingerissen und wir haben Begegnungsverkehr. Habe auch keinerlei Kräfte mehr hier, die das ordnen können.“

Jupiter 12/10 an Jupiter 12/07
Der 41 meldet sich nie. Der soll sich sammeln und aktiv in die Rampe gehen, damit wir die Rampe in nördlicher Richtung räumen. Da habe ich einen Zug der 25er dabei. Ich wiederhole. Der 41 soll seine Kräfte sammeln und die Rampe in nördliche Richtung räumen.“
„Ja genau, in die Rampe rein und dann unterstützen beim Räumen in nördliche Richtung, damit wir das entzerren.“
„Ist so verstanden, ich versuche den Klaus zu bekommen.“

Jupiter 25/07 an Jupiter 12/10
„Der Klaus geht gerade mit seine Kräften zum Punkt 427, wo er auch dringend gebraucht wird, von hier jetzt Priorität.“
„Der soll in die Rampe reingehen, ich warte schon stundenlang fast auf den 31, ich weiß nicht, wo der 31 bleibt. Der 41 mit Priorität in die Rampe.“
„So mit, der 41 mit Priorität in die Rampe. 41 mit Priorität in die Rampe.“

Rettungskräfte an der Unglücksstelle versuchen gemeinsam mit Polizei & Besuchern, das Menschenknäuel vor der Treppe zu entwirren. rkjorge:

„Endlich began man die Personen aus der MenschenTraube zu lösen, leider erst eine Handvoll Polizei und die ersten 5 Sanitäter vor Ort. Über 15 Minuten waren schon vergangen.“

Augenzeuge Falco berichtet in den Ruhrnachrichten:

„Als alle anderen von dem Pulk wegliefen, rannte ich hinein, um die verletzten Menschen, Mädchen und Jungen aus dem ’Haufen‘ zu ziehen! Ich konnte zusammen mit anderen Helfern 10-20 Menschen herausziehen. Manche von ihnen waren bereits tot, als wir sie rauszogen! Einen versuchte ich etwa 10 Minuten wieder zu beleben, weil es nicht genügend Sanitäter gab! Diese Bilder werde ich nie vergessen!“

Nadine, die mitten im Chaos steckt, berichtet auf Stern.de:

„Der Wahnsinn dauerte eine Stunde, erst dann griff die Polizei endlich ein. Dabei schrien sie mich auch noch an, ich solle aufstehen, dabei konnte ich nicht mehr laufen. Als ich um Wasser bat, sagte mir ein Polizist, es gebe wichtigere Leute, die etwas zu trinken bräuchten. Erst die Sanitäter haben sich um uns gekümmert. Sie haben mir Wasser gegeben und mich weggetragen. Ich lag etwa anderthalb Stunden im Tunnel, bis endlich der Krankenwagen kam. Ich hatte furchtbaren Schüttelfrost, mir tat alles weh, ich konnte mich nicht mehr bewegen.“

Polizeiinspekeur Wehe berichtet am 02.09.10 vor dem Innenausschuss, vgl hier Seite 54:

„(..) Nach unseren Unterlagen sind die Zeiten so, dass der Führungsstab um 17:10 Uhr Kenntnis darüber hatte, dass es möglicherweise zwei Tote gegeben hat. (..)“

Erst jetzt erhält die UHS an der Kreuzung D’dorfer / Karl-Jarres Str. lt DRK-Pressesprecher R. Mrosek eine Meldung, vgl hier:

„(..) Insgesamt 40 Rotkreuzler aus dem Kreisgebiet verrichteten ihren Dienst dort, wo die Katastrophe ihren Lauf nahm: am Tunnel, der für so viele Raver zur Todesfalle wurde. „Wir hatten dort unsere Unfallhilfsstelle eingerichtet. Zunächst sah es nach normalem Tagesgeschäft aus. Zu tun hatten wir bereits vorher, aber dann kam um 17.10 Uhr die Meldung, das irgendetwas nicht stimmt„, sagt Mrosek. Als er versuchte, sich ein Bild von der Lage zu machen, wurde er unversehens in das Geschehen mit einbezogen. „Es war das reinste Chaos. Ich sah Menschen auf dem Boden liegen und andere, die wie paralysiert Verletzte auf uns zu trugen“, so Mrosek weiter. Automatisch habe er die Kamera weg gepackt, sich seine Schutzhandschuhe angezogen und geholfen. „Ich hatte ja in dem Moment nichts an Ausrüstung dabei. Eine Helferin der Malteser bat mich um Unterstützung bei der Wiederbelebung eines Mädchens. Leider schlug diese Wiederbelebung fehl, und der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. In diesem Moment bemerkte ich, dass rund um mich herum 15 Tote in meiner unmittelbaren Nähe lagen“, sagte Mrosek. (..)“

Insgesamt 40 Rotkreuzler aus dem Kreisgebiet verrichteten ihren Dienst dort, wo die Katastrophe ihren Lauf nahm: am Tunnel, der für so viele Raver zur Todesfalle wurde. „Wir hatten dort unsere Unfallhilfsstelle eingerichtet. Zunächst sah es nach normalem Tagesgeschäft aus. Zu tun hatten wir bereits vorher, aber dann kam um 17.10 Uhr die Meldung, das irgendetwas nicht stimmt“, sagt Mrosek.Als er versuchte, sich ein Bild von der Lage zu machen, wurde er unversehens in das Geschehen mit einbezogen. „Es war das reinste Chaos. Ich sah Menschen auf dem Boden liegen und andere, die wie paralysiert Verletzte auf uns zu trugen“, so Mrosek weiter. Automatisch habe er die Kamera weg gepackt, sich seine Schutzhandschuhe angezogen und geholfen. „Ich hatte ja in dem Moment nichts an Ausrüstung dabei.Eine Helferin der Malteser bat mich um Unterstützung bei der Wiederbelebung eines Mädchens. Leider schlug diese Wiederbelebung fehl, und der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. In diesem Moment bemerkte ich, dass rund um mich herum 15 Tote in meiner unmittelbaren Nähe lagen“, sagte Mrosek.Bundespräsident ehrt Rettungsassistenten aus dem Kreis | GA-Bonn – Lesen Sie mehr auf:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/region/Bundespraesident-ehrt-Rettungsassistenten-aus-dem-Kreis-article36021.html?&i=2#plx163587457

17:11 Uhr – bei Baz00kabob sieht man die in Richtung Gelände abfließende Menschenmenge. Die Rampe wird leerer. Die Rampe von oben von findling99.

17:12 Uhrkaydee271 filmt die Sanitäter & den einsamen Schupo am Knäuel:

„Warum kämpft ein Polizist mit der Menge allein, wo war die Polizistenkette????“

Ein Teil, zumindest sieben von ihnen, steht noch immer scheinbar untätig am Lichtmast herum… Lt Polizeibericht wird der Zugang zum Osttunnel nun abgeriegelt. Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 12/07
„Ich habe den 31 vom Zaun abgezogen und hier zum Stellwerk bestellt. Ich höre die ganze Zeit, der ist immer noch am Zaun (Autobahn?) aktiv, der soll den Zaun aufgeben.“
„12/10 komm noch mal mit deiner Durchsage.“
Der 12/31 wird schon die ganze Zeit bei mir erwartet, Stellwerkhaus Punkt 427.“
„Du wartest auf den 12/31, ist das richtig, am Punkt 427?“
„Richtig am Stellwerkhaus.“
„Ja verstanden.“

17:13 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/07 an Jupiter 01
Wir brauchen vermehrt immer noch Sanitäter auf der östlichen Rampe im unteren Teil. Das ist auch ein (…unverständlich) Fraktur.“
„Ja, Jupiter 25/07, ist schon mehrfach über den Stab weitergegeben worden.“

Rkjorge filmt oberhalb der Unglücksstelle, wo die Menschen (Achtung, sehr heftig!) geborgen werden. Etwa zu dieser Zeit sind auch diese drei Bilder am Rande des Knäuels entstanden. Bei jordanjojel eilt der erste RTW durch den Osttunnel zur Rampe. Dann filmt er die bizarre Situation auf der unteren Rampe, ahnungslose Leute johlen fröhlich in Feierlaune, während ein paar Meter weiter Retter um Leben kämpfen… Die gerade Angekommenen überlegen, wie man am besten das Gelände erreicht. Auch Thomas Kraus beobachtet das Einfahren des RTW.

17:14 Uhr – der Johanniter-RTW steht zwischen den Tunneln. Besucher schleppen einen Verletzten zum Wagen, gefolgt von zwei Polizeibeamten mit weißen Helmen. Polizei & Security zwischen Container und Dixis. Blick Richtung Westtunnel & Unglücksstelle. Polizeifunk:

 Jupiter 12/41 an Jupiter 12/10
„Ich hab jetzt im Bereich 427 den kompletten Zug zusammen. Ich hab die Info bekommen, dass ich äh.. zur Rampe soll, um die dort zu räumen in Richtung nördliche Richtung. Ist das richtig so?“
„Wenn du jetzt bei 427 bist, dann bleib bitte hier. Meld dich hier am Stellwerkhaus bei mir. Ich hab die Weste an.“
Das ist nicht aufzunehmen. Wiederholen!
„Komm zum Stellwerkhaus. Du siehst mich da! Ich hab die neongelbe Weste an (vgl Foto von 16:59 Uhr). Du bekommst hier den Auftrag.“
Das ist nicht aufzunehmen.“

ca. 17:15 UhrÜK15 blickt in den Himmel. Roman blickt auf Westtunnel & Dixies. An den Dixi-Häuschen steht ein Pulk von etwa zwölf Polizisten… warum sind sie nicht auch an der Unglücksstelle? Hermann J. Knippertz dokumentiert die Rettungsarbeiten. kaydee271 (Achtung, heftig!) dokumentiert, wie das Knäuel aufgelöst wird:

„Ein junger Mann trägt einen Jungen auf der schulter aus der Menge zum Krankenwagen.“

Hermann J. Knippertz blickt von oben auf den RTW und den Container, noch immer klettern Besucher von dort auf das Gelände. Blick von der oberen Rampe Richtung Container. Zitat des Verbindungsbeamten der Polizei des Krisenstabes:

Bis ca. 17.15 Uhr sind wir von einem gelungenen und friedlichen Verlauf der Veranstaltung ausgegangen.

Zitat WDR:

„Nach Westpol-Recherchen erfahren selbst die Mitarbeiter im Lagezentrum nur per Internet oder durch Anrufe der Familie von den schrecklichen Ereignissen.“

17:16 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/10 an Jupiter 25/07
„Kannst du mal mit ner Lage an der Rampe kommen?“
„Ich konnte nicht aufnehmen.“
„Kannst du mich aufnehmen?“
„Jetzt ja. Lage an der Rampe: es hat sich ein wenig entzerrt, unmittelbar an der Rampe. In den Tunnel Karl-Lehr-Straße haben wir keinen Blick rein. Da können wir nix zu sagen. Für dich zur Kenntnis.“

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„(…unverständlich) haben Rettungsdienst aus dem Veranstaltungsraum in die Rampe zu schicken. Am untersten Drittel viele Hilfsbedürftige, um die sich Polizei kümmert.“
„12/10, das ist bereits mehrfach angefragt worden. Wird weiter angefragt von uns. Für Sie zur Kenntnis, die westlichen Entfluchtungen sind jetzt geöffnet durch den Veranstalter.“
„Nur eine Anregung.“
„Ist auch so verstanden worden.“
„12/10, 12/07 haben Sie die Durchsage mit den Entfluchtungen, westlich Richtung A59, aufnehmen können?“

Udo Sandhöfer (Achtung, sehr heftig!) filmt unten. Ralph M., Koordinator des Einsatznachsorgeteams Mitte der Johanniter-Bundesgeschäftsstelle, berichtet auf haz.de:

„(..) Wer keinen Puls mehr habe, sei tot. Die Hilfe müsse jenen Schwerstverletzten gelten, die noch eine Chance haben. „So etwas zu entscheiden ist immer schwierig und wird noch härter, während Angehörige dich anschreien, andere Opfer hinzukommen, die Hilfe verlangen – das ist eine sehr belastende Situation.“ Hinzu komme, dass für die Helfer während einer längeren Phase die Gefahr bestand, von der Masse erdrückt zu werden. Das belegten Aufzeichnungen. „Sie haben das gar nicht mitbekommen“, sagte Meyer. Ein Helfer habe ein Mädchen reanimiert, das von der eigenen Handtasche stranguliert worden ist. „Er wird im Krankenhaus anrufen. Das verschafft Klarheit, verhindert Grübeleien“, erläutert der Fachmann. (..)“

Bericht von Sanitäter Timo B.:

„(..) „Die Menschen kamen auf uns zu, trugen Verletzte auf ihren Armen, schrien ,helft uns, macht was‘“, sagt Brüning. Es sei schwierig gewesen, ihnen klarzumachen, dass Schnittwunden jetzt nicht zählen, nur Schwerverletzte. Es wurde sortiert: rote Anhänger für lebensbedrohliche Fälle, gelb für Transport, grün für Betreuung – schwarz für tot. (..)“

Sanitäterin coco_loco erzählt in einem Forum:

„Das war der schlimmste Tag meines Lebens. Ich war als Sani da, wir waren die einzige Unfallhilfsstelle (UHS) dort und haben die Leute da verrecken sehen und konnten nichts machen. Die, die rausgezogen sind, haben wir „behandelt“, es gab etwas Wasser und Handschuhe als Hyperventilationsmaske. Wer laufen konnte, wurde weggeschickt. Die Polizisten bei uns haben mit reanimiert und waren am Ende. Wir haben alle geheult. Furchtbar. Die ganzen Leichen. Die Schwerverletzten.
Bei uns saßen Leute mit abgerissenen Fingern und welche, die ihre Schwester/ihren Bruder/ihre Freundin/ihren Freund verloren haben…
Man hat einfach nur noch funktioniert, alles andere wurde ausgeschaltet. Ich habe mich irgendwann wie bei einer Übung oder im schlechten Film gefühlt…“ (..)
Wir hätten auch nicht mehr tun können. Und auch nichts besser machen können. Wichtig ist, dass alle Helfer wissen, dass sie für die Toten nichts können, aber viele Leute gerettet haben. Im MANV-Fall intubiert man eigentlich auch nicht, wer tot ist, ist tot. Die Lebenden haben da Priorität. So sagt es die Theorie. In der Praxis ist das kaum umsetzbar, wie man gesehen hat.
Ich wollte nur nochmal betonen, dass ich nicht geschrieben habe, um Lob oder sowas zu ernten. Ich hab mir den Thread durchgelesen und ich denke, die meisten können gar nicht nachvollziehen (wir auch noch nicht), was da abging (ohne es als Vorwurf zu meinen, ich hätte auch nie gedacht, sowas mal zu erleben!).
Schuld hatten weder wir noch der Großteil der Polizei. Wir haben uns oben heulend in den Armen gelegen. Die waren fertig mit der Welt.
Also, es wurden Seelsorger aus ganz Deutschland beordert, alle SEG-Einheiten NRWs waren auf Bereitschaft in der DS (so wurde es uns gesagt), wenn sie nicht schon da waren.
Zwei meiner Leute und ich wurden dann als erstes in eine Jugendherberge gefahren und betreut, die anderen kamen so drei Stunden später, weil die UHS ja noch in Betrieb bleiben musste. Der Seelsorger war unglaublich hilfreich, er hat mich vorhin nochmal angerufen und gefragt, wie es mir geht. Wir haben da gesessen wir Kindergartenkinder: an einem kleinen Tisch und jeder hat die Hand des Nachbarn.
Hab auch jegliches Zeitgefühl verloren. Es war 17 Uhr und dann plötzlich 22 Uhr.
Die Anzahl der Verletzten ist übrigens Blödsinn. Man kann überhaupt nicht sagen, wie viele Hilfeleistungen es gab. Wir hatten allein schon ca. 300, aber nur so 70 (oder auch über 100??? Keine Ahnung!) auch erfasst. Irgendwann ging das nicht mehr, weil ja auch die Leute außerhalb der UHS behandelt wurden. Man kann also überhaupt nicht genau sagen, wie viele es waren. Und auf dem restlichen Gelände gab es ja noch viele andere UHS, die auch rappelvoll waren. (..)“

Notarzt Dr. Frank Marx berichtet in einem Interview:

„„Es gab an diesem Tag entweder Leichtverletzte oder Tote. (Anm. v. Daphne: dieser Aussage stehen einige Berichte Schwerverletzter entgegen, z.B. der von Tobias, der mit Brustbein- & Rippenbrüchen einen Tag auf der Intensivstation lag.)“ Besonders tragisch: „Jeder, den die Helfer reanimiert haben, ist später doch noch gestorben.“ Zu schwer waren die inneren Verletzungen: „Erschütterte Besucher haben mir erzählt, dass sie im Chaos vor der Treppe einfach irgendwohin geschoben wurden. Bis sie plötzlich gemeinsam mit anderen auf einem Menschen standen. Aber sie konnten ja nicht weg in dem Gedränge.““

Ferner äußert er sich positiv über das Verhalten der Besucher am Einsatzort:

Ich habe noch nie so viele Menschen gesehen, die geholfen haben. Überall knieten sie am Boden, hielten die Köpfe von Verletzten, sprachen ihnen Mut zu, streichelten über ihre Haare und gaben ihnen zu trinken.“ Bislang, sagt Marx, habe er an vielen Unfallstellen nur die Gaffer registriert. Und die, die einfach weggeguckt haben. „In Duisburg war alles anders. Da war soviel Mitgefühl.“ (..)“

17:17 Uhr – endlich..! Der Notausgang Nord (Punkt 479) wird geöffnet. Polizeifunk:

 Jupiter 01 an Egon 10
„Auf der Rampe des Veranstaltungsgeländes wird eine Person reanimiert. Wir brauchen dringend den Notarzt.“
„Wo ist das genau?“
„Auf der Rampe. Nähere Örtlichkeit kann ich Ihnen nicht geben.“

Jupiter 27/07 an Jupiter 02
„Wir haben im Tunnel verletzte Personen, Rettungskräfte sind vor Ort, fordern aber weitere Rettungskräfte an und wenn Notarzt in der Nähe ist, wird der auch angefordert.“
„Verstanden, das ist auch gerade über den Kanal gekommen.“

 Jupiter 01 an Egon 10
„Die reanimierte Person ist auf der westlichen Rampe. Wiederhole: westliche Rampe.“
„Ist dann Karl-Lehr-Straße, richtig?“
„Karl-Lehr-Straße, die westliche Rampe, die hinterher aufgemacht worden ist.“
„Ja verstanden.“

17:18 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 25/10
„Ich habe mich jetzt hier ins Auto verzogen, damit ich mal vernünftig funken kann. Frage: Lage Tunnel Karl-Lehr-Straße?“
„(…unverständlich) keine Lage zu geben.“
„Ich konnte Sie nicht verstehen.“
„(…unverständlich) unmittelbar in den Tunnel reingucken können, können wir dazu noch keine Lage geben. Wir fragen über unsere Kräfte nach.“
„Also im Moment im Tunnel keine Lage mehr. Hab ich das richtig verstanden?“
„Nein, das ist verkehrt, wir fragen über die Lage im Tunnel nach.“
„Ach so, verstanden.“

(Achtung, sehr heftig!) Blick von oben auf die Unglücksstelle. Neben den Toten werden Menschen reanimiert, was auch goonies11000 von der gegenüberliegenden Seite beobachtet. Der Schupo bittet einen Besucher, ihm zu helfen und gemeinsam schleppen sie dann eine Person mit grünem Tshirt in den Westtunnel. Keepthefaith filmt vom Dixi-Klo. SKAKnabe filmt von oben. Es befinden sich noch viele Menschen unten auf der Rampe. Leute vermissen ihre Freunde. Blick auf RTW und Lichtmast, der von Beamten gesichert wird. Ein Junge, der soeben aus dem Knäuel befreit wurde, wankt allein am RTW entlang… Bericht von kocholos:

„(..) Irgenwann löste sich das ganze auf und wir könnten durch die Tunnel flüchten doch ich hatte all meine freunde verloren weil wir durch das ganze gedränge auseinander gerisssen worden . Ich bin bis zu dem ende des Letzten tunnels gegangen um mich erst mal in sicherheit zu bringen weil ich angst hatte das es wieder passieren könnte …
Ich habe versucht meine freunde zu erreichen aber nix ging mehr das ganze Handy netz war überlastet . Dann dachte ich mir okay geh einfach noch mal zurück vlt siehst du die ja irgenwo stehen ich bin dann zurück gegangen und stand auf einmal neben ihnen und ich war total erleichtert und glücklich nur dann hatten wir das problem das 3 weiter die mit uns waren nicht gefunden hatten und mit handy nicht erreicht bekommen haben. Und wir wussten natürlich nicht ob sie hier unter den menschen bewusstlos geworden sind oder sonst was weil dort lagen so viele Tote oder Bewusstlose die feuerwehr und notarzt waren die menschen am Wiederbeleben und das alles vor meinen augen schrecklich das Waren alle Leute die Quasi vorher neben mir standen oder mit den ich sogar vlt noch gesprochen habe … Doch die 3 vermissten von uns haben sich irgenwann bei uns gemeldtet das es ihnen gut geht und einer nur ein Zeh gebrochen hat … (..)“

17:19 Uhr – Besucher (Achtung, heftig!) kümmern sich um Gerettete; das Knäuel ist nun aufgelöst. Auch der Schupo hilft weiterhin unermüdlich mit. Rkjorge:

„Endlich, ein 20 Mann Trupp der Polizei traf ein und drängte Schaulustige weg. Dann wurde zügig die Traube Menschen auseinander gezogen und den Sanitätern ermöglicht an alle Verletzten ran zu kommen. Leider waren es 20 Minuten bis die nötige Polizeistärke vor Ort war. Es dauerte weitere 5 Minuten bis man entsprechend mehr Sanitäter vor Ort hatte. Die Menge der Verletzten überraschte verständlicherWeise auch die Rettungskräfte. Ich verliess nun den Schauplatz, tränen in den Augen nachdem was ich gesehen hatte“

Polizeifunk:

Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Wir brauchen jetzt alles was wir haben. Rettungskräfte in die Mitte der beiden Rampen (…unverständlich) östliche Rampe. Da wohl mehrere Leute in Lebensgefahr, akuter Lebensgefahr (…unverständlich) Kräfte (…unverständlich) Verletztensammelstelle eingerichtet.“
„Ja, ist verstanden.“

Loredana berichtet:

„also ich hab nen filmriess bin in denn armen einer polizistin die schrie atmen sie atmen sie wach geworden hab dann die augen aufgemacht und die masse war weg und hab das caos gesehen sanitäter die silber goldenen dekcen handschuhe taschen schuhe fing dann an zu weinen !!DIE DARUF FOLGENDEN TAGE SIND WIE IN TRAUM KOMISCh EINFACH NUR BEDRÜCKEND !!“

17:20 UhrBlick von oben auf die Unglücksstelle mit Polizei & Sanitätern.

17:21 Uhr(Achtung heftig!) ebenso.

17:22 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/10 an Jupiter 01
„Von mir aus noch mal die Anregung an den Veranstalter, Ordner unmittelbar an die Rampe zu bekommen. Hier haben Sanitäter (…unverständlich) Behelfslazarett im Bereich Rampe durch Sanitäter eingerichtet. Wir brauchen hier noch dringend Kräfte.“
„Verstanden. Aber Sanitätskräfte, ja?“
„Sanitäts- wie auch Polizeikräfte, wenn vorhanden.“

Nils W. vom Johanniter-Regionalverband Rhein-Ruhr berichtet von Schwerverletzten:

„Unsere jungen ehrenamtlichen Helfer waren noch nie so nah mit dem Tod konfrontiert und einer so großen Zahl von schwerwiegenden Verletzungen wie Hirnverletzungen, Beckenbrüchen und Quetschungen aller Art.“

Johanniter-Rettungsassistent Heiko W. aus dem Verband Rhein-Main:

„Wir haben gehandelt und funktioniert — möglichst, ohne groß nachzudenken“, erinnert sich Er hatte die Koordination in dem Chaos übernommen, „weil der eigentlich Verantwortliche einer anderen Organisation einfach nicht mehr konnte“.

17:23 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„Wir haben grade hier mit den Sanis gesprochen. Die haben keine, ich wiederhole keine Kapazitäten mehr und auch kein Wasser. Wir müssen uns also dringend was einfallen lassen.“
„Der Stab ist grade dran. Ich gebs noch mal weiter.“
„Möglichkeit vielleicht, Feuerwehr oben vom Tunnel irgendwie Wasser da reinhalten oder so?“
„Verstanden.“

Bericht von LotSe in einem Forum:

“Wir waren gerade oben auf dem gelände und ich stand an nem Gertränkestand, als die Polizei mit fünf man da rein gestürmmt ist und alles an Wasser haben wollten was dar war.
Der schrie den Betreiber dann an weil der das Wasser nicht so einfach raus geben wollte.
ZITAT: Wir brauchen das Wasser wir haben da unten 20 Tote und viele verletzte!
Dann fragte er in die runde wer kann Rennen! Hab sofort Ich geschrien.
Da hatte ich schon zwei 6er Wasser und bin mit der Polizei die Rampe wieder runter gerannt. (In diesem Video sieht man einige Jungs, die mit Wasserflaschen die Rampe hinunter rennen) Wo ich dann an drei menschen vorbei rannte die auf dem Boden lagen und denen das T-Shirt über das Gesicht gezogen wurde, wurde mir schon anders. Und ich wuste da ist was Passiert. Was ich aber auch erst Sonntag so richtig begriff.
Bin dan zurück zu meiner Gruppe und hab gesagt das ich da gerade was gesehen hab was ich nicht hätte sehen müßen. Das haben die aber gar nich richtig verstanen. Erst als die ersten dreißig anrufe und SMS eingingen haben dann auch die anderen begriffen was ab geht. Wir haben dann noch bis 22uhr (versucht) zu feiern aber irgendwie war die Luft raus!
Am Sonntag dann wo alle Fernsehsender darüber berichteten haben wie ersmal richtig begriffen was los!”

Pizzamanne (Achtung, sehr heftig!) an der Unglücksstelle. Einsamer Container-Kletterer … und unser einsamer Schupo sitzt nun völlig fertig und verschwitzt am RTW… Zitat von Marko B.:

„(..) Ich habe einen Polizisten gesehen, einen älteren Herrn, der war klatschnass. Der hat am ganzen Leib gezittert, wie ich das noch nie gesehen habe.”

17:24 Uhr – unser Schupo wird von zwei Besucherinnen Richtung Tunnel geführt. Noch immer befinden sich viele Besucher auf der Rampe, die zum Teil auch erste Hilfe leisten. Ein weiterer RTW ist im Westtunnel eingetroffen. keepthefaith beobachtet einen vom Osttunnel einfahrenden Notarztwagen, dahinter ist ein Lautsprecherwagen der Polizei zu sehen. Besucher kümmern sich um eine Dame, die erschöpft auf einem Abfallcontainer liegt.

17:25 Uhr – Blick über die Rampe von stefan keusemann. Sicht von oben Richtung (Achtung, heftig) Westtunnel, Unglücksstelle und Treppe.

17:26 UhrLuftaufnahme. Blick von oben Richtung Treppe.

17:27 Uhr – Auszug Telefonkonferenz:

„Polizei: Vorab vielleicht, wir haben einen bestätigten Toten.“
„Feuerwehr: Einen, ich hatte gerade zwei gehört.“
(…)
„Ok, wir haben jetzt eine Meldung über 100 Verletzte im Karl-Lehr-Tunnel, aber noch nicht bestätigt und über Stabos von zwei Getöteten durch Absturz, das ist unsere Meldung.“
(…)
„Polizei: Ich darf noch mal eins sagen, weil mir gerade der Kollege F. STST Düsseldorf reingeangen ist, das kann natürlich ne total falsche Information sein. Es sei reingekommen 15-20 Tote.“
„Feuerwehr: Was?“
„Polizei: Ich wiederhole das einfach nur, deswegen, Feuerwehr hat zwei Klettertote, richtig?“
„Feuerwehr: Ja im Moment und jetzt aktuell 4 Reanimationen, wie es hier steht.“
„Polizei: Okay.“
„Feuerwehr: Also egal was, wir müssen massiv vermeiden, dass diese Drucksituation noch mal irgendwo auftritt. Egal wie, und wenn wir alle Zäune wegnehmen, den Zugverkehr einstellen. Und dann gucken wir, dass wir alle Leute irgendwie nach und nach wieder nach Hause bringen.“

17:28 Uhr – der Bereich leert sich. Hermann J. Knippertz beobachtet die Situation an der (Achtung, heftig!) Unglücksstelle. Auch (Achtung heftig!) Carsten Walter ist noch vor Ort. Unterhalb der (Achtung, sehr heftig und teils verfremdet!) Plakatwand sitzt ein scheinbar bewusstloser Mann – ein Junge kümmert sich um ihn. TylerDurdon1986 blickt auf RTW, Notarztwagen & Polizei, die den Unfallort nun vor Besuchern abschirmt. Durch den Polizei-Einsatzabschnittsführer „Schutz der Veranstaltung“ werden weitere Tote gemeldet.

17:29 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/07 an Jupiter 01
„Jetzt durch unsere Kräfte gemeldet: 15 bis 20 Tote.“

Jupiter 01 an Jupiter 01/10
„Jupiter 01/10 mit?“
„Ja.“

Jupiter 01 an Jupiter 01/10
„Von 25/07 wird uns mitgeteilt. Im Bereich der östlichen Rampe mehrere Tote.“
„Mehrere Tote?“
„Ja, so richtig.“

Jupiter 01 an Egon 10
„Wir haben grad von unseren Kräften Kenntnis, dass auf der östlichen Rampe mehrere tote Personen sind.“
„Wer hatte grade die Durchsage mit den mehreren toten Personen?“
„Hier ist der Jupiter 01. Unsere Kräfte teilen uns mit, dass sie auf der östlichen Rampe mehrere tote Personen vorfinden.“
„Nicht aufzunehmen.“
„Hier ist der Jupiter 01. E10 teilen mit, auf der östlichen Rampe befinden sich mehrere tote Personen. Kräfte von uns vor Ort. Frage, ob verstanden?“

Situation am RTW. Vor der (Achtung, sehr heftig & teils verfremdet!) Plakatwand wird weiter versucht, Opfer zu reanimieren. Der Junge und ein Polizist haben es geschafft, den Herrn aufzurichten. (Achtung, sehr heftig & teils verfremdet!) Westtunneleingang. Das, was dort wie eine lange Blutspur aussieht, ist lediglich die sich im vergossenen Wasser spiegelnde rote Umgebungsfarbe. Im Tunnel liegt das abgebrochene Umweltzone-Schild.

17:30 Uhr – der Lautsprecherwagen rückt vor. Laut Spon wird Joachim Müller-Lange, Landespfarrer für Notfallseelsorge der Ev. Kirche im Rheinland, mit seinem Team zum Tatort gerufen. Polizeifunk:

Jupiter 01 an Egon 10
„Auf der östlichen Rampe 15 bis 20 Tote. Kräfte von uns vor Ort. Frage, ob verstanden.“
„Verstanden.“

Jupiter 01 Jupiter 01/10
„Im Bereich der östlichen Rampe mehrere Tote.“
„01/10 ich hab, ja so richtig, Jupiter 01, für Kräfte gemeldet 15 bis 20 Tote.“

Jupiter 12/10 an Jupiter 25/10
„Du bist noch mit Maßnahmen im unteren Bereich der Rampe beschäftigt? Bräuchtest Du noch Kräfte? Ich kann dir noch schwache zu Verfügung stellen, wenn du Bedarf hast.“

17:32 UhrTelefonkonferenz, RA Berstermann berichtet vor dem Innenausschuss, vgl hier:

„Erst zu diesem Zeitpunkt wurde auch den Teilnehmern an der Telefonkonferenz über 100 Verletzte und zwei Tote berichtet. Auch dort angeblich durch Absturz.“

ca. 17:34 Uhr – Speedys befindet sich unten und knipst den leeren Container und den Westtunnel. Keepthefaith sitzt noch immer auf den Dixi-Häuschen und filmt die Unglücksstelle, bis ein Polizist ihn auffordert, herunter zu kommen. Die Toten sind mit weißen Tüchern oder Plane bedeckt worden. Etwa zu dieser Zeit ist auch diese Aufnahme unten auf der Rampe entstanden.

17:35 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/10 an Jupiter 01
„Der 01/10 sollte sich die Lage an der Rampe mal persönlich vor Ort angucken (…unverständlich) Hundertschaftsführer. Und zweitens: die Rampe oberhalb auf dem Veranstaltungsgelände dringend schließen, weil die Leute laufen uns hier in die Rettungsmaßnahmen rein. Jupiter 01, konnten Sie das aufnehmen?“
„Ja, ich hab das aufgenommen. Ich komm zu Ihnen (Jupiter 01/10).“

Jupiter 12/07
„Können Sie die Schließung der Rampe im oberen Bereich veranlassen, damit die Rettungsmaßnahmen nicht gestört werden?“
„Ich gebs an den 10 weiter.“

17:36 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 11/10 an Jupiter 01
„Gibt es eine Anlaufstelle für die Zeugen da im Tunnel, wo es auch angeblich Tote gegeben haben soll?“

Auch entepylex hat geholfen Menschen zu bergen und beobachtet nun an der Unglücksstelle wie ein Junge, der wohl seine Schwester sucht, von einem Polizisten ziemlich rabiat angegangen wird. Im Hintergrund stöhnt jemand vor Schmerzen.

„Ich bin mit meinen Kräften am Ende. Es wurden durchsagen gemacht, das man jetzt die lv vor dem aus- und eingang durch den Tunnel über Karl-Lehr Strasse räumen sollen. An den verletzten und getöteten Menschen vorbei. viele hingen in diesen umgerissenen Zaun auf dem Boden fest, die wir immer wieder Befreien mussten. mittlerweile sind die menschen abgedeckt worden, einige suchen nach angehörigen. Andere suchen Trost. Mein tiefstes Mitgefühl an die Angehörigen.“

17:37 UhrZitat Dieter Wehe:

„(..) Nach den Unterlagen ist im weiteren Verlauf eine Information durch den Notarzt, der eingetroffen ist, vermerkt. Das ist um 17:37 Uhr: „Verletztenlage – Der leitende Notarzt teilt zum jetzigen Zeitpunkt mit: zehn Tote – Zehn Personen werden zurzeit reanimiert – 15 Verletzte. – Das sind nach den Unterlagen die Zeiten, die wir haben. Um 17:37 Uhr bekommt die Polizeileitung eine Information, dass es vermutlich zehn Tote sind. (..)“

Polizeifunk:

Jupiter 25/10
„Vorschlag von unserem Hundertschaftsführer, die Veranstaltung augenblicklich zu beenden, aufgrund der Gesamtlage. Wir haben hier erhebliche Tote an der Rampe liegen. Und als zweites bitte, brauchen wir Notfallseelsorger auch im Bereich der Rampe für Kollegen.“

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Um widersprüchliche Aufträge auszuschließen. Grad wurde mir von 25/10 übermittelt, ich soll die westliche Rampe schließen, damit niemand in die Verletztensammelstelle läuft. Grade kommt auf anderem Kanal, ich soll die große Rampe oben auch schließen. Heißt das, beide Rampen werden geschlossen und keiner kann mehr raus?“
„Von wo kam das?“
„Das kam auf unserem Arbeitskanal von unserem 07. Das muss der 01/10 mir gesagt haben.“
„12/10. Sie gehen an Ihren 07er über Draht.“
„Das ist sehr schlecht, ich hab keinen Empfang.“

17:39 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01 an Jupiter 12/10
„Wenn Sie mich aufnehmen können. Es ist so, dass keine Personen in Richtung.. von oben in Richtung dieser größeren Schadenslage nachrücken sollen.“
„Ich versteh das richtig. Es ist nur die große Rampe oben zu schließen. Nur die große Rampe. Da wo auch der Ernstfall war?“
„Richtig. Die große Rampe bestätigt.“

17:40 Uhr – Matthias Götz blickt von oben auf die Rampe, eine Polizeikette lenkt die Heimgänger an der Unglücksstelle vorbei, am Osttunnel stehen noch RTW & Lautsprecherwagen.

17:43 Uhrebenso. Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 12/31
„Ihr hattet den Auftrag bekommen, Rampe zu sperren. Ich hab euch immer wieder versucht zu erreichen. Ihr müsst in die große Rampe reinkommen. Unten zum Ereignisbereich.“
„Der 12/31 hat seine Kräfte unten verteilt. Ich kann das nicht verifizieren, wo er sie aufgestellt hat. Ich komm gleich noch mal.“
„Der Auftrag lautete, mit den ganzen Kräften hier in die Rampe zu kommen. Komm mit den Kräften in die Rampe.“
„Ich versuchs umzusetzen.“

17:44 Uhr – Blick auf Polizei & Sanitäter. Der Mann, der zuvor half, Menschen die Treppe hochzuziehen, hockt vor bedeckten Verstorbenen. Etwas später wird sich Polizeipfarrerin Bianca um ihn kümmern:

„(..) Ein Polizist kommt auf mich zu und weist auf einen jungen Mann, der völlig aufgelöst neben einer mit einer Plane zugedeckten toten Person kauert. Daneben eine Polizistin, die sich um den Mann kümmert. Erst jetzt, am eigentlichen Ort des Geschehens, wird mir klar, was hier passiert sein muss. Die junge Frau unter der Plane ist nicht die einzige, die hier zu Tode gekommen ist. Um uns herum befinden sich noch mehr Planen, die die Körper der Verstorbenen vor fremden Blicken schützen. Die Polizistin und ich bringen den jungen Mann mit sanfter Gewalt dazu, (..) diesen Ort mit uns zu verlassen. Wir bringen ihn zu einer freien Stelle zwischen zwei Behandlungsplätzen, wo sich die Polizistin weiter um ihn kümmert, während ich andere Betroffene „einsammele“. Von Rettungskräften und Polizisten werden uns weiterePersonen zugeführt, die miterleben mussten, wie nahe Angehörige oder Freunde ihr Leben verloren. Man kann hier nicht trösten.“

Polizeifunk:

Jupiter 02
„Info an alle: Auf der östlichen Rampe zum Veranstaltungsraum hat es mehrere Tote gegeben. Zurzeit handelt es sich um zehn verstorbene Personen, zehn weitere Personen werden noch ärztlich behandelt, teilweise reanimiert.“

ca. 17:45 UhrVideo von MrInDaFaCe2010. Situation an der von Polizisten abgesperrten Unglücksstelle. Polizeifunk:

 Jupiter 12/41 an Jupiter 12/10
„Bin aktuell mit den Restkräften auf dem Weg zur Rampe.“
„Dann komm in die Rampe rein. Du musst quasi dahin, wo unten gearbeitet wurde. Da lösen wir dann die 25er Kräfte raus.“
„Da kann ich doch direkt da runter gehen, wo wir standen.“
„Das wusste ich aber vorher nicht. Man hat mir vorher einen anderen Ort genannt.“

Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„Ihr denkt bitte auch irgendwann mal an die psychologische Betreuung der Kollegen, die von der Rampe kommen. Ich hab die ersten hier sitzen. Die sind fertig.“
„Ok. Ist mehrfach über den Stab angefordert worden.“
„Ja, alles klar.“

ca. 17:47 UhrPolizei und Rettungskräfte, der Besucherstrom wird an der Unglücksstelle vorbeigeleitet.

17:48 Uhr – Polizeifunk:

 Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„Wir haben hier zwei Kollegen, die bräuchten psychologische Betreuung. Die waren unten in der Rampe und haben die Toten herausgezogen. Es muss da aussehen wie auf dem Schlachtfeld. Wann wird hier endlich die Musik ausgemacht? Das ist mal ne ernst gemeinte Frage. Es soll ne Loveparade sein und keine Tottretparade.“
„Betreuung psychologischer Art für die Kollegen ist mehrfach an den Stab herangetreten worden.“
„Ihr könnt ja nichts dafür. Danke.“

ca. 18:00 Uhr – der WDR berichtet erstmals von Toten und Verletzten. Der RTW am Osttunnel steht noch. Heimgänger können über die Rampe das Gelände verlassen.

ca. 18:07 Uhr – Blick auf die Unglücksstelle von oben und RTW am Osttunnel. Der Zugang zu den Tunneln wird derzeit durch eine Polizeikette weiter oben verhindert.

ca. 18:08 Uhr – die Polizeikette wird aufgelöst, Heimgänger werden zum Osttunnel geleitet, der Lautsprecherwagen setzt zurück Richtung Treppe.

ca. 18:10 Uhr – KleinerLeverkusener filmt die Unglücksstelle von oben, der Lautsprecherwagen hat sich im Treppenbereich positioniert. Am Osttunnel steht noch der RTW.

18:11 Uhrebenso. Auch berndsta blickt von oben auf die Rampe. Die Polizei fordert per Lautsprecherwagen dazu auf, das Gelände durch den Osttunnel zu verlassen und dabei die Arbeit der Rettungskräfte nicht zu behindern.

18:23 Uhr – entepylex hat die Unglücksstelle verlassen und filmt nun von oben die Rampe. Ein weiterer RTW passiert vom Ost- zum Westtunnel.

18:31 Uhr – der WDR berichtet live vom Geschehen. Die RTW haben die Rampe verlassen.

18:37 Uhr – Blick auf die Rampe, die noch immer begangen wird.

18:40 UhrTristan blickt auf die Rampe. Ausschnitt vom WDR.

ca.18:45 Uhr – die Hauptrampe ist nun endgültig durch eine Polizeikette abgeriegelt, siehe Video von redlum2010 ab 0:40

??:?? Uhr – Blick von der Treppe auf die Unglücksstelle, die inzwischen mit Zäunen umstellt wurde.

??:?? Uhr – Polizisten verhängen die Zäune mit Sichtschutzplanen.

19:55 UhrBlick auf die Rampe, an den Zäunen wurden mittlerweile die Sichtschutzplanen angebracht.

21:06 Uhr – die Zäune am Lichtmast.

21:08 UhrRechtsmedizin & Polizei.

21:10 UhrOrdnungsamt & Presse.

21:11 Uhr – auch der Katastrophenschutz ist vor Ort.

21:23 UhrNotfallseelsorge.

22:17 UhrPresse.

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## PART VIII – der Heimweg

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ca. 15:30 Uhr – Sascha O. behauptet auf bild.de:

„Ich wollte schon gegen halb vier gehen, doch man kam nicht raus. Schon da hatten die Leute Angst. Ein Security-Mann hielt uns auf, sagte: Geht nicht, wir wollen schließlich den Rekord knacken.“

16:07 UhrBrummiboy blickt von oben auf Heimgänger auf der Nebenrampe.

ca. 16:29 UhrBiJennydotcom ist auf der Ostseite des Geländes und darf noch nicht gehen.

ca. 16:30 Uhrkutscher27 an der Auffahrt DU-Hochfeld, der offenbar zunächst zum Westausgang an der A59 geschickt und dann von dort wieder „verscheucht“ wurde. Kommentatorin Tanja berichtet:

„(..) Wir wollten dann um 16.30 wieder abhauen und wollten dann mit dem wissen auf der Rampe ist es zu voll, oben irgendwo raus und weg, nur alles war zu und die Ordner, die dort standen sagten, sie dürfen uns hier oben nicht raus lassen und zeigten uns den weg wieder richtung Rampe. Also sind wir auf der seite wo die Gleise waren wieder auf den Platz wieder drauf richtung Rampe. Auf dem Platz ca.200m. vor der Rampe sagten Ordner, wir dürften hier auch nicht auf den Platz, wir sollten oben hergehen. Als wir im sagten, wir wollen doch nur nachhause und das wir von oben kommen und wir gesagt bekommen haben wir müssen hier hin, sagte einer der Ordner, es hat einen Toten gegeben. Er ließ uns dann durch. Was wir dann erlebt haben vermag ich kaum in worte zu fassen um 18.30 auf der Rampe.
Rechts überall tote Menschen und links in den Tunnel alles verletzte …. Ich weiß eigentlich nicht warum musten wir dort noch her . Selbst die Polizisten hatten tränen in den augen.(..)“

16:41 Uhr – justfordream beobachtet den gesperrten Westausgang von oben.

16:44 UhrPolizeifunk:

Jupiter 11/07 an Jupiter 01
„(..) Kräfte von uns werden vermehrt angesprochen, ob es auf dem Gelände noch weitere Ausgänge gibt, die geöffnet werden können. Weil viele wollen von dem Gelände runter, kommen aber nicht runter, weil es hier glaube ich nur ein oder zwei Ausgänge gibt.“
„Ja, frage ich nach.“
„Es ist sozusagen für die Leute, die auf dem Gelände sind kein Entkommen, da irgendwo an einen Ausgang zu kommen und die Kräfte sind jetzt schon mehrfach angesprorchen worden, dass das da mal gegebenenfalls geregelt wird und noch ein zusätzlicher Ausgang aufgemacht wird.“
„Ja, ich habe sie so verstanden und werde da noch mal nachfragen. Für Sie zur Kenntnis, der Bereich südlich der Rampe ist geöffnet worden und es werden jetzt im Anschluss Lautsprecherdurchsagen veranlasst. (Anm. v Daphne: Wo und womit?)“
„Ja, prima.“

16:48 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Frage an den Veranstalter am dem PF (???), die Stellen Ost und West, Karl-Lehr-Straße, sind für Sie zu öffnen, dass wir die Leute hier raus kriegen und dann auch noch Fluchttore an 59 öffnen (…unverständlich) in dem Bereich hier (…unverständlich) wir haben ein Gedränge vom allerfinstersten.“

16:49 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/07 und Jupiter 11/07 an Jupiter 01
„Das war der Jupiter 11/07. Frage: Ich hatte vorhin die Auskunft bekommen, südlich der Rampe ist ein Ausgang aufgemacht worden. Können Sie mir ggf. mal ne Nummer für sagen, für die Kräfte, die im inneren Bereich sind? Die können da so nichts anfangen.“
„Ja, EB“
„Von 12/07. Unser 31 (…unverständlich) soll machen, mit seinen Kräften verlegen…beschrieben“
„Nummerierung negativ. Das ist der Bereich der Rampe, oberhalb, wo das jetzt der Abfluss in den südlichen Bereich stattfindet.“
„Also das heißt, von den Hallen aus gesehen dann auf die Karte gucken, der südliche Bereich auf unserer durchnummerierten Karte. Richtig?“
„Genau, wenn Sie auf ihre Karte schauen, die Rampe südlich, in den südlichen Bereich soll der Ablauf dann erfolgen. Es erfolgen im Moment auch LauKw-Durchsagen in diesem Bereich.“
„Ja, verstanden.“

16:53 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/11 an Jupiter 12/07
„Ja zur Situation, der 72/5 im Bereich Notausgang hier jetzt massiver Andrang und Druck im Bereich des Notausganges. Ich weiß nicht, ob ich das noch lange halten kann hier.“
„Ja, habe ich mit.“

Jupiter 01 an Jupiter 12/07
„Sie haben das mit. Wir haben sowohl in Höhe unseres Punktes 4 und 5 Druck auf die Notausgänge. Die versuchen jetzt dadurch zu kommen.“
„Ja, ist verstanden.“
„Zu Ihrer Kenntnis in Höhe Punkt 4 also werden wir unsere Kräfte jetzt abziehen und alles zur Rampe schmeißen, weil da Gefahr für Leib und Leben besteht. Das wird, werden die Ordner dieses Tor hier wahrscheinlich alleine nicht halten können.“
„Ja, verstanden, dann ist das so.“

16:54 Uhr – endlich darf auch BiJenny das Gelände verlassen, hat aber einen langen Weg bis zur Autobahnauffahrt DU-Hochfeld, wo die Feuerwehr dann mit Leitern auf der steilen Böschung eine Art Notausgang ermöglicht, was eigentlich unsinnig ist, da weiter geradeaus ein ganz normaler Weg hinunter zur Düsseldorfer Str. führt! Erläuterungen zur Route des Filmers gibt Pilsbierchen.

16:55 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 11/07 an Jupiter 01
„Noch mal zu meiner Nachfrage bezüglich des Ausgangs. Die Kräfte melden, dass der Ausgang über die südliche Rampe gar nicht möglich ist, weil viele Leute noch auf das Veranstaltungsgelände drauf wollen und sich das Problem so darstellt, dass viele Leute von der Veranstaltung weg wollen, aber nicht weg können, weil sie nicht zu den Ausgängen gelangen und das Problem stellt sich halt so dar, dass die Leute da total unruhig werden, weil sie das Gelände nicht verlassen können und da müsste irgendwo mal ne Lösung geschafft werden.“
„Ich geb das weiter.“
„Das ist insbesondere auch im Bereich unseres 11/41, das ist der Bereich um 226, 222. Dass sich da Leute aufhalten, die runter wollen aber nicht runter können.“
„Ja, verstanden.“

16:57 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01 an 12/07
„Hier an unserem Punkt 04 ist jetzt das Nottor offen, ich habe ungefähr zwei/dreihundert Personen, die jetzt hier durchgegangen und abgewandert sind.“
„Ja, verstanden.“

16:59 Uhr – wuselfuzz beobachtet Heimgänger, die sich durchs wilde Gelände Richtung Süden schlagen. Polizeifunk:

Jupiter 12/11 an Jupiter 01
„Der 12/11 zur Kenntnis, meinen 07 erreiche ich nicht. Am Wachpunkt 755 auf Grund des massiven Ansturms und Druck wird jetzt das Notausgangstor geöffnet. Mehrere hunderte Raverfans fließen hier inzwischen ab und werden von uns westlich kanalisiert.“
„Ja, das ist verstanden.“

Jupiter 11/07 an Jupiter 01
„Hier ist noch mal der Jupiter 11/07. Wir haben immer noch das Problem, dass Leute vom Veranstaltungsgelände runter wollen und wahrscheinlich an Punkt 390 (untere Rampe/Container) von Polizei zurückgedrängt werden. Bei unserem 23 sind vermehrt Leute aufgeschlagen, der steht an Punkt 418, die ihm sagen, dass sie zu 390 gegangen sind, um da das Gelände zu verlassen, sie aber von Polizeikräften zurückgedrängt wurden und über diesen Ausgang das Gelände nicht verlassen können.“
„Ja, das ist zur Zeit richtig, weil das gesperrt ist, weil zu viele Leute auf das Veranstaltungsgelände drauf wollen und da wärs jetzt auch wohl nicht glücklich runterzugehen. Das wird dem Stab berichtet und dann über eine Lösung nachgedacht.“

Jupiter 12/07 an Jupiter 01
„Auf dem Veranstaltungsgelände wird das Problem etwas dramatischer geschildert, dass wirklich viele Leute da runter wollen, aber zurückgeschickt werden, das Gelände nicht verlassen können und dass da aber zügig ne Entscheidung getroffen werden müsste, nach Aussage der Kräfte, die jetzt nun mal vor Ort am Platz sind.“
„Ja ist verstanden.“

ca. 17:00 UhrOlaf berichtet:

„Gegen 16.55 Uhr sind wir dann parallel zur BAB 59 auf dem Gelände Richtung Süden gegangen. Wir hatten uns entschlossen, die Loveparade zu verlassen. Auf dem Weg Richtung Tunnel kamen wir an einem der Notausgänge vorbei. Dieser befand sich ca. 100 – 200 Meter vor dem Tunnel, im Westen des Geländes und unmittelbarer Nähe der BAB 59. Der Notausgang war zu und von der Security bewacht. Aufgrund massivem Drängens von einigen Besuchern, die das Gelände ebenfalls verlassen wollten, wurde der Ausgang geöffnet. Ob es da schon zur Katastrophe im Tunnel gekommen war, weiß ich nicht. Das war von unserer Position nicht zu erkennen.
Jedenfalls sind wir dann durch den Notausgang über eine Schotterpiste (!) Richtung Süden. Im Bereich des Tunnels, den wir überquert haben, sahen wir, daß Besucher die Böschung Richtung Tunnel und Westausgang wollten, dort war ein Zaun auch niedergedrückt. Im Nachhinein vermute ich, daß die Katastrophe gerade unter uns passiert war. Die Polizei lenkte uns hektisch weiter auf den Schotterweg Richtung Süden. Mehrere 100 Raver drängten bereits Richtung Ausgang. Durch den Tunnel wären wir nie gekommen, da wollten ja tausende Menschen rein. Die ersten RTW kamen uns schon entgegen. Ich hielt dies noch für das Tagesgeschäft, bekannt von Dortmund 2008. Der Witz war, die RTW teilten sich mit uns die Schotterpiste. Aus irgendeinem Grund stand ein ziviler PKW dort, genau gegenüber irgendwelchen großen Metallteilen. Es war recht eng für alle. Dann mußten wir eine Böschung runter, unter der BAB 59 standen mehrere RTW, NEF und der ELW 5 der BF Köln (provisorische Wache?) Kameraden der FW Köln halfen uns, die gegenüberliegende Böschung mittels Steckleiterteilen zur erklimmen. Anschließend standen wir auf der Autobahnauffahrt an der Kreuzung Heerstraße/Düsseldorfer Straße. Na ja, die Kollegen waren recht nett. Panik gab es auch keine, es wußte ja noch niemand, was gerade ein paar Meter weiter passiert war.“

Bericht von nofuture09:

„Ich war gestern da, bin aus dem Tunnel rausgekommen bevor die Panik ausgebrochen ist! Wir wollten sofort danach zurück und nach hause … doch wir konnten nicht! DIESER TUNNEL WAR EINGANG UND AUSGANG!! Doch würde man in dem Tunnel versuchen zurückzulaufen dann wär man direkt in den Tod gelaufen, wie will man gegen millionen von menschenmassen ankämpfen die gegen einen drücken und nicht bereit sind einen durchzulassen weil sie selber keinen platz mehr haben. Wir haben Polizisten gefragt, ob es einen weiteren Ausgang gebe. Das war zu der Zeit als die Panik ausgebrochen war. Uns wurde gesagt wir sollen einfach nur in den TUNNEL gehen. Dann haben wir jedoch einen umgekippten Zaun gesehen am Rande des Loveparade geländes …. dort standen Polizisten und haben uns NICHT rausgelassen! Erst nach einiger Zeit konnten wir da runter… es war ein steiler Abhang, eine Freundin von mir ist da runtergerutscht und hat sich das ganze Knie aufgeratscht. Wie kann man dies als Notausgang betrachten? ES GAB KEINE NOTAUSGÄNGE. Überall waren Zäune man hat sich wie in einem Käfig gefühlt! (..)“

Telefonkonferenz Einsatzleitungen: Es wir beschlossen, den Notausgang Nord für abwandernde Besucher zu öffnen, siehe Zwischenbericht.

17:02 UhrHeimgänger schlagen sich weiter durch die Pampa. Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Was ist mit der Rücksprache Abteilung Köln und Wuppertal, können wir an der Karl-Lehr-Straße Tunnelausgängen Leute wieder rauslassen auf Düsseldorfer Straße bzw. Koloniestraße?“

ca. 17:03 UhrBiJenny’s Begleiter äußert sich genervt über die vielen Absperrungen.
Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Der Jupiter 01/10 fragt, wie weit die Rücksprachen mit Köln und Wuppertal sind. Einlassstellen Ost und West auch wieder entfluten? Wir müssen diesen Tunnel Karl-Lehr Straße leer kriegen, die Leute kippen uns da um.“

Jupiter 13/10 an Jupiter 01
„01, ich weiß, dass woanders große Baustellen sind, wir müssen aber nen Puffer im Norden einbauen, damit die Baustellen im Süden nicht noch größer werden. Wir brauchen eine Entscheidung über eine Entlastung Ausgang im Norden und das zeitnah, weil weiterhin wird im Süden (…unverständlich), dass man im Norden rauskommt und das ist nicht so. Security lässt im Norden keinen raus.“
„Wird sofort umgesetzt.“

17:04 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Ich brauche immer noch eine Rückmeldung, wie sieht das mit der Entfluchtung über die Karl-Lehr-Straße aus.“
„Entfluchtung Karl-Lehr-Straße, damit können wir jetzt etwas anfangen. Das wird abgeklärt.“

17:05 Uhr – knickert am Südwest-Ausgang, wo Heimgänger die steile Rampe hochklettern müssen, um auf die Autobahnauffahrt zu gelangen. In der Übersichtskarte vom 18.07.10 ist dieser Ausgang jedoch nicht als Notausgang gekennzeichnet, auch der Weg dorthin ist nicht als Fluchtweg markiert. Scheinbar sollte es lediglich ein Zugang für die unter der Brücke stationierte Einsatzleitung der Malteser sowie der Feuerwehr sein, siehe Bericht der FW Ratingen, Seite 55 ff.)
Polizeifunk:

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„Fluchttore auf dem Gelände Anregung an den PF (Polizeiführer) die zu öffnen. Wir kriegen das hier nicht entfluchtet.“
„01/10 über Draht, über Funk sind Sie nicht aufzunehmen. Über Draht habe ich keine Verbindung.“
„Ich versuche es erneut. Fluchttore auf dem Gelände öffnen.“
„Fluchttore auf dem Gelände öffnen. Verstanden.“

17:06 Uhr – Hunderte pilgern zum südwestlichen Ausgang an der AB-Auffahrt DU-Hochfeld, so auch drumcutCOM. Polizeifunk:

Von 11/07 an Jupiter 01
„Die letzte Durchsage hier auf 4m hab ich nicht ganz mitbekommen. Sind jetzt im südlichen Bereich, ist da der Ausgang jetzt wieder geöffnet worden? War grade in Gespräch von 13 er Kräften.“
„Der 13er hatte die Anfrage, ob im nördlichen Raum Personen jetzt rauskommen und das ist bejaht worden. Wenn die Leute runter wollen, lassen wir sie runter.“
„500-1000 Leute, die das Gelände verlassen wollen. Zum Teil sind die Leute dehydriert, der eine oder andere hatte da schon ne Panikattacke, weil er das Gelände nicht verlassen kann. Wenn für den Ausgang im südlichen Bereich da nicht zeitnah eine Entscheidung getroffen werden kann oder wird, wird unser 11/41 gezwungen sein, die Zäune zur Autobahn hin aufzumachen, um da einen Teil der Leute rauszulassen, die auf die Autobahn gehen, um zu verhindern, dass es da zu einer Panik bzw. zu weiteren Verletzungen da körperlicher Art der Personen kommen, die das Gelände nicht verlassen können.“
„Hab ich verstanden. Sagst du mir noch die Wegepunkte?“
„Wegpunkt ist 418.“
„Ja, verstanden.“

Jupiter 01/10 an Jupiter 01
„In beiden Sektorbereichen sowohl J11/41 als auch 11/31 haben Probleme mit vielen Massen, die rauswollen. Die kippen uns hier gleich alle weg. 500 auf der Seite von J 11/41 und auf der Seite vom 11/31 auch so 300, hier tut sich gar nichts mehr. Frage, können irgendwelche Tore aufgemacht werden? Klären Sie das mal ab mit dem Stab.“

17:07 Uhr – Heimgänger am Westtunnel.

17:08 Uhr – Polizeifunk:

Auf Anfrage von Jupiter 11/10
Entfluchtung in Richtung BAB 59 durch Jupiter 01/10 freigegeben.“

17:09 Uhr – Auszug Telefonkonferenz:

„Feuerwehr: Ist die Meldung verifiziert oder nicht?“
„Polizei: Bezüglich der Toten?“
„Feuerwehr: Ja“
„Polizei: Nicht verifiziert. Man spricht von 1 oder 2 Toten. Ich habe auch gehört, dass wohl Personen überrannt worden sein sollen. Aber auch das muss erst noch geprüft werden.“
(…)
„Feuerwehr: Mein Vorschlag wäre im Westen die Zäune zur Autobahn wegzunehmen. Ganz breit machen die Veranstaltung und dafür den den Mittel, also am Mittelfahrstreifen zu sperren.“
„Ordnungsamt: Eh, also ich weiß nicht, ob wir da uns wirklich nen Gefallen machen (…) Das ist eine Gefahr, dass wir dann wirklich, dann haben wir die Autobahn, würde ich sagen, überschwemmt, wenn wir das machen.“
(…)
„Feuerwehr: Das Problem ist folgendes, ne, wenn jetzt wirklich Leute tot getrampelt werden, im Tunnel, wir müssen jetzt massiv Entlastungsöffnungen schaffen und da sehe ich eben nur die Chance da frei zu machen, nach oben hin, wir müssen die Leute irgendwie wegkriegen. (…) Der Süden geht kaputt. Das ist Druck ohne Ende und im Norden ist Platz.(…) Alle Rettungswege öffnen. Massiv die Leute nach oben bewegen. (…) Sie packen die Leute da oben hin, egal wie. Und wenn Sie Freibier versprechen.“

17:10 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 11/07 an Jupiter 01
„Die vorhin angesprochene Situation ist etwas ausgeartet. Der J 11/41 musste die Zäune zur A 59 aufmachen. Es ist ein Teil der Personen, die den Ausgang Süd nicht benutzen konnten, weil der wohl immer noch gesperrt bzw. zu ist, kontrolliert von unseren Kräften begleitet von unseren Kräften auf die A 59 begleitet worden.“
„01 mit.“
„Ja und noch mal. Der südliche Bereich müsste zügig geöffnet werden.“

17:13 UhrEmilia am Südwest-Ausgang.

17:14 Uhr – justfordream beobachtet den Strom der Heimgänger, denen Einsatzfahrzeuge entgegen kommen.

17:16 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01 an Jupiter 11/07 und Jupiter 13/07
„Im westlichen Bereich ist Entscheidung PF alle Not und Entfluchtungsausgänge zu öffnen. Mit Quittung.“
„Das ist nicht aufzunehmen.“

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„(…unverständlich) haben Rettungsdienst aus dem Veranstaltungsraum in die Rampe zu schicken. Am untersten Drittel viele Hilfsbedürftige um die sich Polizei kümmert.“
„12/10, das ist bereits mehrfach angefragt worden. Wird weiter angefragt von uns. Für Sie zur Kenntnis, die westlichen Entfluchtungen sind jetzt geöffnet durch den Veranstalter.“
„Nur eine Anregung.“
„Ist auch so verstanden worden.“
„12/10, 12/07 haben Sie die Durchsage mit den Entfluchtungen, westlich Richtung A59 aufnehmen können?“

17:17 Uhr – der Notausgang Nord (Punkt 479) wird geöffnet, siehe Video von Humphrey Ohlms, der Folgendes in seinem Blog berichtet:

„Unser Plan war es nun in das hintere Ende des Areals zu verlegen um dort einen Notausgang zu nutzen in der festen Überzeugung, dass die Polizei diesen gleich öffnen wird, angesichts der drastischen Szenen an der Eingangsrampe. Dort angekommen erkundigte ich mich bei einem Polizisten, ob die Ausgänge bald geöffnet werden. Er sagte mir, dass diese nicht geöffnet werden können weil ja Bahnbetrieb direkt dahinter verlief. Dieser müsse erst gestoppt werden um die Leute hier heraus zu lassen. Ein wirklich toller Notausgang war das! Was wäre gewesen wenn es echt eine Bombenexplosion gegeben hätte oder die Halle zusammengefallen wäre und hunderttausende Menschen dort auf die Bahngleise in den fahrenden ICE gelaufen wären? Wer genehmigt so einen Schwachsinn? Das ist ja wie ein Notausgang im 10. Stockwerk der ins Leere führt! Ok, der Situation auf dem Gelände wäre man so entkommen aber zu welchem Preis? (..) Wir entscheiden uns also an dem Notausgang zu verharren, bis sich irgendetwas an der Gesamtsituation ändern sollte. Wir entschlossen uns im Zweifelsfall den Zaun niederzulegen und daraus zu flüchten falls hier eine ähnliche Situation wie im Eingangsbereich entstehen sollte. Immer mehr und mehr Leute sammelten sich vor dem ersten Notausgang so dass wir weiter nach hinten auf das (sich scheinbar stetig füllende) Gelände zum Nächsten Ausgang auswichen. In diesem Moment waren wir schon ein wenig angepisst, machten aber nicht die Polizei dafür verantwortlich sondern ärgerten uns über die Gesamtsituation. Am nächsten Notausgang sprach ich erneut mit einem Polizisten (Chef einer Hundertschaft o.Ä.), wie er die Lage bewerten würde. Er nannte diese sehr kritisch, stellte noch einmal heraus, dass die Situation vorhersehbar wäre und die Polizei nun die Sache in die Hand nehmen würde. Bis dahin musste diese sich wohl an die Regeln des Veranstalters halten!? Dann hörte ich live den Funkspruch mit, dass nun hinten der Notausgang Nord geöffnet werden würde. Wir gaben Gas um dort als erste zu sein und schafften es zum Notausgang. Scheinbar noch niemand etwas davon gehört, denn der Eingang war wirklich schwach frequentiert obwohl nur wenige hundert Meter von der Mainstage entfernt.“

17:18 Uhr – bei DeMilde am Südwest-Ausgang wird weiter geklettert.

17:23 Uhr – Eintrag Einsatztagebuch: „Evakuierung der Fläche über A59 läuft. Ein Ausgang im Norden wird geöffnet und die Leute über den Tunnel Koloniestr., Neue Fruchtstr. zum Ostausgang Bahnhof gebracht. “

17:25 Uhr – die Hauptrampe kann noch als Ausgang genutzt werden.

17:26 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/10 an Jupiter 01
„Ich will nicht nerven, aber wir brauchen dringend eine Rückmeldung, ob die beiden Auslassstellen Ost und West offen sind. Dringend!“
„Die sind offen. Richtung Westen ist offen. Raus damit.“
„Ja, verstanden.“
„Hier ist der Jupiter 11/10. Richtung Westen ist offen. Genau in Richtung Süden runter.“

17:28 Uhr – pdonkey in der Nähe des geschlossenenen (?) West-Ausgangs.

ca. 17:30 Uhr – klaus67 berichtet:

„Um ca. 17:30 wollen wir das Gelände wieder verlassen, und bemerken, daß der nördliche Ausgang, am VIP-Bereich vorbei, geöffnet ist. Ohne uns etwas dabei zu denken, nutzen wir den Ausgang und kommen fast bis zum Bahnhof.
Auf der Mercatorstraße bemerken wir, daß die dort in Bereitschaft geparkten Krankenwagen die Motoren anlassen und Richtung Düsseldorfer Straße davonfahren. An der Ecke Düsseldorfer Straße kommt von Norden eine weitere riesige Kolonne Krankenwagen.
Wir wollen zurück zur U79 und müssen einen Umweg von ca. 4 km durch Wohnsiedlungen bis zum DVG-Betriebshof gehen, weil die Düsseldorfer Straße abgesperrt ist. Der Handy-Empfang funktioniert nicht. An einem Kiosk erfahren wir, daß es „einen Unfall“ gegeben hat mit „20 Toten“ und vielen Verletzten.“

Polizeifunk:

Unbekannt
„Bitte, dass keiner in Richtung Tunnel geht.“
„Das müssen Sie nochmal wiederholen.“
„In Richtung Tunnel.“
„Von wo aus?“
„EB.“

17:31 Uhr – von der A59 kommende Heimgänger an der AS DU-Hochfeld.

17:32 Uhr – wuselfuzz auf dem Rettungsweg Ost neben den Bahngleisen.

17:33 Uhrpeterlind beobachtet, wie auch jetzt noch Heimgänger das Gelände durch den Westtunnel verlassen…

17:34 Uhr – … einige ohne Schuhe. Andere Abreisende laufen entlang der Bahngleise Richtung Süden. Polizeifunk:

Jupiter 01
„Sie gewährleisten bitte, dass niemand von oben in den Bereich des Tunnels geht. Die Menschen mögen über den westlichen Bereich, über die Entfluchtung gehen.“

17:35 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 25/10 an Jupiter 01
„Der 01/10 sollte sich die Lage an der Rampe mal persönlich vor Ort angucken (…unverständlich) Hundertschaftsführer. Und zweitens die Rampe oberhalb auf dem Veranstaltungsgelände dringend schließen, weil die Leute laufen uns hier in die Rettungsmaßnahmen rein. Jupiter 01, konnten Sie das aufnehmen?“
„Ja, ich hab das aufgenommen. Ich komm zu Ihnen (Jupiter 01/10).“

Jupiter 12/07
„Können Sie die Schließung der Rampe im oberen Bereich veranlassen, damit die Rettungsmaßnahmen nicht gestört werden?“
„Ich gebs an den 10 weiter.“

17:37 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 12/10 an Jupiter 01
„Um widersprüchliche Aufträge auszuschließen. Grad wurde mir von 25/10 übermittelt, ich soll die westliche Rampe schließen, damit niemand in die Verletztensammelstelle läuft. Grade kommt auf anderem Kanal, ich soll die große Rampe oben auch schließen. Heißt das, beide Rampen werden geschlossen und keiner kann mehr raus?“
„Von wo kam das?“
„Das kam auf unserem Arbeitskanal von unserem 07. Das muss der 01/10 mir gesagt haben.“
„12/10. Sie gehen an Ihren 07er über Draht.“
„Das ist sehr schlecht, ich hab keinen Empfang.“

17:39 Uhr – Polizeifunk:

Jupiter 01 an Jupiter 12/10
„Wenn Sie mich aufnehmen können. Es ist so, dass keine Personen in Richtung.. von oben in Richtung dieser größeren Schadenslage nachrücken sollen.“
„Ich versteh das richtig. Es ist nur die große Rampe oben zu schließen. Nur die große Rampe. Da wo auch der Ernstfall war?“
„Richtig. Die große Rampe bestätigt.“

17:39 Uhr – der Boden gleicht einer Mondlandschaft…

ca. 17:40 UhrVideo von MrInDaFaCe2010.

17:41 UhrPylucid beobachtet, wie Heimgänger über das Tunneldach und an der Nottreppe vom Gelände gelassen werden.

17:45 UhrAndreas Pape beobachtet, wie Heimgänger südlich der AB-Auffahrt DU-Hochfeld (Ausgang Südwest) das Gelände verlassen.

17:48 Uhr – Bruder Hesekaja beobachtet, wie Heimgänger das Gelände über die Rampe verlassen.

ca. 17:54 UhrVideo von ShortTimeLover.

18:00 Uhr – Bruder Hesekaja beobachtet, wie hunderte von Heimgängern an der Nottreppe zum Westtunnel vom Gelände gelassen werden, ebenso 3ds. Der WDR berichtet erstmals von Toten und Verletzten. Der RTW am Osttunnel steht noch. Heimgänger können über die Rampe das Gelände verlassen. Joami berichtet:

„ich war selbst auf der loveparade und als wir um 18 uhr das gelände über die rampe und durch den tunnel verlassen haben, sind wir ungehindert an all den toten und verletzten vorbeigelaufen. die polizei hat lediglich eine kette gebildet und sich vor die verstorbenen gestellt. bis dahin hatten wir keinen blassen schimmer was passiert war. (..)“

18:01 Uhr – nochmal Westtunnel.

ca. 18:02 Uhr – noch immer werden Heimgänger an der Nottreppe an der A59 in den Westtunnel hinunter gelassen.

18:04 Uhr – Bruder Hesekaja hat soeben den Tunnel verlassen und läuft Richtung D’dorfer Str. Auf der Karl-Lehr-Str. bilden Ordner & Polizei eine Kette.

ca. 18:08 Uhr – KleinerLeverkusener filmt, wie sich eine Polizeikette an der oberen Hauptrampe auflöst und Heimgänger die Rampe nun (bis ca. 18:45 Uhr?) wieder als Ausgang nutzen können. Nochmal Heimgänger, nun auf dem Weg zum südwestlichen Ausgang.

18:10 Uhr – PartyBouncer filmt im Osttunnel sinnloses Gedrängel um die inzwischen eingetroffenen RTW. Unter den Heimgängern, die zurzeit das Gelände unverständlicherweise auch über die Hauptrampe verlassen können, „herrscht Ratlosigkeit“. Jemand fordert barsch dazu auf, weiter zu gehen. Verletzte werden an den Menschen vorbei abtransportiert.

18:11 Uhr berndsta filmt von oben kommende Heimgänger auf der Rampe. Die Polizei fordert per Lautsprecherwagen dazu auf, das Gelände durch den Osttunnel zu verlassen und dabei die Arbeit der Rettungskräfte nicht zu behindern.

18:22 Uhr – Heimgänger, die vom Südwest-Ausgang kommen, gelangen nun auf direktem Weg zur D’dorfer Str., ohne über Leitern zur Autobahnauffahrt klettern zu müssen.

18:23 Uhr – entepylex filmt, wie Heimgänger das Gelände über die Rampe verlassen. Menschen auf der A59.

18:24 Uhr von justfordream – Blick auf den westlichen Notausgang an der A59. Scheinbar erhoffen sich dort noch viele Menschen Einlass aufs Gelände.

18:30 Uhr – Airlebnis in der Nähe des Südwest-Ausganges.

18:31 Uhr – der WDR berichtet live vom Geschehen. Die Rampe kann noch immer als Ausgang genutzt werden.

18:32 UhrMichal T auf dem Heimweg.

18:36 Uhr – Robert M., der sich im westlichen Teil des Geländes befindet, berichtet:

„(..) Um 18:36 erfuhr ich per Handy von einem Bekannten, was passiert war (er hatte das aus den Medien). Ich wollte sofort nach Hause. Das ging aber nicht,da man uns nicht durch die Notausgänge vom Gelände gehen ließ. Man schickte uns stattdessen Richtung Rampe. Das tat man auch um 19:53 noch (Fotos belegen, dass die Rampe seit spätestens 19:28 Uhr gesperrt ist) Ich empfand das als eine Ungeheuerlichkeit! Um 17:30 durfte man noch auf die A59,die dann aber geräumt wurde. Man hatte dann nur noch die Möglichkeit zu bleiben und der Feier beizuwohnen oder das Gelände über die Gefahrenstelle zu verlassen. Ich hoffe, dass solche Aussagen bei den aktuellen Ermittlungen Verwendung finden! Das was da passiert ist darf nicht ungestraft bleiben!“

18:37 UhrMenschenstrom entlang der A59 Richtung Südwest-Ausgang. Blick auf die Rampe, die noch immer begangen wird.

18:40 Uhrebenso.

ca. 18:44 Uhr – der WDR zeigt wie Besucher, die von Osten das Gelände verlassen, nun entlang einer ungesicherten Bahnstrecke nach Norden weitergeleitet werden.

ca. 18:45 Uhr Video von redlum2010

19:00 Uhr – Situation an der Kreuzung D’dorfer / Heerstr.

19:07 Uhr – Tristan auf dem Heimweg Richtung Autobahnbrücke. Blick auf die A59.

19:08 Uhr – Blick zurück zum Gelände.

19:11 Uhr – Heimgänger vom Südwest-Ausgang nehmen weiterhin den normalen Weg zur D’dorfer Str. Hubschrauber auf der A59.

19:18 Uhr14NameNo an der AS DU-Hochfeld. Unzählige Einsatzwagen der Polizei fahren Richtung Karl-Lehr-Str.

19:21 Uhr – PartyBouncer an der Kreuzung D’dorfer/Heerstr.

19:26 Uhr – Tristan auf dem Weg Richtung Südwest-Ausgang unter der Autobahnbrücke.

19:28 Uhr – die gesperrte Rampe.

19:30 Uhr – Ostseite: Menschen laufen direkt an den Bahngleisen entlang.

ca. 19:55 Uhr – der WDR zeigt live, wie Menschen das Gelände über den Nordost-Ausgang verlassen.

ca. 19:57 Uhr – der WDR zeigt, wie Heimgänger das Gelände entlang der Bahngleise Richtung Norden verlassen. Die Rampe ist gesperrt.

ca. 20:00 Uhr – auch Simon pilgert zum Südwest-Ausgang. Anstatt kurz vorher rechts in einen bequemen Weg abzubiegen, nehmen die Heimgänger eine steile schmale Treppe an einer Rampe. Warum weist kein Ordner auf den Weg, den BiJennydotcom bereits um 17:11 Uhr herunterging, hin? Unter der Brücke sieht man dann die Einsatzzentrale der Malteser (Aufnahme von ca. 17:45 Uhr). Simon kommt schließlich an der Düsseldorfer Str. aus, wo er an der nächsten Kreuzung links in die Heerstraße einbiegt. Sein Weg führt weiter durch zahlreiche kleine Nebenstraßen, die erstmal ins Nichts führen…

20:11 Uhr – stefan keusemann in der Unterführung Landfermannstr., wo sich jede Menge Polizeifahrzeuge eingefunden haben.

20:19 Uhr – Heimgänger verlassen das Gelände über den Notausgang Nord.

20:21 UhrPatrick auf dem Weg zum Südwestausgang, wo ihm zwei Malteser-RTW entgegenkommen, die natürlich durch den Heimgängerstrom behindert werden.

20:32 Uhr – Heimgänger am Südwest-Ausgang werden von der Polizei daran gehindert, die D’dorfer Str. zu überqueren, evtl wegen der vielen Rettungswagen?

ca. 21:30 Uhr Ozcan554 wird an der Autobahn nicht mehr rausgelassen, auch er muss weiter südlich Richtung Autobahnbrücke laufen.

ca. 22:00 Uhr – RP-Reporter Vassilios Katsogridakis berichtet:

„Auf dem Weg zum Ausgang sprachen wir noch mit einem Ordner der privaten Loveparade-Security. Dieser erzählte uns, wie überfordert sowohl die tausend Sicherheitsleute, als auch die rund 4.000 Polizisten mit der Situation waren, als diese eskalierte. Anfangs soll die Mehrheit der Sicherheitskräfte zugeschaut haben, wie sich die Menschenmasse auf der Rampe am Ende des Tunnels drängte. Viele Ordner hätten sich hilflos gefühlt und auf die Polizei gehofft, die das Chaos „irgendwie regeln würde“. Doch bis auf vereinzelte Polizisten, die Gästen aus augenscheinlichen Gefahrensituationen halfen, wurde seiner Meinung nach viel zu spät aktiv in das Geschehen eingegriffen.“

ca. 23:00 Uhr – die Loveparade 2010 ist beendet, und die Leute werden nun per Durchsage aufgefordert, das Gelände über die A59 zu verlassen. DJV92:

„So wurde uns mitgeteilt dass die Loveparade zu Ende ist. Die meissten interpretierten den „Sonnenuntergang“ und die Wassergeräusche als Intro für den nächsten Dj und waren überrascht oder nahmen das Ende nicht ernst.“

Bericht von fav0urite:

„Es kam aber keine Durchsage oder sonstwas, aber wir konnten uns irgendwie denken, dass da nichts mehr passiert und das der Hinweis ist „So Leute, Party ist vorbei“.
Der Heimweg war dann nochmal richtig schlimm, weil überall Polizisten waren und die haben für alle Besucher nur enge Wege freigemacht (ging ja nicht mehr über die Rampe), durch die man sich auch durchquetschen durfte. Wir mussten dann noch 4 Haltestellen bis zu unserem Hotel laufen, weil alle Straßenbahnen total überfüllt waren (es kamen auch mega viele Busse, die waren auch total überfüllt) und erst dann im Hotelzimmer haben wir aus den Nachrichten erfahren, was passiert ist. Ja, wir waren eigentlich die ganze Zeit total ahnungslos auf dem Gelände und haben gefeiert, während im Tunnel die Leute gestorben sind.“

23:13 Uhr – dancemusic1 beobachtet den Menschenstrom am West-Ausgang an der A59.

23:44 UhrAlan kommt von der A59 und überquert die D’dorfer Str. Richtung Heerstr. Etwa zu dieser Zeit filmt dort auch der WDR.

00:05 UhrEintrag: 20 Busse werden vom Tunnel Landfermannstr. zur AB-Abfahrt DU-Hochfeld (Heerstr.) beordert, um dort direkt abwandernde Besucher einzusammeln.

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## PART IX – der Bahnhof

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08:20 Uhr – Sunshine Live Lovetrain von der SVG Partyzug Gmbh aus Stuttgart kurz nach Ankunft in Duisburg. Maximilian aus Aachen, der sich morgens auf dem Rückweg einer Urlaubsreise befindet, beschwert sich in einem Zeitungsartikel über trinkende und Drogen konsumierende Loveparade-Besucher in den Zügen.

ca. 10:30 UhrBericht von Dominik:

„(..) in Münster angekommen, ging ich Richtung Gleis 14, von dem aus es mit einem Regionalexpress Richtung Duisburg gehen sollte. Obwohl ich zehn Minuten vor der planmäßigen Abfahrt eintraf, platzte der Zug bereits aus allen Nähten, so dass mir der Einlass verwehrt wurde. Am Service Point unten im Bahnhof wurde mir eine Regionalbahn genannt, die etwa eine Dreiviertelstunde später fahre. Kurz nachdem ich schließlich in dieser Bahn Platz gefunden hatte, füllte sie sich schon merklich, so dass der Zug bereits in Münster brechend voll war. Die wartenden „Raver“ in Dülmen, Recklinghausen und weiteren Bahnhöfen blieben außen vor und mussten sich weiterhin gedulden. Ständige Zwischenstopps verzögerten die Ankunft in Duisburg, weil viele Fahrgäste auf den Bahnsteigen herumrannten, um sich von ihren Getränken zu erleichtern oder schnell eine zu rauchen. Einigen war der Weg nach draußen zu weit, so dass sie sich während der Fahrt immer wieder Zigaretten ansteckten. Mittlerweile stank es im ganzen Zug penetrant nach Gras. Gegen dreizehn Uhr mit etwa einstündiger Verspätung kam der Zug endlich am Duisburger Hauptbahnhof an. Der Ausgang Richtung Neudorf, vor dem ich mich mit einer Freundin verabredet hatte, war bereits abgesperrt, um die Besucherströme alle Richtung Love Parade zu lenken. (..)“

11:14 Uhr – der WDR tickert:

„Die Züge aus Richtung Essen nach Duisburg haben schon jetzt alle zehn Minuten Verspätung. Für die Bahn wird es nach den Image-Schädender vergangenen Wochen ein besonders wichtiger Tag. In den Zügen ist es brechend voll. Neueinsteiger werden mit „Ihr könnt nach Hause geh’n“-Sprechchören begrüßt.“

11:18 Uhr – Blogger ich-bin-es kommt am Duisburger Hauptbahnhof an & erlebt Folgendes:

„Als ich um 11:18 mit der Bahn, die sogar mit Sonderzügen fuhr, in Duisburg ankam war der Bahnhof bereits gesperrt. Um zum Treffpunkt zu gelangen musste ich 20 Minuten durch die Stadt laufen, die Polizei wollte mich nicht 30 Meter durch den Bahnhof laufen lassen. Über die Hälfte der Gruppe kam schon gar nicht an. Ich war froh, dass ich mich schon in Düsseldorf mit einem aus der Gruppe getroffen hatte.“

Besucher, die aus einer bestimmten Richtung anreisen, dürfen auch nur einen bestimmten Ausgang nutzen, siehe An- & Abreiseplan.

11:41 Uhr – peterwoelwer vor dem Busbahnhof am Hbf.

ca. 11:43 Uhr – Vassilios K. am Ostausgang des Hbf.

11:49 Uhr – Eintrag Einsatztagebuch: „Bundesbahnzüge zu 100% ausgelastet.“

12:03 Uhr – der WDR tickert:

„“Die Lage ist relativ entspannt“, meldet Bahn-Sprecher Udo Kampschulte. Das mögen Bahnreisende, die nicht zur Loveparade wollen, anders sehen. Das Gros der Züge sei pünktlich, sagt Kampschulte, die aus Dortmund hätten vielleicht zehn bis 20 Minuten Verspätung: „Das wichtigste ist, dass alle Züge rollen. Ob die zu spät ankommen, ist erstmal egal. Hauptsache sie kommen an.“ 700 Sonderzüge setzt die Bahn an diesem Samstag ein.“

12:05 Uhr – der WDR tickert:

„Die Entdeckung der Langsamkeit bei 160 Beats per Minute aufwärts ist eine große Aufgabe. Die Polizei stellt sich ihr: „Wir bitten alle Teilnehmer, die aus dem Bahnhof-Nord kommen, LANGSAM zum Veranstaltungsgelände zu gehen. Das Veranstaltungsgelände ist aus technischen Gründen noch nicht geöffnet.““ Stephan berichtet:

„Übrigens gab es am Bahnhof, wo eigentlich gar nicht so viel Gedränge war, ständig Lautsprecherdurchsagen, man solle doch weitergehen und nicht am Ausgang stehen bleiben. Am Eingang des Geländes gab es, so weit ich mich erinnere, nicht eimal eine Lautsprecheranlage“

12:12 Uhr – Eintrag : „In Essen müssen Bahngäste warten, da Bahnverbindung ausgelastet ist.“

12:24 Uhr – Neuankömmlinge auf Gleis 3 von Christoph Müller-Girod.

12:27 Uhr – Christoph Müller-Girod am Harry-Epstein-Platz am Hbf (Nord-Westseite).

12:51 Uhr – Kevin LIVR kommt am Hbf an.

12:54 Uhr – Kevin am Osteingang.

12:58 Uhr – laut Einsatztagebuch wird der Duisburger Hbf immer voller. Offenbar sollen Teile des Areals mit Zäunen abgesperrt werden. Doch die damit beauftragte Firma sieht sich dazu nicht in der Lage – es sei „kein Material mehr vorhanden“. Kommentator harper20 fragt sich:

„Wieso behauptet die Bundesbahn es wären bis 14 Uhr nur ca. 105.000 Gäste über den Bahnhof gekommen?? Wir waren in Gelsenkirchen (relativ kleiner Bahnhof, nicht soviele Umsteiger) zum Einkaufen, von da kam man schon gegen 13 Uhr nicht mehr mit dem Zug weg! Die Leute wurden von Ordnern nur so reingequetscht.“

13:03 Uhr – in Duisburg angekommen, verlässt kdher den Bahnhof am Harry-Epstein-Platz. Die Bundespolizei hat Kameras mitgebracht und passt auf. Zitat Polizeibericht:

„Die Bundespolizei bewältigte den Einsatz in der Spitze mit insgesamt 1.766 Beamten, davon 1.300 Unterstützungskräfte (vornehmlich Bundesbereitschaftspolizei). Der Schwerpunkt lag dabei im Einsatzabschnitt 2, Duisburg Hbf, mit ca. 1.050 eingesetzten Kräften. Die restlichen Kräfte waren auf den Zu-/Abfahrtsbahnhöfen nach Duisburg sowie in den Stäben eingesetzt.“

13:04 Uhr – lt. Einsatztagebuch sind nun auch die Bahnhöfe Essen und Dortmund „voll ausgelastet“. „Essen setzt evtl. zusätzliche S-Bahnen ein.“

13:05 Uhr – Philipp kommt am Westteil an.

13:11 Uhr – der Bahnhofsvorplatz an der Mercatorstr.

13:20 UhrMrLuelle verlässt den Hbf.

13:30 Uhrwuselfuzz am Haupteingang. Daphne V. berichtet:

„Wir wollten gegen 13:00 Uhr in Duisburg sein, um 14 Uhr begann die Veranstaltung. Doch die Züge am Bahnhof Bochum waren restlos überfühlt, ein doppelstöckiger Interregio, in den kein Mensch zusätzlich passte, war hier das normale Bild. Meine Freundin und ich entschieden uns also für eine S-Bahn, die zwar später losfuhr, mehr Zeit brauchte, aber dafür noch Sitzplätze bot. Die Stimmung war gut, Alkohol floss in Strömen, es wurde im Zug geraucht, aber niemand sagte etwas dagegen. Ausnahmezustand eben. (..)“

13:33 Uhr – Meldung: „drei Entlastungsbusse der Bahn auf dem Weg zum Bhf Rheinhausen.“

ca. 13:52 Uhr – am Hbf interviewt WDR-Reporterin Jessica Westen Partygänger.

ca. 14:00 Uhr – Sarah behauptet:

„mein freund und ich wollten noch dahin bin morgens mit der u79 nach düsseldorf gefahren um ihn dort abzuholen doch nach 14 uhr fuhr nichts mehr in richtug duisburg weil alles gesperrt war (ein glück)“

Bericht von aus Köln:

„Mein Exfreund hat damals dort um die Ecke gewohnt und wollte unbedingt gegen 15.00 Uhr da sein… Ich wollte also den Zug um 13.00 Uhr nochwas nehmen, aber der war so überfüllt, dass er in Düsseldorf einfach stehen blieb. Zudem waren noch Personen auf den Gleisen, da ging nichts mehr. Schliesslich bin ich irgendwann mit einer S- Bahn nach Duisburg gefahren, vom Hbf dann zu ihm gelaufen. War dann so gegen 18.00 Uhr rum da, wir schnell hin und sehen halt nur noch Sanitäter und verstörte Zuschauer. Dann hat uns einer der Sanitäter erzählt, was passiert ist und wir waren einfach nur froh, dass ich erst so spät angekommen bin. :/“

14:20 Uhr – marina berichtet:

„ich komm aus recklinghausen und ich muss sagen das fing schon mit der hinreise nach duesburg an mein freun und ich wollten um 12,21 mit dem zug fahren und wir mussten 3 züge sausen lassen weil die überfüllt waren als wir dann endlich um 14,20 in duesburg waren hieß es schon dass der platz überfüllt ist, (..)“

14:22 Uhr – Mac_Moltie kommt am überfüllten Westteil des Hbf an.

14:23 Uhr – der Blick zurück zeigt, wieviele Besucher noch nachkommen.

14:24 Uhr – P!ng0 verlässt den Hbf.

14:29 UhrAlan auf dem Bahnsteig. Miira am Neudorfer Osteingang des Hbf.

14:32 Uhr – der WDR Liveticker meldet:

„Durchsage der Polizei am Nordausgang des Duisburger Hauptbahnhofs: ‚Da der Einlass am Veranstaltungsgelände etwas schleppend ist, bitten wir Sie, sich in diesem Bereich etwas länger aufzuhalten, vielleicht die Veranstaltungsbühnen zu besuchen, und sich erst in einer halben Stunde zum Gelände zu begeben.'“

14:35 Uhr – MinimalerRockStar am Osteingang des Hbf Richtung Neudorfer Str. Hier scheint es weniger voll zu sein als auf der Westseite.

14:40 Uhr – Einsatztagebuch, Meldung an die Leitstelle:

„Der Westteil des HBF ist total überfüllt. Ankommende Gäste werden vorläufig über den Ostteil aus dem Hbf geführt.“

14:42 UhrAlan am Westteil des Hbf.

14:43 Uhr – BuerTristan beobachtet die im Westteil ankommenden Besucherströme.

„Am Hauptbahnhof, man kann sehen, das viele Leute gekommen sind und das die Schlange kein Ende nimmt.“

14:44 Uhr – am Hauptbahnhof ist eine wichtige Lautsprecheranlage („Beschallungsstation 5“) ausgefallen, über die die heranströmenden Besucher eigentlich informiert, gesteuert und geleitet werden sollten. „Elektriker sind beauftragt“, heißt es im Einsatztagebuch, und „hoffen“, das Problem „in nächster Zeit beheben zu können“.

14:46 Uhr – Andreas Pape am Osteingang (Neudorf) des Hauptbahnhofes.

14:48 Uhr – WDR-Liveticker:

„Die Regionalexpresse aus Düsseldorf erreichen Duisburg zurzeit mit 30-minütiger Verspätung, berichtet Bahn-Sprecher Udo Kampschulte. „Die aus Düsseldorf kommenden Züge der S 1 verkehren dagegen in der nächsten Stunde alle pünktlich.“ Bundespolizei und Bahn hätten auch die Situation im Duisburger Hauptbahnhof im Griff: „Die Fahrgäste verlassen die Bahnsteige zügig, auch im Bahnhofsgebäude gibt’s keinen Stau.““

14:53 Uhr – Funkspruch Polizei, EA/RS W an SB11 EA RS W:

„EA/F regt an, keine weiteren Züge nach DU rein zu lassen. Wird im FÜST erörtert, allerdings ist Gelände noch nicht ausgelastet. (..)“

15:00 Uhr – der WDR berichtet live vom Bahnhof; die Zuwege zum Gelände sind verstopft, Besucher sollen sich nicht direkt dorthin bewegen. Twitgeridoo kommt an der Ostseite an:

„Wir waren eine etwa achtköpfige Gruppe und sind um ca. 15h in Duisburg angekommen. Am Hauptbahnhof lief alles noch verhältnismäßig geordnet ab. Dort war es noch nicht allzu überfüllt und man wurde direkt auf den richtigen Weg zum Gelände geleitet. Alles lief ruhig ab und es gab kein Gedränge. Die Polizei hat per Lautsprecherdurchsagen dafür gesorgt, dass der Platz hinterm Bahnhof von den Ankommenden zügig geräumt wurde, damit ausreichend Platz für Nachrückende vorhanden war. (..)“

15:02 Uhr – voller Bahnsteig mit Neuankömmlingen.

15:06 Uhr – pernosco im Bahnhofstunnel.

15:11 Uhr – LotSe verlässt den Ostteil des Hbf.

15:23 Uhr – auch Adam kommt am Hbf an.

15:27 Uhr – Zitat Spon:

„Die „Beschallungsstation 5″ am Hauptbahnhof ist noch immer ausgefallen. Seit 43 Minuten sucht man nach der Ursache dafür: Wahrscheinlich sei ein Kompressor defekt.“

15:29 Uhr – der Haupteingang am Hauptbahnhof von Andreas Pape.

15:52 Uhr – lt. Einsatztagebuch laufen Menschen auf die Bahnstrecke. Es werden partielle „Gleissperrungen“ angeordnet.

15:57 Uhrrecklinghauser kommt am Hbf an. Es ist ziemlich voll.

15:58 Uhr – der „Ersatzbusbahnhof“ an der Steinschen Gasse von Andreas Pape.

ca. 16:00 UhrBericht von Tim:

„Ich hab mich irgendwann kurz nach vier entschieden auch hinzufahren. Die Bilder auf WDR sahen zwar gefüllt aus, aber nicht überfüllt. Mit dem Bus nach Bochum und dann in den RE, wo ich sogar noch nen Sitzplatz bekam.
Der steckte dann erstmal in Essen fest, weil eben diese Leute hinter Duisburg auf den Gleisen waren. Schon da hatte ich überlegt wieder zurück zu fahren (mit der S3 hätte sich das angeboten). Nur kurz bevor ich den Entschluss fast in die Tat umgesetzt hätte, fuhr er dann doch weiter. Kurz vor Oberhausen meinte der Lokführer dann, dass Duisburg Hbf gesperrt ist und wir jetzt in Oberhausen halten und von dort Busse zum Gelände fahren.
Als ich dann gesehen habe, welche Massen da schon in Oberhausen (!) ankamen und wie die alle mit Bussen dahingekarrt werden sollten, hab ich dann den endgültigen Entschluss gefasst, doch wieder zurückzufahren. Den Busterror wollte ich mir nicht antun.
Stand also gemütlich am S3 Gleis und wurde dann von meiner Mum angerufen, die das aus den Medien erfahren hat. Ich bin dann mit der (völlig leeren) S1 dann problemlos über Bochum zurück gekommen.“

16:04 Uhr – Zitat Spon:

„“Gleisläufer“ jetzt auch im Bereich Großenbaum. Das „Notfallkonzept 1″ (Schienenersatzverkehr) tritt in Kraft.“

16:14 UhrWDR-Liveticker:

„Bundespolizei und Bahn haben die Bahnstrecke zwischen Duisburger Süden und Hauptbahnhof erneut sperren müssen, weil Besucher über die Gleise gehen. Die Strecke war deshalb bereits von 15.20 bis 15.45 Uhr gesperrt, wie Bahnsprecher Udo Kampschulte besorgt berichtet: „Weil die Leute zurzeit nicht auf das Loveparade-Gelände kommen, suchen sie sich andere Wege. Das Problem ist der Rückstau auf der Karl-Lehr-Straße vor dem Eingang. Das muss die Polizei jetzt schnell in den Griff bekommen.“ Aktuell müssen bereits zehn Züge zwischen Hauptbahnhof und Duisburger Süden außerplanmäßig Halt machen. Die nachkommenden Züge verspäten sich entsprechend: um bis zu 40 Minuten.“

16:17 Uhr harald ist jetzt am Bahnhof und wartet auf die Züge, die nicht mehr kommen.

16:28 Uhr – im WDR-stream wird mitgeteilt, dass der Hbf dichtgemacht wurde und nun 150 Busse eingesetzt werden, um die Besucher von umliegenden Bahnhöfen nach Duisburg zu bringen.

16:29 Uhr – Eintrag:

„Zugverkehr wurde komplett eingestellt, nur noch Busverkehr!“

16:34 Uhr – WDR Liveticker:

„“Duisburg ist vom Rest des Landes abgekoppelt“, meldet Bahn-Sprecher Udo Kampschulte und seufzt. „Es fährt kein Zug mehr nach Duisburg.“ Heißt: Alle Bahnen Richtung Duisburg wenden in Essen, Oberhausen, Krefeld und Düsseldorf. Der Grund: „Es sind einfach zu viele Menschen auf den Gleisen“, so Kampschulte. Die Bundespolizei sei vor Ort. „Wie lange wir dieses Konzept fahren, können wir momentan nicht absehen“. Die Deutsche Bahn setzt als Ersatz Busse zur Loveparade ein.“

Eintrag: „zum Bahnnotfallkonzept greift auch das städtische Notfallkonzept in Form von Ersatzbussen.“

16:36 Uhr -WDR Liveticker:

„Von Essen aus fahren die Regionalexpresse derzeit über eine Nebenstrecke direkt nach Düsseldorf, nach Mülheim fährt nur noch die S3. Am Essener Hauptbahnhof warten derzeit rund 3000 Leute darauf, mit den versprochenen Bussen weitertransportiert zu werden.“

16:40 UhrHarald am Busbahnhof an der Landfermannstr.

16:41 Uhr WDR Liveticker:

„Die komplette Sperrung des Duisburger Hauptbahnhofs sei aufgehoben, meldet Jürgen Karlisch, Sprecher der Bundespolizei. Wegen Personen auf den Gleisen sei von 16 Uhr bis 16.29 Uhr kein Zug gefahren, langsam rollten sie wieder an. Auch in Essen sollen die Züge ab 16.45 Uhr wieder normal fahren.“

16:42 Uhr – am Osteingang des Hbf verkündet die Polizei, dass das Gelände aufgrund von Überfüllung geschlossen wurde & keine Möglichkeit besteht, noch zur Loveparade zu gelangen.

16:51 Uhr – der WDR interviewt Stefan Beckmann von der Bundespolizei, der über Festnahmen von Gleisläufern berichtet. „Aktuell kann der Zugverkehr jetzt auch langsam wieder rollen.“

ca. 16:55 Uhr – Bericht von InfectedFay:

„(..) Gegen kurz vor 17 Uhr entschieden wir uns, den langsamen Weg in Richtung HBF zurück anzutreten, weil wir vorhatten, den Zug um 18:20 Uhr gen Heimat zu erwischen. Am Bahnhof angekommen, kauften wir Tickets, erkundigten uns nach dem Gleis und liefen zum ausgewiesenen Schild, … wo wir gebeten wurden, das Gebäude zu verlassen und über den hinteren Eingang zu weiteren Gleisen und Schildern zu gelangen. Hier war eine große Ansammlung von Menschen mit dem selben Wunsch, raus aus dem Pulk, wahrscheinlich mit dem innerlichen Drang nach Hause oder zu einer der angebotenen After-Partys. Es war stickig, eng, es wurde geschoben und gedrängelt, niemand schien so wirklich zu wissen, wie man sinnvollster Weise aus dem Getümmel entkommt. Zwar zeigten die weiter entfernten Schilder, in welche Richtung wir uns hätten bewegen müssen, allerdings hieß es dann, der Bahnverkehr sei eingestellt worden! Es würden Busse eingesetzt werden, mit denen wir aus dem Zentrum fahren könnten. Also schwupps, in Richtung Busbahnhof. Auf dem Weg durch die Menschenmassen schnappten wir Informationsfetzen auf. Züge gesperrt, kein Weg rein, kein Weg raus, nur Busse … und Unfälle mit Todesfolge. Dann ging alles eigenartig schnell, die Eindrücke prasselten schneller auf uns herein, als wir erfassen konnten. In der Unterführung des Busbahnhofes standen rund 12 Busse in beide Fahrtrichtungen, alle leer, die Türen geschlossen, umringt von Menschen, die wohl darauf hofften, bald einsteigen und losfahren zu dürfen. Wir gingen durch die Unterführung ins Freie, sahen ratlose Gesichter, weinende Leute, Hubschrauber über uns, um uns herum Polizei- und Rettungswagen. (..)“

16:56 Uhr – pernosco am Haupteingang des Hbf. Der WDR tickert:

„Am Essener Hauptbahnhof fließt der Verkehr wieder. Die Bahn hat außerdem Busse aus Bielefeld herbeigeholt, um die gestrandeten Passagiere weiterzutransportieren.“

16:58 Uhr RPonline berichtet:

„die Stimmung vor dem Hauptbahnhof ist gereizt. Menschen drängen sich vor Wellenbrechern. Die Polizei greift durch, weist die Leute mit „Mach Platz hier!“ zurück. Etwa 300 Beamte stehen allein vor dem Hauptbahnhof. Das Bahnpersonal kann Fragen, wie die Partybesucher aus Duisburg wegkommen sollen, zurzeit nicht beantworten.“

Der Haupteingang Portsmouthplatz ist abgeriegelt.

16:59 Uhr – WrldVoyagr am Busbahnhof:

„I was passing through Duisburg on my way to Düsseldorf when the train service was interrupted due to the Love Parade crowds. A replacement bus service was set up, and the train passengers waited for the appropriate bus. This was shortly before the incident at the Love Parade grounds a few hundred meters away. Luckily this crowd was much smaller. Nonetheless many were impatient to get the bus.“

17:00 UhrEintrag:

„Züge fahren wieder Richtung Düsseldorf (nur auf Sicht) & andere Richtung ab Im Schlenk auch nur auf Sicht.“

Blogger Rolf berichtet:

„Etwa 17 Uhr in Duisburg ankommend: Ein Kurzbericht.
Ich gehe die Treppe vom Bahnsteig die einzige Treppe hinunter, die freigegeben ist. Die andere ist mit Polizeisperren zugestellt. Unten ein großes Schild mit der Aufschrift „Loveparade“ und einem Pfei